Literatur zum Hören - Lesung mit Theresia Graw: In uns der Ozean

Shownotes

Auftakt der gemeinsamen Veranstaltungsreihe "Erlesene Natur" der Stadtbibliothek Dornbirn und der inatura - Erlebnis Naturschau Dornbirn.

Rachel will nur eins: Für immer am Meer leben und forschen. Doch 1929 verliert ihre Familie alles, Rachel muss ihre Promotion abbrechen und für ein Einkommen sorgen. Statt in der Wissenschaft zu arbeiten, schreibt sie Geschichten fürs Radio, bald veröffentlicht sie ihr erstes Buch. Die Leser lieben, wie sie die Natur in ihren Texten lebendig werden lässt. Als ihr auf einem Spaziergang ein toter Vogel vor die Füße fällt und sie wahrnimmt, wie die Welt um sie herum verstummt, beginnt sie zu recherchieren: Was hat es mit dem Wundermittel DDT auf sich, das neuerdings in allen Wäldern, Wiesen und Feldern versprüht wird? Wenn die Insekten ausgerottet werden, wie lange gibt es dann noch Vögel? Rachel weiß: In der Natur hängt alles mit allem zusammen. Und wenn sie ihre Recherchen veröffentlicht, dann sticht sie in ein Wespennest …

Theresia Graw hat Geschichten geschrieben, seit sie denken kann. Nach ihrem Studium der Germanistik und Kommunikationswissenschaft wurde sie Journalistin und ist beim Bayerischen Rundfunk in München tätig. Als Autorin von historischen Romanen widmet sie sich den großen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts. Ihre Bücher verbinden fundierte Recherche mit einer spannenden Erzählweise, die vergangene Epochen lebendig und menschlich erfahrbar macht.

Anette Herburger Teamleiterin des Bereichs Forschung der inatura beleuchtet die naturwissenschaftliche Seite des Themas. Sie spricht über die Ergebnisse des „Farmland Bird Index Vorarlberg“, der die Bestandentwicklungen von Vögeln im landwirtschaftlichen Raum unseres Bundeslandes dokumentiert und als wissenschaftlichen Langzeituntersuchung von BirdLife Austria im Auftrag der inatura durchgeführt wird.

Audio-Aufzeichnung eines Literaturabends in der Stadtbibliothek Dornbirn am 16.04.2026

Aktuelles Veranstaltungsprogramm der Stadtbibliothek Dornbirn: https://stadtbibliothek.dornbirn.at/veranstaltungen

Transkript anzeigen

00:00:00: Ja, meine sehr geehrten Damen und Herren.

00:00:02: Herzlich willkommen in der Stadtbibliothek!

00:00:04: Mein Name ist Latschte Tabeda und dabei habe ich auch noch die Annette Heerburger von der Innatura.

00:00:12: Wir starten heute mit einer Veranstaltungsreihe – so hoffen wir zumindestens – mit dem Titel Erlesene Natur Wo es darum gehen soll Bücher, Autorinnen vorzustellen Übernatur oder Mitnatur, einfach das Thema Natur auch im Mittelpunkt steht und dazu haben wir heute die Vergraf bei uns.

00:00:40: Herzlich willkommen in Vergraf!

00:00:47: Die Annette Herrburger und ich haben uns das überlegt – es wäre vielleicht etwas ganz Interessantes oder Spannendes zu zeigen – das Thema Natura in Romanformen Menschen näher zu bringen und damit auch sozusagen einen Bogen zu spannen.

00:01:09: Ja, auch zum Thema Umweltschutz und alles was schiefläuft im Moment.

00:01:16: Dazu wird dann auch der Nette später noch ein bisschen erzählen Auch zu den anderen Gästen die wir hier haben mit den Vögeln.

00:01:25: Das Buch hat ja auch mit Vögkeln zu tun.

00:01:34: Die Frau Graf ist einfach mein Jahrgang, sage ich jetzt.

00:01:42: Sie ist in Oberhausen geboren und ist Autorin und arbeitet als Journalistin für den Bayerischen Rundfunk.

00:01:51: In ihren Oronahnen verarbeitet sie eben Zeitgeschichte und Themen die sie nicht mehr loslassen.

00:01:57: Scheinbar war da durch Natur ein Thema das sie nicht mal losgelassen hat.

00:02:03: Gott sei Dank!

00:02:05: Und das Buch, aus dem sie heute lesen wird und dass sie vorstellen wird in uns der Ozean.

00:02:15: Da geht es um eine Dame, eine sehr besondere Dame, die Rachel Carson in den USA.

00:02:23: Ich würde sagen ich übergebe jetzt gleich an die Frau Graf und wir sind schon gespannt aufs Buch.

00:02:31: Vielen Dank!

00:02:32: Hört man mich noch besser, das ist schön.

00:02:34: Also nochmal!

00:02:36: Ich freue mich sehr dass ich hier bin an diesem schönen Frühlingstag, an dem die Vögel draußen zwitschern was wir unter anderem auch dieser genannten Rachel Carson zu verdanken haben eine sehr beeindruckende inspirierende Biologin aus den USA die im vorigen Jahrhundert gelebt hat und die mich einfach nicht mehr losgelassen hat.

00:02:55: Und die mit ihrem Engagement für Umweltschutz und Natur dazu beigetragen hat, dass wir eben auch noch immer Singvögel haben und den Zwitschern und Singen der Vögel lauschen können.

00:03:06: Ihr Thema war nämlich der Kampf gegen Pestizide, die in den fünftiger und sechziger Jahren ganz groß rauskam.

00:03:14: Sie legte damit den Grundstein für die moderne Umweltbewegung.

00:03:17: Sie war halt wirklich Pionierin, so wie sie damals vorgegangen ist auch gegen die Industrie, gegen die Politik – das hat es in dem Ausmaß bis dahin noch nicht gegeben.

00:03:26: Man muss wissen was heute selbstverständlich ist dass man diskutiert über Entwicklungen, politische Entscheidungen oder auch gesellschaftliche Fragen Auch in der Wissenschaft und Forschung, das war damals gar nicht selbstverständlich.

00:03:40: Also es war schon was Besonderes gerade in den fünftiger Jahren als sie angefangen hat einfach nachzuhaken.

00:03:46: man hat das damals gerne für selbstverständliche genommen.

00:03:49: wenn es aus der Wissenschaft kam und aus der Forschung aus der Politik dann wird er schon alles gut gewesen sein.

00:03:53: Das war einfach positiv besetzt quasi unantastbar Und Sie hat mit ihrem Buch Der Stumme Frühling deshalb das Zwitschern der Vögel gewarnt, dass eben nicht nur Insekten ausgerottet werden können sondern damit auch Vögel und damit hat sie unsere Sicht auf Umweltschutz, auf Fortschritt auch verändert.

00:04:14: Sie hat wie gesagt vieles in Frage gestellt und hat damit uns allen einen Wohltat getan.

00:04:21: Und ihre Geschichte habe ich eben in dieser Romanbiografie.

00:04:24: Es ist ein Roman!

00:04:25: Ich hab vieles verarbeitet von dem was sie wirklich getan oder erlebt hat aber das war sehr umfangreich.

00:04:32: begrenzen, damit es ein Roman ist der zwischen zwei Buchdeckel passt.

00:04:36: Und wie diese Frau zu der geworden ist die sie am Ende war das erzähle ich eben hierin.

00:04:41: dabei war es ihr nun wirklich nicht in die Wiege gelegt eine der wichtigsten Frauen des zwanzigsten Jahrhunderts zu werden ganz im Gegenteil.

00:04:51: so.

00:04:51: und damit wir einen bisschen gespür für diese sehr beeindruckende frau bekommen die Rachel fange ich an Sommer Cape Cod, die Ostküste der USA.

00:05:04: Rachel Carson ist Studentin und der Biologie und hat ein Sommerstipendium an einem ozeanologischen Institut von Woods Hole – das gibt es immer noch!

00:05:15: Und sie sieht zum ersten Mal das Meer.

00:05:20: Der sandige Pfad schlängelte sich durch flachen Dünen.

00:05:23: Auf beiden Seiten wiegten sich windgebeugte Strandkräuter und Gräser in der leichten salzigen Brise, die mein Haar zerzauste und von den Sträuchern unter dem Leuchturm den Duft der blühenden Hunsrosen zu uns herüber trug.

00:05:38: Ich spürte den weichen warmen Boden unter meinen nackten Füßen jeder Schritt fast wie aufsamt!

00:05:45: Als wir den gedrungenen weißen Turm hinter uns gelassen hatten – er sich markant vom klaren Himmel abhob öffnete sich der Blick auf das Meer in seiner Unendlichkeit.

00:05:56: Ich blieb stehen, atemlos und ergriffen von der Weite und der Ruhe, in der nichts zu hören war als das leise Sausen des Windes in den Dünengräsern.

00:06:07: Auf den kleinen hüpfenden Wellen blitzten Lichtreflexe – aber Millionen bis zum Horizont!

00:06:13: Staunen stand ich da und sah dem großen Blau beim Glitzern zu.

00:06:18: Da wo es nicht mehr glitzerte fing der Himmel an.

00:06:22: Fragte Mary, hast du es dir so vorgestellt?

00:06:26: Ich wusste nicht mehr wie ich es mir vorgestellt hatte.

00:06:28: Ich hatte natürlich Bilder vom Meer gesehen den alten Ölschinken mit dem Dreimaster im Sturm der bei meinen Großeltern an der Wand über dem Sofa gehangen hatte Fotos in Büchern und Magazinen Und ich hatte gelesen was andere darüber geschrieben hatten In Gedichten Geschichten und Reportagen.

00:06:47: Ich hatte Roman über das Meer verschlungen, Hermann Melville Daniel Defoe Robert Louis Stevenson.

00:06:54: Aber jetzt endlich selbst hier zu sein und auf den Atlantik zu blicken?

00:06:59: Das verschlug mir die Sprache!

00:07:01: Ich hatte nicht erwartet dass man das Meer riechen konnte – das Salz, die Algen, die Fische Die Tiefe, die Ferne, die Bleue.

00:07:09: Alles.

00:07:10: Dieser Duft machte mich ganz benommen.

00:07:12: vor Glück Komm, sagte Mary.

00:07:15: Wir gingen zum Strand hinunter und am Saum des Wassers entlang, das Kühl meine Knöchel umspülte.

00:07:21: Es war Ebbe!

00:07:23: Flache Wellen liefen in schaumigen Streifen über das Ufer ein wenig schleppend als während sie erschöpft vom stundenlangen Anrollen während der Flut.

00:07:31: Wenn Sie zurückgeflossen waren, blubberten hier unter kleine Blasen aus dem nassenwelligen Sand.

00:07:37: Strandkrabben versteckten sich darunter.

00:07:40: Carcinus menis Ihren lateinischen Namen kannte ich aus den Lehrbüchern meines Studiums an der Johns Hopkins University.

00:07:48: Seit kurzem hatte ich meinen Master in Biologie in der Tasche, Schwerpunkt Zoologie.

00:07:53: Aber am diesem sonnigen Julienachmittag an der Südwestspitze von Cape Cod war ich nichts als ein einfacher staunender Mensch, der zum ersten Mal den Ozean sah.

00:08:04: Magisch sagte ich, während ich den Blick nicht vom unendlichen Blau abwenden konnte, als schaue man in die Ewigkeit!

00:08:11: Mary breitete unterhalb der Dünen ein Handtuch aus und ich setzte mich zu ihr.

00:08:16: Eine Weile hörten wir schweigend dem rhythmischen Auf- und Ab der sanften Brandung zu, Ich strich mit der flachen Hand über den trockenen Sand neben mir, Der warm war von der Sonne weiß und weich Und zeichnete mit den Fingerspitzen einen Muster hinein.

00:08:30: Da nahm ich eine handvoll Sand und ließ inzwischen meinen Fingern herausrennen.

00:08:35: Wie kann das sein, Mary?

00:08:36: Warum habe ich das Gefühl hier ganz und gar am richtigen Ort zu sein?

00:08:41: Ich bin hunderte Meilen von hier auf dem Land aufgewachsen.

00:08:44: Ich hatte nie mit der Meer zu tun!

00:08:46: Mein Zuhause, das ist Springdale unser kleines Haus, Der Obstgarten und die Pferdeviese, Der Wald hinter dem Zaun unterwegs hinunter zum Ufer des Erlgenir River.

00:08:55: Aber jetzt kommt es mir so vor als hätte ich immer schon hier sein sollen am Ozean Als wäre ich erst jetzt richtig angekommen.

00:09:04: Weil es so ist sagte Mary Alles Leben kommt aus der Meer.

00:09:08: Das da sie streckte die Arme aus.

00:09:11: Das ist der Ursprung von allem.

00:09:14: Wir Menschen tragen das Salz des Meeres noch immer in uns, in unserem Blut, unserem Schweiß und unseren Tränen.

00:09:20: Ich werde nie vergessen Mary wie du das damals gesagt hast.

00:09:24: Das war der Satz der mein Leben verändert hat.

00:09:27: Ja tatsächlich, wie gesagt hat Rachel Carson erst Literatur studiert.

00:09:31: Wie das damals wenn Frauen schon Studierten in den zwanziger Jahren dann vielleicht so was wie Literatur Und um Himmels will keine Naturwissenschaft Aber das Meer hat sie einfach nicht losgelassen.

00:09:41: Sie war immer fasziniert davon und hat dann eben angeregt von dieser Marry, die ihre Mentorin ist und ihrer Lehrerin am College war... ...eben hat sie zur Biologie gewechselt mit Schwerpunkt Ozeanologie weil sie einfach das Meer so sehr liebte Und genau das Meer in uns.

00:09:58: deshalb dieser Titel.

00:10:00: Das war halt der Urgedanke von Rachel Carson dass wir alle aus einem entstammen Die Natur kommt letztendlich aus dem Meer, dem Urmeer.

00:10:12: Und dieses Staunen was sie hier schon zeigt über das Meer und die Schönheit des Wassers und dieser ganzen Umgebung.

00:10:18: Diese Fähigkeit verliert sie nie, wird sie ihr Leben lang begleiten.

00:10:22: Was für ein besonderes Verhältnis Rachel Carson zur Natur hat, das zeigt die folgende Szene... Sie hat wie gesagt ein Stipendium und kann zum ersten Mal forschen mit anderen jungen Wissenschaftlern.

00:10:35: Und wir begleiten sie jetzt in das Herzstück des Instituts, das Labor in dem alle möglichen Glasbehälter stehen und Mikroskope am Tisch – und sie freut sich sehr daran darauf zu arbeiten!

00:10:48: Ich wurde dem Forschungsteam zugeteilt, dass sogenanntes Zooplankton erforschte winzige Krebstierchen kaum größer als der Durchmesser eines menschlichen Haares.

00:10:58: Es faszinierte mich, dass diese Organismen – obwohl mit dem bloßen Auge kaum sichtbar – unentbehrlich waren für das Leben in den Ozeanen.

00:11:07: Bildeten sie doch die Nahrungsgrundlage für viele Fische selbst für die größten Lebewesen der Welt die Wale!

00:11:14: Unsere Gruppe sollte herausfinden ob und wie sich unterschiedliche Wassertemperaturen auf das Plankton auswirkten aber ich hätte auch an jedem anderen Projekt mitgearbeitet.

00:11:25: Ich war einfach nur glücklich dazu zu gehören die unsere Gruppe leitete, wies mich am nächsten Morgen an meinem Arbeitsplatz ein.

00:11:34: Wir entnehmen regelmäßig Wasserproben aus dem Meer und analysieren den Inhalt.

00:11:38: Es ist wichtig dass du deine Beobachtungen genau protokollierst weil je präziser wir sind desto wertvoller sind unsere Daten.

00:11:45: aber das weißt Du ja Ich nickte Und sie reichte mir das Gefäß mit der Wasserprobe.

00:11:51: Meine Hände zitterten vor Anspannung als ich die Pipette nahm und einen winzigen Tropfen daraus auf die Mitte eines Glasplättchens treufelte.

00:12:00: Zum ersten Mal brauchte ich nicht mehr mit konservierter Materie zu arbeiten wie an der Universität, sondern konnte einen lebenden Organismus untersuchen.

00:12:09: Vorsichtig legte ich den Glasträger auf, schob das Ganze unter meinem Mikroskop und stellte es scharf bis das verschwommenen Objekt vor mir kristallklar wurde.

00:12:19: Der kleine filigrane Krebs dessen Körper vor mich ein wenig an einen Frosch erinnerte war durchsichtig wie Gläsern.

00:12:30: Sein Inneres wurde fast gänzlich von einer Blase ausgefüllt, darin bewegte sich etwas rhythmisch zuckend.

00:12:37: Tatsächlich dieses Wesen lebte!

00:12:39: Ich erkannte zwei schwarze Augen, zwei Fühler mit Tasthaaren, vier Gliedmaßen einen Schwanz der sich gabelte.

00:12:47: So klar so deutlich war das alles zu sehen, dass ich eher fürchtig den Atem anhielt.

00:12:55: in allen Details betrachten.

00:13:00: Was für ein Privileg!

00:13:02: Es war wunderschön, perfekt.

00:13:05: Obwohl es so winzig war, besaß es alles was zum Leben nötig war.

00:13:09: Da schlug an Herz kaum größer als eine Nadelspitze.

00:13:13: «Es ist so beeindruckend», flüsterte ich Mary zu die am Tisch neben mir stand.

00:13:18: Wie kann etwas so kleines so vollkommen sein?

00:13:21: Ist das nicht ein Wunder?

00:13:23: Nein, sagte Mary ohne den Blick von ihrem Mikroskop zu heben.

00:13:27: Das ist Biologie.

00:13:29: Wie konnte sie nur so gelassen bleiben?

00:13:31: Ich frage mich, was dieses winzige Tier da unten im Meer wohl gesehen haben mag.

00:13:35: und wie mag es sich anfühlen sein Leben lang in den Weiten des Ozeans zu schweben getrieben allein vom Strom der Wellen.

00:13:44: Jetzt sah Mary doch auf!

00:13:46: ich weiß es nicht und das macht auch keinen Unterschied.

00:13:49: mit einem nachsichtigen Lächeln fügte sie hinzu Du sollst dir nicht staunen, Ray.

00:13:53: Sondern dich lieber auf die Arbeit konzentrieren!

00:13:56: Ich dachte du hättest dich von deiner poetischen Schwärmerei

00:13:58: verabschiedet.".

00:14:00: Es klang neckend aber ich fühlte mich trotzdem ein wenig angegriffen.

00:14:04: Ja das hab' ich auch versicherte hier.

00:14:07: Als Wissenschaftlerin bin ich objektiv Aber geht es dir nicht so?

00:14:11: Hättest du nicht auch Lust einmal nur für einen kurzen Moment in der Gestalt eines solchen Tieres zu schlüpfen und zu spüren.

00:14:18: was ist da unten im Meer erlebt?

00:14:22: sah mich nur kopfschüttelnd an und widmete sich wieder ihrer Probe.

00:14:26: Bei diesem Gedanken verstand sie mich nicht, sie blickte rational auf ihre Arbeit – und natürlich tat ich das auch.

00:14:34: aber neben alle dem was ich im Labor beobachtete gewissenhaft dokumentierte und woraus ich nüchterne Schlussfolgerungen zog, neben alledem konnte ich nicht aufhören über die Schönheit und Vollkommenheit der Geschöpfe unserer Welt zu staunen!

00:14:48: Und sei es nur dieser mikroskopisch kleine Krebs Auch dieses unscheinbare Wesen, das kaum je ein Mensch zu Gesicht bekam war ein Teil des großen Ganzen.

00:14:59: Wie konnte man dafür keine Empathie empfinden?

00:15:03: Ja so hat sie gedacht.

00:15:04: also die ist da keineswegs nur nüchtern rangegangen sondern hat es wirklich für jedes Tier wie eben auch diesen witzigen Krebs einen Gespür gehabt und eine Art Liebe.

00:15:14: Man kann es nicht anders als nennen, sie hat wirklich ganz große Wertschätzung für die Natur und eben wissenschaftliche Expertise.

00:15:21: das war wirklich das Besondere an ihr als Forscherin und später auch als Autorin.

00:15:28: Das Leben in Woods Hole mit diesen anderen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kamen ihrer Vorstellung vom Paradies schon ziemlich nahe.

00:15:36: Sie hatte zum ersten Mal das Gefühl ich bin angekommen Nicht nur am Meer die geforscht haben im Labor.

00:15:43: Das war wirklich das, was sie unbedingt machen wollte, ihre große Leidenschaft und sie war sehr gut darin und ihr wurde auch eine Promotion angeboten.

00:15:50: aber Rachel Carcens Leben war leider von vielen Schicksalsschlägen geprägt und es folgte einer nämlich ihr Vater starb Und sie konnte nicht weiter studieren promovieren.

00:16:01: man muss dazu wissen Rachels Familie war wirklich arm also sie war die einzige die an die Uni erst im College und dann an die uni gehen konnte.

00:16:10: Und die Eltern haben wirklich alles Geld, was sie irgendwie entbeeren konnten.

00:16:12: Die haben ihre Grundstück verpfendet.

00:16:14: Die Mutter hat das Tafelsilber verkauft und Klavierunterricht gegeben damit diese Tochter, die wirklich etwas auf dem Kasten hatte studieren konnte.

00:16:22: aber in dem Moment wo halt der Vater ausfiel war das vorbei?

00:16:26: Und Rachel tut das, was Sie immer gemacht hat nicht nur in Bezug auf Ihre Familie eben später auch in Bezug auf die Umwelt.

00:16:32: Sie übernimmt Verantwortung gibt ihre Karriere, ihre Ambition in der Forschung auf und kümmert sich darum dass ihre Familie eine Ernährerin hat.

00:16:44: Sie nimmt den erstbesten Job an, den sie bekommen kann und dann noch so halbwegs etwas mit ihrem mit ihren Fähigkeiten und mit ihrem Interesse zu tun hat.

00:16:55: Und das ist ja im Grunde ein Job einer Schreibkraft in der US-Fischereibehörde, in Washington.

00:17:00: Sie ziehen dahin die ganze Familie.

00:17:02: Sie besorgt den Einhaus damit sie zusammen wohnen können.

00:17:07: Wie das in der Behörde ist?

00:17:09: Sie ist die einzige Frau im Grund und wie gesagt eigentlich eine bessere Schreibkraft.

00:17:14: Sie ist für das Magazin verantwortlich dass diese Behörden veröffentlicht ließ.

00:17:20: so ein bisschen Korrektur die wissenschaftlichen Forschung an ihrer männlichen Kollegen, denn Wissenschaft und Forschung waren der Behörde reine Männersache.

00:17:27: Es ist wie gesagt das Jahr neunundzwanzig beziehungsweise die frühen dreißiger.

00:17:32: da war das leider noch gang- und gäbe.

00:17:35: So aber wieder einmal gibt es einen Wende in Rachel's Leben und diesmal wieder zum besseren.

00:17:41: um was da passiert hören wir in dieser Textstelle.

00:17:45: Ich ging gerade die Texte für die nächste Ausgabe der Broschüre durch, als der Behördenchef Mr.

00:17:50: Higgins zu mir kam – ein stattlicher Herr in den besten Jahren mit dunklen schon leicht schütteren Haaren, einem ovalen Gesicht und einer randlosen Brille.

00:18:00: Miss Kassen können wir uns kurz unterhalten?

00:18:03: Ich nickte mit einem trockenen Gefühl im Hals.

00:18:05: er sah so ernst aus das ich mit dem Schlimmsten rechnete!

00:18:09: Unser Land befand sich seit Monaten in einer katastrophalen Wirtschaftskrise.

00:18:13: Der schwarze Donnerstag an der Börse hatte ein weltweites Beben ausgelöst, dessen Folgen noch immer zu spüren waren.

00:18:19: Überall machten reihenweise Geschäfte, Kleite – die Zahl der Arbeitslosen war ins Unermessliche gestiegen!

00:18:26: Ich sah sie jeden Morgen wenn ich vom Bahnhof her kam, die Bettler und Mittellosen, die auf dem Gehweg saßen unter meinen Job oder wenigstens in Almosen baden.

00:18:35: Manche hatten Schilder umgehängt, nehme jede Tätigkeit an…ich brauche Arbeit oder ich

00:18:40: verhungere.".

00:18:42: Verglichen mit diesen Leuten ging es mir gut, aber jetzt was wollte der Chef von mir?

00:18:47: Hoffentlich schließen sie die Fischereibehörde nicht.

00:18:50: Schoß es mir durch den Kopf!

00:18:51: Lieber Himmel, was mache ich wenn er mich

00:18:53: kündigt?!

00:18:54: Higgins ging quer durch den Raum und lehnte sich mit dem Rücken an die Fensterbank.

00:18:59: Sagen Sie, Miss Carsten, haben Sie schon einmal etwas von der Radioserie Abenteuer unter Wasser gehört?

00:19:05: Ich atmete auf – das hörte sich nicht wie ein Kündigungsgespräch

00:19:09: an.".

00:19:10: Ja, ich habe ab und zu mitbekommen wie die Kollegen darüber reden.

00:19:14: Und zwar wenig begeistert, wie ich den Eindruck hatte aber mir schien es im Moment ratsamer das für mich zu

00:19:19: behalten.".

00:19:21: Nun in dem Auftrag des Landwirtschaftsministeriums verbreiten wir jede Woche eine siebenminütige Sendung im Bildungsprogramm von CBS, erklärte Higgins.

00:19:29: Eine Sendung, die das Leben im Wasser zum Thema hat und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Biologie der Fische.

00:19:38: Dieser Radiosender ist zwar im ganzen Land zu empfangen und überaus beliebt, aber es hat sich herausgestellt dass unsere Rubrik Abenteuer unter Wasser nicht besonders viele Hörer hat.

00:19:49: Und das ist nun mal so... eräusperte sich als wolle ja eine leichte Verlegenheit überspielen.

00:19:55: In der Tat wird diese Sendung von uns ein wenig stiefmütterlich behandelt, was ja auch kein Wunder ist.

00:20:00: Denn leider haben wir da ich noch die anderen Herren unseres Amtes genügend Zeit um sich neben der wissenschaftlichen Arbeit eingehend mit dieser Rundfunksache zu befassen.

00:20:09: Deshalb habe ich beschlossen künftig sollen sie diese ehrenvolle Aufgabe übernehmen.

00:20:14: Miss Carsten Ich?

00:20:16: Eine Radiosendung!

00:20:17: Aber Sie können doch schreiben oder...?

00:20:19: Ihre Bekanntmachungen in den Fishing-News lesen sich immer so nett und wie gut sie die Forschungsberichte unserer Kollegen zusammenfassen.

00:20:26: Also schreiben Sie kleine Geschichten aus der Welt des Wassers, aus dem Leben der Fische – der Meeresvögel des Wattwurms meinetwegen was immer Ihnen in diesem Zusammenhang interessant erscheint!

00:20:37: Hier geht es lächelte jetzt offensichtlich erleichtert dass ich nicht sofort abgelehnt hatte.

00:20:43: Es gibt da eigentlich überhaupt keine Vorgaben bis auf die Dauer von sieben Minuten Nicht länger und nicht kürzer plus minus dreißig Sekunden.

00:20:50: Das entspricht etwa siebenhundertfünfzig Wörtern.

00:20:53: Hier sind die Skripte, die wir bisher veröffentlicht haben.

00:20:56: zur Anschauung Erreichte mir einen Ordner den er unter dem Arm getragen hatte.

00:21:01: und keine Sorge Sie brauchen selbst nicht ans Mikrofon zu treten!

00:21:05: Sie liefern nur die Texte ab.

00:21:07: Die werden im Studio von einem professionellen Sprecher eingelesen.

00:21:11: Jeden Donnerstagabend um fünf nach neun erfahren die Menschen in Amerika alles was rundum den Fisch wichtig ist.

00:21:17: Sie haben freie Hand mit Kassen.

00:21:20: Er sah mich aufmunternd an.

00:21:22: Seien sie kreativ, tauchen sie ein in die wunderbare Welt des Wassers!

00:21:26: Und als sich immer noch verblüfft schwieg, fügte er rasch hinzu – selbstverständlich erhöht sich durch diese Zusatzaufgabe auch ihr Wochenlohn.

00:21:34: Sagen wir, sechs Toler fünfzig?

00:21:37: Dieses Argument beseitigte jeden Zweifel.

00:21:40: Statt einer Doktorbeit am Ozeanologischen Forschungsinstitut von Woods Hole nun also Fischgeschichten bei CBS.

00:21:47: Das war okay, mit dem Zusatzgehalt würden wir Merrians Mädchen neue Schuhe kaufen können.

00:21:53: Die hatten sie bitter nötig!

00:21:56: Als ich wieder allein war durchblätterte ich die Skripte, die Mr Higgins mir gegeben hatte und konnte nur den Kopf schütteln.

00:22:03: Meine Herren Kollegen mochten hervorragende Biologen sein aber spannend erzählen konnten Sie nun wirklich nicht?

00:22:09: Die kleinen Geschichten über Fische und Fischerei, die sie für die Sendung verfasst hatten, bestanden zumeist aus akademischen Schachtelsätzen.

00:22:16: Und Fachbegriffen, die keiner verstand der nicht ein naturwissenschaftliches Universitätsstudium abgeschlossen hatte.

00:22:23: Andere Skripte waren absolut langweilig und lieblos geschrieben etwa so mitreißend wie die Lektüre eines Telefonbuchs.

00:22:32: Damit dachte ich – und klappte den Ordner zu – begeistert man niemandem für das Leben im Wasser!

00:22:37: Kein Wunder, dass kaum jemand diese Sendung hören wollte.

00:23:09: Was für ein Glück, sagte der eine.

00:23:11: Hat Higgins also tatsächlich jemanden gefunden, der sich freiwillig um diese dämliche Radiosache kümmert?

00:23:16: Oh Gott wie ich sie mal gehasst habe diesen Mist zu verfassen!

00:23:20: Ja es war doch immer eine lästige Unserbrechung unserer Arbeit, stimmt ihm der andere zu.

00:23:25: Gut bezahlten Fachleuten wie oben sollte nicht zugemutet werden Texte für Leinen zu schreiben.

00:23:29: Für sowas hab' ich nun wirklich meinen Abschluss an der Uni gemacht.

00:23:34: Vielleicht lag es an dieser Unterhaltung dass mein Eifer geweckt wurde.

00:23:38: Es ärgerte mich dass die Männer die Sache so verächtlich abtaten.

00:23:42: Was war verkehrt daran, den Leuten die Natur näher zu bringen?

00:23:46: Die Menschen staunen zu lassen über die verborgenen Wunder der Meere und Flüsse.

00:23:51: Wissenschaft war doch nicht nur etwas für Experten und schon gar nicht ein exklusives Betätigungsfeld für ältere Herren.

00:23:59: Zurück in meine Büro klappte ich die große Enzykloperdie der Fische auf!

00:24:04: Mit geschlossenen Augen ließ ich die Seiten an meinem Daumen entlang gleiten, dann schob ich einen Finger dazwischen und sah nach bei welchem Kapitel ich gelandet war.

00:24:14: Die Makrele lasse ich.

00:24:16: Lateinisch skombos kumbus – ein in Küstengewässern lebender Schwarmfisch.

00:24:22: Nun gut!

00:24:23: Ich legte das aufgeschlagene Buch auf meinen Tisch und spannte ein Blatt in die Schreibmaschine.

00:24:29: Die makrele also.

00:24:30: In der nächsten Woche würden die Radiohörer diesen Fisch lieben

00:24:34: lernen.".

00:24:36: Und das taten sie tatsächlich.

00:24:38: Wie sich das ungefähr anhörte, diese Radio-Geschichten die Rachel Carsten geschrieben hat, das klang ungefähr so... Scomba, die Makrele wurde im offenen Meer geboren etwa siebzig Meilen südöstlich der Westspitze von Long Island.

00:25:08: Ihr Leben begann als winzige Skügelchen kaum größer als ein Monensamen das in der Oberfläche des blassgrünen Wassers dahintrieb.

00:25:16: und doch würde aus diesem unscheinbaren Teilchen eine Makrelle werden – einen mächtiger stromlinienförmiger Fisch, der zusammen mit tausenden seiner Artgenossen die Ozeane durchwandern würde.

00:25:30: Tatsächlich war Rachel Carson sehr erfolgreich mit diesen Radiogeschichten.

00:25:33: Es ist zwar leider kein Skript über das Geblieben, den sie veröffentlicht hat und den Text, den ich hier zitiert habe mehr oder weniger, der stammt aus einem ihrer Bücher die sie danach geschrieben hat.

00:25:45: denn es wurden mit nicht nur durch diese Radiogeschichten Sie hat auch Essays für Zeitschrüsten geschrieben ein großer Verlag auf sie aufmerksam und hat gesagt dass ist doch wunderbar schreiben sie doch gleich ein ganzes Buch über das Leben am Ozean.

00:25:56: und man kann sich vorstellen Rachel Carson, die mal Literatur studiert hat war sehr glücklich, dass sie das machen konnte und hat gemerkt, dass Sie jetzt einfach das tun kann was sie wirklich immer schon geliebt hat.

00:26:08: Und dass eben die beiden Dinge Literatur- und Naturwissenschaften überhaupt kein Gegensatz sind.

00:26:13: Sie hat immer gedacht, sie müsste sich entscheiden entweder macht man Literatur oder man macht Wissenschaft.

00:26:18: und mit ihren Büchern über das Meer und angefangen in diesen Radiogeschichten hat sie gemerkt es ist eigentlich ein und dasselbe hat eben ein neues Verständnis von Wissenschaft.

00:26:28: Wir kennen mittlerweile populär Wissenschaften und wir wissen, dass solche Bücher sehr erfolgreich sein konnten.

00:26:33: aber zur Rachel Cassons Zeit war das noch nicht so.

00:26:37: also da wurde getrennt.

00:26:38: entweder gab es Wissenschaft für schlaue Leute oder Unterhaltung die einfach mal schnell was weglesen wollten.

00:26:44: Und sie war wirklich sehr einzigartig und wunderbar, die hatte eine ganz tolle Art zu schreiben, sehr poetisch und sehr fantasievoll dabei aber absolut akkurat wissenschaftlich einwandfrei.

00:26:55: da gab es nichts zu meckern.

00:26:59: Ja, ich glaube die Herren, die da so ein bisschen verächtlich über diese Geschichten gesprochen haben in der Behörde, haben sehr gestaunt.

00:27:04: Weil Rachel Bestzellautorin wurde mit diesen Büchern.

00:27:07: also sie hat drei Bücher über das Leben am Meer, über die Entstehung der Welt und über die Küsten des Ozeane geschrieben Und dass es alles so wunderbar zu lesen ist macht wirklich große Freude.

00:27:19: Es eine große Begabung Dass diese Frau wie gesagt nicht nur wissenschaftlich eins war sondern eben auch fast wie ein Roman Aber keineswegs kitschig, nicht so wie Bambi, dass plötzlich ein Tier anfängt zu sprechen.

00:27:32: Aber sie hat wirklich ... In der Szene im Labor ihrer Freundin Mary sagt, sie schlüpft einfach in die Haut dieser Tiere oder ins Schuppen und schildert einen Leben im Meer am Meer auch Seevögel.

00:27:47: Und das als gäbe es praktisch keine Menschen.

00:27:50: Das ist sehr beeindruckend!

00:27:50: Ich hab die natürlich alle gelesen damit ich sie verstehe und weiß was sie getan hat und war sehr, sehr beeindruckt davon.

00:27:58: So als Rachel Carson wird sehr erfolgreich mit ihren Büchern und kann sich ihren Traum erfüllen und kauft sich ein Haus am Meer an der Küste in der Nähe... also weitestens in den Nähe von Wurzhol an der Ostküste.

00:28:11: Und ich überspringe jetzt viele Jahrzehnte in meinem Roman, indem sie eben wie gesagt sehr erfolgreich ist mit ihren Bühnern und auch familiär und sonst wie eine Menge erlebt.

00:28:21: Inzwischen kommen wir jetzt zum Hauptthema meines Buches.

00:28:25: Es geht ja um die Geschichte, wie hat Rachel Carson das Stumme Frühling geschrieben?

00:28:30: Wie kam sie dazu?

00:28:32: in den Kriegszeiten der Zweite Weltkrieg?

00:28:34: Die Vierzigerjahre wurde ein Mittel sehr populär.

00:28:37: Das hat einen Schweizer Forscher erfunden und es ging an Insekten an Pflanzenschutzmittel beziehungsweise ein Pestizid, um Insekte zu vernichten, DDT, Dichloride, Fenyltri, Chloretan.

00:28:54: Das war sehr günstig, das war sehr schnell herzustellen und kompliziert.

00:29:00: Das war geruchlos und wie man dachte damals völlig ungefährlich bzw nur gefährlich für Mücken und andere kleine Insekten die der Mensch nicht haben möchte.

00:29:10: Und ja, dieses Mittel wurde einfach zu Hauf versprüht während des Weltkriegs.

00:29:15: Die US-Soldaten haben das in ihre Unterhosen und in ihre Hemden bekommen als sie im Dschungel gekämpft haben damit sie nicht von Mücken gestochen werden und keinen Malaria bekommen.

00:29:22: Es ist ja in der Tat ein Problem dieser Krankheit.

00:29:26: Aber Rachel Carson ist eine die sich fragt kann etwas was absolut giftig tödlich, ein Nervengift ist es für Insekten tatsächlich völlig ungefährlich für alle anderen Lebewesen dieser Welt sein.

00:29:40: Die Industrie und die Politik haben groß- und breit erklärt ja wohl, das ist ein Wundermittel weil es wirklich nur gegen Insekten hilft und ansonsten gar nichts.

00:29:49: Und um zu verstehen wie die Menschen mit diesem DDT damals umgegangen sind in den fünftiger Jahren, vom Flugzeug aus und vom LKW aus einfach versprüht über alles, weil sie eben gegen alle möglichen Insekten vorgegangen sind.

00:30:02: Damit gegen Fichtentrieb wie Klaulmen, Splintkäfer, Leusiflöhe also alles was den Menschen als Schädling oder Ungeziefer vorkam wurde damit umgebracht getötet.

00:30:14: genau Wie gesagt ist der einzelne Mensch der einen seinen Garten und seine Tomatenzucht auf der Terrasse hatte hat wenig Einspruch.

00:30:21: Möglichkeit weil es war eine von der Regierung angeordnete Kampagne, da kamen die Flugzeuge und sprühten halt wirklich über die Strände.

00:30:30: Über die Parks, über den Kinderspielplatz, über die Schulhöfe.

00:30:33: einfach mal wurde das DDT runtergeduscht weil man davon ausging weg mit den Mücken, weg mit dem Motten, weg von den Schädlingen Und es ist ja ansonsten ganz ungefährlich.

00:30:44: Wie das aussah habe ich in dieser nächsten Szene geschildert.

00:30:48: Da wurde ich so angeregt von einem Foto dass es tatsächlich gibt.

00:30:52: Und genau, da passiert folgendes.

00:30:55: Es ist inzwischen das Jahr nineteenhundert achtundfünfzig ein schöner Frühlingstag und Rachel Carson isst mit ihrem Großneffen der ist ungefähr fünf unterwegs in der nächsten Stadt um etwas einzukaufen.

00:31:08: Während wir die Geschäftsstraße entlangschländerten ging ich ihnen Gedanken noch einmal meine Liste durch Fahrband für die Schreibmaschine Batterien für die Taschenlampe dieses spezielles Shampoo für meine dünner werdenden Haare Neue Wanderschuhe for Roger.

00:31:21: Da blieb der Junge plötzlich stehen.

00:31:23: Was ist das, fragte er?

00:31:26: Ich sah auf.

00:31:27: Ein Lastwagen, der eine gewaltige weiße Wolke verbreitete, kam im Schritttempo die Straße hinuntergefahren.

00:31:34: Als er näher zu uns heran rollte, sah ich den großen Tank, der auf der Ladefläche stand und daneben einen Mann in Arbeitsoverall und Schirmkappe, der seine Sprühvorrichtung betätigte.

00:31:45: Wie es aussieht?

00:31:45: behandeln sie die Bäume neben der Fahrbahn, antwortete ich.

00:31:48: Komm lass'n's lieber ein Schritt zurückgehen!

00:31:51: Ich nahm den Jungen an die Hand, noch bevor uns das Sprühfahrzeug erreichte.

00:31:55: Aber wir konnten der weißen Wolke nicht entkommen!

00:31:58: Sie wälzte sich von der Fahrbahn über den kleinen Grünstreifen am Straßenrand und dem Gehweg bis in die offenen Türen der Geschäfte.

00:32:04: Für einen Moment wurden wir vom dichtem Nebel eingehüllt.

00:32:08: Er war kühl- und dampfig – roch aber nach nichts.

00:32:11: Augenblicklich erinnerte ich mich an die Sprühflugzeuge, die in den Sommermonaten weiterhin über den Himmel flogen um Pestizide herabregnen zu

00:32:19: lassen.".

00:32:20: Keine Sorge, Lady!

00:32:22: rief der Mann auf dem Wagen, dem mein skeptischer Blick offenbar nicht entgangen war.

00:32:26: Das ist nichts Gefährliches nur DDT gegen die Schädlinge.

00:32:31: Ein großes weißes Schild das an der Seite des Lastwagens befestigt war ließ keinen Zweifel – DDT leistungsstarkes Insektenvernichtungsmittel für Menschen harmlos.

00:32:42: Das, was man während des Krieges als chemisches Entlausungsmittel gefeiert hatte war inzwischen für die allgemeine Nutzung und den Hausgebrauch zugelassen worden.

00:32:50: Und niemand schien etwas darin auszusetzen zu haben!

00:32:54: In Zeitungsanzeigen, Radio- und Fernsehwerbespots wurde reichlich Reklame für das Produkt gemacht wie ein gewöhnliches Putzmittel – ich allerdings ließ die Finger davon.

00:33:04: Was machen Sie da?

00:33:05: erkundete sich Roger bei dem Mann auf dem Wagen.

00:33:08: Wir versprühen was gegen die Ulmenkäfer erklärte der Arbeiter bereitwillig.

00:33:13: Er musste laut sprechen, um das Dröhnen des Motors zu übertönen.

00:33:17: Die Viecher machen die Bäume am Straßenrand kaputt – sie verlieren alle Blätter wenn wir nicht aufpassen.

00:33:22: und das wollen wir doch nicht mein Junge oder?

00:33:23: Wir wollen ja auch im nächsten Sommer noch im Schatten der schönen Ulmen spazieren gehen und deshalb sprühen wir!

00:33:29: Also töten Sie die

00:33:31: Käfer?"

00:33:31: rief Roger und seine Augen weiteten sich erschrocken.

00:33:35: Naja Der Mann schob sich verlegen.

00:33:37: Grinn sind, die blaue Mütze aus der Stirn.

00:33:39: Die merken nichts davon!

00:33:41: Die schlafen plötzlich ein und dann fallen sie vom Baum.

00:33:44: Das tut den nicht

00:33:44: weh.".

00:33:46: Die letzten Worte riefe uns zu weil der Wagen schon weiter gefahren war unentwegt dicke weiße Wolken verströmend, die die Bäume am Straßenrand für ein paar Sekunden fast unsichtbar machten.

00:33:57: Als wir weiter gingen dorthin wo das Sprühfahrzeug hergekommen war Lagen tatsächlich überall winzige Käfer am Boden, kleine dunkle Punkte – die kaum einen halben Zentimeter Maßen.

00:34:07: aber auch ein paar Marienkäfer waren dabei.

00:34:09: Motten und andere Insekten, die der DDT-Nebel aus dem Laub gesprüht hatte.

00:34:14: Kaum eines der Krabbeltiere bewegte sich noch.

00:34:18: Wenig später schlenderten wir an den Regalen des Kaufhauses entlang.

00:34:22: Der Junge hatte Spaß daran durch die Gänge des großen Ladens zu streifen.

00:34:26: Vor allem bei den Spielwaren konnte er sich stundenlang aufhalten!

00:34:29: Ich hatte es nicht eilig und ließ ihn gewähren, während ich Ausschau nach meinem Haarschampoo hielt.

00:34:35: Vor einem Regal unweit der Spielzeugabteilung hielt ich inne.

00:34:39: Gleich neben den Shampoos- und Badesyphonen standen die Putzmittel Rinseau Soap Flash Floor Cleaner Johnson's Liquid Polishing Wax unterneben in hübschen bunten Verpackungen DDT für den Haushalt als Spray in Dosen oder als Pulfeinkartons.

00:34:56: Schützt vor Schädlingsbefall Stand darauf Für ein gesünderes und behagelicheres Zuhause oder fliegentot, einfach und sicher in der Anwendung.

00:35:06: Auf den Verpackungen waren glückliche Hausfrauen und lächelnde Babys zu sehen Und über dem Regal hing ein Banner mit dem Werbespruch Der als gesungener Slogan oft auch im Radio zu hören war Diditi is good for me.

00:35:19: Ich weiß nicht ob er genauso klang.

00:35:21: ich habe so viel geforscht aber ich hab ihn nicht gefunden.

00:35:22: Aber es gab tatsächlich diesen Spruch Als gesungenen Slogans Im radio In den fünftiger Jahren in Amerika.

00:35:29: Während ich das alles noch betrachtete, trat eine andere Kundin zu mir.

00:35:33: Eine junge Frau, die einen Kinderwagen schob, einen Einkaufskorb über den Arm gehängt.

00:35:38: Ich ging einen Schritt zur Seite um ihr Platz zu machen.

00:35:42: Ohne zu zögern griff sie ihn das Regal und nahm meine gelbe Spraydose mit weißem Deckel heraus.

00:35:47: Magic Mist stand darauf!

00:35:49: Zaubernäbel!

00:35:51: Sie lächelte mich an.

00:35:52: dann legte sie die Dose zu ihrem Einkaufskorb in ihren Einkaufscorp und schob den Kinderwagen weiter zum Regal mit der Babynarung.

00:35:59: Es schien alles so einfach.

00:36:01: DDT, das Wundermittel, dass so viele Probleme der Welt löste.

00:36:05: Ulmenkäfer, Fichtentriebwickler, Flöhe, Mückenmotten... Ich hasste es auch wenn ich einen Mottenloch in einem Wolkpulover entdeckte und wenn wir an diesen schönen warmen Sommerabenden auf der Veranda von lästigen Mückenheim gesucht wurden!

00:36:17: Und den tropischen Regionen bedeutete der Stich eines Malaria-Mosquitos tatsächlich Lebensgefahr.

00:36:23: aber konnte etwas, was für manche Insekten tödlich war Alle anderen Lebewesen wirklich absolut harmlos sein?

00:36:31: Und was bedeutet es eigentlich für das biologische Gleichgewicht, Mücken und Motten auf unserem Globus auszurotten.

00:36:39: In meinem Studium hatte ich gelernt dass jedes Wesen seine Berechtigung im Kreislauf der Natur hat – und sei es noch so unscheinbar!

00:36:47: Stand es dem Menschen zu die Schöpfung zu korrigieren weil ihm ein kleiner Bestandteil daran nicht passte?

00:36:54: Seitdem wir damals zum ersten Mal eines dieser Sprühflugzeuge beobachtet hatten hatte mich dieser Gedanke nicht mehr losgelassen.

00:37:03: Als wir vom Einkaufen zurückkamen, lag ein toter Spatz unter einem der Bäume am Straßenrand in mitten der vergifteten Käfe.

00:37:11: Roger lief hin und hockte sich neben das verendete Tier.

00:37:14: Traurig betrachtete er den kleinen Vogel, der mit offenem Schnabel- und gespreizten Krallen auf dem Gehweg lag.

00:37:21: »Warum ist er gestorben?« rief er und blickte erschrocken zu mir.

00:37:26: Vermutlich war er schon alt.

00:37:28: Alle Lebewesen sterben einmal, auch spazen!

00:37:30: Meist fliegen sie in ein Versteck wenn Sie spüren dass sie sterben.

00:37:33: aber manchmal geht's eben schnell und sie fallen vom Ast.

00:37:37: Aber es hat nichts mit dem Nebel von dem Lastwagen zu tun oder?

00:37:40: Der Mann hat ja gesagt das ist nur für die Käfer giftig.

00:37:45: Das hatte gesagt antwortete ich Und betrachtete das Insektenmassaker Dass das CDT Fahrzeug angerichtet hatte.

00:37:52: Es konnte tatsächlich ein Zufall sein, dass der Spatz in diesem Moment gestorben war.

00:37:57: Aber ganz sicher war ich mir nicht.

00:38:01: Rachel Carson

00:38:03: ist

00:38:05: nicht sehr begeistert, dass die Menschen so radikal mit der Natur umgehen aber sie will auch irgendwie jetzt nicht hysterisch werden.

00:38:16: Sie erhält aber bald Unterstützung.

00:38:20: nämlich bekommt sie einen Brief Und von einer gewissen Olga Owens-Huckins, den es tatsächlich gegeben hat.

00:38:26: Die hat einen Brief als ein Leserbrief, einen offenen Brief an mehrere Zeitungen geschrieben und schickt ihn eben auch an Rachel Carson die sie kennt als Autorin und große Liebende der Natur und berichtet von einem... Also diese Olga hat eine Vogelschutzwarte mit ihrem Mann an der Küste und hat nach diesem Einsatz der Sprühflugzeuge sehr viel tote Vögel auf dem Boden gefunden und hat gesagt das kann Irgendwie nicht mit rechtem Dingen zugehen, wir müssen etwas unternehmen.

00:38:51: Das kann nicht gut sein!

00:38:53: Und Rachel ist froh jemanden gefunden zu haben der das auch so kritisch sieht wie sie diese DDT-Kampagne und fährt zu dieser Olga Owens Huckins und besucht sie.

00:39:05: Es war ein Wammertag im Mai.

00:39:07: Wir tracken Zitrone Limonade auf ihrer Veranda von der man einen schönen Blick über ein weitläufiges Grundstück bis zum angrenzenden Wald hatte.

00:39:14: Der Garten war nicht besonders akkurat angelegt.

00:39:17: Statt gepflegter Blumenrabatten und gestützte Hecken gab es Obstbäume aller Art, üppig wachsende Sträucher und eine große ungemähte Wiese auf der Gänseblümchen, Löwenzahn, Margeriten- und Kleblüten.

00:39:29: Ein leichter Windhauch wehte den Salzgeruch des nahen Meeres

00:39:32: heran.".

00:39:32: — «Wunderschön!« sagte ich.

00:39:35: Olga Owens Hackins nickte – sie war eine liebenswürdige Frau Ende Fünfzig mit feinem klugen Gesicht und wachen Augen.

00:39:42: Wir verstanden uns auf Anieb.

00:39:45: Normalerweise sieht man hier immer irgendwelche Vögel in den Zweigenhüpfen, berichtete sie.

00:39:49: Sperlinge, Drosseln, Rotkirchen, Goldfinken, Blauheer!

00:39:53: Im Winter kommen Sie ganz nah ans Haus, wenn ich im Futterhäuschen Körner ausstreue und im Frühling... Ach Rachel, Sie wissen ja selbst wie wunderbar der Gesang der Vögle im Frühlings ist.

00:40:02: Aber nun?

00:40:03: Hören Sie mal, da ist nichts.

00:40:05: Kein Laut, kein Flüten.

00:40:07: Der Frühling ist stumm geworden als so

00:40:10: traurig.".

00:40:11: Ich weiß nicht, was diese Vögel versprüht haben.

00:40:13: Aber es hat meine Vögle umgebracht!

00:40:15: Es wurden immer weniger seit dem ersten Einsatz vor zwei Jahren und nachdem die Maschinen dieses Frühjahr tagelang über unserem Grundstück kreisten, sind sie alle weg?

00:40:25: Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen

00:40:27: oder?!

00:40:29: Sie schwieg und ich lauschte in die Stille des Gartens, die tatsächlich ein wenig gespenstisch weckte.

00:40:35: Kein Vogelswitch hatte, nirgendwo summte eine Biene.

00:40:39: Nur von fern war das Rauschen der Brandung zu hören.

00:40:41: und dann, es war wie eine Erleichterung.

00:40:44: Das schreien einer Möwe die sich vom Meer ernährte und mit ausgebreiteten Schwingen quer über den Garten dahin flog.

00:40:51: Ich erzählte Olga von unserer Begegnung mit dem Sprühfahrzeug und dem Totenspatz.

00:40:56: Ist es denkbar dass das Gift nur die kleinsten und schwächsten Vögel trifft?

00:41:00: fragte ich währenddich der Möwenachblickte.

00:41:03: Nein, so ist es nicht!

00:41:05: antwortete sie düster.

00:41:06: Nicht weit von ihr am Ufer des Merrimack River gibt es eine große Kolonie von Weißkopfseeadlern.

00:41:12: jedenfalls war's früher mal eine große kolonie.

00:41:14: im vorigen Jahr gab es keinen einzigen Jungvogel.

00:41:18: mein Mann und ich wir konnten uns nicht erklären weshalb denn wir sahen Sie brüten sowie immer und dann... ...sie brach ab.

00:41:25: was?

00:41:26: Was war passiert?

00:41:27: Kommen Sie Olga stand auf.

00:41:29: Wir fahren hin.

00:41:30: Es ist nicht weit Sie müssen das selbst sehen.

00:41:33: Ich verspürte einen unguten Druck im Magen, als ich mich zu ihr und ihre Mannin den Pick absetzte um mit ihnen zum Merrimack fuhr.

00:41:40: Was erwartete mich?

00:41:42: Olga und Ralf hatten mir nicht gesagt was die beiden dort beobachtet hatten.

00:41:45: waren etwa auch die Weißkopfsee-Adler betroffen?

00:41:48: unser Wappentier?

00:41:49: aber wie konnte das sein?

00:41:51: einer der größten und stärksten Vögel der Welt konnte doch unmöglich genauso empfindlich auf Pestizide reagieren.

00:41:56: wir ein kleiner Spatz Schweigen stammen wir kurz danach unter den Bäumen am Flussufe und warteten.

00:42:04: Es tat gut, ein paar Vogelstimmen aus dem Wald zu hören und das Klopfen eines Spechtes.

00:42:09: Bis hierhin war das Gift der Flugzeuge also noch nicht gekommen, dachte ich erleichtert.

00:42:13: Es klatschte neben uns, weil einer Lachs aus dem Wasser sprang – und für den Bruchteil eine Sekunde blitzten die silbrigen Schuppen des Fisches im Sonnenlicht!

00:42:21: In diesem Moment raunte Olga da!

00:42:24: Da hinten kommt einer!

00:42:26: Ich sah auf und hielt die Luft an.

00:42:28: Zuerst war nur die Silhouette eines großen Vogels am Himmel zu sehen.

00:42:32: Mit ausgestreckten Schwingen schwebt er hoch über dem Flussläufer ran, reglos.

00:42:36: Ein Schwarzerfabstrich vor blassem Blau, dann ein Flügelschlag und im Sinkflug kam er näher!

00:42:43: Ich nahm das Fernglas vor die Augen.

00:42:45: Vor dem dichten Grün der Uferbewaldung verlor ich den Adler für einen Moment aus dem Blick?

00:42:49: Dann hatte ich ihn wiedergefunden.

00:42:51: Er kannte deutlich den weißen Kopf mit dem harkenförmigen gelben Schnabel und dem weißen breit gefächerten Schwanz.

00:42:58: Knapp über der Wasseroberfläche flog er jetzt dahin Scheinbar ziellos.

00:43:02: Plötzlich schnellten seine Beine nach vorn, die Spitzen durchartig gekrümmten Krallen weit aufgespreizt um dann blitzartig ins Wasser zu stoßen.

00:43:12: Als die Füße des Vogels wieder auftauchten, umklammerten sie einen Fisch und hoben ihn heraus.

00:43:17: Es war ein riesiger Lachs der einige Kilo schwer sein mochte Und sich in den Glauben des Greifogels wandte.

00:43:24: Für ein paar Sekunden schien es, als würde das Gewicht des gewaltigen Fisches den Vogel herabziehen.

00:43:30: Er schlug mit den Schwingen und schaffte es aber nicht gleich sich von der Wasseroberfläche abzuheben.

00:43:34: Immer wieder sagte er ab – doch dann endlich gelang es!

00:43:38: Der Adler stieg auf.

00:43:39: Mit federnden Flügelschlägen schraubte er sich allmählich höher und höher in einem weiten Bogenflurke über die Flussbiegung, die zuckende Beute noch immer fest zwischen den Krallen und verschwand schließlich hinter den Wipfeln der Bäume.

00:43:53: Was für ein wunderschönes Tier entfuhr es mir!

00:43:56: Olga nickte nur.

00:43:58: Seit mehr als zwanzig Jahren fahren wir fast jede Woche hier raus, zu allen Tageszeiten bei jedem Wetter um diese wunderbaren Adler zu beobachten und unsere Sichtung zu dokumentieren aber es werden immer weniger.

00:44:08: Wir machen uns Sorgen dass wir eines Tages vergeblich herkommen werden.

00:44:13: Warum sind sie so selten geworden?

00:44:14: fragte ich.

00:44:15: Sind die Sprühflugzeuge etwa auch hier geflogen?

00:44:18: Eigentlich sind die Tiere doch viel zu groß als das ihnen die Pestizide schaden könnten.

00:44:23: Außerdem fressen sie doch gar keine Insekten.

00:44:26: Wie sollten Sie mit DDT in Berührung kommen?

00:44:29: Wir wissen nicht, was es ist, sagte Ralf, aber irgendwas stimmt nicht mit den Vögeln.

00:44:33: Kommen Sie Rachel, wir gehen noch ein Stück!

00:44:37: Ich folgte den beiden durch überwüchsigen Wald und gestrip weiter am Ufer entlang bis sie erneut stehen blieben.

00:44:43: Olga wies nach oben.

00:44:45: auf einem hohen etwas abseits stehenden Baum war ein gewaltiger Adlerhorst zu sehen.

00:44:50: Ich schätzte den Durchmesser des Nestes auf fast zwei Meter, ein dichtes, strupiges Geflächter aus Ästen, Zweigen und Moos das mehrere hundert Kilo schwer sein mochte.

00:44:59: Seit Jahren brütet hier einen Seeadlerpaar, flüsterte Olga – und ich reckte den Kopf um besser sehen zu können!

00:45:06: Tatsächlich hobten zwei der Tiere im Horst ab und zu ragt ihrer weißen Schwanzspitzen über den Nestrand.

00:45:13: Es sieht so aus als brüteten sie jetzt auch wieder?

00:45:16: Nein, antwortete Olga.

00:45:18: Ihre Stimme klang verbittert.

00:45:20: Das tun sie nicht, die Jungen sind tot und wenn die Zwei da oben noch so oft Eier legen und brüten, Sie werden keine Nachkommen in die Welt setzen!

00:45:27: Aber warum nicht?

00:45:28: Verstimmt nicht mit den

00:45:29: Adlern?!

00:45:30: Wir haben dafür keine Erklärung.

00:45:33: Sehen sich das an Rachel.

00:45:35: Ralf führte mich vorsichtig ein paar Schritte näher an dem Baum heran bis wir direkt unter dem Nest standen.

00:45:40: Ich blickte auf die Stelle zwischen den Wurzeln und Gräsern auf die er zeigte.

00:45:44: Es lagen etliche weiße Eierschalen auf der Erde, dazwischen winzige Vogelknochen.

00:45:48: Drei kleine Schnäbel konnte ich noch erkennen!

00:45:51: Was ist das?

00:45:52: flüsterte ich erschrocken.

00:45:55: Die Adler-Eltern müssen die Eier aus dem Nest gestoßen haben Alle drei Nicht aus Versehen sondern weil etwas nicht in Ordnung war.

00:46:02: Die Küken hatten keine Chance Sehen sie.

00:46:05: Er bückte sich und nahm vorsichtig eines der größeren Stücke Eierscharle auf und reichte es mir.

00:46:11: Es zerbröselte augenblicklich zwischen meinen Fingern.

00:46:14: Ich sah bestürzt auf.

00:46:16: Die Schale müsste doch viel dicker sein, aber die hier – noch einmal betrachtete ich die weißen Krümel in meiner Hand – ist ja hauchdünn!

00:46:25: Ja, das ist das Problem.

00:46:27: Die Eier gehen kaputt noch während die Eltern brüten.

00:46:29: Sie scheinen unter dem Gewicht der Vögel zu zerbrechen.

00:46:32: Ein befreundeter Ornithologe aus North Carolina hat mir von den gleichen Beobachtungen erzählt.

00:46:37: Es betrifft auch andere Adlerarten.

00:46:40: Es gibt überall weniger Greifvögel als früher Erklärte Olga, als wir kurz nach dem Krieg mit der Arbeit in unserer Vogelschutzwarte anfingen lebten die Weißkopfseheradler hin noch zu Dutzenden so selbstverständlich wie Lachse im Flussschwammen.

00:46:53: Und jetzt finden wir nur noch diese zwei da oben!

00:46:58: Ich ging in die Knie und trob ein weiteres Stück Eierschale vom Boden auf – so behutsam dass es nicht zerbrach.

00:47:04: Dazu einen der wenigen Knochen, die von den unausgebrüteten Adler-Küken übrig geblieben waren.

00:47:09: Den Knoche schub ich in meine Jattentasche Die Schale verstaut ich vorsichtig in einer ausgelehrten Streichholzschachtel, die Lalf mir reichte.

00:47:17: Ich möchte das in einem Labor untersuchen lassen", erklärte ich ernst.

00:47:20: Es kann kein Zufall sein, dass das Kükensterben gleichzeitig mit den Pestizidflügen einsetzte, Adler fressen Fische und auch andere Vögel.

00:47:29: über ihre Beute könnte das DDT auch in ihren Körpern angekommen sein und hat offenbar verheerende Folgen für ihre Fruchtbarkeit.

00:47:36: Vielleicht findet sich eine Spur der Chemikalie in den Knochen oder in den Eierschalen?

00:47:43: Schweigen gingen wir zurück.

00:47:44: Es war so bewegend gewesen, den prächtigen Adler auf der Jagd zu beobachten und dann umso erschütternder die zerstörten Vogelajer zu sehen.

00:47:53: Als

00:47:54: Olga und ihr Mann den Pfad zur Straße einschlugen blieb ich noch einen Moment am Ufer stehen.

00:47:59: Ich komme gleich nach, sagte ich.

00:48:01: Ich wollte das noch einmal alles in mich aufnehmen – den Anblick des ruhig dahinströmenden Flusses, des leise Gurgeln des Wassers, des undurchdringliche Grün des Waldes den dumpfen Moskeruch, der mich umgab.

00:48:15: Wie schön es hier war!

00:48:17: Malerisch, still, friedlich.

00:48:20: die Illusion einer heilen Welt.

00:48:22: ein laut gelendes Kieh-Kiehh-KIEH ließ mich herumfahren.

00:48:28: Der Adler war zurück.

00:48:29: Er saß jetzt ganz in manner Nähe auf dem abgestorbenen Ast im höchsten Wipfel eines großen Baumes.

00:48:36: wie stolz und majestätisches aussah das Wappentier Amerikas.

00:48:39: ich konnte meinen Blick nicht abwenden.

00:48:42: Dieses schöne Tier durfte nicht aussterben.

00:48:45: Das Rufen des Atlas verstummte, reglos hockte er nun auf seinem Posten alle Aufmerksamkeit auf das Wasser gerichtet.

00:48:52: Kein Fisch der sich der Oberfläche des Flusses näherte würde seinem scharfen Blick entgehen.

00:48:58: Nur dann und wann drehte der Vogel den Kopf und einmal war es mir als sehr ermitt direkt in die Augen!

00:49:04: Ich hielt ihn Atem an.

00:49:06: Zwei Wesen, die für einen Moment allein auf der Welt zu seinen Schienen dachte ich gemeinsam in der freien unberührten Natur so schön und urwüchsig wie seit Jahrtausenden.

00:49:17: Und doch waren die Spuren des sogenannten menschlichen Fortschritts bis hierhin an diesen einsamen Ort in der Wildnis gekommen, sie waren mit den Augen nicht zu erkennen, nichts zu hören, nicht zu riechen vermutlich nicht einmal zu schmecken!

00:49:32: Doch Sie waren hier dessen war ich mir sicher, wie immer Sie hergekommen waren – und Sie würden auch diesem Adler vielleicht einem der Letzten seiner Art eines Tages zum Verhängnis werden, sofern niemand etwas dagegen unternahm.

00:49:47: Und das tut Rachel Carson natürlich!

00:49:50: Sie hat wirklich die Eier untersuchen lassen und es war natürlich DDT nachzuweisen in diesen Eierschalen.

00:49:57: Tatsächlich ist der Seeadler der schöne große Weißkopfsee-Adler fast ausgestorben in den Sechzigern Jahren und es ist mit auch Rachel Carson und ihrem Buch Der Stumme Frühling, indem sie eben All das, was sie in der nächsten Zeit heraus recherchieren wird.

00:50:11: Veröffentlicht.

00:50:12: auch diesen Buch ist es zu verdanken dass irgendwann eine Kehrtwende In der Politik und in der Gesellschaft einkehrte Und dass man halt begann es anders zu sehen mit den Pestiziden und einfach ein bisschen sehr viel vorsichtiger damit umging Wobei das Thema wissen wir alle hat sich viele Jahre, viele Jahrzehnte danach noch nicht ganz erledigt.

00:50:39: Es wird immer noch reichlich über Pestizide diskutiert und die Folgen für die Umwelt und die Landwirtschaft.

00:50:45: Ja wie Rachel kämpft was sie alles erlebt und was sie eben noch hin führt zu ihrem Engagement für unsere Natur das habe ich in diesem Roman aufgeschrieben.

00:50:55: Vielen Dank!

00:51:16: Ja liebe Vergraf vielen herzlichen Dank für die Lesung und für die Präsentation des Buches.

00:51:24: Sie haben ja schon öfter das Buch der Stumme Frühling erwähnt, dass es auch in der Stapelothek gibt zum Ausleihen.

00:51:33: Jetzt wieder neu aufgelegt, da steht dabei der Öko-Klassiker.

00:51:41: Ja die Rachel Kassen hat viel bewegt und sie ist eine ganz besondere Frau muss man ja sagen.

00:51:51: was macht sie für Sie so besonders?

00:51:55: Was mich am meisten beeindruckt, ist ihre Stehaufmännchenqualität.

00:51:59: Wie gesagt, ich kenne keinen Menschen oder mehr selten jemanden begegnet der so viel... Schicksalsschläge, so viel Todesfälle in der Familie hat.

00:52:06: Der soviel auch in ihrer Karriere, in ihrer beruflichen Laufbahn so viel Widerstand erleben musste und sie hat sich immer wieder aufgerappelt und hat sich nicht unterkriegen lassen Auch als sie dann eben ihr klar war Sie muss etwas gegen DDT anschreiben.

00:52:20: Damals gab es noch nicht so viele Möglichkeiten wie es heute gibt im Post bei Social Media Und kann man viel Aufmerksamkeit erreichen.

00:52:27: einen Sachbuch geschrieben, wirklich jahrelange recherchiert ganz akribisch bis sie alle Belege und Beweise zusammen hatte für die Gefährlichkeit von DDT.

00:52:35: Und es war eben sehr viel mehr noch als das.

00:52:38: also so ganz unbewusst war dass der Industrie offenbar nicht, dass ist keineswegs so harmlos wie man immer propagiert hat.

00:52:45: Das beeindruckende war einfach wie sie aufgestanden ist gegen diese Milliarden schwere Industrie Kleine, ich sag's wirklich weil sie war ungefähr einsfünfzig.

00:52:55: Einsfünfundfünfzig ist so ein ganz kleines schmales Persönchen die den Mut genommen hat einfach dahin zu gehen und sagen Leute so geht das nicht ihr macht unsere Welt kaputt.

00:53:02: ihr habt Verantwortung denkt bitte weiter.

00:53:04: also sie hat nie gesagt um Himmelswählen nicht einen Tropfen DDT versprühen.

00:53:08: aber sie hat gesagt ihr dürft dieses Zeug dass es so giftig ist nicht sinnlos in der welt rumsprühen und vor allem im Kaufhaus jeder ohne Ahnung zu haben, was das eigentlich ist.

00:53:18: Die Leute die Frauen haben das in die Kinder wägen und in die Kleiderschränke gesprüht gegen Motten.

00:53:21: Das kann sich heute nicht mehr vorstellen weil inzwischen weiß mal wie gefährlich das ist.

00:53:26: aber wie gesagt dieser Mut und diese Unerschrockenheit und diese Freundlichkeit auch immer dabei.

00:53:31: also sie ist auch nie gastig geworden.

00:53:32: Sie wusste einfach ich habe da eine Mission Ich muss das machen.

00:53:35: sie hat ganz ruhig und besonnen Was ihr auch sehr viel Sympathie eingebracht habt Da ist sie dagegen angetreten.

00:53:41: Also das finde ich schon stark starke Frau

00:53:44: zumal man sich hervorstellen muss, diese Recherchen die sie gemacht hat.

00:53:50: Die konnte nicht einfach auf einen Computer zurückgreifen und schnell alles heraus suchen.

00:53:56: das war ja Kleinstarbeit oder?

00:53:58: Sie hat in verschiedenen Zeitungen immer wieder nachgelesen und hat ganz kleine Artikel gefunden wo wieder ein Bauer geschrieben hat dass seine Kühe umgefallen sind wieder woanders das tote Fische zu Hauf auf Flüssen trieben.

00:54:17: Also sie hat es dann zusammengefasst und diese Erkenntnis dann ins Buch gebracht.

00:54:27: Genau, jedes für sich dieser Gitter-Zwischenfallen ist vielleicht gar nicht auffallend gewesen.

00:54:33: man muss dazu wissen Das hat sie nämlich auch herausbekommen, dass die Flugzeuge, die wie gesagt jahrelang zuhauf den ganzen Frühlingsommer dadurch die Lande geflogen sind.

00:54:44: Dass die Piloten keineswegs irgendwie pro Stunde bezahlt wurden oder Tagessatz, die wurden wirklich bezahlt für die Tonnen DDT, die Sie ausgesprüht haben.

00:54:53: Deshalb kann man sich natürlich denken... Die haben ja gedacht ist es nicht giftig?

00:54:57: also hau weg das Zeug!

00:54:59: Das erklärt natürlich, warum da die Vögel in der Vogelschutzfahrt alle vom Baum gefallen sind.

00:55:03: Wenn da einfach so massiv dieses Nervengift?

00:55:06: wie gesagt und Rachel Carsten war klar... Die Biologin möge mir verzeihen, wenn ich ein bisschen für allgemeinere... Ein Nerven Gift das wirkt Nervenzellen sind bei einer Mücke oder einem größeren Tier nicht dasselbe aber schon funktionieren irgendwie ähnlich.

00:55:19: Und ein Nerven-Gift, das eine kleine Nervencelle der Mücke lahm legt oder das Armitier den Nervenbahner ständig feuern lässt Das ist eine Frage der Masse, die man zu sich nimmt.

00:55:30: Dann hat es auch natürlich Folgen für andere Lebewesen.

00:55:34: Es ist absolut richtig und ich komme jetzt so von der naturwissenschaftlichen Seite und weiß eigentlich gar nicht wo ich anfangen soll.

00:55:42: Sie haben so viele Themen jetzt vorgelesen Wo ich einhaken möchte?

00:55:46: Und ich möchte eigentlich also mein Ansinnen ist das Forschung und Wissenschaft und vor allem die Regeln nach denen Wissenschaft funktioniert, dass die bekannt werden.

00:55:58: Das verstanden wird als Forschung Zeit braucht.

00:56:01: Sie haben eine Zeile, die ich jetzt gern zitieren würde und da ganz kurz was dazu sagen möchte.

00:56:08: Ich springe zurück wieder zum Beginn des Buches Die Mary sagt zu Rachel Wir nehmen regelmäßig Wasserbuben aus dem Meer, protokollieren die Beobachtungen genau.

00:56:19: je präziser desto besser Und das ist die Grundlage für Forschung.

00:56:25: Behaupten kann jeder was, das wissen wir, das kennen wir aus den Medien.

00:56:31: aber ohne Beweise sind Behauptungen wertlos.

00:56:34: wie funktioniert Forschung?

00:56:35: Wie beweist Forschung eine wissenschaftliche Arbeit läuft eigentlich immer nach dem gleichen Schema ab und zwar auch Fächer übergreifen, also auch im geisteswissenschaftlichen Bereich.

00:56:48: Ich spreche jetzt vom biologischen Bereich weil ich Biologin bin und die Abteilung Forschung in der Innatura leiten darf.

00:56:56: Es beginnt immer mit einer These, also mit einer Behauptung.

00:57:00: Die Behauptungen soll dann untersucht werden.

00:57:04: Also entweder mit versuchen wie jetzt zum Beispiel in meiner Arbeit Ich war im Labor und habe eine Grünalge untersucht.

00:57:11: Also es braucht einen Versuchsaufbau, eine Methodik.

00:57:16: Behauptung?

00:57:17: Methodik?

00:57:18: Dann kommen die Versuche viele, viele, vielen, dann kommen die Ergebnisse.

00:57:23: Dann werden die Ergebnisse interpretiert und diskutiert und erst dann kommt die Zusammenfassung und dann kommen natürlich ganz viele Literaturhinweise.

00:57:33: woher habe ich denn mein Wissen?

00:57:38: Warum ist es so wichtig, dass das immer das gleiche Schema ist?

00:57:41: Nur Forschungsergebnisse, die reproduzierbar sind.

00:57:47: Sind wirklich Ergebnisse.

00:57:48: Das heißt wenn ich jetzt eine Arbeit nehme... Ich sehe den Versuchsaufbau und ich mache den Versuch genauso Und komme dann zu den gleichen oder ähnlichen Ergebnissen.

00:58:01: Dann sind die Ergebnisse reproduzierbar.

00:58:06: Warum so viele Ergebnisse?

00:58:08: Weil dann die Statistik mit reinkommt.

00:58:10: Es gibt immer wieder Fehlversuche, es gibt immer weiter andere Ergebnisse und dann muss man wieder schauen passen die dazu?

00:58:18: und auch ein Nichtergebnis ist ein Ergebnis.

00:58:21: also auch wenn eine These DTT ist giftig das ist eine These die muss ich jetzt beweisen.

00:58:28: Also auch wenn sich rausgestellt hätte, ist doch nicht giftig.

00:58:32: Dann ist es auch ein Ergebnis.

00:58:34: Wichtig ist nur die Wiederholbarkeit, die Reproduzierbarkeit und weil das alles so lang dauert braucht Forschung einfach Zeit.

00:58:45: Das möchte ich hier in den Raum stellen Weil es in unserer schnelllebigen Zeit wird oft gefordert Ja das müssen doch die Wissenschaft sind alle Menschen Die Wissenschaft muss das schneller machen.

00:58:59: Aber Forschung, wirklich richtige Wissenschaft braucht einfach Zeit.

00:59:07: Und das haben sie ganz gut dargestellt oder sehr schön dargestellt mit diesem je präziser desto besser.

00:59:14: Das ist die Grundlage jeglicher Wissenschaft und Forschung Ob es jetzt Biologie ist oder andere Wissenschaften.

00:59:22: Wir brauchen Zeit und gute Nerven.

00:59:26: Rachel hatte das Glück, viele Kontakte durch ihre Autoruntätigkeit zu haben in verschiedenen Universitäten und Forschenden, die sie unterstützt haben.

00:59:35: Sie weiß nicht die Einzige, die DT kritisch gesehen hat aber sie war die Erste soweit ich weiss, die wirklich damit an die Öffentlichkeit gegangen ist.

00:59:43: Und sie hat ganz eben akribisch... Sie hat nicht alles selbst untersucht, aber diese Forschungsergebnisse zusammengetragen und verglichen und gegenübergestellt und hat sehr lange daran gearbeitet.

00:59:52: Ihre Herausforderung war natürlich dass auch noch kurz, sie musste jetzt zwei Dinge leisten.

00:59:57: Sie musste einmal exakt arbeiten, sie durfte sich ja nicht angreifbar machen.

01:00:01: es musste wirklich alles stimmen was über DDT sagte und das ist hier der stumme Frühling ist schon Wissenschaft ein wissenschaftliches Buch aber zum anderen muss es natürlich auch irgendwie lesbar sein.

01:00:11: die wollte an Publikum haben möglichst viele Leute damit erreichen.

01:00:13: sie wollte den Menschen sagen Ja, DDT passt mal auf.

01:00:16: Guck mal genau hin was es eigentlich ist und das war immer so.

01:00:19: ihre Herausforderung einfach unterhaltsam im Sinne von lesbar ansprechend zu schreiben aber sich nicht angreifbar zu machen nicht zu verallgemeinern.

01:00:26: also wow Hutab hat sie wirklich toll hingekriegt.

01:00:30: Das sprechen Sie wieder etwas ganz ganz ganz wichtiges an was uns von der Intattura unheimlich am Herzen liegt Wissenschaftskommunikation Sich wirklich Forschung zugänglich machen Forschung zu vermitteln eine Sprache zu wählen, die wirklich jeder verstehen kann.

01:00:46: Dafür haben wir einige Formate entwickelt auch dieses Format und andere Formate wo Wissenschaft aus erster Hand weitergegeben wird aber ohne möglichst viel Fachkinesisch ohne Verschachtelte sie beschreiben es ja so gut ohne diese verschachtelten Sätze sondern einfach und klar.

01:01:05: Aber das was auch die Rachel gekonnt hat fachlich korrekt Das ist Und im besten Fall noch unterhaltsam.

01:01:14: Das ist das Beste.

01:01:15: und auf der Suche nach Referenten zum Beispiel für unser innertorer Science Café stoße ich immer wieder auf hervorragende Wissenschaftler, aber die können nicht reden!

01:01:27: Es ist wirklich schwierig da jemandem zu finden, der fachlich wirklich gut ist und der es aber auch wirklich rüberbringen kann... ...und er nicht diesen Nimbus hat von dem sie ja auch schreiben.

01:01:39: diese Herren Die sich darüber mokieren, ja gut die Frauen, jetzt macht sie ihre Radiosendung.

01:01:45: Soll sie spielen gehen?

01:01:47: Das ist Kunst!

01:01:48: Das ist richtig hohe Kunst Dinge wirklich so rüber zu bringen dass sie spannend sind und fachlich richtig.

01:01:54: Also da schlägt mein Herz dafür Und wir sehen das auch.

01:01:59: Ihr Buch Wissenschaftspodcasts Rundrum überall fordert die Gesellschaft genau das ein.

01:02:07: Der Mensch will verstehen Aber bitte so, dass es auch verständlich ist.

01:02:16: Das Buch ist ein wunderbares Beispiel dafür.

01:02:19: Mich würde noch interessieren wie sind sie denn auf die Rachel Carson gestoßen?

01:02:26: Weil ich ja zu Beginn gesagt habe jetzt so Themen, die sich nicht mehr loslassen... War das ein Zufall, dass Sie was gelesen haben?

01:02:34: Ja

01:02:34: tatsächlich.

01:02:35: Also meinen Fokus und noch ein bisschen auszuholen ich freie eben historische Romane Und mein Schwerpunkt liegt immer auf starke Frauen.

01:02:41: Ich habe die ersten Geschichten, die ich geschrieben habe.

01:02:43: da hab' ich fiktive Figuren gehabt.

01:02:45: Das ging mit einer Elbend Kriegsromanen los.

01:02:49: Da habe ich so ein bisschen die Geschichte meiner Mutter und meiner Großmutter im Hinterkopf gehabt, die aus Ostpreußen kamen.

01:02:54: Viele von ihnen werden wissen was es damit auf sich hat.

01:02:56: Die ehemaligen deutschen Gebiete im Osten, die dann im Krieg geräumt werden mussten.

01:03:00: Die Flucht über das Eis sind wirklich schlimme Geschichten.

01:03:03: Die mussten von einem Tag auf den anderen alles zurücklassen und einfach nur fort vor den anrückenden russischen Truppen.

01:03:10: Das muss man eigentlich weitergeben, dass es unsere Familiengeschichte.

01:03:13: meine Eltern und Großelben haben offen darüber gesprochen über all die schlimmen Dinge, die passiert sind.

01:03:17: Und so kam ich darauf in historischen Romanen zu schreiben und dann da habe ich die Frauenfiguren erfunden – das ist keine von den Figuren, die ich beschrieben habe in den Romanen jetzt tatsächlich im Verwandter von mir aber….

01:03:28: Es geht ein bisschen in die Richtung!

01:03:32: Drei, vier Romane geschrieben über die Kriegs- nach Kriegszeit.

01:03:36: Und während ich so recherchiert habe was Neues tauchte hier plötzlich Rachel Carson bzw der Stumme Frühling auf und ich hatte von dem Buch gehört vor drei, vier Jahren als ich damit angefangen habe.

01:03:47: Ich wusste es hat Anfang des sechziger Jahre einen Buch namens Der Stummes Frühling gegeben in dem vor dem waren sie sehr witzigen Pestizidgebrauch gewarnt wurde das eben damit die Insekten oder auch die Vögel ausgerottet werden könnten was eben dann bedeutet dass unser Frühlingssturm wird.

01:04:02: Was ich nicht wusste war, dass es von einer Frau geschrieben wurde.

01:04:05: Und ich hab gedacht Donnerwetter, das wusste ich ja gar nicht.

01:04:07: und dann habe ich geschaut was war denn das für eine?

01:04:09: Und hab einfach ganz ... weil Wikipedia ans Klassische angefangen ein bisschen etwas zu lesen.

01:04:13: und dann hab' ich gedacht, was ist für eine unfassbare Geschichte!

01:04:17: Weil wenn man wie gesagt

01:04:19: liest,

01:04:20: was diese Frau alles erlebt hat, was sie geleistet hat... und dann haben natürlich mir ihre Bücher besorgt und auch ein bisschen umfangreichere Biografien über sie aus den USA habe ich da angefangen zu recherchieren, weil ich unbedingt alles über sie wissen wollte.

01:04:34: Und dann hatte ich mein Konvolut an Informationen und musste mich ein bisschen beschränken um das in eine Romanform.

01:04:41: Das soll ja eben auch unterhaltsam sein und nicht langweilig und muss immer wieder spannende Kipppunkte haben wo man den Atem ein bisschen anhält und denkt wie geht es denn jetzt weiter?

01:04:51: Insofern ist das ein anderes Buch als ich bisher geschrieben habe.

01:04:53: aber diese Frau hat mich sofort fasziniert war einfach nur erstaunt, dass es noch gar kein Roman über die gibt.

01:05:00: Weil es gibt ja so viele Romanbiografien über tolle Frauen des zwanzigsten Jahrhunderts und die gehört unbedingt dazu, die Rachel.

01:05:07: So war

01:05:07: das!

01:05:08: Sie hatten ja jetzt am Schluss erwähnt, dass sich das erst ein Stück weit wieder holt auch mit dem Stummenverrückling.

01:05:20: Es gibt ja sozusagen diese neuen Erkenntnisse auch mit dem Insektensterben, wenn man überlegt hat.

01:05:28: Wenn wir früher mit dem Auto gefahren sind, hundert Kilometer die Windschildscheibe war voll mit truten Insekte.

01:05:37: Wenn man jetzt fährt einer oder zwei vielleicht das heißt irgendwas scheint sich dazu wiederholen.

01:05:44: und jetzt die Frage an dich Herr Nette Was beobachtet ihr dort in der Innatura?

01:05:51: oder was für Erkenntnisse habt ihr in der Innatura?

01:05:55: Ja, also wir haben den Auftrag vom Land Vorarlberg die Natur vorarlbergs zu erforschen.

01:06:04: Das heißt, wir machen Grundlagenforschung in der innatura.

01:06:08: Man kann das so übersetzen Wir wollen wissen was wo in Vorarlberg in der natur vorkommt.

01:06:13: und es läuft kommen jetzt von den Insekten zu den Vögeln, aber Vögel haben mit Insektern zu tun.

01:06:19: Viele Vögl essen Insekte, füttern ihre Brut mit Insekten und deswegen springe ich jetzt von dem Insekter zu den vögeln.

01:06:27: Es läuft seit vielen Jahren, seit neunundzwanzig Jahren das Brutvogel Monitoring vor Albergs.

01:06:35: Brut Vogel Monitorings heißt es wird also geschaut wie sich die Bestände Der Vögel, die hier bei uns Brüten verändern.

01:06:43: Wir sind ungefähr hundert Vogelarten, die da angeschaut werden und zwar regelmäßig, ein paar Mal im Jahr.

01:06:53: viele Jahre lang gehen da Freiwillige in Vorarlbergs ins Zweiunddreißig-Freiwillige diese Zählstrecken entlang.

01:07:00: wir haben vorher kurz drüber reden können Und gehen die Strecke entlang und notieren welche Vögl hör ich?

01:07:08: Welche Vögle kann ich sehen Und notieren das dann.

01:07:11: Diese ganzen Daten werden zusammengefasst und werden dann statistisch ausgewertet, was hat man gesehen?

01:07:17: Und jetzt komme ich zu deinem Thema mit der Windschutzscheibe.

01:07:20: Ja es gab einen massiven Einbruch Mit der Intensivierung der Landwirtschaft auch mit der Bodenversiegelung.

01:07:28: Bestände von Vögeln sind ganz wie soll ich sagen Es gibt ganz viele ökologische Faktoren und auch von der Ökologie schreiben sie ja sehr viel in ihrem Buch Ökologische Faktoren, die auf Vogelbestände einwirken.

01:07:43: Das Nahrungsangebot, die Insekten zum Beispiel oder auch die Witterung etc.

01:07:48: Also hat man geschaut wie schaut es aus mit den Bootvogelbeständen bei uns in Vorarlberg?

01:07:55: Die sind massiv eingeschunken mit der Intensivierung der Landwirtschaft.

01:07:59: aber und das ist jetzt das Gute!

01:08:03: Die Kurve flacht ab also es ging rasant runter dann warbert es so hin und her.

01:08:08: Das ist normal, dass Bestände mal weniger und mehr werden.

01:08:11: So ist die Natur nicht linear.

01:08:14: Und wenn man aber das Ganze berechnet und statistisch klettert Dann schaut es aus, dass die Kurve abflacht.

01:08:24: Also die Abnahme der Bestände wird wesentlich weniger.

01:08:29: Einen Aufwärtsdrehen sehen wir noch nicht.

01:08:31: Wir hoffen natürlich An was liegt's?

01:08:35: Es liegt daran dass auch in ganz Österreich und auch in Vorarlberg Landwirte die ökologisch arbeiten Förderungen erhalten.

01:08:47: Entweder sie düngen weniger oder sie verwenden keine Insektizide- oder Pestizide.

01:08:53: Also es gibt da einige wirklich wichtige Maßnahmen, die die Landwirten machen.

01:08:59: Die kriegen dann auch Förderung dafür.

01:09:02: Und um zu schauen ob diese ob diese Maßnahmen in der Landwirtschaft greifen, gibt es jetzt einen Berechnungsfaktor.

01:09:12: Man hat gesagt okay, jetzt schauen wir mal die Vögel an, die vor allem in der landwirtschaft vorkommen also von diesen hundert Arten nehmen wie vier und zwanzig.

01:09:21: Elf davon habe ich heute mitgebracht, die sind da auf dem Tisch.

01:09:25: Vierundzwanzig die vor einem im landwirtschaftlichen Bereich in der Kulturlandschaft vorkomen.

01:09:30: Und da schauen wir jetzt an wie sich die Bestände bei diesen Arten verhalten.

01:09:36: eine Berechnung sehr kompliziert, Statistik bla bla bla muss man gar nicht genau darauf eingehen.

01:09:41: Und dann kommt ein Index raus und den nennen wir Farmland also Landwirtschaft Bird Index.

01:09:48: Auch da ist es so dass dieser Index am Anfang sehr stark nach unten geht.

01:09:53: Also wenn der Index nach unten gehen heißt Bestände nehmen ab die Maßnahmen greifen.

01:09:57: nicht war am Anfang so und jetzt flacht die Kurve genauso ab.

01:10:03: das heisst diese diese Maßnahmen Die ökologisch wertvollen Maßnahmen, die Landwirtschaft oder viele Landwirte mittlerweile machen greifen.

01:10:15: Natürlich gibt es immer noch ganz massive intensive Landwirtschaft mit früher auch DTT-Einsatz.

01:10:21: DTT ist in Österreich erst twohneinzehnundzweihneunzig verboten worden.

01:10:25: Also Schweden war da das erste Land, das war hundert neunzehnneunzebzig.

01:10:31: dann folgten andere Länder aber in Österreich was sehr sehr spät Und das hängt natürlich noch nach.

01:10:37: Also solche Dinge, die wirken über viele Jahre in der Biologie noch nach bis sich das Ganze dann wieder einpendelt.

01:10:44: Aber und das ist die gute Nachricht Wir sind auf einem guten Weg.

01:10:48: So Anette du hast erzählt Du hast ein paar Gäste mitgebracht.

01:10:56: Kannst du vielleicht zu dem einen oder anderen Ein bisschen was erzählen?

01:11:00: Dann nehme ich doch gleich eins her.

01:11:02: also Ich habe jetzt da zum Beispiel Die Feldlärche.

01:11:06: Die Feldlerche war, die lebt auch in Kulturlandschaft, legt ihre Eier auf dem Boden und macht so einen ganz charakteristischen Steigflug also schraubt sich hoch bis hundert Meter sink dabei und lässt sich dann wieder runterfallen.

01:11:21: das hat man früher überall gesehen auf den Feldern Und das ist die große Verliererin.

01:11:28: Sie hat ganz massiv in ihren Beständen abgenommen Und erholt sich hoffentlich bald, also da kann man zum Beispiel ihren Farmland Bird Index berechnen und sagen, die schaut schlecht aus.

01:11:41: Die Fertigleiche!

01:11:43: Dann haben wir aber Vögel, die in Ihren Beständen gleich geblieben sind.

01:11:49: Zum Beispiel hier eine Dorngrasmücke.

01:11:53: Grasmücke hat mit Mücken nichts zu tun, kommt vom Hochdeutschen Wort es Mücke das heißt durchs Gebüsch Schlüpfen und da weiß man dann auch schon, wo die Irenester nämlich hinlegt.

01:12:06: Dorngrasmücke also in Hecken, in Gebüschern an Feldern, an offenen Landschaften und zwar in Dornenbüsche.

01:12:14: so knapp über den Boden brütet die das sind die Bestände relativ gleich geblieben.

01:12:21: Und jetzt kommt das Allerschönste.

01:12:24: Jetzt muss ich da rüber gehen.

01:12:26: Das Rebhuhn Kennen wir auch aus vielen Märchen, das ist ein Rebhund.

01:12:33: Das braucht diese offenen Flächen.

01:12:36: Das liebt offene Felder... ...liebt aber auch Kartoffelfelder oder Srübenfelder wo sich des Rebhuhn unter den großen Blättern verstecken kann Brütet aber im offenen Bereich Also Maisfelder wird einen Rebhun nie zu Brüten verwenden.

01:12:55: Thema Hackschnitzel und so weiter oder Biogas einladen, das wollte ich sagen.

01:13:01: Aber durch diese offenen Landschaften und auch durch die Streifen, die immer wieder gelassen werden, die brachen in die sich so einen Rebhund auch zur Deckung zurückzieht, durch dieses Abwenden von den ganz monotonen großen Feldern – das sehen wir in der Landwirtschaft, es wird also immer kleiner, Gott sei Dank!

01:13:24: natürlich neben ganz intensiven bewirtschafteten Flächen, aber auf diesen anderen wieder renaturierten Flächen nehmen die Bestände zu.

01:13:33: Also eine Gewinnerin, ein Gewinner dieser landwirtschaftlichen Maßnahmen, die in Vorarlberg umgesetzt werden?

01:13:43: Das weiß ich nicht!

01:13:44: Da müsste ich jetzt nachschauen.

01:13:46: da bin ich jetzt überfragt.

01:13:47: Bevor ich irgendwas Blödsinnig sage, nicht behaupten kann jeder was Ich muss es ja beweisen können Das weiß ich nicht, kann ich nicht sagen.

01:13:53: Und hier gibt es eben noch viele andere Vögel, wir nennen sie auch die Little Brownies.

01:13:58: jetzt der Turmfalke ist natürlich ein Klein.

01:14:01: das sind so Vögeln, die man ganz ganz ganz schwer erkennen kann.

01:14:05: einen Eisvogel kann jeder erkennen super einfach.

01:14:08: aber so diese braunen Dinger da muss man dann schon wirklich genau hinschauen.

01:14:12: und die Briten die ja wahnsinnige Ornithologen sind die nennen die also gern the little brownies.

01:14:19: Wenn ihr Lust habt könnt ihr gerne nach dem die Veranstaltung dann beendet haben, noch gerne mal schauen und vielleicht kann ich das auch nur der andere dazu noch erzählen.

01:14:29: Hast du auch eine Drossel dabei?

01:14:31: Ja!

01:14:33: Wo ist sie?

01:14:34: Da ist sie.

01:14:35: Eine Wacholderdrossel habe ich dabei.

01:14:37: Das ist eine WachOLDERDROSSEL mit der Amsel verwandt.

01:14:40: aber du wolltest was sagen Naja... Ich hab deswegen gefragt weil wir auch zwei Damen hier haben vom Verein Die Drossel.

01:14:50: Deswegen habe ich gefragt, ob du eine Menge Trussell dabei hast.

01:14:54: Und ja man kann natürlich auch euch zwei dann auch fragen über eurem Verein denke ich.

01:15:02: Ja?

01:15:04: Frau Graf noch noch eine Frage.

01:15:08: die Rachel Carson hat es nicht leicht in ihrem Leben.

01:15:13: Sie haben das erzählt einfach ja verschiedene trage für Ereignisse der Todesvaters, dann nimmt sie die ihre Schwester auf und kümmert sich auch nach deren Tod um die Nichten.

01:15:32: Sie selber wird ja dann auch krank.

01:15:35: Schlussendlich!

01:15:37: Und sie gibt aber den Kampf nie auf gegen diese ... Ja man muss es fast so sagen, diese Männer in den weißen Kitteln Weil immer, wenn die aufgetreten sind aus der Chemiebranche dann traten sie in diesen weißen Kitteln auf und wurden sozusagen ... Die Göttin Weiß?

01:15:58: So

01:15:58: ungefähr.

01:15:59: Genau ganz bewusst so.

01:16:00: Sie ist halt die Amateurin sozusagen an den Augen der Männer und sie waren mit dem dicken Hornbülle und dem Kittelwesen.

01:16:08: Die Profis wirklich auch im Fernsehen und so.

01:16:11: das

01:16:12: kommt ein ganz komisches vor.

01:16:13: Das heißt, sie musste sich immer wahnsinnig beweisen durch ihr Ton, durch das was sie geschrieben hat und was sie gesprochen hat.

01:16:24: Sie musste eigentlich

01:16:27: immer angelesen... Irgendwann habe ich es auch geschrieben und gesagt, in irgendwelchen Dokumenten hat sie das auch gesagt.

01:16:33: Dass man als Frau, wenn man dasselbe leistet wie ein Mann oder dass er verdienen will oder die selber Anerkennung haben möchte, wie anmann muss man mindestens doppelt so viel machen.

01:16:40: Ich weiß nicht ob das schon völlig anders ist inzwischen aber bei ihr war's auf jeden Fall so.

01:16:45: Also dieser Roman hat verschiedene Aspekte eben ihren Kampf gegen DDT ihre familiäre Situation Eine Geschichte der Rolle der Frau, wie sie in der Wissenschaft im Beruflichen, in der Gesellschaft gesehen wird.

01:16:58: Im Journalismus und all die Bereiche, die Rachel Carson angeht.

01:17:02: Insofern deshalb ist es eine sehr facettenreiche Figur als Roman aber im Leben natürlich auch.

01:17:08: Aber das Tolle ist... In gewisser Weise muss sie nichts beweisen, weil sie ganz authentisch war.

01:17:14: Sie war so und sie hat nichts übertrieben.

01:17:16: Sie hatte einfach ihre Missionen, sie hat das ganz ruhig dargestellt.

01:17:19: Sie hat es nicht aufregen lassen die ist wirklich angegangen worden.

01:17:22: also sie ist beleidigt worden sie hat nie geheiratet.

01:17:25: Und in einer Talkshow... Also in meinem Roman dieses lass ich's eine Talkshow sein.

01:17:31: Tatsächlich war es glaube ich ein Zeitungsartikel.

01:17:33: Die wurde angegangen.

01:17:34: ja hier sie alte Jungfrau was wollen sie denn von Fortpflanzung hier wissen oder so?

01:17:38: Also unglaublich!

01:17:41: Also, und dann ist sie trotzdem ruhig geblieben und hat nicht zurückgeschlagen.

01:17:44: Sondern ganz cool ihre Dinge erzählt in jeder Hinsicht beeindruckt.

01:17:55: Ich finde es erschreckend dass oder andersherum ich muss jetzt andersrum anfangen wie ich studiert habe.

01:18:02: das war also ich bin ja ganz sechsundsechzig ich hab angefangen zu studieren nineteenhundertfünfundachtzig lang vor internet und so weiter Und wir waren aber damals in der biologie schon halb Männer, halb Frauen.

01:18:17: Ich glaube da sticht auch die Biologie ein bisschen raus.

01:18:21: aber die Professoren das waren Männer

01:18:24: Das ist immer noch, das Problem ist ja immer noch.

01:18:27: Ich glaube in Biologie ist eines der wenigen Naturwissenschaftlichen Fächer wo mindestens, ich glaube inzwischen sogar mehr Frauen sind als Männer oder zumindest anfangen das zu studieren.

01:18:35: aber wir wissen hier hören man die Karriereleiter hinaufsteigt.

01:18:38: komischerweise putzeln da oder bleiben sie auf der Strecke viele Frauen aus unterschiedlichen Gründen.

01:18:43: Die Karrieren der Wissenschaft verlangt natürlich viel von einem und es ist nicht immer kombatibel mit der Familie was auch viele Frauen zukommt und insofern fehlt es dann da oben die Weiblichkeit gelegentlich.

01:18:58: Da möchte ich jetzt eine, wie sagt man Lanze brechen?

01:19:02: Eine Lanze Brechen für die Inertura.

01:19:04: wirklich Wir sind dort viele Frauen unsere Direktorin ist eine Frau Und bei uns gibt's keinen Equipay Day.

01:19:14: Sondern bei uns ist es wirklich so dass egal ob du jetzt Mann bist oder Frau nach deiner Leistung nach deiner Stellenbeschreibung bezahlt wird.

01:19:25: Und das Thema weißer Mantel, da möchte ich kurz eine Anekdote dazu erzählen.

01:19:31: Wir hatten ja kürzlich ein großes Citizen Science-Projekt wo es auch um Mäuse ging die die Katzen heimbringen.

01:19:39: Also die Mäuser wurden zu uns gebracht und ich musste dann die Mäusse kathologisieren und jede einzelne Maus fotografieren usw.

01:19:46: Ich habe mir einfach mal den Spaß gemacht und hab einen weißen Labormantel angezogen und bin von meinem Büro hinzu durch die ganzen Gänge zu dem Kühlschrank.

01:19:56: Er glaubt es gar nicht, da würde dann geschaut... Oh!

01:20:01: Einmal habe ich den Mantel auch aus Spaß aufgelassen damit er möglichst weit und breit wird.

01:20:06: Man wird völlig anders von den Besuchern betrachtet vollkommen Und das macht auch was mit einem Ich sag's ganz ehrlich mir hat das richtig Spaß gemacht Weiße Mäntel!

01:20:21: Gibt es von Ihnen aus dem Publikum noch eine Frage?

01:20:42: Also ich bin

01:20:54: keine Wissenschaftlerin, sondern nur Autoren.

01:20:56: Insofern kann ich mich jetzt in Sachfragen... Also sie hat das war auch eine der Fragen von Rachel, was passiert eben wenn das im Boden ist?

01:21:11: Was passiert mit der Milch unserer Kühe.

01:21:13: Wenn die Gras fressen wo es drauf geregnet ist... ...was ist mit unserem Grundwasser?

01:21:18: also feststeht dass sich dieses Fettlöslichtes lagert sich schon in den Zellen ab in den Fettsälen im Körper.

01:21:24: wie lang also schon ne ganze Weile wurden durchaus Krebserkrankungen festgestellt.

01:21:32: Was die Natur angeht, den Boden und so kann ich leider gar nicht sagen aber es steht fest im Körper lagert das sich an ja.

01:21:39: Aber wie lange bin ich auch überfragt?

01:21:58: Da kann ich tatsächlich jetzt zum Beispiel nur von unserer Sammlung reden.

01:22:06: Wir haben eine naturkundliche Sammlung, die ist außerhalb von der dem Ausstellungsgebäude und da sind eben ungefähr um die ja kann man sagen um die Hundertfünfzig Tausend Objekte in der Sammlungen.

01:22:22: Und ihr könnt euch vorstellen so Thermoplastik hat früher gesagt ausgestopfte Tiere.

01:22:28: das dürfen wir aber nicht sagen weil es ist eine echte Kunst sie nicht ausgestopt sondern da ist also was egal.

01:22:34: auf alle Fälle In eine Sammlung dürfen keine Schädlinge.

01:22:38: Sonst haben wir den Museumskäfer, der heißt wirklich so... Also wir müssen ein Schädlingsmonitoring machen und da weiß ich dass zum Beispiel so eine Art Chrysanthemen-Inhaltstoff versprüht wird von unserer Kammerjägerin die kommt Und das ist pflanzlicher Pflanzliche Pflantzlicher Stoff Der auch gegen Schädlingen wirkt schädlich ist.

01:23:06: Also wir müssen Schädlingsbekämpfung machen, auch im Museum.

01:23:11: diese ganzen Präparate die man angreifen darf, die werden im Nullkoma nix zerfressen von Motten und allem drum und dran ohne geht es nicht.

01:23:19: aber ich kenne zum Beispiel so ein größer Thema in Stoff wie der genau heißt bin jetzt tatsächlich auch überfragt.

01:23:24: Aber es gibt pflanzliche Stoffe für die Insekten die sie zumindest abwehren.

01:23:40: Also wer Fragen hat, ich bin ja noch hier.

01:23:42: Kann gerne noch im Vatschauer

01:23:43: zu mir kommen.

01:23:44: Die Mitte kann man natürlich auch gerne fragen und auch wie ihr nette gesagt habt die Gäste auch noch begutachten.

01:23:51: Hinweisen möchte ich auf dem Büchertisch.

01:23:54: Anna von Rabunzel sitzt hinten, hat natürlich den Roman in uns der Ozean dabei aber auch vom anderen Bücher dabei.

01:24:06: Wenn Wunsch nach Signieren ist,

01:24:09: dann

01:24:09: wird das erfüllt.

01:24:11: Ansonsten lade ich Sie noch ein bisschen was zu trinken, ein bisschen etwas zu knappern.

01:24:18: allen anderen die schon nach Hause gehen wollen oder müssen wünsche ich noch einen ganz schönen Abend.

01:24:23: kommen sie gut nachhause und schauen Sie gerne wieder vorbei vielen Dank.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.