Dinge neu denken - Vortrag mit Michael Hunklinger: Wir werden nicht verschwinden
Shownotes
Wie Minderheiten dem Rechtsruck trotzen. Wir sind mittendrin im Rechtsruck. Die Gesellschaft steht unter Spannung. Das betrifft vor allem Minderheiten wie Migrant:innen, die LGBTQ+ Community, Persons of Colour, Menschen mit Behinderung.
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00:00:04: Willkommen zur Audiaufzeichnung eines Vortrags in der Stadtbibli Dektambien.
00:00:11: Tauchen Sie ein entspannende Themen und lassen sie sich inspirieren!
00:00:17: Viel Spaß beim Zuhören!
00:00:25: Herzlich willkommen zum heutigen Abend im Rahmen der Veranstaltungsreihe Dinge neu denken, schön dass Sie hier sind.
00:00:33: wir freuen uns auch Herrn Michael Hunklinger bei uns begrüßen zu dürfen, schön das Sie hier.
00:00:41: Er ist Politikwissenschaftler, Autor und Journalist.
00:00:44: Und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Fragen von Demokratie, politischer Teilhabe und dem erstarken Richter Bewegungen in Europa.
00:00:55: Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Demokratie, wie Politik sowie Fragen sozialer Gerichtigkeit und der Rolle von Diversität im Politik- und Gesellschaft.
00:01:06: Er arbeitet in zahlreichen internationalen Projekten die sich mit Repräsentation und politischer Partizipation von marginalisierten Bürgerinnen befassen.
00:01:16: Er war an Universitäten in Deutschland, den USA und den Niederlanden tätig.
00:01:21: Und ist derzeit Senior Scientist am Department für Europapolitik und Demokratieforschung der Universität Grems.
00:01:31: Neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen und Beiträgen auf Konferenzen tritt er als Experte zu LGBTQ Plus-Themen in verschiedenen Medien auf unter anderem im ORF, WDR, HR und bei NTV.
00:01:47: In seinem Buch Wir werden nicht verschwinden wie Minderheiten dem Rechtsruck trotzen richtet Michael Hunklinger den Blick auf Gruppen die im aktuellen politischen Klima zunehmend Unterdruck geraten.
00:02:02: Für die Mehrheitsbevölkerung ist Rechtspopulismus eine abstrakte Gefahr Für Minderheiten ist er dagegen eine äußerst reale und existenzielle Gefahr.
00:02:13: Wie konnte es so weit kommen?
00:02:15: Und was bedeuten die aktuellen Entwicklungen konkret für Minderheit in Europa?
00:02:22: Auf diese Fragen und noch mehr wird der Hunklinger gleich eingehen, anschließend am Vortrag kann man gerne Fragen stellen und ich bin schon sehr gespannt und übergebe das Wort.
00:02:33: Danke schön!
00:02:34: Vielen Dank für die Einladung.
00:02:40: Also vielen Dank für die Einladung.
00:02:42: Ich freue mich sehr, dass ich es bis nach Vorarlberg geschafft habe.
00:02:46: jetzt, also ich hab jetzt sehr viele Veranstaltungen gemacht in und um den Raum Wien natürlich und krems sich, arbeite in Niederösterreich aber das ist immer schön wenn man andere Teile von Österreich sieht.
00:02:54: Also vielen dank für die einladung!
00:02:57: Dass ich heute da bin hat mit einem bestimmten Datum zu tun und zwar mit dem neunundzwanzigsten September.
00:03:03: zwei tausend vierund zwanzig.
00:03:05: Jetzt möchten sich manche vielleicht fragen wie hängt das eigentlich mit Heute zusammen?
00:03:10: Aber der neunzwanzigste September war der Tag der letzten Nationalarztwahl.
00:03:15: Und zwar war es eine Zensur insofern, als dass die FPÖ das erste Mal in der zweiten Republik stärkste Kraft geworden ist.
00:03:23: Also natürlich gab's Schwarz-Blau also sie war schon in der Regierung aber sie waren noch nie erster und das ist was wirklich für Österreich dann doch ein etwas sehr ungewöhnliches war wenn man zum Beispiel in andere Länder schaut In Frankreich war es ähnlich, dass die Rechtspopulisten die stärkste Kraft sind.
00:03:40: Aber auch Italien und Deutschland, wenn man an Ostdeutschland denkt.
00:03:43: In Ostdeutland sind sehr viele Wahlen dieses Jahr also da wird diese Tendenz einfach sehr stark in diese Richtung gehen.
00:03:49: nichtsdestotrotz schaut unsere Regierung ja jetzt anders aus aber das ist natürlich etwas was nicht so vorgegeben waren.
00:03:58: An diesem neunundzwanzigsten September also eigentlich am dreißigsten an dem Montag danach habe ich zufällig einen Termin bei meinem Verlag gehabt bei dem ich vorher schon ein Buch veröffentlicht habe, eher ein Sachbuch das so ein bisschen erklären über dieses Thema Queer und wie das alles geht.
00:04:13: Warum was das bedeutet irgendwie spricht?
00:04:15: Und dann war ich mit meinem Verleger eben im Gespräch.
00:04:22: Gestern hat mich wahnsinnig aufgeregt, weil das für mich wirklich eventuell also nicht nur beruflich schwierig wird.
00:04:29: Weil natürlich die Themen zu denen ich vorstelle hier wirklich eingeschränkt werden.
00:04:33: Man schaut in den USA wo wirklich Fördergelder gekürzt werden aber auch ganz persönlich auf mein Leben das Auswirkungen hat.
00:04:39: Ich habe aber am gleichen Abend mit einigen meiner Familienmitglieder telefoniert, ja schon schlimm, aber es wird schon gut gehen.
00:04:49: und wenn dann lass sie doch mal regieren.
00:04:52: Und das ist was, was mich einfach wahnsinnig irgendwie beschäftigt hat.
00:04:56: Diese Ambivalenz genau wie es in der Einführung angesprochen worden ist.
00:05:00: eben für manche Menschen ist es halt einfach ja okay dann regieren mal die rechten Parteien und für andere Menschen aber macht dies wirklich ein Unterschied im Alltag.
00:05:08: Wirklich kommen auf die Straße gehen kann ich mich irgendwie im Diskurs beteiligen und kann nicht einfach Teil der Gesellschaft sein.
00:05:14: Und das hat dann eben zu diesem Buch geführt, weil mein Verleger ungefähr ähnliche Erfahrungen gemacht hat.
00:05:20: Dann haben wir gesagt, gut, dann machen wir dieses Buch.
00:05:22: und ich bin sehr froh, dass wir das gemacht haben, weil auch wenn jetzt Schwarz-Blau nicht gekommen ist es ist ja quasi die Gefahr ist nicht vorbei würde ich sagen.
00:05:32: Und zwar trotzdem ist es so... Ich habe ein paar Zeitungsartikel aus internationalen Presse mitgebracht, die auf dieses Ereignis reagiert haben wie die Zeitschaft in diese Zinsur Wo es einfach darum geht, ja in Österreich passiert irgendwas.
00:05:46: Also wir waren natürlich schon Trendsetter mit Stichwort Heider in den neunziger, zweitausender Jahren wo der Rechtspopulismus sehr stark war.
00:05:55: aber sie hat noch eine andere Qualität vor allem auch weil es im Transnational ist also einfach in sehr vielen verschiedenen Ländern stattfindet.
00:06:02: Und was wir einfach merken, wenn Rechtsextremer regieren, Stichwort Ungarn oder Polen dann hat das ganz konkrete Einschränkungen für das öffentliche Leben auch zur Folge.
00:06:12: Das Buch zum Beispiel könnte in Ungarn nicht so frei verkauft werden.
00:06:16: Es müsste verpackt werden und es dürfte nur quasi unter der Ladentheke verkauft wird.
00:06:21: Jetzt sind aber da keine Bilder drin oder irgendwelche anstößigen Sachen sondern es geht einfach nur um die Themen Diskriminierung, Diversität Queer-Minderheitenschutz.
00:06:33: Das ist quasi fällt den Ungarn aktuell unter ein Gesetz, das die öffentliche Sittlichkeit irgendwie beschützen möchte.
00:06:40: Das heißt dieses Buch kann man so einen Ungarn nicht kaufen, abgesehen davon dass es auf Deutsch ist natürlich.
00:06:46: Aber wenn Sie auch denken an im letzten Jahr die Pride Parade, also die große Demonstration für LGBTQ Plus-Rechte in Budapest ist verboten worden.
00:06:56: In Ungarn – sie hat dann trotzdem stattgefunden weil einfach so viele Menschen hingegangen sind dass auch der Orban sagt naja gut dann lass uns mal nicht darauf ankommen jetzt einen Konflikt irgendwie zu riskieren.
00:07:08: aber wir merken ganz konkret Ich habe noch einen Stichwort USA, ich habe in den USA länger gelebt und viele meiner Kolleginnen und Kollegen dort merken ganz ehrlich wie diese Trump-Regierung sich auf den Alltag aussah.
00:07:22: Zum Einen natürlich arbeite in der Wissenschaft.
00:07:24: Ich habe eine Kollegin die arbeitet im Bereich Gendermedizin also vor allem geht es darum wie Frauen anders reagieren auf Medikamente zum Beispiel Und die hat ganz klar schon Fördermittel gestrichen bekommen.
00:07:36: Jetzt hat das aber eigentlich gar nichts mit diesen ganzen Themen zu tun, wo der Trump dagegen ist.
00:07:42: Aber einfach nur weil das Stichwort Gender vorkommt sind diese Mittel gekürzt worden.
00:07:46: oder ein privates Beispiel eine Freundin von mir hat im September ihre Freundin geheiratet, weil sie auch nicht wussten wie lange es noch möglich ist.
00:07:53: also das sind so ganze Reale Überlegungen in den USA stattgefunden.
00:07:58: Gott sei Dank noch nicht, aber ich möchte noch ganz klar keine Entwarnung geben.
00:08:04: Wir sehen einfach auf der ganzen Welt eine Verschiebung dieser Debatten nach rechts aus.
00:08:10: Aber warum geht das so oder wie kann sowas funktionieren?
00:08:13: Der Rechtspopulismus braucht immer Feindbilder also es muss immer irgendwer der andere, der in Anflugschichten der Moslem oder der Schwule oder wer auch immer konstruiert werden um sich an dem abzuarbeiten.
00:08:25: Ich habe Ihnen ein paar Beispiele mitgebracht.
00:08:27: Vor der letzten Nationalratswahl hat ein FPÖ-Politiker demonstrativ sich gefilmt, wie eine Regenbogenfarme in einen Mystkübel geworfen hat.
00:08:35: Jetzt ist das natürlich keine inhaltliche Aussage aber es ist eine Provokation.
00:08:39: Das heißt er weiß genau was er mit dem auslöst weil er einfach ein Symbol für Diversität und viel Verstellt in den Mystkubel haut.
00:08:46: Also das ist natürlich FPÖ Aktivismus Passé.
00:08:50: Genauso Auch aus dem letzten Jahr ein AfD-Plakat mit dieser Werbung für Remigration.
00:08:57: Das heißt, der Abschiebungen von allen Migrantinnen und Migranten auch denen in unserem Fall Österreichischer Staatsbürgerschaft.
00:09:04: Also da wird es ganz klar darum gehen alle Ausländer in Anführungsstrichen sind zu sozialer Schmarotzer und alle können abgeschoben.
00:09:12: also diese Partialisierung ist auch etwas was ganz stark vorkommt.
00:09:16: Und ein letztes Beispiel nochmal, Donald Trump.
00:09:18: Der zum Beispiel eine Executive Order ist quasi eine Anweisung der Regierung aus den USA.
00:09:26: Das ist früher eigentlich nicht so oft vorgekommen aber der Trump macht das sehr häufig und da hat er zum Beispiel einen Executive Order als ein neues Gesetz erlassen dass sich gegen Transfrauen in Sport, in High Schools oder College ausspricht.
00:09:43: Jetzt mag man zu dem Thema stehen wie man will.
00:09:45: In den letzten Jahren waren es genau zehn Personen, die das in den USA betroffen hat.
00:09:52: So werden wir überlegen, sind wir ungefähr bis zu über drei Hundert Millionen in den USA... Also das ist eigentlich kein Thema!
00:09:58: Aber natürlich ist das was Leute aufregt und da so funktioniert einfach der Rechtspolismus.
00:10:04: Und da sind wir bei dem ersten größeren Trend, den ich jetzt heute mit ihnen gerne besprechen möchte, ist einfach diese Polarisierung, die wir in der Gesellschaft haben wo wir wirklich merken, da ist irgendwas ins Rutschen gekommen.
00:10:18: Wir können nicht mehr miteinander sprechen und diskutieren miteinander.
00:10:23: Es gibt nur noch irgendwie Freund-feindschema, es gibt nicht mehr den politischen Wettbewerb.
00:10:28: Also als Beispiel gebe ich immer dieses Kaisermühlenbluss, kennen Sie wahrscheinlich alle wo dann gestritten und diskutiert wird.
00:10:34: aber am Schluss geben an Spritze trinken oder im Bier trinken.
00:10:37: also diese alten Formen von Diskussionen sind sehr schwierig möglich in dieser polarisierten und aufgeheizten Öffentlichkeit gleichzeitig.
00:10:45: aber wenn sie die meisten Menschen sich überlegen interessieren sich für Politik dann sagen die meisten Das ist schon mühsam alles.
00:10:54: Also diese politische Appartinen, wo es einfach darum geht... Man möchte sich schon, man geht schon wählen.
00:10:59: Aber eigentlich möchten wir in Ruhe lassen werden.
00:11:01: und ich glaube dass das einfach ein interessanter Gegensatz ist, dass auf der einen Seite immer die Gesellschaft immer mehr polarisiert.
00:11:07: Auf der anderen Seite aber auch immer mehr Menschen sich zurückziehen ins private zurückziehen und sagen Lass mir die mal machen!
00:11:13: Und ich bin froh wenn ich mein Leben leben kann weil wie wir alle wissen die Welt ist kompliziert genug aktuell.
00:11:19: also das ist absolut verständlich.
00:11:22: Natürlich hat das alles auch was mit den Medien zu tun, mit der Medienlandschaft.
00:11:27: Ich habe noch mal versucht... Das ist eine schöne Grafik die diese Diskussionskultur, die es aktuell nicht mehr so wirklich gibt darstellt und auch da eine nette Erfahrung, eine persönliche Erfahrung.
00:11:38: Mein erstes Buch, hab ich vorher erwähnt, ist ein eher sehr sachlich geschriebenes Buch dass dann Art Einführungsbuch ist.
00:11:43: Das ist medial so mittelgut angekommen Weil da war ich ganz oft bei Interviews dann, ja aber könnten Sie das nicht zugespitzt sagen oder könnten sie nicht da vielleicht noch mal ein bisschen das so sagen?
00:11:53: Und dann habe ich gesagt Ja, könnte ich natürlich schon.
00:11:55: Aber das war quasi der Sinn der Sache, das mal einfach neutral aufzuschreiben.
00:12:00: Das Buch ist viel politischer und es funktioniert viel besser.
00:12:02: Also ich glaube, das ist auch eine persönliche Erfahrung einfach wie diese Medienrealität funktioniert, wie dieses Clickbaiting oder einfach dass man mit den ärgsten Überschriften überall hieß und dass immer das noch schlimmer und noch größer, noch weiter ist.
00:12:16: Und Österreich ist natürlich gesegnet in Anführungsstrichen mit einem starken Boulevard.
00:12:20: also sowohl Krone, Ö-Vierundzwanzig heute wie sie alle heißen haben da einfach eine gewisse Macht in Österreich.
00:12:26: Und ich glaube, dass das einfach auch eine Gefahr ist für die Debatte.
00:12:29: Weil eine sachliche Diskussion sehr wenig stattfindet.
00:12:33: Also auch wenn man sich jetzt denkt, egal wie man zur aktuellen Regierung steht... Sie machen ganz okay Arbeit eigentlich, würde ich sagen.
00:12:40: Aber es wird schon wieder geschrieben, ah Skandal bei jeder Diskussion irgendwie Korruption und alles mögliche Und gibt's Konflikte?
00:12:48: Und wie steht sie vor dem aus?
00:12:49: also dieser normale demokratische Prozess dass man diskutiert wird da wieder skandalisiert und ich glaube das das auch eines der großen Probleme ist unserer Gesellschaft.
00:12:58: von dieser Medienlandschaft.
00:13:00: aber gibt noch andere Bereiche, die quasi von der Politik durchdrungen werden aktuell in diesem Rechtsrück wie ich es nenne und zwar politische Kämpfe in Anführungsstrichen außerhalb der politischen Arena.
00:13:12: Also klassische politische Arena wäre das Parlament zum Beispiel.
00:13:15: oder wenn sie wählen gehen.
00:13:17: aber was wir merken einfach ist dass diese also da ist das Parlament wenn Sie quasi es gibt diese Verlagerung in anderen gesellschaftlichen Bereichen zB ganz stark auf Gerichte.
00:13:28: bei uns ist es noch nicht so, dass das mit Klagen funktioniert.
00:13:32: Aber wenn Sie Stichwort Polen sich anschauen unter der PIS-Regierung in den letzten Jahren, jetzt gibt es eine andere Regierung, wo die ganz stark wurden Richter ausgetauscht.
00:13:41: Und wenn sie sich also nur noch quasi Regimentreuerrichter dann eingesetzt und das macht natürlich sehr große Unterschiede, weil die Gerichte natürlich auch festlegen in welchem Spielraum sich die Politik bewegt.
00:13:52: Wenn Sie nochmal Beispiel USA sich das anschauen, dass Supreme Court hat zum Beispiel ja den Weg für die de facto Abschaffung der Abtreibungen in den USA irgendwie ermöglicht
00:14:02: bzw.,
00:14:03: es ist jetzt Sache der Bundesstaaten aber sehr viele Bundesstaate möchten das nicht.
00:14:09: Kein USA-Arbeit ist recht auf Abtragungen.
00:14:12: Also das sind so, wo Gerichte dann ganz klar Politik machen?
00:14:16: Das ist auch ein Trend!
00:14:17: Und ein dritter Trend ist, dass man ganz stark auf Schulen geht.
00:14:22: Also es ist wieder ein Stichwort bisschen wie mit diesem Buch in Ungarn wo man sagt alles was irgendwie mit Diversität zu tun hat ist es zu politisch das soll an die Kinder nicht lernen und dass es vielleicht nicht nur Mann und Frau gibt oder dass man vielleicht auch spulelesbisch sein kann.
00:14:36: Das ist dann gleich wieder Frühsexualisierung oder Genderideologie.
00:14:39: Und das is in dem Fall aber eigentlich wieder einfach eine Vermischtung von Tatsachen und es geht eigentlich gar nicht um das sondern es geht nur darum irgendwie zu skandalisieren und in diesen verschiedenen Lebensbereichen oder Gesellschaftsbereichen einfach die eigene Politik irgendwie unterzubringen.
00:14:54: Und da merkt man einfach diesen Rechtsruck, in allen diesen drei Bereichen also sowohl in der politischen Arena im Parlament als auch ganz klar bei Gerichten aber auch in diesem Schulsektor Wo man es natürlich am allermeisten merkt, also je nachdem wie viel man im Internet unterwegs ist.
00:15:12: Mein Verlag hätten wir gern dass ich mehr post und mehr mehr tu aber das muss man sich auch antun.
00:15:17: Also ich glaube wirklich was dieser aktuelle Diskurs online ist einfach ein schwieriger und ich frage immer meine Studierenden am Anfang des Semesters ja seid ihr eigentlich politisch aktiv?
00:15:30: Und in den letzten Jahren kommt immer öfters, ja ich like was auf Instagram.
00:15:34: Oder ich share was irgendwie auf TikTok und dann geht unsere Diskussion schon los.
00:15:38: ist das jetzt schon irgendwie politische Aktivismus?
00:15:40: Ist es irgendwie schon politische Teilhabe oder ist das eigentlich nun die Jugendfaul?
00:15:45: Also das ist immer so.
00:15:46: diese Frage natürlich stimmt beides ein bisschen aber glaube dass sich Aktivismus oder Politik einfach sehr stark verändert hat durch diese Social Media, durch diese Internet Realität.
00:15:57: Und zum einen ist es natürlich, wenn wir jetzt nochmal zu dem Thema der Minderheiten oder marginalisierten Menschen zurückkommen.
00:16:04: Ist das Internet natürlich auch ein Safe Space?
00:16:06: Also es gibt Gruppen, vor allem Sichtbarkeit.
00:16:10: Wenn man sich überlegt... Ich bin jetzt noch nicht so alt aber wie ich ... ... fünfzehnzechzehn war gab's bei uns am Land, ob ich mir überhaupt nicht vorstellen können dass zum Beispiel jemand schwul sein könnte oder dass es irgendwelche anderen sexuelle Orientierungen gegeben hat weil einfach der Zugang zum Internet einfach noch gar nicht so gegeben war.
00:16:28: Und es ist glaube ich was, wo jetzt andere oder jüngere Generationen mit einer ganz anderen Selbstverständlichkeit aufwachsen von... Ich habe einen Zugang zur Welt.
00:16:36: Die kann irgendwie andere Lebensrealitäten mir anschauen und das ist eine sehr positive Entwicklung natürlich.
00:16:44: Gleichzeitig – und ich glaube das merkt jeder und jede die ... zum einen in der Öffentlichkeit steht, aber auch privat.
00:16:51: jeder Frau die das wahrscheinlich ziemlich im Internet bewegt hat schon mal eine Art Belästigung oder Harassment oder irgendwelchen Online-Has abbekommen.
00:17:00: Weil einfach diese Internet auch eine unglaubliche Verrohung.
00:17:04: also da gibt es einfach diese Verrohrung dieser Debattenkultur.
00:17:07: Wir haben im letzten Jahr mit einer Kollegin eine Studie gemacht zu den Europawahlen und wieder Politikerinnen online quasi Bestimmt worden sind oder auf welche Art und Weise sie da quasi kritisiert wurden in den Anführungsstrichen.
00:17:21: Und das waren ganz, ganz furchtbare schirche Sachen, möchte ich sagen.
00:17:24: also wirklich und das Spannende war dass es nur die weiblichen Kandidatinnen getroffen hat.
00:17:29: Die männlichen Kandidaten haben zwar auch Kritik kriegt aber Es war mehr konstruktiv und weniger.
00:17:35: ah du bist schier Du bist fett und einfach so sehr stark auf diese Äußerlichkeiten wo man sich sagt naja Also das muss man sich schon auch antun, jetzt heutzutage in Öffentlichkeit zu stehen oder auch irgendwie Politik zu machen.
00:17:47: Und ich glaube dass da einfach das Internet eine sehr ambivalente Rolle hat weil zum einen Social Media natürlich Aktivismus fördert dann Sichtbarkeit fördert, aber auch Vernetzung fördert von marginalisierten Gruppen.
00:17:59: Wenn man da in einem Dorf zu sich zum anderen Dorf einfach über Internet verkonekten kann ist das natürlich was anderes als wenn man vor zwanzig dreißig fünfzig Jahren irgendwie keine anderen Menschen kennt hat und man isst halt irgendwie die Stadt zogen um andere, die anders sind kennenzulernen.
00:18:12: also ich glaube da gibt es schon diese positive Dinge.
00:18:15: aber gleichzeitig ist es natürlich so dass dieser Online-Hass immer mehr zunimmt und ich glaub das ist auch ein wirklich ein paar.
00:18:24: Gleichzeitig ist es so, dass in dieser Online-Welt mit diesem Likes rauf und runter.
00:18:32: Das hat für die Politik eine Bedeutung, wie ich vorher mit den Medien angesprochen habe, das einfach ganz stark geht nur noch.
00:18:38: Es zählt wer leigt oder wer ist dagegen?
00:18:40: Und ich bitte dafür!
00:18:43: Wenn man aber dagegen ist, dann ist man ganz schnell unten durch.
00:18:45: Ich glaube, dass das auch eine Gefahr ist sowohl für die Gesellschaft generell, für die Debatte, die sich dem aussetzen und da immer bewertet werden.
00:18:56: Also egal, was man macht online gibt es irgendjemanden der das kommentiert, der das like, der sagt na das passt nicht wie ein Schutz aber nur bei mir.
00:19:05: gut also ich glaube dass da einfach nochmal diese ambivalenz einfach sehr deutlich wird dass es einfach diese Bewertung, diese Selbstinstinierung aber auch diese Selbstsensur was kann ich denn eigentlich oder wie möchte mir online präsentieren ist etwas das die Gesellschaft da ganz stark irgendwie beeinflusst.
00:19:22: und das bringt mich dann zum zweiten größeren Trend den ich ansprechen möchte.
00:19:28: Und zwar geht's um die Individualisierung.
00:19:31: und die Partik-Oralisierung.
00:19:32: klingt alles ein bisschen spärig aber ich glaube dass das was ist was extrem wichtig ist.
00:19:37: wenn wir uns die Gesellschaft heutzutage anschauen Individualisierung vor allem merken wir in den letzten, sagen wir mal, zehn, zwanzig, dreißig Jahren dass Menschen sehr viel mehr irgendwie ich bezogen werden.
00:19:48: Mehr auf sich kommen.
00:19:49: vielleicht hängt es auch mit dem Social Media zusammen mit dem Ich muss mich inszenieren und ich muss mich irgendwie ins Szene setzen.
00:19:56: also wir merken einfach politisch wenn man sich denkt Gewerkschaften verlieren an Zuspruch aber auch andere Wenn man sich die ÖVP anschaut auch die Bünde Vereine irgendwelche anderen Organisationen verlieren alle an Mitglieder.
00:20:10: Also wir merken einfach, dass alle diese kollektiven Organisationsformen politische Parteien zum Beispiel einfach abnehmen und zunehmen.
00:20:17: aber diese Identifikation mit sich selber oder in meiner Position und ich bin quasi das Zentrum des Universums und glaube, dass das auch eine spannende Entwicklung ist die... Ich würde sagen eher negativ ist für dieses politische Geschehen, weil dadurch natürlich es schwieriger wird Solidarität zu schaffen zwischen einander und zwischen anderen Gruppen.
00:20:35: Also wir merken diese Auseinander-Differenzierung ganz stark wenn man sagt ja ich bin jetzt führt.
00:20:40: zum Beispiel Ich habe eine Studie gemacht mit Kollegen in Großbritannien, wo es um verschiedene Vorurteile gegangen ist.
00:20:48: Um Vorteile gegenüber Muslimen, gegenüber Homosexuellen und über anderen Minderheiten.
00:20:53: Und ein Ergebnis das uns wirklich da sehr stark überrascht hat war dass die Studie war in Deutschland und in GroßBritannien in beiden Ländern über siebzig Prozent der Befragten alle gesagt haben ich glaube alle Muslime sind homophob und das ist das größte Problem Und das ist etwas, was interessant ist natürlich.
00:21:11: Ich würde aus meiner Perspektive wenn ich mich ein bisschen mehr mit dem beschäftigt habe sagen da ist eher vielleicht Religion das Problem weil ich habe mein anderes Projekt gemacht wo es auch um fundamentale Christinnen geht die ganz stark irgendwie gegen eben Diversität, gegen sexuelle Rentierung mobil machen.
00:21:26: also ich glaube eher dass Religion das problem ist und nicht der Islam.
00:21:28: aber das spannende eigentlich daran ist ja dass wir dieses Bild haben dass alle muslimen homophob sind Und das ist ja wieder was, was mit einem Ausspielen von Gruppen gegeneinander zu tun hat.
00:21:39: Ich glaube dass das wirklich ist... also ich möchte nicht sagen, dass es kein Problem gibt aber ich möchte sagen, es ist ein Interessante, quasi ein Mechanismus der Instrumentalisierung wie einfach eine Gruppe gegen die andere ausgespielt wird.
00:21:53: und damit geht eben auch diese Partikularisierung Einher, wo man einfach sagt ja ich habe meine Interessen und ich möchte nur für meine Interesse einstehen.
00:22:01: Und alles andere ist mir egal.
00:22:03: Da merkt man einfach wieder in dem politischen Bereich dass diese Kompromissfähigkeit einfach zu schwindeln scheint.
00:22:09: also einfach das wir merken es geht immer weniger um Wie kann man Kompromisse schließen?
00:22:14: Oder wie können wir gemeinsam was Gutes machen, sondern einfach wo wir merken und das geht durch alle politischen Parteien hinweg.
00:22:20: Weil es auch jeder natürlich sich inszenieren muss, weil jeder irgendwie schauen muss, wie bin ich der mit den meisten Likes oder der am ersten vorne ist.
00:22:29: Geht's nur noch um die eigenen Interessen viel mehr.
00:22:31: Und ich glaube dass das ein sehr großes Problem in der aktuellen Zeit ist.
00:22:40: Zeig doch nochmal diese schöne Grafik Wenn wir uns die politische Gesellschaft aktuell anschauen oder die politischen Debatten anschauen, geht es eigentlich sehr stark einfach nur um das Ich und sehr wenig um das Wir.
00:22:51: Und ich glaube dass das eben eines der Kernprobleme ist warum wir aktuell im sehr viele Probleme haben in Österreich aber in sehr vielen Ländern der Welt weil einfach dieser Individualismus und dieses auf sich schauen irgendwie überhand genommen hat.
00:23:07: Aber wir wollen auch versuchen ein bisschen Erklärungen zu finden.
00:23:11: wo kommt denn irgendwie das alles her?
00:23:14: Und eine meiner Thesen ist, oder auch von vielen anderen Menschen hat mit der Krise des Liberalismus zu tun.
00:23:21: Also was ist Liberalismus an sich?
00:23:25: Der klassische Liberalismus wird nicht zu theoretisch, kann ich sagen.
00:23:30: Es war immer etwas, wo es um Politik einerseits und um Wirtschafts anderterseits gegangen ist.
00:23:35: Dieser klassische liberalismus hat immer beide Seiten oder Beide dieser Strenge gehabt.
00:23:41: Und zwar stellt er einfach den Die Freiheit des Einzelnen in dem Mittelpunkt.
00:23:46: Und es geht eben sowohl um die Freiheit, aber auch um die Gleichheit und die Idee der Selbstverwirklichung.
00:23:52: Also diese Autonomie, diese Freiheit war vor allem im Liberalismus klassisch gegen den Adel, gegen die Verdahlherrschaft irgendwie gedacht, dass man sagt ich muss auf mich schauen irgendwie um meine eigenen Rechte.
00:24:02: Das ist ja die Zeit der Bürgerrechte.
00:24:04: also ich glaube das ist einfach eine sehr positive Entwicklung ganz stark geworden.
00:24:08: Wo es dann ein bisschen zum Problem wird, ist dann wenn man sagt die Neunziger anschaut.
00:24:12: Wenn wir was aus Neoliberalismus kennen, wo noch mal Freiheit ja als Wert betont wird aber diese anderen Bereiche wie z.B.
00:24:21: Selbstverwirklichung vernunft irgendwie der einzelne Mittelpunkt wird das alles irgendwie in den Rück so in den Hintergrund gerät und muss eigentlich nur nach um den Markt geht und um die Freiheit des Marktes und wo alles irgendwie verhandelbar ist auf dem Markt.
00:24:34: Auf einmal, es geht nicht nur um das Wirtschaftssystem sondern es geht auch darum einfach zu sagen irgendeiner muss gewinnen dann muss wir anders verlieren.
00:24:42: also ich glaube dass das immer so diese Logik ist dieses Leoliberalismus die da sehr stark in den letzten Jahren und Jahrzehnten über also in die Politik geschwappt ist Und das hat natürlich mit diesen ganzen Versprechungen zu tun.
00:24:55: und deswegen auch jetzt die Enttäuschungen.
00:24:57: Ich weiß nicht, einige von Ihnen kennen vielleicht die drei Herren, die da auf dem Bilder sind.
00:25:01: Das sind Gerhard Schröder, Toni Blair und Bill Clinton, die eben Vertreter des sogenannten Third Ways oder dritten Wegs in der Sozialdemokratie waren Wir klenden bei den Demokraten, wo in den Neunzigern es ganz stark darum ging dass die Sozialdemokratie gesagt hat ja wir müssen jetzt auch liberal werden.
00:25:18: Also wir müssen stichwort irgendwie Agenda, das wird die Agenda Austria sagen ist natürlich auch Liberale aber andere.
00:25:25: Aber Hartz IV zum Beispiel in Deutschland und andere Reformen wo einfach versucht worden ist Ja wir müssen uns auch irgendwie dem Markt irgendwie mehr Macht geben.
00:25:35: oder die Privatisierung der Bahn in Deutschland zum Beispiel große Katastrophe worden, aber das ist alles so diese Zeit wo man sagt irgendwie man muss mehr machen.
00:25:46: Und gut es ist natürlich meine politische Einschätzung ob das jetzt gut oder schlecht war.
00:25:51: Aber was wir wirklich beobachten können ist zum einen eben dass es diese wirtschaftliche Flexibilität und Wachstum gegeben hat.
00:25:58: also das ist natürlich etwas Positives.
00:26:00: vieles der Reichtum den wir heute haben oder die viele von uns haben hängt natürlich auch mit diesem Wachstem in diesen Jahren zusammen.
00:26:06: Aber was wir auch ganz eindeutlich sehen, ist eben dass die soziale Ungleichheit und die Unsicherheit einfach gewachsen ist.
00:26:12: Auch einfach auf diese Ich-Bezogenheit wieder zurück auf diesen Wertbewerb.
00:26:16: Menschen werden noch als Arbeitskräfte gesehen.
00:26:18: also ich glaube das da es auch einfach eine Deerklärung ist.
00:26:22: Und wenn wir noch mal überlegen, wie können wir uns politisch organisieren?
00:26:26: Dann ist es wirklich so dass eben diese Veränderung des Konzepts der Solidarität durch den Neoliberalismus glaube ich ein großes Problem ist.
00:26:33: Also ich glaube da ist eine der der Crux dieser Dinge.
00:26:37: Wenn wir uns das ganze im Bezug auf Minderheiten anschauen dann ist es auch natürlich wieder ambivalent.
00:26:45: Natürlich ist gerade für marginalisierte Gruppen, für Minderheiten eben dieses Versprechen von Freiheit und Individualismus.
00:26:51: Von irgendwie der Auflösung des Traditionellen ist es natürlich ein sehr verlockendes und ist auch ein sehr gutes und hat sehr viel Positives gebracht.
00:26:58: zum Beispiel die gleichgeschlechtliche Ehe ist in diesem quasi in diesem Spirit eingeführt worden und andere Verbesserungen, Antidiskriminierungsmaßnahmen individuelle Rechte.
00:27:07: Ich glaube das da sehr viel passiert ist.
00:27:09: aber eben gleichzeitig hat diese diese Änderung von Solidarität oder dieser Wandel noch einmal ganz stark gezeigt, wie quasi sozial kalt dann doch die Gesellschaft auch sein kann und wie sich einfach irgendwie eben diese solidarischen Sicherungssysteme, wie die immer schwache Schwäche werden.
00:27:27: Wie der Sozialstaat abgebaut wird.
00:27:29: also ich glaube da ist diese Spannung, die wir einfach das sehen, eine zwischen Rechten und Realität.
00:27:35: Also wir sehen eben beides irgendwie da.
00:27:38: Ich möchte es am Beispiel von Ihnen, von uns allen machen... Wir sind auf der einen Seite Bürgerinnen, aber auf der anderen Seite sind wir auch Konsumenten und Konsumentinnen.
00:27:49: Und das ist in Politikwissenschaften das Consumer-Citizen also der konsumentenbürger Wo es darum geht, auch das Politik immer mehr in der sehr Logik dieses Marktwertes zu funktionieren.
00:28:00: Also Parteien müssen was vermarkten... Ich habe als Bürger kauf quasi etwas in Anführungsstrichen oder ich gebe mit meiner Stimme quasi ein Wahntausch.
00:28:09: und wo es einfach darum geht dass sowohl Solidarität aber alle Konzepte die es so gibt irgendwie vermarktet werden.
00:28:18: Wo immer darum geht das ist diese Logik die wir brauchen.
00:28:21: Aber, ich hab's vorher kurz angedeutet.
00:28:23: Das funktioniert vielleicht in der Wirtschaft sehr gut aber es funktioniert nicht in der Gesellschaft.
00:28:28: Nur weil jemand anderes auch Rechte kriegt verliert er ja nicht anders was.
00:28:31: Also das ist ja auch immer diese Frage von wenn jetzt gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen wer verliert dann was?
00:28:40: Eigentlich niemand.
00:28:41: und das ist einfach die Frage von wie kann einfach diese Marktlogik auf die Gesellschaft übertragen werden?
00:28:47: ein ähnliches Phänomen ist das von, ich nenne es Expert versus AusländerInnen.
00:28:54: Ich habe länger in den Niederland noch gelebt und dort war ich aber ein Expert.
00:28:59: Ein Expert ist quasi einen fancy Auslänger würde ich sagen also jemand der mit einem hoch bezahlten Job, also wenn der Uni im Mittelbezahlten Job auch mit einem guten ausbildung kommt dann wird als Expert gezogen kriegt steuerleichterungen und wird da einfach ja quasi sehr hoffiert.
00:29:17: Gleichzeitig gab es viele Kolleginnen und Kollegen an der Uni, aber auch viele meiner Studierenden, die eben aus anderen Ländern gekommen haben.
00:29:25: Andere Hautfarben gehabt haben in anderen Arbeitsbereichen gearbeitet haben, die dann sehr stark als Ausländer gesehen wurden.
00:29:31: Und nicht als Expert.
00:29:33: Das hat natürlich was mit Geld zu tun, das hat etwas mit Klasse zu tun und wie wir werten, welche Länder aus welchen Ländern Menschen kommen.
00:29:42: Mit Hautfarbe habe ich schon gesagt.
00:29:45: Und das bringt eben einen Spannungsfeld, sowohl in uns selber aber auch in der Gesellschaft.
00:29:50: Weil wir alle müssen das irgendwie navigieren.
00:29:52: wenn natürlich war es in dem Fall für mich sehr positiv weil ich diese Privilege gehabt habe dass mir der niederländische Staat auf einmal gesagt hat ja du musst jetzt nur dreißig Prozent weniger steuern sagen weil Du bist dein Expert dann freue ich mich natürlich im ersten Moment.
00:30:08: Aber ist es gerecht?
00:30:09: Nein!
00:30:09: Ist es natürlich nicht.
00:30:11: Also ich glaube, dass da einfach eine dieser Baustellen liegt in dieser Krise des Liberalismus.
00:30:17: Warum wir an dem Punkt sind wo wir heute sind?
00:30:21: Jetzt überlegt man sich was könnten den Antworten darauf sein?
00:30:25: gibt es nicht in der österreichischen Tradition vielleicht in der Sozialpartnerschaft oder zumindest zwei große Parteien die sagen ja wir haben Antworten drauf?
00:30:35: Ich würde sagen eher nein.
00:30:36: also ich möchte mit der ÖVP kurz anfangen.
00:30:39: Ein Bild aus dem Nationalratswahl von Sebastian Kurz, wo wir wirklich sehen dass die konservativen Parteien und das ist nicht nur in Österreich auch CDUC so in Deutschland aber auch in Frankreich Italien Schweden egal wo sie hinschauen einfach konservative Parteien in der Krise sind.
00:30:58: Und es hat mit verschiedenen Faktoren zusammen hängt mit verschiedenen faktoren zusammen.
00:31:03: zum einen natürlich weil wie der Beispiel Sebastian Kurz man gesehen hat U, die FPÖ ist sehr erfolgreich mit diesem Anti-Ausländerthema.
00:31:12: Und dann möchte ich auch das machen!
00:31:15: Der Nacheifern der Rechtspopulisten war dieser Versuch von Sebastian Kurzig, der ja auch sehr erfolgreich war – kurzfristig zumindest.
00:31:25: Diese Aufgabe von diesen Markenkern der ÖVP, wo man sagt eigentlich gibt sie die verschiedenen Bünde.
00:31:30: Man gibt es irgendwie einen Ausgleich auch unter verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und ganz viel hat man dann quasi mit der Farbe schwarz einfach über Bord geworfen und gesagt Nein wir sind jetzt die Tokis!
00:31:39: Wir sind jetzt quasi die bessere, schickere, coolere FPÖ.
00:31:42: Und das ist halt eines dieser Probleme, diese Bewegungen was die konservativen Parteien irgendwie schwach macht.
00:31:48: Weil wir wissen aus der Politikwissenschaft von Schmid und Schmiedel also quasi die Partei die das Thema besetzt ist bei uns zum Beispiel die FPÖ und die wird immer wenn wir nur einen Anti-Ausländer Wahlkampf alle Parteien machen wird immer die FPö die stärkste Kraft sein weil wir wissen dass die Wählerinnen und Wähler dann im Zweifelsfall des Original wählen.
00:32:06: Das funktioniert manchmal, wenn es einen Hype gibt um Personen wie Sebastian Kurz zum Beispiel.
00:32:11: Gibt's da Ausnahmen?
00:32:12: Aber grundsätzlich gibt es eben dieses Muster dass die Wählerinnen und Wähler sagen nein wir wählen die, die immer schon gesagt haben das sind das.
00:32:20: Und wir merken auch diese Spannungsfeld innerhalb der ÖVP oder der christlich-sozialen Parteien in Europa das oder auch der Republikaner in den USA.
00:32:29: gerede zwischen diesen eigentlich christlich sozialen und jetzt dieser kurzparties möchte ich sagen Weil ich weiß nicht, ob Sie sich erinnern, der Herr Mitterlener zum Beispiel oder andere die dann quasi ihre Ämter verloren haben.
00:32:43: Sehr neutral!
00:32:44: Einfach auch weil sie immer gesagt haben ja eh das ist alles gut und richtig aber es braucht doch irgendwie einen sozialen Ausgleich.
00:32:51: Dieses christliche Menschenbild hat da einfach noch die ÖVP in Teilen sehr viel stärker geprägt und ich glaube dass ist auch was wo vor allem Wellerinnen und Wellern sich denken wie geht das jetzt irgendwie zusammen?
00:33:04: Zum einen irgendwie immer auf das Christliche hochhalten und zum anderen aber dann von den Werten her ein bisschen abweichen.
00:33:09: Also ich glaube, dass da einfach diese Glaubwürdigkeit ein bissel verloren geht und es auch wieder ein zweiter Grund ist warum dann Menschen eher die FPÖ wählen wenn man sagt ja so irgendwie was man nicht etwas mal so kriegt.
00:33:20: also ich glaube dass das auch wirklich die größte Schwäche jetzt in der ÖVP oder quasi generell in den christdemokratischen Parteien ist, dass man keine eigenen Antworten hat.
00:33:30: Und wenn man quasi selber in die Geschichte schaut von diesen Parteien, da gibt es ja soziale Marktwirtschaft.
00:33:35: Da gibt's jetzt wirklich einige Sachen wo man sagt Ja, da ist ja wirklich was passiert und egal ob man dem politisch zustimmt oder nicht Man muss eigentlich überlegen wie können wir aus einer konservativen oder christlichen Sicht auf diese aktuellen Herausforderungen reagieren?
00:33:49: Nicht nur einfach den Rechtspopulisten nachlaufen?
00:33:52: Also ich glaube dass da eine große Schwäche der der konservativen ist.
00:33:58: Gleichzeitig, wenn man sich aber die linke Reichshälfte ansieht, dann ist es bei der SPÖ nicht besser.
00:34:07: Also das ist ja so dass auch da quasi wieder in diesem Marketing-Sprech der Markenkern irgendwie verloren gegangen ist.
00:34:14: Man weiß nicht mal so genau was für was die Partei steht.
00:34:17: und ich glaube was einen sinnbildlich dafür ist, ist auch diese Zerrissenheit im von den einen, die sagen ja es braucht mehr irgendwie Klassenkampf.
00:34:25: Es braucht mehr Rechte für die einfachen normalen Arbeiter und die anderen die sagen Ja na Identitätspolitik also wir müssen schon auch auf Minderheiten schauen Wir müssen schon irgendwie ein bisschen inklusiver sein Und das Problem in der ganzen Sache ist dass diese zwei Pole irgendwie gegeneinander ausgespielt werden.
00:34:39: Dabei bräuchts das eigentlich nicht, weil ich glaube es geht nur gemeinsam.
00:34:42: Es geht nur wenn beide zusammenarbeiten.
00:34:45: Wenn man sich auch wieder historisch anschaut die Sozialdemokratie war immer dann stark, wenn irgendwelche intellektuellen Gruppen und die arbeitenden Arbeit da zusammengearbeitet haben also die SPÖ war immer so diese Klammer von diesen beiden also von diesem eher kulturellen liberalen Diversitätsliebenden Personen und auch der Arbeitsendenschaft.
00:35:03: Und da diese Gruppen, also diese Klammer gibt es fast nicht mehr.
00:35:07: Also wenn man sich jetzt anschaut wer wählt die SPÖ dann wird das auch eine sehr kleinere Gruppe.
00:35:11: und ich glaube dass da wieder auch eine Schwäche der Linken ist oder halt der SPÖ in unserem Fall, dass man wirklich auch wieder versucht, wie der Stichwort DOSCO zielt, wieder versucht ach wir möchten jetzt auch gegen die Ausländer sein anstatt dass man sich überlegt wie kann man eigentlich Solidarität im einundzwanzigsten Jahrhundert neu denken?
00:35:27: Dass man da einfach sagt, wie kann ich einfach mal es diegyptische Realisierung?
00:35:31: Es gibt ja jetzt diese ganzen Zölle mit Trump.
00:35:35: Da muss ich doch meine eigene Ideen haben und nicht immer nur dagegen sein.
00:35:38: Und das ist das was glaube ich bei beiden eben diesen großen Parteienfamilien gerade auch zu den Schwächen führt, dass man sehr stark einfach nur auf Abwehrhaltung ist und dass man vor allem dagegen isst aber sehr wenig irgendwie eigene Idee hat.
00:35:50: Das ist glaube ich wirklich etwas, was ja die Krise der Politik aktuell sehr stark prägt.
00:36:00: Ich habe einen Birnen mitgebracht, um ein bisschen mehr zurück zu dem Thema Minderheiten und Diversität zu kommen.
00:36:14: Ganz oft ist er nicht klar von was wir sprechen.
00:36:16: Immer wieder bei Diskussionen, ja ich bin gegen Gender übrigens.
00:36:21: Ja das ist sehr schön aber wie sie sind eigentlich Gender?
00:36:25: Und dann weiß die Person sehr oft nicht um was es geht.
00:36:29: Biene kann eben beides sein.
00:36:31: Also dass einfach das Assymbol dafür steht, dass wir sehr oft in diesen Debatten um Minderheiten und Maginalisierung eben nicht wissen über was wir eigentlich reden oder dass wir mit verschiedenen Perspektiven aufeinanderschauen und dass wir einfach gar nicht die richtigen Begriffe verwenden.
00:36:45: Und da geht es jetzt gar nicht darum um irgendwie... Es gibt auch immer wieder die Frage ja ich trau mich jetzt eigentlich gar nicht mehr das zu sagen oder wie kann ich Ihnen das sagen?
00:36:53: Meine Erfahrung ist, dass wenn man fragt und offen ist dann kann man alles fragen.
00:36:58: Weil das ist ja immer auch die Frage eines Tons und wenn man quasi nicht jemanden der anders ist einfach mal irgendwie gleich ablehnt und irgendwie beschimpft sondern einfach sagt hey wie ist denn das bei dir eigentlich?
00:37:07: Dann ist es ja eigentlich wirklich etwas was die Gesellschaft immer bereichert würde ich sagen.
00:37:12: aber eben ganz klar ist es einfach ganz oft nicht deutlich über was wir reden weil wir aneinander vorbeireden.
00:37:19: Das hat auch damit zu tun, dass wir natürlich in unseren eigenen Welten leben oder unsere eigenen Bubble-Leben.
00:37:27: Und so das ist eben auch da sinnbildlich dafür, dass jeder und jede von uns hat natürlich seine eigene Welt sich, seine eigenen Wahrnehmungen und ich glaube es ist auch sehr wichtig nur was wichtiges auch ist, dass dann wir in die Welt gehen und dann in der Welt auf andere Menschen treffen und nicht davon ausgehen können von uns genau gleich denkt, sondern es gibt immer dann eben so Überschneidungen wie auf dem Bild zum Beispiel wo wir sagen da treffen andere Menschen und der überschneiden sich vielleicht Weltbilder oder auch nicht.
00:37:57: Aber ist es wichtig dass man sich dem stellt und das man sich den offen stellt?
00:38:03: Also wenn man rausgeht in die Welt sieht man sehr oft Sachen die man vielleicht nicht versteht sich auch fragt, warum ist das so?
00:38:11: Und die man ganz unterschiedlich wahrnimmt.
00:38:13: Ich habe noch eine Karriktur mitgebracht, die ich sehr schön finde wo es um Menschen mit Behinderung geht und wie Menschen gesehen werden.
00:38:22: also eben der Maler auf dem Bild malt die Frau im Rollstuhl und das einzige was bei ihm überbleibt ist der Rollstühl weil behinderte Menschen sehr oft vor allem aufgrund der Behinderungen irgendwie gesehen werden aber sehr weniger als Menschen.
00:38:34: Und ich glaube, das ist nur ein schönes Beispiel für ganz viele verschiedene gesellschaftliche Gruppen.
00:38:39: Wo es darum geht wie können wir oder wie nehmen wir einfach Menschen die anders sind wahr?
00:38:44: Nehmen wir da erst in Anführungsstrichen diese Defizite war oder dass was anders ist oder nehmen wir sie einfach als Menschen wahr?
00:38:51: und Ich glaube, dass da auch einer dieser Crux liegt Wie wir irgendwie gemeinsam besser vorankommen können.
00:38:59: Wir alle haben natürlich Stereotypen im Kopf Und das ist natürlich Klischee.
00:39:05: Es gibt es und die gibt's auch nicht umsonst, sondern da ist auch immer ein Körnchen-Wadis dran natürlich.
00:39:10: aber wenn man dieses Stereotypen aus dem Kopf dann irgendwie mit dem Herz in der Grafik so schön also wenn man den irgendwie mit Leben füllt, kann das zu Vorurteilen führen.
00:39:21: jetzt können Vorteile gut oder schlecht sein Das ist immer eine Frage des Standpunkts.
00:39:26: Aber was man eben aufpassen muss ist dass diese Handlungskomponente wie es dazu steht ist eben dann Diskriminierung zum Beispiel, das Gegenteil wäre Wertschätzung.
00:39:37: Also ich glaube dass da einfach dies eine Erklärung ist für Diskriminierungen.
00:39:41: sehr schön wo wir sagen Wir haben dieses Stereotypen im Kopf und haben eine Vorstellung davon wie jemand ist oder was jemand ist Und dann ja sind uns ein bisschen unsicher und dann Haben wir lieber Angst und dann wehrt man das mal ab und dann währt man es vielleicht ab.
00:39:54: Ich glaube dass das auch so ein sehr menschlicher Reflex ist Wo wir aber auch irgendwie dagegen sein müssen wenn wir Das Thema Diskriminierung uns anschauen und das ist auch ein Kern von diesem Buch, weil mich es einfach wahnsinnig gestört hat dass in der politischen Debatte die verschiedenen Gruppen untereinander so ausgespielt werden.
00:40:14: Ich habe vorher das mit den muslimen- und queeren Menschen angesprochen aber das passiert auf ganz vielen verschiedenen Ebenen.
00:40:19: Das ist nur eine Darstellung von verschiedenen Formen von Diskriminierungen und Ausgrenzung also zum Beispiel aufgrund von ethnischen Herkunft Aufgrund des Geschlechts, aufgrund der Religion oder Weltanschauung aufgrund des Aussehens, einer Behinderung zum Beispiel.
00:40:34: Aufgrund des Alters oder der sexuellen Identität oder des sozialen Statuses.
00:40:38: Das sind natürlich jetzt nicht alle aber das sind einige dieser Merkmale wo Menschen einfach ausgegrenzt werden und wo man überlegen muss was ist meine Position eigentlich da?
00:40:48: Wo passt sich in dieses Schema hier rein?
00:40:50: vielleicht?
00:40:51: Und wo habe ich ein Privileg, das mir vielleicht gar nicht so bewusst wird?
00:40:54: Wo merke ich aber, dass es mit mir jemand anders umgeht.
00:40:58: Weil ich an das ausschaue und einen Kopf tut trage, weil ich eine Behinderung habe oder eine andere Hautfarbe habe.
00:41:03: Ich glaube, da müssen wir wachsam sein und achtsam sein.
00:41:08: Das ist sehr wichtig für den Dialog in der Gesellschaft.
00:41:12: Wenn wir über Diskussion oder persönliche Identitätsmerkmale sprechen ... geht es sehr oft auch darum, dass das Argument kommt.
00:41:20: Ah ja aber das Private ist doch lieber privat und reden wir lieber nicht drüber lassen.
00:41:26: Das hat nichts in der Politik verloren sondern soll jeder mit sich selber ausmachen.
00:41:31: Das ist eine Welt, die man teilen kann.
00:41:33: ich komme aus einer sehr feministischen Tradition und würde sagen das ist private immer politisch.
00:41:38: also das geht mit den ersten Zeiten Frauenbewegungen an wo es darum geht einfach zu sagen nein hier der Platz der Frau ist nicht sondern in der Gesellschaft, weil natürlich eine Frau eine gleichberechtigte Bürgerin ist.
00:41:52: Und das ist quasi ein Beispiel davon wie diese Mechanismen funktionieren von Ausgrenzung wo man sagt lieber nicht darüber reden, sondern lieber privat machen.
00:42:02: und ich glaube dass das aber eine Gefahr ist gerade für sehr viele Makinalisierungen und Minderheiten.
00:42:06: und wenn wir über gleiche Rechte nachdenken ist es einfach wichtig zu sagen ja auch müssen noch den privaten Raum anschauen.
00:42:16: Es gibt ein Konzept, das vielleicht manchen von ihnen bekannt ist.
00:42:19: Das nennt sich Intersektionalität.
00:42:22: Das ist was für mich in meiner Forschung extrem wichtig ist und was ich auch am Ende dieses Buchs versuche ein bisschen zu erklären warum das so ist.
00:42:30: Und zwar hat jeder Mensch verschiedene Identitäten.
00:42:34: Also jeder Mensch hat es vielleicht jetzt... Ich bin Mann!
00:42:38: Ich lebe wie ihn!
00:42:40: Ich bin Wissenschaftler!
00:42:41: Ich bin weiß, also ich bin irgendwie so Mitte dreißig oder nicht mehr ganz Mitte Dreißig.
00:42:49: Aber jeder Mensch hat verschiedene Merkmale und jede Mensch hat irgendwie verschiedene Identitäten.
00:42:56: und Intersektionalität bedeutet einfach, dass wir da hinschauen und dass wir sagen hey es gibt vielleicht Menschen die sind irgendwie ja von mehreren Sachen betroffen.
00:43:06: Und ich glaube das wichtig ist auch einfach bewusst zu nehmen, dass man nicht immer nur zum Beispiel ein schwarzer Mann ist oder dass man Identitäten sehr viel vielschichtiger sind, dann sehr viel fielfältiger sind und das aber eine Bereicherung ist aus meiner Perspektive und eben keine Bedrohung.
00:43:29: Es wird aber sehr oft irgendwie als Bedrohrung gesehen und es ist eben eine Anwendung an dieses Spieltwister wo man so auf sich verrenken muss irgendwie weil's natürlich sehr schwierig ist das alles zu navigieren.
00:43:40: und gerade für Menschen die marginalisiert sind, die Minderheiten angehören ist der Alltag manchmal einfach nicht so einfach, wie man sich das vorstellt.
00:43:48: Sondern es kann zum Beispiel eine Überlegung sein gehe ich dahin in der Stadt, gehe auf die Straße traue ich mich was öffentlich zu sagen.
00:43:58: also ich glaube dass da einfach sehr viel wir uns bewusst sein muss.
00:44:02: ja es hat sehr viel Fortschritt gegeben in der Sichtbarkeit von Marginalisierung aber es ist nach wie vor für sehr viele Menschen sehr schwierig auch einfach im Alltag weil Diskriminierung einfach nach wie Vor ein Thema ist.
00:44:14: Aber jetzt ist mein Argument am Ende des Buches nämlich so ernst, dass es natürlich nicht alle Menschen die gleichen Bedürfnisse haben.
00:44:22: Nicht alle Menschen haben die verschiedenen Erfahrungen.
00:44:24: Es gibt ganz viele verschiedene Erfahrungen Und deswegen versuche ich dann dieses Argument zu machen mit der Mauer, die einen Riss hat.
00:44:31: Also wenn Sie aus Ihrer Seite die Linke anschauen das wäre diese klassische Intersektionalität wo einfach verschiedene Gruppen eingeteilt werden in der Gesellschaft und man sagt das sind zum Beispiel Menschen mit schwarzer Hautfarbe, Menschen mit weißer Hautfarben, wo man einfach so gesellschaftliche Trendlinien deutlich macht.
00:44:49: Ich glaube aber dass darf alles sein und es braucht Solidarität.
00:44:53: Das finde ich ganz wichtig.
00:44:54: Aber der Kern ist eben in dem vertikalen horizontalen Riss, weil das ist der, der uns alle betrifft.
00:45:02: Und in meinem Buch mache ich eben dieses Argument, dass diese Vertikalinie die uns alle Betrift ist, die gemeinsame Demokratie und das gemeinsame Einstehen für die Demokratie.
00:45:15: Das ist erst die Grundlage dafür, dass diese ganzen verschiedenen Gruppen ihre Rechte anmelden können.
00:45:20: Ohne deine Demokratie kann ich überhaupt nicht meine Rechte artikulieren oder irgendwie einbringen und ich glaube das da wirklich eine dieser Kerne ist warum oder wie Diskriminierung oder Antidiskriminierung funktionieren muss um wie wir einfach schauen können, dass wir gemeinsam irgendwie Ja, jeder ist anders.
00:45:38: Aber wo wir uns zusammenfinden müssen, ist es quasi immer halt der Demokratie und deswegen ist es auch so wichtig dass man eben sich gegen ganz rechts außen abgrenzt weil ich finde jeder jede politische Meinung ist irgendwie legitim.
00:45:50: aber wenn jemand Menschen irgendwie die menschen würde abspricht Wenn man Menschen angreift dann ist das irgendwie nicht mehr okay Und dann ist einfach da dieser Körterstrich drunter zogen und zu sagen nein bis sie hierhin und nicht weiter.
00:46:01: Wenn wir also quasi minder halten uns anschauen gibt's Diese beiden Bereiche, die ich sage werden extrem wichtig.
00:46:10: Wo wir hinschauen müssen als Gesellschaft zum einen in die Rechte und zum anderen die Akzeptanz.
00:46:14: Und im beiden Bereich würde ich sagen hat sich in den letzten zehn, zwanzig Jahren sehr viel positiv entwickelt.
00:46:21: aber wir sind durchaus auch an einem Kipppunkt.
00:46:23: also ich glaube das sehr vieles was wir erreicht haben eben eher schwieriger ist ein Beispiel von der Regenbogen Parade Parade für Queer der Rechte in Wien, wo wir sagen jedes Jahr einmal gibt es große Sichtbarkeit und die statt viele Menschen feiern und demonstrieren.
00:46:41: Aber was wir in den letzten Jahren immer wieder mehr und mehr merken ist dass Menschen am Heimweg von diesen Paraden angegriffen werden angespuckt werden geschubst werden beschimpft werden.
00:46:51: also wir merken irgendwie diese Sichtbarigkeit ist irgendwie ambivalent.
00:46:54: also es gibt zwar grundsätzlich gesellschaftlich eine steigende Akzeptanz und man hat das Recht zu demonstrieren, aber es kann auch natürlich gefährlich sein oder es kann natürlich immer ein Risiko bleiben.
00:47:06: Und das ist was eben ja für sehr viele Menschen die irgendwie einen marginalisierten Hintergrund haben oder den der Minderheit angehören einfach extrem wichtig ist auch einfach zu überlegen wo kann ich hingehen wie kann ich mich da bewegen?
00:47:19: Und zwar in welchen gesellschaftlichen Kreisen bin ich?
00:47:24: Ganz wichtig ist, dass wir immer wieder Akzeptanz der Toleranz irgendwie uns deutlich machen.
00:47:29: Weil tolerieren durch schneller mal was aber das ich mich wirklich mit etwas auseinandersetzen und das Verstehen zu Verstehensuchversuch Und irgendwie zu akzeptieren Versuch Ist nochmal ein schwieriger Schritt und ich glaube Das fällt uns allen schwierig werden und mir erstmal was nicht verstehen wenn man singt ach ist vielleicht ein komischer und so sondern man muss sich einfach mal auseinander setzen damit.
00:47:47: aber Wir sind nun mal nicht alleine auf der Welt Was wir jetzt Also was ich jetzt gesagt habe, in Bezug auf Minderheiten und die Gesellschaft im Bezug auch Medienrealitäten ist etwas das findet natürlich nicht im luftleeren Raum statt sondern es findet auch an einem ganz konkreten Ort statt.
00:48:08: Und für uns ist es Europa.
00:48:11: also ich hab einfach mal eine EU-Karte mitgebracht weil ein sehr starkes wenn Politikwissenschaftler wir denken sehr stark in diesen nationalen Strukturen sehr oft Und wo wir sagen, natürlich ist jetzt erst einmal Österreich der Raum, der für uns wichtig ist.
00:48:25: Und das ist zum Teil richtig und zum anderen Teil ist es aber auch so, dass alle diese Bewegungen oder diese Phänomene über die ich jetzt sehr gesprochen habe, nichts was nur in einem Nationalstaat findet.
00:48:39: Wo wir einfach sehen, diese Vermischung oder diese Verschwimmung in diesen transnationalen Bewegungen ist etwas, was sehr deutlich wird gerade auch wenn wir marginalisierte Gruppen anschauen Stichwort noch mal Pride in Budapest, wo einfach aus ganz Europa Menschen waren.
00:48:52: Um dann für Gleichberechtigung zu demonstrieren und ist einfach sehr stark diese nationalen Trendlinien immer weniger wichtig werden.
00:49:00: also natürlich haben die ihre Bedeutung realpolitisch sind sie wichtig.
00:49:04: aber wenn wir uns fragen anschauen von Identität und Zugehörigkeit ist es wahrscheinlich so, dass eine junge Person aus Wien oder eine junge Personen aus Warschau vielleicht mehr gemeinsam haben als jene junge Passierend aus Wen und irgendwo vom Land in Österreich.
00:49:20: Also wir merken auch einfach das da nochmal diese Vermischung einfach von diesen Nationalstaaten ist.
00:49:25: Und um das zu symbolisieren ich habe noch eine Grafik mitgebracht die ich sehr schön finde Von einem Künstler der nennt sich Janko Zvetkov und zwar, ich weiß nicht ob man das gut sehen kann hat er sich zwanzig Arten und Weisen überlegt, wie man Europa eigentlich teilen kann.
00:49:39: Wie man die Grenzen aufmachen kann und wie Europa irgendwie dividiert sein kann.
00:49:44: Und das natürlich auch humoristisch gemeint.
00:49:47: aber die Nummer sieben zum Beispiel alle oberen Länder verwenden Butter zum kochen, die unteren Länder vielleicht Leben will.
00:49:53: zum Kochen wäre eine Option wie man zum Beispiel Menschen aufteilt.
00:49:58: dann Nummer siebzehn Menschen die einundzwanzig Tage im Jahr arbeiten oder Tag im Jahr Urlaub machen.
00:50:07: Also auch wieder spielt mit dem Vorteil natürlich, dass alle in Südauropa den ganzen Tag nichts tun.
00:50:13: Auch zum Beispiel altes neues Europa oder auch laut oder leises Europas.
00:50:20: ja auch wieder das die Südländer eher laut sind, die Nordeuropa eher nicht so... also es ist einfach was man vielleicht sich mal anschauen kann da gibt er halt ganz viele verschiedene Arten von diesen Karten gemacht, um zu sehen.
00:50:34: ja also Menschen sind einfach irgendwie doch ähnlich aber auch dann doch nicht und ich glaube dass das einfach was ist diese Grafik sehr schön zeigt.
00:50:42: Dass wie wir Menschen einteilen ist immer eine Frage die sich irgendwo überlegt.
00:50:47: Es ist ja nicht so, dass ein Kind oder ein Baby aufwacht und sagt, ich bin jetzt so.
00:50:53: Und du bist vielleicht Österreicher?
00:50:55: Du bist vielleicht Tricer?
00:50:56: Tu bist vielleicht Deutsche?
00:50:57: Was anderes!
00:50:58: Du bist Pole?
00:50:59: Das Kind weiß er das nicht.
00:51:00: Sondern man lernt irgendwann diese Strukturen, dass wir Menschen einteilen oder Länder einteilten.
00:51:06: Ich finde dafür ist es einfach ein sehr schönes Bild.
00:51:09: Ich habe das Kind angesprochen, das irgendwie aufwachst Und dann fragt man sich irgendwann einmal, also das Kind fragt sich das nicht.
00:51:15: Aber z.B.
00:51:16: der Herr Neohammer oder der Herr Kickel fragen sich was ist eigentlich normal?
00:51:20: Ich glaube dass das auch eines dieser Stichworte wenn wir uns wieder mit dem Rechtspopulismus beschäftigen und es zum Anfang zurück zu binden ist diese Kampagne.
00:51:30: ich weiß nicht ob Sie sich erinnern vor den letzten Nationalratswahlen auch wo Herr Nehama dieses Video gemacht hat mit Er macht Politik für die Normalen und erst für die da die normal sind.
00:51:40: Was die normalen sind, das weiß man natürlich.
00:51:42: Es bleibt auch sehr stark unklar und der Kickel ist dann auch auf diesen Zug aufgesprungen in Österreich normal.
00:51:48: also da ist immer so diese Frage ja bin ich jetzt normal oder bin nicht normal?
00:51:53: Wer gehört denn dazu?
00:51:55: Und ich glaube dass das auch eine Frage ist, die sehr spannend ist wenn wir uns mit diesem Rechtsruck, wenn wir aber auch mit Minderheiten oder verschiedenen Teilen der Gesellschaft auseinandersetzen wer gehört eigentlich dazu und wer und was ist normal?
00:52:07: Und auch das ist immer was, was irgendwie geschaffen wird erst.
00:52:09: Also das ist etwas, was konstruiert ist.
00:52:13: Jeder ist für sich normal aber dieses Normal Österreich gibt es einfach nicht.
00:52:18: Natürlich gibt's typische Eigenheiten alle haben gerne einen Schnitzel an den Kaiserschmarrn oder so... andere Sachen.
00:52:26: Aber so wie dieser Versuch zu machen, der oder die Österreicher muss genau so ausschauen, muss genau in diese Formen passen.
00:52:33: das ist was ganz stark eben von diesem rechtspopulistischen Narrativ irgendwie getrieben wird und war es eine sehr große Gefahr auch wieder für marginalisierte Gruppen und für Minderheiten.
00:52:42: also ich glaube dass da einfach mir aufpassen müssen.
00:52:46: Ja, also Österreich war immer schon divers und immer schon bunt.
00:52:50: Jetzt ist es vielleicht sichtbarer als das vor fünfzig Jahren war aber es heißt nicht dass es irgendwie jetzt auf einmal anders ist.
00:52:55: Also ich glaube da auch sehr wichtig dieses Bewusstsein ist.
00:53:01: Und zum Abschluss möchte ich noch mal sagen in diesen Debatten geht's immer wir sind den normalen Leute Wir sind die Mehrheit, wir sind das Volk.
00:53:14: Ja, die Mehrheit.
00:53:15: vor allem geht es darum.
00:53:17: Und das ist eine Frage auch, die ich meine Studierenden immer stelle – was ist Demokratie eigentlich?
00:53:23: Das ist in meiner ersten Einheit meistens wenn ich so Einführungsseminare mache und dann kommt immer erst ja, sie ist eigentlich ja die Mehrhalt entteidet.
00:53:32: Ist richtig aber es ist eben nicht nur das.
00:53:33: also wir leben mit einer besonderen Form von Demokratie und das nennt sich im Liberale Demokratie.
00:53:40: Das heißt, Österreich ist zum Beispiel eine liberale Demokratie.
00:53:43: Deutschland auch, also verschiedene Länder in Westeuropa vor allem sind liberale Demokraten.
00:53:48: Wo es darum geht eben beide Elemente zusammen, das demokratische und das liberale Element.
00:53:53: Das heißt natürlich braucht's die Wahlen
00:53:56: z.B.,
00:53:57: gibt's um Mehrheitsentscheidungen aber es geht auch um eine gewaltende Trennung ist extrem wichtig in einer liberalen Demokratie.
00:54:03: Es geht eben auch um Rechtsstaatlichkeit Und damit, dass es Minderhaltenschutz gibt und jeder und jede seine Rechte oder ihre Rechte anmelden kann.
00:54:12: Demokratie bei uns ist eben nicht nur die Mehrheit.
00:54:15: Das bringt mich zum ganz am Anfang zurück.
00:54:17: Ja, die FPÖ war der erste stärkste Kraft aber sie haben auch keine Mehrheit gehabt.
00:54:21: also das ist ja auch immer was wo wir uns ein deutlich machen müssen.
00:54:24: ja es gibt diese Gefahr von rechts außen Aber Sie haben auch nie eine Mehrheit und ich glaube das ist etwas was auch sehr wichtig ist Und dass eben diese Demokratie für uns alle da ist, also dass wir einfach Demokratie auch als Aufgabe für uns selber wahrnehmen müssen und nicht nur für die Politikerinnen und Politiker, die irgendwie in Wien oder woanders in den Landtag sitzen.
00:54:46: Ich möchte ganz jetzt wirklich zum Schluss noch eine Beobachtung teilen, die vor allem im letzten ein zwei Jahren sehr deutlich worden ist, die ich für sehr problematisch und sehr gefährlich halte ist das die der vermeintlichen Neutralität.
00:55:02: Also nicht im Sinne von Österreich ist neutral im Kriegsfall, sondern in der politischen Neutralkeit wo man sagt ja, man muss da eher neutral sein.
00:55:10: Ein sehr schönes Beispiel war letztes Jahr, dass es die Präsidentin vom Deutschen Parlament Julia Klöckner, die letztes Ja des ersten Mal seit vielen Jahren entschieden hat oder angewiesen hat, dass die Regenbogenfahne nicht auf dem deutschen Parlament hängt während des dortigen Christopher Street Days.
00:55:28: Also normalerweise während der Parade hängt seit vielen Jahren da auch eben diese Regenburgerfahnen um also Unterstützung und Vergleichberechtigung und Universität zu zeigen.
00:55:38: Sie hat entschieden sie möchte das nicht mit dem Argument Der Staat muss neutral sein.
00:55:44: Jetzt ist das natürlich etwas, was auf den ersten Blick sehr interessant klingt.
00:55:47: Dann sagt man sich ja macht schon Sinn.
00:55:49: Sie hat auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vom Bundestag die immer als gemeinsam als Gruppe mitgegangen sind bei dieser Parade verboten dass sie mitgehen.
00:55:57: Als privaten darf man aber nicht als Repräsentanten des deutschen Bundestags da nicht mehr mit gehen.
00:56:03: Und das ist natürlich glaube ich schon eine gefährliche Entwicklung weil wir zum einen eben sehen Wo fängt diese Neutralität an?
00:56:11: Wenn sie jetzt sagt, das ist eine Abschaffung von diesem Symbol für Diversität und Vergleichheit.
00:56:17: Das ist ja keine unpolitische Aktion sondern es ist wirklich eine politische Entscheidung um was bewusst nicht zu machen Und ich glaube dass da einfach wir sehen ein sehr schönes Beispiel dafür sehr viel komplexer ist und dass wir einfach aufpassen müssen, grant auch wieder sagt man zum Beispiel ja so mal die FPÖ regieren lassen.
00:56:36: Man muss immer neutral sein, dann sage ich lieber nichts dazu.
00:56:39: also ich glaube das da einfach extrem wichtig ist.
00:56:41: diese Neutralität oder diese Pseudonutralität würde ich sagen einfach zu hinterfragen weil wir einfach sagen müssen es passiert nix ohne irgendein Agenda und es passiert nichts unter einem Standpunkt.
00:56:51: in einer Zeit wo's so polarisiert ist und wo auch die gesellschaftliche Debatte so aufgeladen ist ist es einfach so, dass so eine Entscheidung zum Beispiel die Regenbogenfahne nicht zu hissen mehr nachdem viele Jahre passiert ist.
00:57:02: Ist eine politische Entscheidung kann ich mich rausziehen und zu sagen na das ist jetzt unpolitisch.
00:57:08: Ich glaube, dass das einfach sehr wichtig ist.
00:57:11: Also Demokratie zum Abschluss lebt von verschiedenen Sachen.
00:57:16: Aus meiner Perspektive wahnsinnig wichtig sind eben Grund- und Menschenrechte, weil wir einfach da das als Grundlage haben dass wir uns überhaupt im Land bewegen können, dass wir ein Eigentum haben können, das wir in ihren Essen kaufen können.
00:57:27: also das ist einfach sehr wichtig.
00:57:30: Lebt aber auch von Engagement und Engagement heißt eben nicht nur von der Politik sondern auch von jedem und jeder von uns.
00:57:37: Politik passiert in der Schule, passiert in die Gemeinde, passiert auf verschiedenen Ebenen.
00:57:41: Also ich glaube dass das extrem wichtig ist auch einfach auf sich selber zu schauen wo kann ich mich vielleicht einbringen oder wo kann nicht?
00:57:48: vielleicht auf die in Wien schimpfen aber vielleicht auch selber bei mir an der Gemeinde was tun?
00:57:52: ebenso auch der Diskurs.
00:57:54: Was kann ich vielleicht dazu beitragen dass man irgendwie den Diskurs ein bisschen entschärft?
00:57:59: Wo kann ich mal sagen Ich hab mir angewohnt, wenn jemand irgendwie was sehr kritisches zu meiner Arbeit sagt zum Beispiel.
00:58:07: Was ja immer wieder vorkommt, sag ich mal.
00:58:09: Ja aber warum glaubst du das eigentlich?
00:58:11: Oder wie kommst du auf diese Idee?
00:58:13: und das ist eine sehr schöne Einstieg wo man dann oft ins Gespräch kommt weil man ganz oft dann doch irgendwie etwas anders oder vielleicht das gleiche meint.
00:58:20: also ich glaube dass gerade wenn man sich mit Themen beschäftigt die eben so politisch aufgeladen sind wie ich es tu ist es ganz oft einfach zu fragen ja aber setzen wir uns mal hin und reden einmal drüber.
00:58:30: Und in meisten Fällen kommt man dann irgendwie doch auf einen grünen Zweig.
00:58:34: Wichtig ist auch eine Repräsentation, also dass wir verschiedene Personengruppen abbilden, das eine Sichtbarkeit gibt, Wenn man sich das Parlament in Wien anschaut, jetzt wieder als Beispiel.
00:58:47: Es ist nicht sehr repräsentativ für die Bevölkerung sondern sind vor allem alte Weiße Männer, die da in den Fraktionen sitzen.
00:58:54: es ist glaube ich ein Frauenamnteil von fast dreißig Prozent was zwar für Österreich vieles aber nicht wirklich ausreichend ist.
00:59:01: und ich glaube all das sind Fragen, die sehr wichtig sind Und auch, dass es eben einen vollen Zugang zu politischer Partizipation gibt.
00:59:09: Was meine ich damit?
00:59:10: Natürlich haben wir alle das Recht darauf, dass wir uns beteiligen und aufstellen lassen für ein Gemeinderat oder Kandidierende.
00:59:18: Dass wir politisch aktiv werden.
00:59:19: Aber in der Realität ist es so, dass ganz oft einfach nicht möglich ist.
00:59:23: Es ist zum Beispiel nicht möglich, wenn eine Frau weiße... Betreuungstätigkeiten hat für jemanden, der irgendwie eine Transperson weil im Ausweis ein anderer Name steht als mit dem die Person sich identifiziert.
00:59:36: Also lad das.
00:59:36: so.
00:59:36: kleine Hürden sind oft dass im Alltag wo man sagt wir sind noch nicht da wo wir hin wollen und auch die Akzeptanz des anderen natürlich Schlussthese ist, eigentlich Demokratie braucht Vielfalt und Vielfald braucht Demokratie.
00:59:54: Weil ich glaube das beides ohne einander nicht geht.
00:59:57: Und in diesem Sinne... Jetzt muss ich... Das kommt dahinter?
01:00:01: Das wollte ich!
01:00:02: In diesem Sinne vielen Dank für die Aufmerksamkeit und ich würde mich sehr freuen wenn wir jetzt viel von Diskurs gesprochen also wenn wir auch ein bisschen uns austauschen und ihre Perspektive hören.
01:00:12: Danke schön.
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