Dinge neu denken - Gespräch mit Timo Küntzle: Nahrung für alle?
Shownotes
Klaus Kofler im Gespräch mit Timo Küntzle zu dem brisanten Thema: Zukunft Ernährungssicherheit
Ambivalenz im Alltag Lebensmittel sollen bio, regional, nachhaltig und trotzdem jederzeit verfügbar sein. Kaum ein Thema macht die Widersprüche unserer Zeit so sichtbar wie unsere Ernährung.
Zukunftsfragen Zwischen Klimaschutz, Artenvielfalt, Tierwohl und globaler Versorgung stellt sich aber eine Frage: Wie können wir eine wachsende Bevölkerung satt bekommen, ohne die ökologischen Grenzen zu sprengen? Ist Gentechnik in der Landwirtschaft mehr Chance als Risiko? Und waren unsere Lebensmittel „der guten alten Zeit“ wirklich besser?
Klaus Kofler Zukunftsforscher und Gründer der Future Design Akademie.
Timo Küntzle lebt und arbeitet in Kärnten und Wien. Der Journalist, studierte Agrarwissenschaftler und Landwirtsohn aus Baden-Württemberg kennt die Praxis und analysiert die Konflikte zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz kritisch, pointiert und immer mit klarem Blick, wie auch in seinem Buch „Landverstand“.
Das Gespräch wurde im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Dinge neu denken" und "Zukunftsstorys" am 13.11.2025 in der Stadtbibliothek Dornbirn aufgezeichnet.
Dinge neu denken Wir reden über neue Perspektiven, die Mut machen sollen und zum gemeinsamen Handeln einladen.
Aktuelles Veranstaltungsprogramm der Stadtbibliothek Dornbirn: https://stadtbibliothek.dornbirn.at/veranstaltungen
Transkript anzeigen
00:00:04: Schönen guten Abend und herzlich willkommen bei uns in der Stadtbibli Dektornbirn.
00:00:29: Heute Abend geht es um das Thema Ernährung, genauer gesagt die Zukunft Ernährungssicherheit unter dem Titel Nahrung für alle!
00:00:39: Ich darf Timo Künzler begrüßen.
00:00:41: Er ist heute unser Gast und wird mit Klaus Kohfler im Gespräch sein.
00:00:45: Und über vielleicht auch nicht angenehme Fragen diskutieren zum Thema Ernährung.
00:00:52: Timo Künzle ist Journalist, er ist der Graavissenschaftler und Landwirtsohn.
00:00:57: So kennt er vieles aus der Praxis.
00:01:01: Er analysiert die Konflikte zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz immer kritisch und pointiert, er hat dazu auch ein Buch geschrieben das vor drei Jahren erschienen ist Landverstand was wir über unser Essen wirklich wissen sollten.
00:01:15: Da beräumt er mit vielen Vorurteilen auf und stellt auch mal unangenehme Fragen.
00:01:21: unter anderem wird es heute um darum gehen wie können wir eine wachsende Bevölkerung satt bekommen ohne ökologische Grenzen zu sprengen?
00:01:30: Ist es vielleicht möglich dass Gentechnik auch Chancen birgt und nicht nur Risiken?
00:01:35: Und wie ist das mit den Lebensmitteln aus der guten alten Zeit?
00:01:40: Waren die wirklich alle besser?
00:01:43: und jetzt darf ich gleich das Wort an Klaus Kohfler übergeben.
00:01:46: Danke Johanna, danke.
00:01:48: In diesem Sinne ... Johanna hat schon gesagt ihr persönlicher Favorit Martin Grasberger war im April zu Gast.
00:01:55: es sind ja schon wieder sieben Monate vergangen man muss sich das mal vorstellen.
00:01:58: nach dem Gast haben wir gedacht also nach Martin haben wir dacht Ja der Timo hat es noch Zeit da können wir jetzt ein bisschen Warten und jetzt steht da neben mir, also ich bin selber überrascht.
00:02:08: Und Martin Grasberger hat uns eigentlich auch irgendwie zum Verstehen geben dass wir alle aus Sternenstaub bestehen das war natürlich eine sehr interessante Erkenntnis und dass wir Menschen eigentlich am perfekter Platz sind für ein regeneratives System in dem Zukunft eben heißt im rechtzeitig zu handeln bevor wir dann auf der anderen Seite vielleicht zum reagieren gezwungen sind.
00:02:31: Heute blicken wir in die Außenwelt, heute blicken weh eigentlich in dem Bereich dort wo wir die Lebensenergie schöpfen genau genommen direkt auf unsere Nahrungsmittel und stellen uns die Frage.
00:02:43: Wir können wie Johanna hat schon gesagt diese wachsende Bevölkerung satt bekommen ohne die ökologischen Grenzen zu sprengen.
00:02:51: Ich persönlich glaube ja, die haben wir schon längst gesprengt, diese ökologistischen Grenze.
00:02:55: Und ehrlich gesagt, ehrlich gesagt habe ich mir in der Vorbereitung zu diesem Talk schwer getan Und zwar, es ist ein ungeheuer Komplexes Thema.
00:03:04: Ich persönlich habe auch nicht das Problem gehabt dass ich mir thematisch irgendwie in einem fremden Gebiet bewegt hab wobei natürlich mit der Tiefe und Breite und Mächtigkeit von Timo sicherlich mithalten kann eigentlich auch nicht mithalten will aber für mich war's schwer hier eine Linie zu ziehen Denn so unterschiedlich vielleicht ein Leibbrot und einen Hohensein mögen, erzählen Sie uns im Wesentlichen dieselbe Geschichte.
00:03:35: Dann wir übersehen dass mehr Energie in unsere Nahrung steckt also das wir wahnsinnig viel Energie in unseren Nahrungen reinstecken müssen und bei weit nicht des zurückkommen was letztlich rein läuft.
00:03:48: Wir essen fossile Energie verpackt als Lebensmittel und nennen das Fortschritt ohne zu begreifen, dass jeder Bissenteil eines Energiespiels darstellt, das wir längst nicht mehr verstehen.
00:04:02: Wir setzigen uns mit dem was unsere Zukunft verbrennt und zwar im wahrsten Sinne des Wortes und verwechseln letztlich Bequemlichkeit mit
00:04:12: Wohlstand.".
00:04:14: Und genau an diesem Punkt tue ich mir so schwer, wenn man über Nahrungsmittel spricht.
00:04:18: Denn genau genommen reden wir nämlich in Wahrheit über das ganz anderes, nämlich über Energieflüsse, über Machtverhältnisse und eine ganze große Reihe von Abhängigkeiten.
00:04:29: Eigentlich darüber wer mit welchem Preis unseren Hunger stillt und wessen Ressourcen wir dabei verbrennen?
00:04:36: Ich denke es ist höchste Zeit für einen neuen Formen vom Landverstand weil ich glaube der Hausverstand für die Beantwortung dieser Fragen nicht mehr ausreichen wird.
00:04:46: Ich habe Timo, wir kennen uns ja schon länger über Landschaft leben.
00:04:52: Timo du kannst mal etwas sagen damit wir wissen ob da Mikro funktioniert?
00:04:58: Es funktioniert nicht!
00:05:05: Haben wir dort unsere Technikerin?
00:05:14: Ja, er hat Timo ja schon
00:05:19: Und
00:05:20: die kennen ja schon länger über die Verbindung mit Landschaftleben.
00:05:28: Aber wir haben uns glaube ich jetzt erst einmal so richtig intensiv auf einer Zugfahrt zwischen Schlatmung und Dornbären unterhalten, stimmt es?
00:05:36: Das Dornband bin ich mir nicht mal sicher aber das war die Richtung.
00:05:40: auf jeden Fall.
00:05:42: Du
00:05:43: warst auf einer Veranstaltung, wenn ich das noch im Kopf habe.
00:05:45: Ich merke mir recht viel.
00:05:46: du warst glaube in der Veranstaltungen in Fußsache den höchst.
00:05:49: aber
00:05:51: Ja doch das kann sogar sein
00:05:52: und ich hab damals eigentlich schon seine unverblümte und klare Art Schätzen gelernt und ja auch die Gedanken seiner Betrachtung die so vielschichtig und unterschiedlich Und natürlich auch ein Stück weit amt wie valent sind vielleicht aus sein müssen.
00:06:10: Ja schön dass du da bist Timo.
00:06:12: Ja, vielen Dank für die Einladung und danke fürs Interesse.
00:06:16: Wir steigen auch gleich ein als wir machen das wie immer.
00:06:18: Wir quatschen ein bisschen über die wesentlichen und vielleicht auch spannenden Themen, die ich auch in einem ganz großen Maße aus seinem Buch entnommen habe.
00:06:29: Landverstand übrigens lesenswert absolut lesenzwert sehr spannend was man da drin findet Auch nicht immer sehr angenehm aber doch spannend.
00:06:40: Was hat dich als du dieses Buch geschrieben hast, Timo?
00:06:44: Abgesehen jetzt von deiner landwirtschaftlichen Expertise.
00:06:48: Den vielleicht doch ein Stück weit in Unruhe versetzt.
00:06:54: In Unruh versetzt hat mich eigentlich zu Beginn oder die unruhe, die ich gehabt habe – das war so die Motivation des Buches zu schreiben weil ich eben journalistisch tätig war am Anfang als Reporter quer durch alle Themen bei Puls IV damals und bei Servus TV und so.
00:07:11: Und ich habe dann eben auch, weil meine Herkunft halt auch von landwirtschaftlicher Natur ist.
00:07:18: Habe ich doch immer die Agrarthemen so mit einem Auge so ein bisschen mitverfolgt.
00:07:22: und als dann auch diese Themen Klimaschutz
00:07:26: usw.,
00:07:27: auch um im Jahr um zwei Jahrzehnte herum, Kreataturenberg usw.. nochmal verstärkt an die Öffentlichkeit gekommen sind und diskutiert worden sind, habe ich einfach festgestellt dass ich in den Medien ganz viele Dinge gelesen habe über die Landwirtschaft.
00:07:41: Die ich so an der Uni nicht kennengelernt hab und auch mit dem was sich so daheim erfahren hat über das Wesen der Landwirtschaft überhaupt nicht zusammengepasst haben.
00:07:56: Es war dann auch so, dass viele dieser Aussagen jetzt in den Mediens hin oder von Umwelt NGOs und so gekommen sind auch nicht grundfalsch waren, sondern da war ganz oft ein wahrer Kern drin oder konnte man jetzt auch an der Formulierung quasi gar nicht sagen.
00:08:10: das ist jetzt gelogen und falsch.
00:08:12: Sondern der Kontext einfach das Auslassen von Zusammenhängen hat dann aber trotzdem so einen Zerrbild oft gezeichnet dass mich dann auch in Unruhe versetzt hat weil ich gedacht habe da kommt also vor allem die moderne Landwirtschaft konventionelle Landwirtschaft nennen kann.
00:08:31: Die kommt da eigentlich zu schlecht weg, die wird nur negativ betrachtet.
00:08:36: und um das gleich vorwegzunehmen man kann auch viel Negatives über die konventionele Landwirtschaft sagen.
00:08:41: ganz klar da kommen wir dann im Detail wahrscheinlich noch darauf zu sprechen.
00:08:45: aber was mich massiv gestört hat ist dass mal einfach die positiven Seiten die Errungenschaften die unglaublich großen Errungen schaften diese moderne Form der Landwirtschaft, die sich dann abgesetzt hat von dem wie man es Jahrtausende und Jahrhunderte lang gemacht haben.
00:09:01: Dass diese Errungenschaften überhaupt nicht teilweise thematisiert wurden.
00:09:04: Und ich wollte das einfach einmal für mich niederschreiben.
00:09:07: Ich habe ganz viele Jahre die Idee gehabt mal ein Buch zu schreiben und eben um diesen Zeitraum dann herum.
00:09:13: da war ich dann auch bei der Recherche Plattform Addendum falls es noch jemand kennt.
00:09:17: Da hab' ich einen Kollegen gehabt, der hat mich immer so bisschen gestichelt und gesagt hast du schon Konzept abgegeben für den Buch?
00:09:22: Dann bin ich heute noch dankbar weil Das habe ich dann irgendwann mal gemacht.
00:09:26: Sollte ursprünglich bei Erdendum rauskommen, das wurde dann beendet.
00:09:29: aber ich hab dann glücklicherweise über die Schiene den Verlag Cremia und Schere auch gefunden und es zu einem guten Ende gebracht.
00:09:38: Wir steigen später noch in diese Konflikte oder diese widersprüchlichen Themen genauer ein ohne jetzt gleich einmal in die Tiefe zu gehen... Du musst jetzt doch nicht gleich deine ganzen Rechercheergebnisse auspacken.
00:09:53: Aber die Frage, die brennt natürlich schon und die haben wir alle auf den Schirm.
00:09:57: Haben wir denn überhaupt genügend Nahrung für die Zukunft?
00:10:00: Wie sieht das aus?
00:10:01: Können wir in der Landwirtschaft oder anders gesagt vielleicht auch in dieser etwas romantischen Vorstellung der Landwirtschaft so wie man sie uns natürlich auch verkauft bzw näher bringt sind wir da überhaupt in der Lage ohne jetzt mal die großen Problemherde auszugrenzen, genügend Nahrung zu produzieren.
00:10:25: Jetzt komme ich mit der langweiligen Standard-Ausstandard.
00:10:29: Antwort eines Recherchemenschen und dann würde ich antworten das kommt darauf an was wir jetzt unter ausreichend verstehen und es kommt darauf an, wie sich gewisse Dinge weiterentwickeln.
00:10:43: Wir
00:10:43: wollen ja noch gar nicht in die Tiefe geben, wir wollen einfach mal so ganz pauschal...
00:10:46: Also ganz pausal würde ich sagen auf jeden Fall ist das Potenzial da dass man zehn Milliarden Menschen, die wahrscheinlich in zwanzig dreißig Jahren sein werden, dass man die ernähren kann.
00:10:58: Aus der romantischen Sicht?
00:11:00: Nur mit der romantischen Sicht also Nur mit Formen der Landwirtschaft, die wir sie vor hundertfünfzig Jahren betrieben haben könnten wir schon die jetzige Weltbevölkerung nicht mehr nähern.
00:11:11: Also weil das für mich eine der beeindruckendsten Grafiken oder Zahlen sind, die ich auch immer wieder bringe im Jahr eighteenhundert haben auf der Welt weniger als eine Milliarde Menschen gelebt.
00:11:24: Im Jahr neunzehn vierundsiebzig, als ich geboren worden bin waren es vier Milliarden und heute sind es acht Milliarden.
00:11:30: Diese Zahlen müssen uns glaube ich die Augen aufmachen und uns erkennen lassen, dass so wie wir Landwirtschaft bei hundertfünfzig Jahren betrieben haben.
00:11:39: Dass es so zehn Milliarden Menschen nicht ernähren kann.
00:11:42: Wobei auch diese Form der Landwirtschaft Vorteile gebracht hat zum Beispiel für die Vielfalt der Kulturlandschaft.
00:11:49: Auf jeden Fall.
00:11:50: Wir kommen dann später nochmal zu ein paar ganz spannenden Betrachtungen weil ich das so jetzt mal in Frage stelle.
00:12:01: Du plädierst in deinem Buch für eine neue Sicht auf die Landwirtschaft und das kann man auch gut nachlesen, aber was bedeutet dass in einer Zeit in der Ernährung zu einem doch relativ global großen Konflikttema wurde?
00:12:16: Wir sehen es ja eigentlich auch beim Einkauf des Lebensmittelpreises.
00:12:21: wahrlich explodieren auch im landwirtschaftlichen Bereich.
00:12:25: Und ich stelle mir jetzt die Frage, diese Sicht auf die Landwirtschaft geht es jetzt um mehr Verstand in der Landwirtschaft oder geht das jetzt um ein neues Verständnis der Gesellschaft für die Landwirtschaft?
00:12:40: Also ich würde sagen beides.
00:12:41: Mehr Verstand kann ja nie schaden.
00:12:43: Auch ich hätte gerne mehr verstanden als den, den ich habe.
00:12:47: also ich wollte auch nicht ausdrücken dass ich sozusagen wie man so sagt, die Weisheit mit Löffel gefressen habe und nichts mehr dazulehren kann.
00:12:53: So ist es also überhaupt nicht!
00:12:55: Also ich glaube wir können alle immer noch mehr Verstand uns aneignen aber in erster Linie war schon die Motivation Verständnis in der Gesellschaft für die vielfältigen Zusammenhängen vor allem auch für die unglaublich vielen Zielkonflikte auf die man stößt wenn man sich mit Ernährung Landwirtschaft befasst für Verständnis zu werben, quasi.
00:13:21: Und es hängt sehr vieles mit sehr vielen zusammen und es gibt einfach nicht diese eine Patentlösung, mit der wir sozusagen alle Probleme in Griff kriegen sondern das ist wahnsinnig viel schichtig und eine gute Zukunft muss auch viele unterschiedliche Lösungswege zulassen.
00:13:42: Also das heißt so ein bisschen mehr... Verständnis für die Landwirtschaft aus der Gesellschaft und auf der anderen Seite aber auch mehr verständnis, der Landwirtschaft.
00:13:53: Für die Konsumenten.
00:13:54: das wäre eigentlich ein guter Mittelweg mit dem wir mal ganz gut fahren können?
00:13:57: Ja ja schon.
00:14:05: Gehen wir vielleicht zurück auf unser eigenes Thema nämlich Nahrungsmittel Und Wir haben es ja damit eine ganze Reihe von Widersprüchen zu tun.
00:14:16: Einen freut man natürlich Nachhaltigkeit Bio-Produkte.
00:14:21: Wollen aber natürlich einen Preis, der das gar nicht möglich macht wirklich gute Lebensmittel produzieren zu können in dieser Liga.
00:14:29: Wir reden auf der einen Seite von Fortschritt wir sprechen viel von Digitalität auch in der Landwirtschaft Natürlich auch Gentechnik zu dem man auch noch kommen werden.
00:14:41: Aber auf der anderen Seite vertrauen diese Konsumenten doch lieber dem natürlichen, das sind wir wieder bei einem romantischen Bild.
00:14:50: Oder aber auch die Stadt bestimmt letztlich was Konzumenten wollen und das Land trägt letztlich die Folgen.
00:15:01: Welche Doppelmoral steckt da eigentlich in diesen Denken rund um diese Ernährung?
00:15:08: Also vielleicht anders gefragt noch.
00:15:10: Wie kommen wir aus dieser Emotionalität raus?
00:15:13: Weil ich stelle mal die Frage, wie entsteht überhaupt diese Emotionalkeit in all diesen ganzen Themen, in all den ganzen Betrachtungen?
00:15:23: Ja, wie die Emotionalitäten entstehen, ich glaube da gibt es ja Theorien dass man halt sagt Essen ist halt sowas Ursprüngliches Das ist so was... das ist halt wie Atmen.
00:15:34: also Man kann jetzt als Mensch in alle möglichen Richtungen sein Leben entwickeln.
00:15:37: aber dass man halt atmen müssen und essen müssen, das haben wir alle gemeinsam.
00:15:42: Und schlussendlich steckt man da ja auch Materie in seinen Körper hinein und deswegen ist es vielleicht noch einmal emotionaler wie jetzt welches Fahrrad ich mir kauf oder dergleichen Dinge.
00:15:58: Was vielleicht noch hinzukommt, ist, dass die Landwirtschaft vielleicht eine Projektionsfläche auch durch Bilder, die teilweise auch die Landwirtschaft selber befördert und auch das Marketing.
00:16:10: Die Werbung von dieser guten alten Zeit, von diesen schönen romantischen Bildern von der Kuh auf der Weide und vom besten noch von den Bauern mit der Sense
00:16:23: usw.,
00:16:25: da kann man vielleicht auch so ein bisschen Sehnsucht reinprojektieren weil wir doch ja in einer wahnsinnig modernen Welt leben.
00:16:30: also... Wir rennen alle mit dem Handy heute herum Getriebene, also ich gehe jetzt mal von mir selber aus.
00:16:37: Man ist ja doch stückweit getrieben von dem modernen Leben das wir so führen.
00:16:43: und ich bin selbst durchaus auch nostalgiker wenn ich Bilder sehe wie Landwirtschaft vor hundertfünfzig Jahren funktioniert hat wenn da die Pferde über den Acker gegangen sind und den Flug gezogen haben dann finde ich es auch wahnsinnig faszinierend und interessant anzuschauen und drüber nachzudenken.
00:17:02: und gleichzeitig Weiß ich aber, dass dieses Leben von damals keinesfalls irgendwie erstrebenswert ist.
00:17:10: Weil es halt wahnsinnig anstrengend war.
00:17:12: Es war schlussendlich Sklavenarbeit.
00:17:14: die Leute haben wirklich sich im wahrsten Sinne den Buckelkrumm geackert.
00:17:20: Ich habe jetzt gerade neulich mal wieder den Film hier vielleicht auch viele kennen Schwaben Kinder mit dem Tobias Moretti gesehen.
00:17:28: Wo halt eben die Kinder aus Tirol noch bis ins frühe zwanzigste Jahrhundert, glaube ich, eben da nach Ravensburg und in die Gegend da verschlafen wurden.
00:17:37: Weil halt die Höfe dort einfach nicht genug abgeworfen haben, weil kein Geld da war, weil es Essen knapp war.
00:17:42: Und das will man ja wahrscheinlich nicht mal zurückhaben diese Zeit aber trotzdem... Ist das eine Projektionsfläche, wo man so einen Anker hat für so romantische Gefühle?
00:17:53: Aber spielen wir dann nicht ein Stück weit mit dem Feuer.
00:17:55: Auf deiner Seite haben wir nämlich langsam im Bereich der Ernährung mit.
00:18:03: sagen wir mal, Salok mit einigen Herausforderungen zu tun.
00:18:06: Auf der anderen Seite tue man alle noch so als wäre das eigentlich eh alles stemmbar und wir haben es ja eigentlich auch gesehen.
00:18:13: Was könnt ihr euch erinnern?
00:18:14: Das war doch letztes Jahr dieses Hochwasser in Spanien als gewisse Gemüsesorten bei uns über Wochen gar nicht verfügbar waren.
00:18:25: also diese Verantwortung die hier getragen wird auch seitens des Handels, seitens der Produzenten und folglich natürlich auch bei den Konsumenten gerne danken können.
00:18:41: Du meinst jetzt das Bewusstsein dass Lebensmittel einfach nicht keine Selbstverständlichkeit sind?
00:18:48: Genau!
00:18:51: Die vergangenen fünfzig Jahre haben uns wahrscheinlich Sicherheit vorgegaukelt, weil schlussendlich ist es ja heute auch immer noch so.
00:18:59: Wenn wir in den Supermarkt gehen dann quellen die Regale über von Produkten aus aller Welt und Corona war mal ein kurzes Zwischenphase wo hier und damals was nicht schnell genug nachgeschlichtet wurde oder tatsächlich eben vielleicht mal kurzfristig nicht verfügbar war.
00:19:16: Das war glaube ich für unsere Generation und die Generation davor das erste Mal, dass man sowas wieder gesehen hat.
00:19:21: Für die Großeltern-Generation oder auch für Menschen aus Deutschland, die in der DDR aufgewachsen sind, war es ja zum Teil noch Alltag, dass mal das Regal eben nicht voll war.
00:19:32: Und schlussendlich würde jetzt auch gar nicht sagen, dass wir jetzt irgendwie kurz bevor sind, dass jetzt Nahrungsmittelknappheit sozusagen ein globales Phänomen wird.
00:19:43: Aber eins ist schon klar, es ist einfach keine Selbstverständlichkeit und deswegen bediene ich ja auch sozusagen für moderne Formen der Landwirtschaft.
00:19:52: Weil die halt in den vergangenen Jahrzehnten immer geschafft haben ein bisschen mehr zu produzieren meistens als wir so gebraucht haben.
00:20:01: In den achtziger Jahren hat man da noch über Überschüsse, über Milchsänen- und Butterberge gesprochen.
00:20:08: Eigentlich gibt's nur entweder Überschuße oder Mangel.
00:20:12: Weil das ist ja auch ein Wesensmerkmal, ein ganz wichtiges glaube ich der Landwirtschaft.
00:20:17: Dass sie jetzt im Gegensatz zu einer Autofabrik also der Elon Musk kann jetzt heute beschließen Im Jahr zwartausend sechsenzwanzig baue ich weisen nicht, zweihundertfünfundsiebzig Millionen Autos und dann wird er das wahrscheinlich punktgenau schätze mal hinkriegen können.
00:20:34: Die Landwirtschaft kann aber nie sagen wir produzieren jetzt genau so undsoviel Millionen Tonnen Weizen Weil halt die Natur da noch mitspielt, sprich also das Wetter, die Witterung möglicher Schädlingsbefall und so weiter bewirkt halt dass man vorher nie so genau weiß wie viel man ernten kann.
00:20:54: Und wenn ich jetzt, jetzt wäre es ja nachhaltig zu sagen Ich sehe genauso viel ein Wie ich nachher brauchen werde weil dann habe keine Überschüsse produziert oder vielleicht kalkuliere ich noch ein bisschen eine Lagerung für schlechte Zeiten aber Das kann halt leicht durch das Klima oder durch das Wetter in dem Jahr einen Strich durch die Rechnung machen, deswegen muss man eigentlich immer ein bisschen mehr produzieren als wir nachher brauchen.
00:21:19: Was für die Landwirte dann aber unter Umständen auch wieder schlecht ist, weil dann sinkt der Preis in diesem Jahr und dann sind sie auch wieder unzufrieden mit Recht.
00:21:26: also da sieht man schon allein dass es gar nicht so einfach zu sagen was ist die richtige
00:21:31: Linie?
00:21:31: Genau!
00:21:31: Und im wunderbare Übergang will ich ein Beispiel da drin gelesen in den Bruch, das hat mich absolut fasziniert gleich.
00:21:38: gleich zu Beginn.
00:21:41: Und es ist das Radiesien-Experiment, Timo?
00:21:46: Erklär's mal!
00:21:46: Ja ich habe halt eben den Buch um mal so ein bisschen... Ich wollte halt versuchen oder ich hab versucht einen Bild zu zeichnen um das Wesen der Landwirtschaft vielleicht ein bisschen näherzubringen und da habe ich quasi dann aufgefordert jeden der vielleicht das Glück hat daheim einen kleinen Garten zu haben oder Stück Wiese zu sagen, okay ich möchte jetzt Radieschen anbauen für meinen Salat.
00:22:12: Was muss ich eigentlich tun?
00:22:13: Und wenn man sich das mal wirklich durchdenkt dann stellt man fest, ich kann jetzt nicht einfach hergehen mit die Radieschensamen irgendwie im Supermarkt kaufen und das dann auf die Wiese schmeißen.
00:22:23: also das ist vielleicht jedem so intuitiv klar.
00:22:26: Das wird wahrscheinlich nicht funktionieren, weil da sind eben andere Pflanzen die sozusagen das Wasser wegnehmen.
00:22:33: Die Nährstoffe wegnehmen, das Licht für sich in Anspruch nehmen und darauf wird das Radieschen nicht wachsen.
00:22:37: also muss ich als erstes mal das Stück Wiese umgraben Und es ist schonmal der schweißtreibende Arbeit für jeden der das noch nicht gemacht hat mit dem Spaten irgendwie solche Erdschollen auszuheben, das Umzutrehen und dann hat man da so grobe Schollen liegen Da muss man das noch irgendwie zerkleinern, dass man das schönes feiner Saatbett hinkriegt.
00:22:54: Dann kann man da Rillen machen, die Samen reinlegen und wieder zumachen.
00:22:59: Und dann, wenn es nicht regnet, ein bisschen gießen und dann kommen die Same.
00:23:05: Warum ich das Beispiel auch gebracht habe ist... Das ist schon das erste, dass man da eigentlich einen Eingriff in der Natur gemacht hat.
00:23:13: Weil so ein Stück Acker den gibt's ja in der natur nicht.
00:23:15: Also in deratur gibts nirgends wo ein blankes Feld also größere Abschnitte zumindest.
00:23:21: Also vielleicht ganz früher, wenn die Mammuts mal irgendwo rumgedrampelt sind ist es natürlich ein bisschen mal ein offener Boden.
00:23:26: aber dass man so ein größeres Stück blanker Bodendah legt wo man eine neue Saat ausbringen kann das gibt's in der Natur nicht?
00:23:32: Das heißt also jeder der Landwirtschaft betreibt macht zum einen einen riesigen Eingriff in die Natur einfach per se und des nächstes dann wenn man jetzt wartet dass die Samen aufgehen da hat man immer noch keine Ernte sondern wenn man dann weiterhin nichts tut und jeder, der einen Garten hat kann das wahrscheinlich leicht nachvollziehen.
00:23:50: Dann wird man nach einer gewissen Zeit feststellen dass da neben den Radieschen noch andere Pflanzen sich bemerkbar machen.
00:23:56: Das nennen wir in der Landwirtschaft Unkraut.
00:23:58: Man kann es auch ein bisschen politisch korrekt als Beikraut bezeichnen oder als Wildkräuter sind alles richtige Bezeichnungen.
00:24:05: Aus Sicht der Landwirtschaft ist es halt deswegen ein Unkrauth weil das wiederum Konkurrenzpflanzen zu meinen Radieschien sind.
00:24:11: also wenn ich dieses Wenn ich diese Wildkräuter einfach wuchern lasse, dann wird innerhalb kürzester Zeit wenn meine Radieschen überwuchert sein weil es einfach Pflanzen gibt die viel besser angepasst sind an sozusagen ans Inruhe gelassen werden und meine Radießchen die sind halt drauf angepasste dass ich als Landwirt oder Bauer oder Gärtnerin Pflanzenschutz betreibe.
00:24:34: Weil ich nehme mich das Unkraut dann raus rupfen mit der Hand.
00:24:36: Dann habe hier zweites Reizwort schon sozusagen verwirklicht, nämlich ich habe dann Pflanzenschutzbetrieben.
00:24:43: Ich hab das Unkraut beseitigt, das ist der nächste Eingriff in die Natur und so kann man vielleicht ein bisschen nachvollziehen wenn man das jetzt im großen Stil versucht und auch noch versucht damit Geld zu verdienen Dann kann es schon spannend und schwierig werden weil wenn das Radiesien-Experiment im eigenen Garten, wenn das jetzt dann schief geht, dann passiert da nichts weiter, weil dann kaufe immer die Radieschen halt beim Sutterlütte oder mein Billa oder sonstwo ist nichts weiter passiert.
00:25:10: Aber wenn ich das eben im großen Stil machen will und dann sozusagen die Versorgung der Menschen gewährleisten will, dann kommen da halt allerlei weitere Probleme auf mich zu.
00:25:30: Genau!
00:25:31: Ja,
00:25:32: das ist ein wunderbares Beispiel.
00:25:33: Weil dann irgendwann Loss macht's und züchtet halt was anderes.
00:25:37: Da
00:25:37: ärgert man sich ja!
00:25:38: Und wenn... Dann hat man vielleicht da Wochen und Monate, es gibt ja auch Kulturen Radieschen die kann ich nach ein paar Wochen ernten aber dann gibt sie auch Kulturen.
00:25:45: die muss ich bald einen Jahr lang betreuen und danach schaue ich einen Raps oder so.
00:25:49: den sehe ich im August und im nächsten Juli kann erst ernten.
00:25:54: Wenn mir das dann kurz vor der Ernte da ein Hagel drüber geht oder irgend ein Schädling irgendein Insekter sage nicht mehr Jedes Lebewesen hat ein Recht, sondern dann kriege ich so einen Hals und ärgere mich dass meine Ernte kaputt geht.
00:26:07: Ja
00:26:08: und dann wird es deutlich.
00:26:10: Timo bleiben wir vielleicht noch ganz kurz beim Anbau bevor man ins eingemachte rein springen.
00:26:15: welche Mythen über gute Ernährung oder gute Lebensmittel oder gute Nahrungsmittel halten sich denn besonders hartnäckig?
00:26:25: Ich glaube eines der was man da immer als erstes in den Sinn kommt ist sozusagen das natürliche Lebensmittel das Natur belassener Lebensmittel.
00:26:32: ja
00:26:32: und ich kann den die Intention solcher Bezeichnungen verstehen.
00:26:38: Es ist zum Stück weit ja auch insofern gerechtigt, als dass ich jetzt auch nicht hier Werbung machen will für hochverarbeitete Lebensmittel, die mit Zucker und Salz und sonstigen Zusatzstoffen tot gemischt sind quasi.
00:26:51: Also das ist auch was, was jetzt ich nicht unter gesunter Ernährung verstehen würde.
00:26:56: aber der begriff natürliche Lebensmittel geht ja weiter.
00:27:01: also es ist dann die Erwartung dahinter dass das eben, ja also so ein bisschen die Vorstellung, dass man sozusagen kaum irgendwas tun muss um dieses Lebensmittel zu ernten.
00:27:13: Wenn es halt dann gerade geht Richtung Pflanzenschutz.
00:27:18: Landwirtschaftliche Betriebe setzen Pflansenschutzmittel ein.
00:27:21: Das wird als Chemie gesehen, sozusagen als Gegensatz zum natürlichen Lebensmittel und da fängt's schon an schwierig zu werden.
00:27:29: Also aus meiner Sicht schon von vornherein einen Mythos.
00:27:33: Also ich sage das manchmal auch, um zu provozieren.
00:27:38: Es gibt überhaupt gar kein natürliches Lebensmittel außer vielleicht an Wildschweinbraten wenn ihr die Sau im Wald abschießt oder Panüse die vom Baum fallen.
00:27:47: aber ansonsten sind eigentlich alle Lebensmittel die wir essen Wenn man so will ja es ist immer ein bisschen Definitionssache Aber nach meiner Definition eigentlich nicht natürlich Erstens mal weil sie nicht natürlich wachsen.
00:28:00: Ich habe schon gesagt und es gibt keinen Acker in der Natur Das ist schon mal per se unnatürlich, dass ich einen Acker habe.
00:28:07: Und auch wie diese Pflanzen aussehen, ist nicht mehr natürlich weil das sind alles Zuchtformen die der Mensch über Jahrtausende hinweg manipuliert hat gezüchtet hat bei weitem nicht mehr so aussehen wie ihre ursprünglichen Wilden verwandten.
00:28:25: also gibt es dann so schöne Beispiele wenn man sich die Wildform von einer Karotte anschaut geblass, weißes Wurzel.
00:28:35: Da kommt man fast nicht drauf dass das mit einer Karotte was zu tun hat.
00:28:38: und es ist aber jetzt nicht irgendwie Gentechnik oder so die das verändert haben sondern einfach Menschen haben über Jahrtausende hinweg sich immer die Pflanzen ausgesucht die für aus ihrer Sicht Vorteile mitgebracht haben dickere Körner bis auch ein Geschmack weniger Bitterstoffe usw.
00:28:55: Die haben sie weiter vermehrt und weiter gezüchtet und so sind unsere Kulturpflanzen entstanden.
00:28:59: Und diese Kulturpflanzen sind eben das Gegenstück zu einem, sage ich mal Naturgewächs und diese Kultur Pflanzen brauchen wiederum die Hege- und Pflege der Bäuerin, des Landwirts, der Gärtnerin usw.
00:29:14: Deswegen ist es sozusagen schwierig, wenn man diesen Glau, wobei da aber auch die Landwirtschaft mit ein Teil beigetragen hat weil sie auch gerne mit diesem Bild wirbt natürliche Lebensmittel usw.. Wenn ich noch Einschränker machen darf, weil ich jetzt gerade im Verlandschaft leben ein Report recherchiert habe zum Thema Kulturlandschaft und Tourismus und Lebensraum.
00:29:39: Und das ist ja das gleiche also der Terrorismus
00:29:41: z.B.,
00:29:42: da wirbt sehr gerne mit der schönen Natur Hotel XY in einer wunderschönen Naturlandschaft.
00:29:48: dann sieht man da im Hintergrund die Almen und die Kuh und so weiter auf der Alm oder die Schafherde Landschaften mit Feldern und Wiesen und Weiden.
00:30:00: Das ist auch alles nicht Natur, weil wenn es Natur wäre dann also man muss sich vergegenwärtigen die Alpen, die waren vor acht tausend Jahren das war ein Dschungel, das war eine Wildnis, bis auf die Baume bis zu zweitausend Meter hoch waren das Großteils dichte Wälder, die wenig Aussicht geboten haben.
00:30:23: In den Tälern war alles versumpft.
00:30:26: Deswegen ist auch die Besiedelung teilweise eben über ein Berg passiert und an den Berghängen hat man erst mal sich niedergelassen, aber was gekern der Botschaft ist... Die Landschaft in der wir hier leben, ist deswegen entstanden weil sozusagen der Mensch ein Stück weit der Natur Fläche abgerungen hat.
00:30:47: also man hat die Wälder gerodet Man ist mit der Axt hergegangen auch mit dem Feuerrandrodung ist nichts, was in Brasilien erfunden wurde.
00:30:55: Sondern das haben wir schon vor tausenden Jahren gemacht.
00:30:58: hier und so ist diese Kulturlandschaft entstanden war auch natürlich ein unfassbarer Eingriff in die Natur.
00:31:04: wenn man wenn man das heute machen würde wird man erstens mal würden alle sagen verrückt und man wird auch keine Genehmigung dafür kriegen.
00:31:15: aber das ist passiert halt lange zurück.
00:31:16: deswegen sind uns dessen nicht mehr bewusst.
00:31:18: aber es waren wahnsinnige Eingriffe in die Natur, wahnsinnig Umweltsungen mit wahnsinnigen großen Konsequenzen zum Fluch und Segen.
00:31:29: Also das Segen ist halt dass wir jetzt hier leben können und Essen haben aber mit der ursprünglichen Natur hat es nicht mehr viel zu tun.
00:31:38: Und die Botschaft von dir so eben?
00:31:40: Es gibt keine natürlichen Lebensmittel.
00:31:43: Dimo Künzle hat nicht nur Freunde.
00:31:47: Ja also das will nicht jeder hören.
00:31:50: ich gebe ja auch zu Man kann jetzt natürlich, wie gesagt ich provoziere auch manchmal gerne um vielleicht irgendwie wach zu rütteln oder einfach mal... Ich mag das immer nicht so wenn sich alle einig sind.
00:32:02: Dann habe ich mir gerne auch
00:32:05: eine Provokation
00:32:05: raus.
00:32:05: Jetzt
00:32:06: kommen wir mehr in dieses Feld der Zielkonflikte und jetzt wird es ja meines Erachtens richtig spannend weil wir haben ja ganz große Zielekonflikte zum einen technologischen Innovationen schon angesprochen Digitalisierung dann natürlich das große Thema Gentechnik, dann die ganze Düngemittel-Thematik.
00:32:28: Was bedeutet das letztlich?
00:32:31: Ohne dass wir jetzt gleich in diese Themen reingehen weil das werden wir jetzt folgen sowieso tun was bedeutet es für die Zukunft der Landwirtschaft?
00:32:41: Du meinst jetzt...
00:32:43: Entschuldigung!
00:32:43: Die Zukunft der Nahrungsmittel Diese Zielkonflikte.
00:32:51: Aus meiner Sicht bedeutet das eben, dass es nicht für die Zukunft der Ernährung irgendwie das eine Patentrezept gibt.
00:32:59: Sondern, dass man diese Zielkonflikte immer vor Augen haben müssen.
00:33:05: und bei der Landwirtschaft geht's meines Erachtens nicht drum, dass jetzt einer sagt oder ein nehe ich habe jetzt da die Patentlösung so muss man sie machen dann haben wir alle Probleme beseitigt sondern Und dann gibt es keine negativen Folgen von irgendwas mehr, sondern die große Herausforderung aus meiner Sicht ist eben das Austarieren dieser Zielkonflikte.
00:33:27: Also dass ich... Es geht nicht darum keinen Umwelt- und Klimaschutz mehr zu machen nur noch Nahrungsmittel zu produzieren und genauso umgekehrt kann ich aber nicht sagen Ich schaue jetzt nur auf Biodiversität oder nur noch auf Klima und vergiss dabei Nahrungsmittel zu produzierend weil wir haben so ein bisschen Tendenz in der EU dass man gerne ein bisschen Schlagseite jetzt in den vergangenen Jahren gehabt haben Richtung wichtiges Mal Klimaschutz und Biodiversität usw.
00:33:55: Und dadurch haben wir viel Produktion auch verlagert, noch Südamerika oder in andere Weltgegenden wo wir dann zunehmend Lebensmittel importieren.
00:34:05: Dadurch haben wir sozusagen die ökologischen Probleme, die zweifellos entstehen mit der Nahrungsmittelproduktion haben wir nicht beseitigt, sondern wir haben sie einfach verlagert in einem anderen Kontinent.
00:34:15: Fühlen uns dann gut dabei?
00:34:17: Weil wir haben jetzt wieder was getan fürs Klima und für das Umwelt
00:34:19: usw.,
00:34:20: aber eigentlich haben wir uns ein bisschen in die Tasche gelogen weil wir es nur verlagern.
00:34:23: Jetzt werden wir mal ein wenig konkreter.
00:34:26: im Zuge der Naturgefahrentagung hier in Dornbären sagt er ein Klimawissenschaftler dass sich gerade hier des Rheintal ganz besonders stark erwärmt und auch in Zukunft erwärmen wird.
00:34:40: Die unbewohnbare Erde, ich weiß nicht ob du das Buch kennst.
00:34:44: Absolut empfehlenswert hat ein amerikanischer Journalist geschrieben.
00:34:49: die ersten hundertzeiten sind wirklich harter tobak.
00:34:52: also da geht es ins eingemachte und der ich eigentlich nur hergangen hat einmal die ganzen die ganzen klimastudien berichte zusammengetragen und in dieses buch verfasst Und dieser David Wallace-Wales schreibt, dass bei einem Temperaturanstieg von nur zwei Grad, wir sind immer so weit entfernt von diesen zwei Grad.
00:35:20: Beispielsweise im Mittelmeerbereich weite Teile gar nicht mehr bewirtschaftet werden können weil sie einfach verstecken.
00:35:28: Lass mal einfach mal so stehen und ich stelle mir die Frage was bedeutet das jetzt für unsere Versorgung?
00:35:34: Was bedeutet das für die heimische Landwirtschaft?
00:35:37: Da gehen wir jetzt gar nicht so über diesen Rand raus, also auch auf die österreichische Landwirtschaft.
00:35:41: Und was bedeutet das... ...für uns als Konsumenten?
00:35:46: und ich weiß ja nicht ob es das in Österreich gibt.
00:35:49: Ich weiß es wirklich nicht aber in der Schweiz gibt's verfassungstechnisch geregelt eine Lebensmittelversorgungssicherheit.
00:36:01: Bürgern in der Schweiz garantiert, dass die Grundnahrungsmittel eben hier auch in Zukunft produziert und erzeugt werden können.
00:36:14: Also
00:36:14: vielleicht einmal ganz konkret runtergrießen.
00:36:19: Gerade das Thema Erderwärmung ist für mich aus meiner Sicht her mit unseren romantischen Bildern und unseren romatischen Betrachtungen der Nahrungsmittelproduktion.
00:36:33: Und die Landwirtschaft ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine relativ große und sehr schnell kommende und wachsende Herausforderung.
00:36:43: Ist das eine Fehlannahme oder haben wir dann Plan B?
00:36:50: Also Fehlahnahme ist es auf keinen Fall.
00:36:52: Jeder, der landbewirtschaftet hat es in den vergangenen zehn Jahren, in vielen Jahren erleben können dass das Wetter einfach verrückt spielt oder die Witterung.
00:37:04: Es gibt zunehmend Jahre, die sehr trocken sind dann gibt's wieder wie vergangen September.
00:37:11: also das weiß ich auch noch.
00:37:12: da war ich eine Woche lang sozusagen im Dauer also da war ja fast ein bisschen Sensationslüstern wo diese Front da gekommen ist, wo es dann Kaisen hat.
00:37:24: Auch in ganz Österreich, hauptsächlich in
00:37:28: Niederösterreich.
00:37:29: Wo schon eine Woche vorher dreihundert-vierhundert Liter Regenburg Quadratmeter vorausgesagt wurden.
00:37:37: und wenn man eben in der Landwirtschaft oder irgendwie was mitwett ... Also in der Landschaft hat man immer viel mit Wetter zu tun.
00:37:44: der Bauer ist oder Bäuerin, der kann mit diesen Zahlen was anfangen.
00:37:47: Also zum Beispiel da wo ich herkomme aus dem Kreichgau in Baden-Württemberg, da haben wir ungefähr im Jahr siebenhundertfünfzig Milliliter Jahresniederschlag.
00:37:57: und wo ich dann gehört habe es sollen da innerhalb von achtundvierzig Stunden oder so drei oder vierhundert Liter regnen.
00:38:04: Da habe ich gedacht das kann gar nicht, das gibt's nicht, dass kann nicht sein Das ist unmöglich.
00:38:09: Es waren ja dann, glaube ich so an die drei Hundert oder so und es war teilweise katastrophale Ausmaße.
00:38:19: Gleichzeitig muss man wieder sagen... Also das ist natürlich auch schrecklich und viel passiert und so.
00:38:28: aber wäre der gleiche Regen vielleicht vor hundert oder zweieinhalb Jahren kommen wären die Auswirkungen vielleicht viel schlimmer noch gewesen.
00:38:35: möglicherweise weil Und da bin ich sozusagen auch nicht ganz so pessimistisch wie manche.
00:38:41: Also Menschen haben sich natürlich auch sehr viel besser schon angepasst an solche Wetterkapriolen.
00:38:49: Es gibt inzwischen viel bessere Vorhersagen, es gibt Hurricane-Warnsysteme und dergleichen und es gibt also auch An den Küsten wird das gemanagt wenn Hochwasser kommt.
00:39:04: Bitte nicht falsch verstehen, ich will da jetzt keine Probleme kleinreden.
00:39:08: Ich glaube nur das auch beim Klimawandel so ein bisschen ist dass mir das teilweise schon zu sehr in den Katastrophismus geht und sozusagen... also ich habe es gerade bei einem anderen Buch
00:39:19: d.h.,
00:39:20: dass das andere Klimabuch einen Artikel beitragen können und da ist unter anderem auch ein Interview drin mit eben der Hannah Richie von Our World In Data und die sagt halt klar Ja, es werden natürlich mehr Wetterkapriolen und ja wir haben damit großen Herausforderungen zu kämpfen.
00:39:36: Aber gleichzeitig haben wir noch nie so wenige Opfer von Naturkulastrophen gehabt wie heutzutage.
00:39:40: Und das ist jetzt vielleicht für manchen auch wieder so eine Botschaft zum Schlucken.
00:39:46: aber die Daten zeigen das einfach.
00:39:49: Da ist auch wieder somit... Man muss da beide Seiten sehen.
00:39:53: Wir
00:39:57: reden jetzt nicht von menschlichen Opfern, sondern wir reden jetzt eigentlich über die Landwirtschaft.
00:40:01: und wenn man natürlich solche Dinge in einer geballteren Ladung erleben dann haben wir natürlich einfach... Wenn zum Thema Versorgungssicherheit geht, natürlich stehen wir vor großen Herausforderungen.
00:40:15: Meine Frage war ja, gibt es so was in Österreich wie eine versorgungssicherheit?
00:40:21: Eine garantierte Versorgungs-Sicherheit für die Österreicher?
00:40:25: ist sowas überhaupt.
00:40:26: Kommt jetzt wieder darauf an, was man gerne essen würden also jetzt ganz...
00:40:30: Na ja wenn wir nichts zu essen haben dann reichen die Grundnahrungsmittel.
00:40:35: Wir sind glaube ich jetzt sehr gut gut aufgestellt, sagen wir so.
00:40:39: Aber je nachdem welches Lebensmittel man sich anschaut es gibt Lebensmittel wo man deutlich mehr produzieren in Österreich als wir verbrauchen.
00:40:46: das ist zum Beispiel Rindfleisch, Milch Schweinefleisch und solche
00:40:52: Sachen... Haben wir dann hundertprozentige Versorgung?
00:40:53: Da haben wir sogar bei teilweise Hundertfünfzig, Hundertsiebzig Prozent liegt dabei jetzt nicht dran unbedingt daran dass wir da eben eine komplette Fehlkalkulation haben sondern das ist wiederum der Tatsache geschuldet dass Österreich zu großen Teilen Grünland geprägt ist, also die Alpen.
00:41:09: Dort kann ich schlecht an Weizen oder so anbauen.
00:41:14: in den Höhenlagen da ist es für den Weizen zu kalt, zu feucht, zu bergig.
00:41:20: Da kann sich das vielleicht auch vorstellen, so steile Wiese wo vielleicht heute noch einer mit so einem Geländegängigen Ding des Grasmähter kann ihn nicht mit der Mähdrescher fahren.
00:41:33: Schon allein deswegen kann ich da nicht professionell sozusagen Getreide anbauen.
00:41:37: Das heißt, jede Region hat halt sozusagen landwirtschaftlich gesehen auch ihre Stärken und Schwächen und es wird in einer Region das angebaut was halt auch gut funktioniert.
00:41:47: also im Burgenland oder in Niederösterreich da keine gute Gemüse oder auch Getreiden anbaut weil da ist es flach dort habe ich dieses Wärmer als jetzt irgendwo auf tausend Metern.
00:41:59: Da haben wir ganz andere Landwirtschaft.
00:42:00: Also das kann überhaupt nicht vergleichen mit der Landwirtschaft die wir da im Berggebiet haben.
00:42:05: Und deswegen gibt es in Österreich halt bei unterschiedlichen Lebensmitteln unterschiedliche Selbstversorgungsgrad.
00:42:11: Das beste Beispiel ist auch Südfrüchte, die wachsen bei uns gar nicht.
00:42:15: Jetzt könnte man sagen okay Vitamin C dazu brauche ich keine Zitronen oder Orangen das habe ja auch im Kraut oder in anderen Dingen, die bei uns wachsen.
00:42:25: aber wir ernähren uns halt auch nicht nur so wie es jetzt sozusagen das Land hergeben würde, sondern werden ernst in der Regel so, wie es uns halt schmeckt.
00:42:34: Und wenn ich jetzt Lust habe auf Orangenkuchen dann kaufen wir halt Orangen und backen Kuchen damit oder also ja...
00:42:44: Ich bleibe noch mal ganz kurz bei diesem Klima, bei dieser Klimaveränderung, die sagen wir jetzt haben für Klimaver Änderungen um das ein bisschen zu entschärfen Gibt es da landwirtschaftstechnisch aus deiner Sicht heraus?
00:42:55: Gibt's da bereits heute Überlegungen, wie wir diesen Herausforderungen gegentreten werden?
00:43:02: Das sind ja keine Entwicklungen die jetzt schon in den letzten fünfzig Jahre uns in irgendeiner Form begleitet haben.
00:43:09: Sondern das sind Entwicklungen, die jetzt ziemlich rasant und geballt auf uns zukommen.
00:43:14: Also es gibt zum Beispiel im Ackerbau Verfahren, die sind jetzt per se nicht neu aber Die haben jetzt noch mal neue Relevanz gewonnen.
00:43:25: Eines davon, das nennt sich Direktzart und ich kann gleich kurz erklären was es ist.
00:43:31: aber mit der Direktzeit habe ich sozusagen die Möglichkeit meinen Acker besser vorzubereiten für so ein Starkregen.
00:43:38: zum Beispiel bei DirektZart.
00:43:40: also In mir herkömmlichen Sinne war es ja so, dass wenn man Weizen angebaut hat oder wollte dann hat man den Acker einmal rumgepflügt.
00:43:48: Man hat die Erde einmal rumgedreht sowie ich es vorhin bei dem Radieschen beschrieben habe.
00:43:52: Hat das geäckt damit wir einen schönen feinen Boden hatten und dann hat er mal gesät.
00:43:57: Wenn ich das jetzt mache, wenn ich da so ein feiner Boden liegen hab Und dann kommt mir ein starker Regen und ich bin noch dazu am Hand Dann kann's mit den Boden natürlich innerhalb kürzester Zeit wegschwemmen und er landet dann irgendwo in dem Dorf unten im Keller.
00:44:14: Das will ich natürlich nicht, das spülen du den fruchtbaren Boden weg.
00:44:21: Und bei dieser Direktzeit mache ich es eben nicht mehr, da habe ich sozusagen das abgeerntete Feld von der Vorkultur und dann kann ich dort ohne den Boden zu bearbeiten mit Spezialseemaschinen direkt rein sehen.
00:44:32: Da mache ich nur noch einen kleinen Schlitz und wenn die Körner abgelegt Und dann kann sozusagen die Pflanze wachsen, ohne dass der Boden gestört ist.
00:44:40: Das hat jetzt zum Beispiel den Vorteil, dass sie dann oben auf der Oberfläche noch Pflanzenreste liegen habe von meiner Vorkultur – das kann auch ein Zwischenfrucht gewesen sein, wo ich sozusagen Pflanzen extra in dieser Zwischenphase anbaue, die mir dann einfach Pflanzenmaterial schaffen.
00:44:57: Das liegt dann da und es qualte dem Regenwurm und dem anderen Bodenleben, weil Regenwirma wollen das überhaupt nicht, dass wir den Boden umdrehen wie man es seit Jahrtausenden machen.
00:45:09: Auch eine traditionelle landwirtschaftliche Technik die aber dem Regenwurm überhaupt nicht taugt eigentlich vor allem weil man natürlich heute auch tiefer pflügen kann wie früher und so jedenfalls mit dieser Direktzeit habe ich dann sozusagen Material oben, kann Humus aufbauen und wenn da jetzt ... Und die Regenwürmer machen mit tiefe Gänge auch Wurzeln von diesen Zwischenfrüchten.
00:45:30: Machen tiefe Wurzelkanäle und wenn jetzt ein starker Regen kommt, dann gibt es also im Internet ganz schöne Versuche, dann nimmt das Wasser viel besser auf.
00:45:39: Der Boden kann viel besser Wasser aufnehmen, wenn ihn sozusagen nett vorher zu Tode bearbeitet hat, jetzt ketzerisch gesagt.
00:45:47: Jetzt kommt gleich wieder der Zielkonflikt.
00:45:50: Die meisten Bauern, die dieses Verfahren voranbringen, denen wird ein steinenden Weg gelegt.
00:45:59: Wenn man sagt wir brauchen jetzt keinen Glyphosat mehr um mal das Reizwort reinzubringen.
00:46:03: Glythosat ist ein Unkrautvernichter der relativ günstig und entgegen vieler Meldungen relativ ungiftig ist.
00:46:15: mit dem kann ich einmal sozusagen die Pflanzen, töten und dadurch kann ich der Kulturpflanze den Vorsprung verschaffen, den sie vorher gehabt hätte wenn nicht pflüge.
00:46:31: Also andersrum erklärt noch mal Wenn ich den Boden einmal umdrehe dann habe ich ja auch sozusagen sämtliches Unkraut oder sämtsliche Pflanzen die da sind einmal unten reingegraben so dass ich oben wenn ich mein Weizen sehe das der einen Vorsprungen hat, dass er wachsen kann habe ich eben das nicht, dass ich den Boden umdrehe und dann macht man es halt indem man einmal... Das kann auch sein.
00:46:55: Es ist nur einmal alle paar Jahre aber einmal sozusagen den Acker wieder säubern kann von diesem Unkraut damit meine Pflanzen besser wachsen
00:47:03: werden.
00:47:03: So jetzt steht hier hinten drauf Wusstet ihr?
00:47:08: Wusstete!
00:47:09: Dass Koffein rund dreizehnmal giftiger ist als Glyphosat.
00:47:14: Ebsnek wusste, Timo liefert die Erklärung dafür
00:47:19: Ja, also das kann man nachschauen im Internet.
00:47:22: Da gibt es ja diesen LD-Fünfzig Wert, da schaut man einfach, dann gibt man Substanzen im Laborversuch, gibt man sozusagen Versuchstieren, Ratten, Kaninchen oder ähnliche Tiere und schaut dann... Man erhöht dann die Dosis immer weiter und schaut bei welcher Dosis sterben fünfzig Prozent meiner Versuchstehre?
00:47:42: Und darauf stellt man halt eben fest dass man, ich weiß jetzt die Zahlen nicht mehr genau, oder ähnlich Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht und Koffein halt eben nur ein paar Hundert.
00:47:58: Also die Zahlen weiß ich jetzt nicht mal auswendig, aber Koffeein ist deswegen giftig im Versuch auch weil das ein Insektizid ist.
00:48:06: Das ist ein natürliches Insekizid dass der Café-Strauch halt eben produziert und in seinem Samen einlagert damit dieser Samen nicht angeknabbert wird in der Natur.
00:48:18: Das ist ein Nervengift, das ist auch gut weil deswegen belebt es uns auch wenn wir Kaffee trinken.
00:48:24: Also ich glaube die neuesten Dinge sind ja dass man das mal glaub ich bei zwei drei Tassen Kaffees, dass es durchaus sogar positive Gesundheitserwirkungen hat.
00:48:32: Wenn ich aber hundert Tassen kaffee auf einmal trinkt dann bringt mir das um.
00:48:40: Also Zehn Milligramm Reinerskoffein, wenn es richtig im Kopf war, sind tödlich für den Menschen.
00:48:47: Das ist halt auch so wieder so und das haben wir jetzt noch gar nicht gebracht.
00:48:50: aber fünfhundert Jahre alte Grundregel der Toxikologie die Dosis macht das Gift.
00:48:58: Jeden Stoff kann ich soweit in die Höhe treiben dass er tödliche wirkt.
00:49:03: Auch reinste Wasser Und das ist jetzt auch kein Schmä Es ist auch ein Buch drin.
00:49:08: Es gab also mal Sportler, die beim Ein-Man in Frankfurt glaube ich war das... Also es ist tragisch.
00:49:16: Jemand nach dieser Vorsportfaltstandung so viel Wasser auf einmal getrunken, dass dann der Kaliumwert im Blut ins Ungleichgewicht kommt und daran kann man sterben.
00:49:28: Das ist tatsächlich jetzt kein Schmäh.
00:49:32: Die größten Gifte sind in der Natur zu finden?
00:49:38: Lass mal die Glyphosat-Sache stehen.
00:49:41: Ich möchte noch etwas anderes raus, nämlich die Frage aller Fragen, die in Verbindung mit Nahrungsmitteln überhaupt groß im Raum steht und immer wieder aufs Neue debattiert und diskutiert wird.
00:49:53: eines der schlimmsten Reizwörter schlechthin Gentechnologie.
00:50:00: Wovor fürchten sich die Menschen denn überhaupt?
00:50:06: Was steckt eigentlich in dieser Technologie
00:50:10: und
00:50:12: reicht es, das würdest du vor fürchten oder haben wir nicht schon längst irgendwie Gentechnologie um uns?
00:50:21: Ja also Wir alle essen gentechnik jeden tag Zum Beispiel zumindest wenn man Wenn man's rein wissenschaftlich sieht.
00:50:30: Also das kommt jetzt drauf an.
00:50:31: Es gibt sehr viele Definitionen von gentechniken.
00:50:35: Mir sagen immer wieder Wissenschaftlerinnen wissenschaftler die halt eben in der Pflanzenzüchtung sind, ist das im Prinzip jede Form der Züchtung Gen-Technik.
00:50:43: Weil schon dieses Auswählen was man vor Zehntausend Jahren gemacht hat ich nehme jetzt die dicksten Körner und nur die und vermehrt die weiter.
00:50:52: dadurch bekomme ich mit der Zeit Sorten und diese eine Sorte zeichnet sich ja allein dadurch aus dass die Gene in einer bestimmten Zusammenstellung sind.
00:51:00: also das heißt schlussendlich macht ein Mensch seit Zehnteusend Jahren Gen-technik.
00:51:07: Und jetzt gibt es natürlich noch das, was wir jetzt so landläufig und der Gentechnik verstehen.
00:51:11: Ist dann wieder nochmal etwas anderes bzw.
00:51:13: gibt's da auch wieder verschiedene Formen.
00:51:15: aber... Was war jetzt die Ursprungsfrage?
00:51:20: nochmal?
00:51:20: Entschuldigung in solchen Faden.
00:51:21: Warum wir Menschen nun eigentlich vor der gentechnischen... Machen
00:51:23: wir jetzt fürchten ja also Ich glaube, da kommt eben wieder das ins Spiel.
00:51:29: Vor allem die Gegner der Gentechnik haben da jetzt seit dreißig Jahren so ein Bild gezeichnet und diesen Eindruck verschärft, dass das was Unnatürliches sei.
00:51:40: Dass es Essen aus dem Labor Frankenfood, Laborfood... Das wurde so alles ... Greenpeace hat irgendwie das Gen Mais Monster in riesigen Fahnen auf dem Acker platziert Ja, sozusagen die Ängste geweckt.
00:51:57: Dass wenn ich das esse, dass dann irgendwie irgendwas in mir mutiert, dass was außer Kontrolle gerät, dass sozusagen die Büchse der Pandora geöffnet wird und dass man das auf jeden Fall sein lassen sollte.
00:52:13: Und deswegen glaube ich fürchtet sich bei uns die Menschen vor sowas wobei ich glaube oder sie zeigen auch Umfragen, es geht schon allmählich zurück.
00:52:22: also Gerade bei jungen Menschen beobachtet man da, wenn ich mich enttäusch.
00:52:31: Oder es zeigen auch so Eurobarometerumfragen so durchaus mehr Offenheit gegenüber dem.
00:52:37: weil ja Es gibt also vielleicht eine Grundthese noch Wenn wir das wissenschaftlich bedacht haben Das kann man viel bei vielen Publikation nachlesen ist eben die Gentechnik per se bringt also keine Sorten hervor, die jetzt per se ein höheres Risiko hätten.
00:52:57: Es ist wissenschaftlich betrachtet vollkommen wurscht mit welcher Methode man Pflanzen züchtet und da gibt es eben wie gesagt viele Methoden eigentlich inzwischen sondern entscheidet einfach nur was hat die Pflanze für Eigenschaften?
00:53:12: Und dies muss man sich anschauen und nach denen sollte man Pflanzen bewerten und nicht nachdem wie die jetzt gezüchtet wurden.
00:53:21: Aber ich glaube, da werden wir sowieso auf kurz oder lang die drum herum kommen.
00:53:25: Denn ich komme jetzt nochmal mit dieser ganzen klimatischen Veränderung daher.
00:53:29: Ich komme mit vielen anderen Fragen daher.
00:53:32: also wie viele Lebensmittel in Österreich wären weggeworfen?
00:53:37: Hast
00:53:38: du
00:53:38: eine Million Tonnen oder so was im Jahr?
00:53:41: Wie viel
00:53:41: Prozent kann man das in einem potenzualen Wert setzen?
00:53:45: Die Prozent habe ich nicht im Kopf aber ich weiß eben noch so von Landschaft leben dass glaube ich einen Durchschnittshushalt
00:53:53: Also irgendwie
00:53:54: so achthundert Euro im Jahr, das kommt landen im Müll.
00:54:00: Die wird es ganz aktuell letzte Woche erfahren.
00:54:03: Fünfundzwanzig Prozent der Lebensmittel, die in USA produziert werden, werden weggeschmissen.
00:54:10: Das sind wir weit entfernt davon.
00:54:11: aber ich glaube wenn man diese ganze ... Diese ganze Thematik einfach einmal über den Kamm schert also neue Wetterphänomene, stärkere Wetterphenomene.
00:54:21: Wir haben Neuschädlinge wir haben ein Konsumverhalten das ja es könnte weit aus besser sein.
00:54:32: Wir werden wahrscheinlich an diesen Dingen nicht vorbeikommen, wir werden an manipulierten Samen, an Gentechnologie, an Glufosat und all diese Dinge nicht vorbei kommen wenn wir unsere Lebensmittel unsere Versorgungssicherheit in irgendeiner Form gewährleisten wollen.
00:54:53: Oder siehst du da einen anderen Weg?
00:54:56: Ich habe nämlich noch ein Beispiel auf Lager und das hat mich wirklich entsetzt im Sinne der Nahrungsmittelproblematik.
00:55:06: Man könnte jetzt sagen, da wir so viel Lebensmittel wegschmeißen sollte man erst mal schauen, dass wir das nicht mehr machen.
00:55:12: dann brauchen wir noch lange keine Gentechnik und irgendwelche Erträge zu steigern, so kann man es natürlich betrachten.
00:55:17: Aber das Ding ist halt auch wieder in der Zeit wo die Lebensmittel so wertvoll waren dass die niemand wegschmissen hat was ich sozusagen auf der einen Seite begrüßen würde dass man Lebensmitteln diesen Wert auch wieder beimisst.
00:55:36: aber wenn sie de facto so viel wert sind dass das niemand was wegschmeißt, dann leben wir halt wieder in diesen Zeiten von vor hundertfünfzig Jahren.
00:55:44: Wo halt die Menschen und so ist es in manchen unterentwickelnden Ländern ja heute auch noch?
00:55:49: Dann fünfzig, sechszig, siebzig Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben.
00:55:53: Das bedeutet dann, dass die Lebensmittel so viel wert sind, dass man's wenig anderes noch leisten können.
00:55:59: Und da ist glaube ich den Rückschritt, dass mal sozusagen auf diverse Annehmlichkeiten, die man halt heute so hat im Durchschnitt verzichten, weil wir wieder viel mehr unseres Einkommens für Lebensmittel ausgeben.
00:56:11: Das glaube ich, wenn man nicht... Also schaffen vielleicht schon, wenn es sein muss aber wohl ist das glaube ich niemand.
00:56:18: Gut!
00:56:19: Aber da stellen Sie sich jetzt natürlich auch die Frage stellen was sind Lebensmittel?
00:56:22: Da sind Lebensmittel Produkte, die aufgrund von wachstumsprozessen, landwirtschaftlicher wachsungsprozesse hergestellt werden oder sind lebensmittelprodukte die aus industrieller fertigung den menschen präsentiert werden um vielleicht genau dieser schleife rauszukommen?
00:56:40: also das wäre vielleicht auch mal eine spannende frage.
00:56:49: Hilft man nochmal?
00:56:49: Das habe ich jetzt nicht ganz zustande.
00:56:51: Ja macht nichts.
00:56:52: da können wir vielleicht danach noch ein Teil.
00:56:54: aber ich hab nur einen Thema.
00:57:00: darf jetzt im thema gehen.
00:57:01: Das, was man jetzt unter klassischer Gentechnik versteht ist ja wenn man von einem Organismus, von einem Bakterium zum Beispiel ein Gen transferiert in eine Pflanze.
00:57:12: Das ist sozusagen das, was wir jetzt seit, seit neunzehnund sechsenneinzig oder so wurde es erstmals im professionellen Anbau in den USA gemacht wo man quasi mit diesem Gen von einem Bakterium gewisse Eigenschaften in Pflanzen reinbringt.
00:57:26: Das ist sozusagen klassische Gentechnik, die essen wir in der Regel nicht weil das ist bei uns im Anbau nicht erlaubt und auch bei den Lebensmitteln, die wir importieren.
00:57:38: da gibt es nur wenn man jetzt beim Bilader so schaut ein paar Schokoriegel oder so, wo man hinten im Glein gedruckten lesen kann mit genetisch verändertem Soja oder so ähnlich.
00:57:50: Was wir aber essen, ist zum Beispiel Pflanzen die schon seit Jahrzehnten so gezüchtet wurden dass man mit zum Beispiel Chemikalien oder mit Radioaktivität kleine Sämlinge oder Samenkörner bestrahlt oder behandelt.
00:58:08: Dadurch entstehen in diesen Körnern vielfach höhere Veränderungsraten, also Mutationen.
00:58:17: spricht man der ja.
00:58:17: Also wenn das Erdgut verändert wird dann ist es eine Mutation und die passieren ganz von Natur aus.
00:58:23: Also durch den Sonnenlicht trifft auf meine Haut dadurch habe ich Mutation in meinen Hautzellen Und mit dieser Radioaktivität oder der chemischen Strahlung durch halt diese Mutationsrate sprunghaft erhöhen.
00:58:35: Ich hab dann viel viel mehr Mutation.
00:58:37: Die meisten sind Nichts, die führen vielleicht dazu dass dieser Sämling kaputt geht oder vertrocknet oder wie auch immer.
00:58:43: Aber per Zufall ist irgendwas vielleicht mal dabei was sozusagen eine positive Eigenschaft mitbringt.
00:58:50: Größere Körner wieder oder was auch immer also zum Beispiel alle Hartweizensorten aus denen und die Pasta gemachtes sind solche Mutationssorten.
00:59:04: die wurden also so hergestellt.
00:59:06: Und jetzt ist das Lustige In der EU-Gesetzgebung, diese Art der Züchtung steht also in der EU Freisetzungsrichtlinie drin.
00:59:16: Das ist Gentechnik.
00:59:18: Diese Sorten sind gentechnisch veränderte Organismen.
00:59:23: Gleichzeitig ist in diesem Gesetzeswerk eine Ausnahmeregelung drin die besagt wir behandeln das trotzdem nicht so wie dieses wo ich vorhin gesagt habe, man nimmt ein Gehen von einem Bakterium und tut es in die andere Pflanze.
00:59:37: Also solche Transgenenpflanzen werden wie Gentechnik reguliert und diese Mutationssorten mit Radiativität
00:59:45: usw.,
00:59:46: sind zwar auch Gentechniken wir nehmen sie aber aus von diesem Bann.
00:59:50: Und das führt jetzt dazu dass ich... Das ist auch so ein Grund warum ich teilweise nicht so beliebt bin bei Manchen weil kann, also ohne dass mich bis jetzt jemand verklagt oder sonst was hätte sagen auch in Bioprodukten und in Produkten die so ein Ohne-Gen-Technik-Label oben haben ist Gentechnik im Sinne der EU Freisetzungsrichtlinie drin.
01:00:16: Weil es halt ebenso ist!
01:00:18: Und warum sage ich das jetzt?
01:00:21: Das ist nichts Schlimmes, das alles regulär, das ist alles legal gute Produkte, wenn die aus Österreich kommen, die man jederzeit empfehlen kann.
01:00:32: Nur was mich einfach stört ist, dass man sozusagen dort... Also die gleichen Leute, die dann sagen wir müssen das alles Transparenz halten und offen halten verschweigen dann oft diesen Teil der Wahrheit.
01:00:45: Und warum tun sie das?
01:00:46: Weil sonst, wenn es mehr Leute wüssten, dass selbst in ohne Gen-Technikprodukten, Gen-technik im Sinne der EU Freisetzungsrichtlinie drin ist.
01:00:56: Dann würde das ja sein Schrecken verlieren zurecht!
01:01:00: Weil das Gute an diesen ohne Gen Technik Produkten ist eben nicht dass sie frei von Gen-Teknik in klassischen Sinne sind sondern dass die anderen Anbau und Produktionsbedingungen gut sind weil das österreichische Produkte sind dem unter hohen Sozialstandards oder auch hohen Umweltstandards und so weiter hergestellt werden.
01:01:19: Der Nebeneffekt ist ja auch, wenn ich auf diese klassische Gentechnik verzichte.
01:01:23: Ich hoffe es ist jetzt nicht zuverwehrend aber diese ohne Gentechniprodukte sind frei von klassischer Gentechnika also von diesen...ich nehme ein Bakterium-Gen und tust da rein.
01:01:35: das ist da tatsächlich nicht drin und dadurch wird sozusagen indirekt verhindert dass sich dort Soja aus Südamerika zum Beispiel verwenden kann für das Regenwälder gerodet werden und das ist natürlich ein echter positiver Effekt.
01:01:48: Aber das Label ohne Gentechnik ist halt quasi das falsche, aus meiner Sicht.
01:01:54: Ja Timo ich habe jetzt noch ein Thema, das müssen wir nur schnell abhandeln und dann machen wir den auch ein bisschen auf damit auch eure Fragen hier gestellt werden können und dürfen.
01:02:03: Düngermittel!
01:02:07: Einerseits können wir ohne Stickstoffdünger gerade mal die Hälfte der Weltbevölkerung ernähren.
01:02:15: Ich lasse es jetzt einfach mal so raus.
01:02:18: Bin gespannt was du dazu sagst.
01:02:21: Andererseits ist dieser synthetische Ammoniak, der dafür benötigt wird nur in einer sehr hohen Energietichte zu erzeugen.
01:02:31: Das heißt also nur mit fossilen Energieformen – ähnlich Stahl oder Zement.
01:02:40: Allein die Ernährung der Chinesen hängt zu sechzig Prozent von diesem Sticktoftungen ab.
01:02:46: Ich glaube global sind es fünfzig Prozent.
01:02:48: soweit soweit ich recherchiert habe und vorausgesetzt, wir bleiben natürlich bei unseren Ernährungs- und Essgewohnheiten.
01:03:03: Wie gibt es da Alternativen?
01:03:06: Wenn wir uns irgendwie von diesen fossilen Brennstoffen wegbewegen wollen aber mit den Regenerativen dieses synthetische Ammonie gar nicht produzieren können Wie soll das funktionieren?
01:03:22: Ich meine, da haben wir ja fünfzig Prozent der Ernährung im Prinzip kippen, wenn wir diese Stickdünger in dieser Form nicht mehr hätten.
01:03:31: Also so weit ich weiß, da bin jetzt nicht ganz drin aber da gibt es wie in anderen chemischen Prozessen auch die Bemühungen mit grünem Wasserstoff und so weiter, diese Energie dann bereitzustellen
01:03:46: usw.,
01:03:49: was aber halt auch ist, dass man da halt Gas dafür braucht.
01:03:53: Also bis jetzt wird es mit Erdgas gemacht nicht nur um die Energie bereitzustellen sondern auch stofflich.
01:04:00: wird also das Gas genommen um daraus quasi die chemische Reaktion zu starten aus der dann dieser Dünger entsteht.
01:04:08: aber für mich ist generell dieses Thema eines der schönsten Beispiele wo man einfach sieht, dass eine Sache weder nur gut noch schlecht ist Wie du es gesagt hast, also da gibt's Berechnungen von der Österreichischen Institut die halt klar gezeigt haben.
01:04:27: Die Ertragszoo-Wächse, die global erreicht worden sind durch die Erfindung dieses synthetischen Stickstoffdüngers, die ist halt so groß dass jeder zweite Mensch hier drin im Saal statistisch gesehen nicht am Leben wäre wenn das Herr Haber und Herr Bosch Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts nicht erfunden hätten.
01:04:47: Also das Haber-Bosch-Verfahren ist eben dieses großindustrielle Verfahren, was damals entwickelt wurde und das ist also ein riesiger Segen für die Menschheit weil der halt eben uns von vom natürlichen Kreislauf, der davor vielleicht war, also davor war es ja so dass man eigentlich Tiere gehabt hat und die Tiere haben dumm hinterlassen Und den Dung hat man dann auf die Felder gebracht und die Tiere haben auf den Wiesen Futter aufgenommen.
01:05:18: Und so war halt quasi ein Kreislauf da, was ich aber auch zum Beispiel – das war auch eine überraschende Sache weil ich das vor der Buchrecherche gar nicht so gewusst habe, weil das sprichte ja auch kaum jemand.
01:05:29: Also bevor dieser Kunstdünger erfunden wurde, hatten wir schon im neunzehnten Jahrhundert ein Vogelkot aus Südamerika importiert im großen Stil Guano sagt vielleicht der Gärtnerin oder dem Gärtners was.
01:05:44: Das hat man also im neunzehnten Jahrhundert schon aus Chile und Peru nach Nordamerika, nach Europa geschifft unter widrigsten Abbaubedingungen dort quasi so sklavenähnliche Zustände hat man das von diesen Halden die sich da meterhoch getürmt haben mit der Pickel-Schaufel und Scheibdrohe abgebaut nach Europageschicht.
01:06:07: Da gab es sogar Krieg, den Salpeterkrieg zwischen Chile und Peru.
01:06:13: Irgendwann Ende des neunzehnten Jahrhunderts wo man quasi sich die jeweiligen Länder da die Rechte sichern wollten.
01:06:20: aber jedenfalls hat man dann gemerkt Anfang des zwanzigsten Jahrhunderte dass diese Vorrede zu Ende gehen beziehungsweise das nur noch ein Land eigentlich das Monopol auf die größten Vorräte da gehabt hat.
01:06:31: Und dann hat man aber gewusst dass in der Luft ja von Natur aus auch Stickstoff drin ist.
01:06:36: Und dann hat man quasi ausgerufen, das zur großen Aufgabe der Chemie.
01:06:42: Dass man doch bitte einen Verfahren entwickeln soll wie man diesen Stickstoff aus der Luft auf den Boden kriegt sozusagen und lustigerweise der Fritz Haber hatte es glaube ich, Lustigerweise in meinem Geburtsort Karlsruhe, habe ich nämlich auch nicht gewusst.
01:07:02: Das war so ein Überraschungseffekt.
01:07:03: an der Hochschule da den Karls-Ruhe hat er das zum ersten Mal so im kleinen Labormaßstab geschafft und der Carl Bosch hat es dann ein paar Jahre später bei der BASF zum ersten mal eben im Großindustriellen Maßstab geschaffen.
01:07:19: Jetzt kann man den Dünger heute wenn man Gas hat und deinsprechende Knowhow wird es heute noch im Prinzip nach dem Verfahren hergestellt.
01:07:28: Ich glaube, ich lebe in einer verrückten Welt oder in einer wilden Welt wie es gern sagt.
01:07:32: Wir haben große Herausforderungen.
01:07:35: Ich habe auch vor kurzem in einem ganz interessanten Buch gelesen mit dem Titel Wie Unsere Welt Wirklich Funktioniert Das sind USA ein Baguette mittlerweile mehr kostet wie ein Hündchen.
01:07:48: das sind Dinge die man eigentlich als normaldenkender Wie ich kaum nachvollziehen kann, kommen wir vielleicht noch ganz kurz in die Zukunft jetzt.
01:07:58: Was bedeutet für dich Zukunftsfähigkeit in der Landwirtschaft aus ökonomischer und ökologischer Aber natürlich auch aus menschlicher Sicht?
01:08:08: Darf ich ganz kurz nur noch sagen weil er nämlich die schlechten Seiten vom Dünger vergessen glaube Also dieser Dünger ist natürlich, wie du gesagt hast, sehr energieaufwendig.
01:08:17: Dadurch ist es sozusagen auch klimaschädlich schon allein den Herd zu stellen weil's sehr viel Energie kostet.
01:08:23: und dann noch dazu wenn ich ihn aufs Feld ausbringe, dann habe ich den natürlichen... also im Boden gibt´s Bakterien die ganz von Natur aus da arbeiten und immer wenn die Stikstoff kriegen, dann setzen sie denn um und dabei entsteht zum Beispiel Lachgas, auch ein klimaschedliches Gas und je mehr von diesem Kunstdünger jetzt da ausbringen, umso mehr Klima schädliches Lachgas entsteht dann zum Beispiel blau.
01:08:44: Und es wird auch, wenn ich zu viel ausbringe, in Gewässer ausgebracht, wo dann eben das ökologische Gleichgewicht durcheinander kommt.
01:08:49: also nur damit jetzt nicht jemand denkt, ich mache da nur Werbung für den Kunstdünger.
01:08:54: schlechte Seiten gute Seiten muss man zusammensehen.
01:08:58: und aber jetzt Zukunft der Landwirtschaft?
01:09:00: Zukunftsfähigkeit
01:09:01: der Landwirtschaft ökonomisch-ökologisch menschlich
01:09:04: Also was ganz kurz würde ich mir einfach wünschen und ich bin jetzt wirklich kein Ökonom Ich habe kein Patentrezept für irgendwas.
01:09:15: Aber was ich mir auch vorhin geredet, was ich mehr wünschen würde und das gilt glaube ich auch für andere Themen abseits der Landwirtschaft mal wieder so ein bisschen an Ruck, der durch die Gesellschaft gehen muss insofern als dass man uns trauen müssen, glaube ich irgendwas mal wieder auszuprobieren.
01:09:30: Irgendwas mal wieder anders zu machen alte Zöpfe abzuschneiden und neue Dinge zu probieren.
01:09:35: wir können nicht immer nur nach USA nach China schauen wo irgendwelche Innovationen vorangetrieben werden sei es jetzt KI oder ich denke immer so oft dann weil ich muss öfter hin.
01:09:47: Ich komme aus Karlsruhe, Wohnen in Kärnten.
01:09:49: Ich würde mir wünschen, dass ich nicht sieben Stunden hinzuhocken muss sondern das es irgendwann zumindest vielleicht für meine Kinder sowas wie den Hyperloop gibt wo man vielleicht in zwei Stunden die Strecke überwinden kann.
01:10:00: Das klingt jetzt vielleicht illusorisch aber ich glaube wir müssen auch mal wieder ein bisschen technologiefreundlicher und optimistischer in die zukünft schauen und überlegen, hey was kann man denn mit dem know how das es hier in europa in österreich und in deutschland sicher gibt?
01:10:14: Was könnte man denn erreichen und nicht immer nur in china schauen wo die teststrecke schon steht.
01:10:20: Ich bin da voll bei dir, ich war am Anfang dieses jahres einen kleinen vortrag halten dürfen.
01:10:26: im kreise einer landwirtschaftlichen organisationen hat mich natürlich auch ein bisschen über digitalität unterhalten oder habe es versucht zu transportieren und muss ehrlich sagen, ich hab einfach mehr oder weniger auf völliges ja schon fast Missverständnis gestoßen.
01:10:47: Weil die Abbildbarkeit in den Köpfen aus heutiger Sicht überhaupt nicht da ist.
01:10:52: also das natürlich schon auch.
01:10:54: Das ist natürlich jetzt eine kleine Gruppe, da waren nicht mehr in fünfzig Leute.
01:10:56: Aber ich glaube wir müssen auch mutiger werden.
01:10:59: Wir müssen mutiger wird zum einen durch den anderen und zum anderen natürlich auch wir als Konsumenten oder wirklich auf solche Dinge vielleicht auch einlassen weil anders würde es nicht funktionieren.
01:11:09: Und das ist auch nicht falsch verstanden zu werden?
01:11:16: bei allen gesellschaftlichen Gruppen, die sich so in den Debatten beteiligen gewisse Pringenschuld ist.
01:11:20: Also es sollen sie nicht immer nur die anderen verändern.
01:11:24: Das Beispiel ich bin wie gesagt in Sachen Landwirtschaft sehr für dass man die Technologien einfach wissenschaftlich bewertet und so weiter.
01:11:32: aber auf der anderen Seite Bin ich auch dafür das die Landwirtschaft oder die Industrie sich sozusagen für grüne Ideen öffnet.
01:11:40: also wir haben letztes Jahr das Thema Renaturierung gehabt zum beispiel.
01:11:45: Also ich sehe es absolut als wichtig an, dass wir sozusagen Freiflächen brauchen wo wir Natur wieder mehr zur Entfaltung verschaffen können.
01:11:56: Wo Natur sich entfalten kann.
01:11:58: also das ist nichts was sozusagen ein schöner Thema ist sondern das brauchen wir auch.
01:12:02: Wir brauchen glaube beides und ich glaube es passt auch gut zusammen weil das haben jetzt auch noch gar nicht angesprochen.
01:12:09: Was ist denn der große Vorteil von modernen landwirtschaftlichen Methoden?
01:12:14: wenn wir diese modernen Methoden anwenden, sehr viel weniger Land brauchen um eine gewisse Menge Weizen oder andere Nahrungsmittel herzustellen.
01:12:22: Und dadurch können wir zusammen mittelfristig auch wieder Land freispielen.
01:12:27: wo man dann sagen kann da tun wir jetzt ein Moa renaturieren.
01:12:30: Weil Moare zum Beispiel sind wahnsinnig wertvoll für den Klimaschutz weil die permanent Humus aufbauen und Kohlenstoff aus der Luft rausziehen aber eben wenig.
01:12:40: und auch und auch für die Artenvielfalt braucht man natürlich Flächen, wo wir nicht intensive Landwirtschaft machen.
01:12:47: Die brauchen wir auch weil dort wo ich sehr viel Weizen ertrag habe kann ja nicht gleichzeitig viele Wildkräutern viele Schmetterlinge haben auf dem gleichen Quadratmeter.
01:12:55: Weil da wo die Wildkräuter stehen hat er dann der Weizen keinen Platz mehr und umgekehrt.
01:12:59: deswegen glaube brauche es wirklich beides.
01:13:01: Wir brauchen Flächen wo wir intensiv landwirtschaft machen können und die am besten so wie das momentan sehe durchzogen sind von Adern wo man dann eben diese anderen Flächen haben, Blühstreifen, Wältchen, Reine, Moore.
01:13:15: Also das beides ergänzt sich und bedingt sich einander.
01:13:20: Und aber um jetzt nochmal auf das andere zurückzukommen – nur einen Stichwort noch – auch nochmal zu verdeutlichen dass ich finde, dass alle Gruppen da mal über ihren Schatten springen sollten und alte Krawatten abschneiden.
01:13:32: Vor paar Jahren in Deutschland haben die Grünen es gewagt so was wie ein Veggie-Day bei öffentlichem Kandinen einmal vorzuschlagen.
01:13:40: Da bin ich dann genauso, dass ich sage jetzt regt es euch doch bitte nicht über den Vorschlag auf nur weil er von den Grünen kommt.
01:13:46: Das kann man doch mal probieren!
01:13:50: Wenn er einen Abendag an seiner Kandiene vielleicht sein Schnitzel nicht kriegt da wird er doch nicht dran sterben wahrscheinlich.
01:13:55: Machen wir's doch einfach mal und dann können wir... Und der OBE von Stuttgart glaube ich warst der Mann.
01:14:01: Fred Rommel hat immer gesagt wir probiere halt mal was und wenns nix ist dann schaffen wir das halt wieder ab.
01:14:06: also einfach mal... Wir können auch mal probier'n.
01:14:09: Ja, dann probier das einmal.
01:14:10: Timo, danke, dass du da warst.
01:14:12: Schon
01:14:12: allein mal zu wenig war.
01:14:13: War super!
01:14:14: Dankeschön.
01:14:15: Danke.
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