Literatur zum Hören - Lesung mit Christina Wessely: Liebesmühe
Shownotes
Wenn Freundinnen sie nach ihrem Befinden fragen, verstummt sie. Seit der Geburt ihres Sohnes fühlt sie sich verloren, radikal fremdbestimmt und abgeschnitten von der Welt und ihrem alten Leben. Das winzige Kind ein Fremder, den zu lieben ihr kaum gelingen will. Warum scheint plötzlich all das, wovon sie – als Wissenschaftlerin, als Feministin, als Frau – überzeugt war, nicht mehr gültig zu sein?
Christina Wessely erzählt die berührende Geschichte einer Mutterwerdung und verbindet dabei eindrucksvoll persönliche und essayistische Erkundung. Mit Intelligenz und Zärtlichkeit umreißt sie ihr Selbstverständnis als emanzipierte Frau – in Kollision mit gängigen Vorstellungen von Mutterschaft, Weiblichkeit und Liebe.
Christina Wessely 1976 in Wien geboren, ist Historikerin und Kulturwissenschaftlerin. Seit 2014 lehrt sie als Professorin für Kulturgeschichte des Wissens an der Leuphana Universität Lüneburg. Zuletzt erschienen von ihr Welteis. Eine wahre Geschichte (Matthes & Seitz 2013) und Löwenbaby (Matthes & Seitz 2019).
Audio-Aufzeichnung einer Lesung in der Stadtbibliothek Dornbirn am 30.01.2025
Aktuelles Veranstaltungsprogramm der Stadtbibliothek Dornbirn: https://stadtbibliothek.dornbirn.at/veranstaltungen
Transkript anzeigen
00:00:00: Ja, meine sehr geehrten Damen.
00:00:04: Herzlich willkommen in der Stabbiothek Dornbirn zu unserer Veranstaltung in diesem Liebesmonat in der Stadtbiotheke.
00:00:17: Wir hatten schon ganz verschiedene Veranstaltungen.
00:00:21: Einmal einen Fachvortrag, ein Sachbuch-Vortrag von Veronica Fischer.
00:00:28: Einfach Liebe heißt das Buch.
00:00:30: Ganz ein schmales, dünnes aber sehr schönes Buch.
00:00:35: Dann gab es einen Workshop dazu für Jugendliche Ein Geschichtenuniversum für Kinder.
00:00:43: da ging's um Prinzen und Prinzessinnen auch um Liebe.
00:00:49: Vergangenen Sonntag die Martinee Köstlichkeiten der Liebe.
00:00:55: Auch eine ganz schöne Veranstaltung.
00:00:56: Und heute ein anderer Gesichtspunkt Das Buch Liebesmühe bzw.
00:01:06: Liebe auch aus einer anderen Perspektive, genauso wichtig und genauso schön auch.
00:01:13: Und genauso schön dass Frau Christina Wesseli zu uns gekommen ist.
00:01:17: Vielen Dank dafür!
00:01:18: Vielen Dank für die Einladung.
00:01:19: es wirklich ganz schön auch wieder schön Österreich
00:01:21: zu sein.
00:01:22: Schön.
00:01:24: ein paar
00:01:24: Worte zu Ihnen.
00:01:26: Sie wurden in Wien geboren In Wien studiert Geschichte an Germanistik, aber auch an der Freien Universität in Berlin und haben promoviert an der Universität Wien zur Kulturgeschichte zoologischer Gärten.
00:01:44: Und jetzt sind sie Professorin für Kulturgeschichten des Wissens an der Leuphana-Universität in Lüneburg.
00:01:55: Ihr Lehrgebiet liegt im Bereich Kultur und Wissen Wissensgeschichte, sie interessieren sich insbesondere für die Kulturgeschichte der Natur und die Geschichte der Lebenswissenschaften mit dem Schwerpunkt im langen XIX.
00:02:10: Jahrhundert.
00:02:11: auch die Geschichte ökologischer Wissenzformen oder die Geschichte des Menschstierbeziehungen und ihrer Institutionen gehören zu ihren Forschungsschwerpunkten.
00:02:22: Ich finde es ja auch ganz toll, die Bücher, die Sie geschrieben haben.
00:02:26: So unterschiedlich!
00:02:28: Das Liebesmühe ist das Neuste.
00:02:31: und dann gibt's Löwenbaby.
00:02:35: Vielleicht können Sie ein bisschen sagen um was es im Buch liegt?
00:02:38: LöwenBaby ist ein ganz schmales Buch.
00:02:40: Das ist eigentlich so etwas wie ein längerer Eße und der beleuchtet ausgehend von einem eigenen Foto... Und mein Vater zeigt, dass irgendwann in den frühen Achtzigerjahren im Safaripark Gensandorfer aufgenommen wurde.
00:02:54: Ausgehend davon beschreibt das die Geschichte der Löwenbaby-Fotografie.
00:03:00: Ich weiß nicht, ob sie selber vielleicht so ein Fotos zu Hause haben oder kennen?
00:03:03: Es war eine Zeit lang in Zoos und in Safaribarks ganz üblich Kinder oder Kinder und einen Elternteil mit einem Löwen baby abzulichten.
00:03:14: Und ausgehend von diesem eigenen Foto begebe ich mich auf die Spuren dieser Löwenwebephotografie und fragt mich, was das eigentlich welche Art oder was es für einen Aufschluss gibt über unser mittlerweile auch gewandertes Verhältnis zur Natur.
00:03:30: Dann gibts zwei Bücher, die klingen schon wissenschaftlich her... Ich sage das mal so vom Titel her.
00:03:38: Das will ich hoffen, dass wir auch in einer akademischen Qualifikation sprechen.
00:03:42: Nein und das ist mir nicht gegangen.
00:03:44: aber wie ich das gelesen habe, wenn man dachte es ist so spannend!
00:03:48: Es ist so breit gefächert und nicht immer ein wissenschaftlicher Titel nach dem anderen sondern es kommt dann wieder im Vorraum lebenswelten kritischer Theorie um neunzehneinundsechzig Was mit herausgegebenen Pseudo-Wissenschaft, Konzeptionen von Nichtwissenschaftlichkeit in der Wissenschaftsgeschichte.
00:04:13: Denken wir auch ganz ein wichtiges Thema jetzt.
00:04:17: und dann gibt es wieder einen Titel, der heißt Welteis eine wahre Geschichte?
00:04:22: Ja das war... Deshalb auch meine Beschäftigung mit Pseudo- und Parawissenschaften, weil in dem Weltersbuch – das war mein Habilitationsschrift genau, obwohl der Titel nicht so wissenschaftlich ging, Welt als eine wahre Geschichte.
00:04:37: Darum geht es um die tatsächlich wahre Geschichte einer eigentlich unglaublichen Theorie und zwar der sogenannten Weltallslehre.
00:04:43: Das waren Kosmologie, die der österreichische Ingenieur Hans Herbiger der übrigens sozusagen der Gründervater, Herr Hörbecker Schauspieler-Dynasties entwickelt hat.
00:04:57: Sozusagen um nineteenhundert und die im Grunde genommen davon ausgeht dass das Universum zu großen Teilen aus Eis besteht.
00:05:04: also der Mond sei aus Eis Diverse andere Himmelskörper in unserem Sonnensystem seien auch sein aus Eis.
00:05:10: Und diese Welt als Lehre ist von der Wissenschaft Als Pseudowissenschaft eigentlich markiert worden aber eigentlich mit einer langen Latenzzeit sozusagen, weil der Hans Hörbiger war ein extrem erfolgreicher Techniker.
00:05:26: Der hat bis jetzt wenn man ins technische Museum in Wien ist da sind noch diverse Ausstellungsstücke die auf ihn zurückgehen und ich glaube die Firma Hörbecker ist es auch heute noch Weltmarktführerin Ventil- und Kompressortechnik.
00:05:39: also er hat tatsächlich einen sehr sehr bekannter und erfolgreicher Techniker und das schienen schwer vorstellbar dass der dann irgendwie so ein totalen Humbug sozusagen im Wissenschaft macht, ist aber dann verworfen worden als Pseudo-Wissenschaft und hat aber in der Zeit des Nationalsozialismus nochmal große Erfolge gefeiert.
00:06:00: Weil sozusagen der Nordische, der kalte Mensch, der aus dem Eis kommt.
00:06:04: also damit war eine gesamte Menschenheitsgeschichte verbunden.
00:06:08: Und die Geschichte dieser Theorie darum geht es im Weltall seine wahre Geschichte.
00:06:17: Zoologische Gärten und U-Bahne Moderne.
00:06:19: Genau, das ist die Dissertation gewesen zur Zugeschichte.
00:06:25: Heute geht es um das Buch Liebesmühe.
00:06:30: Ich würde vorschlagen sie lesen und erzählen einfach ein bisschen und wir schauen dann was passiert?
00:06:37: Okay.
00:06:44: Wird nicht allzu viel vor.
00:06:45: Absagen im Nachhinein sozusagen, das Buch ist letztes Jahr im April erschienen.
00:06:51: Im Nachhinerin hätte ich eigentlich gewünscht aber da wusste ich noch nicht so viel über den Literaturbetrieb und was man vielleicht sozusagen nochmal besser machen hätte können denke ich dass das Buch einen Untertitel verdient hätte sozusagen weil sie auch nicht ganz klar ein Romanes, aber es ist auch nicht eindeutig in Sachbuch oder so sondern eben irgendwas dazwischen.
00:07:14: Also hätte man schon über einen Untertitel nachdenken können und der hätte eigentlich lauten sollen sowas wie Geschichte einer Mutterwertung.
00:07:22: darin liegt glaube ich schon vieles von der Erzählung.
00:07:25: Es geht eben um die Mutterwertungen.
00:07:27: Damit ist auch gleich, wenn man so viel Argument verbunden, dass man nämlich Mutter nicht einfach isst von einem Moment auf den anderen, wann auch irgendwann man den ansetzt.
00:07:36: Sondern das es Zeit braucht, Mutter zu werden.
00:07:40: Ich bezeichne das Buch eigentlich als einen autofiktionalen Essay.
00:07:44: mit der Charakterisierung als autofiktsional hält man sich natürlich alle Türen offen, also auf der einen Seite und ich glaube das kann ich auch sagen es ist schon ein sehr autobiografisches Buch.
00:07:57: Es ist auch meine Geschichte meiner Mutter-Werdung.
00:08:02: und gleichzeitig sind bestimmte Dinge gestraft, bestimmte Dinger sind weggelassen.
00:08:08: weil das ist natürlich auch so bei den Geschichten aus dem eigenen Leben wollte ich sozusagen auch nicht alle daran beteiligten, sozusagen in aller Offenheit hier auch vorstellen.
00:08:24: Aber genau es hält sich weitgehend eigentlich an meine eigenen Erfahrungen im naja so knapp ersten Jahr nach der Geburt meines Sohnes.
00:08:36: Der jetzt fünf und ein halb ist.
00:08:38: übrigens Ich fange auch mit dem Prolog schreiben.
00:08:51: Ganz still sitzt sie da, um ihn nicht zu wecken.
00:08:55: Die Beine dürfen nicht übereinander geschlagen werden.
00:08:58: Schon der Versuch sich ein Kissen unter den Ellenbogen Unter den schon schmerzenden Arm zu schieben Könnte seinen Schlaf stören.
00:09:07: Sollte er aufwachen müsste sie die letzte halbe Stunde wiederholen Das Wiegen das Singen das sanfte Schaukeln immer in der Hoffnung, sich dann an einer richtigen Stelle niederzulassen um ihn und ihr selbst ein wenig Ruhe zu verschaffen.
00:09:22: Die Wohnung ist jetzt zum Meer geworden mit freundlichen und mit kargen Inseln darin.
00:09:28: nie weiß sie auf welchen Teil des Archipel sie landen wird.
00:09:32: Auf dem Sofa, auf dem Sie schon vorab in ängstlicher Voraussicht das Buch deponiert hat das aufzunehmen Ihr kleinste Bewegungen vollführend gelingen könnte um ganz ruhig zu lesen die Seiten mit dem Mund umblättern, denn die Hände müssen eng am Körper ihres Sohnes bleiben.
00:09:52: Oder zumindest auf dem Sessel müsste sie anlanden das Telefon in Reichweite ebenso wie die Decke, die Sie wenn es gelingt um ihre kalten Füße wickeln könnte.
00:10:03: Manchmal kommt es vor dass das wenige Wochen alter Kind ungewöhnlich schnell einschläft Wenn sie die wiegenden besungenen Bahnen die sie zieht eigentlich nur für kurze Momente auf einem kleinen Schemel unterbrechen wollte.
00:10:16: Sie hat gelesen, dass Neugeborene eigentlich nicht einschlafen sondern vom Schlaf übermand werden.
00:10:22: Diese Tatsache gefällt ihr sehr aber sie führt eben auch dazu das sie immer wieder in den falschen Plätzen strandet an jenen die nur als Zwischenstationen geeignet sind nicht aber für den langen Aufenthalt.
00:10:35: dann sitzt sie da oft starre und frierend fernab von allem was die Zeit verkürzen könnte.
00:10:42: falsch Die zeit kann gar nicht verkürzt werden Denn sie ist ihr Abhanden gekommen.
00:10:49: Zwar bemerkt sie, dass die Sonne aufgeht gegen Mittag ihren höchsten Stand erreicht und schon am späten Nachmittag wieder untergeht um vielen dunklen Stunden Platz zu machen.
00:10:59: Sie registriert den noch unregelmäßigen Rhythmus des Kindes aus Schlafen trinken und wachen.
00:11:04: aber dieser Wechsel gehört nicht mehr der Zeit der Geschichte an Die gleichmäßig fließend Ereignisse miteinander verbindet.
00:11:13: Es ist die Zeit des Mythos in deren endlosen Kreislauf sie mit seiner Geburt eingetreten ist.
00:11:19: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind seit jenem Ereignis ununterscheidbar geworden.
00:11:25: was noch vor wenigen Wochen Geschichte war stellt sich nun da als Zyklus ohne Anfang und ohne Ende.
00:11:34: kaum ist sie in der Lage darüber nachzudenken wie es gelingen könnte den Kreislauf zu durchbrechen kaum möglich ist es ihr sich vorzustellen wie diese Tage die sie doch lebt einer dem anderen gleich in der Rückschau zu beurteilen sein werden.
00:11:50: Wie es gewesen sein wird, selbst die grammatikalischen Formen derer diese Gedanken bedürfen sind für sie zu allegorischen Figuren wie aus dem antiken Epos geworden.
00:12:02: Sie fesseln sie mit festem Zeitschnüren verwehren Ausblicke in mögliche Welten mittels spiegelnder Oberflächen.
00:12:10: immer nur kann sich jetzt hier sitzen sehen das Kind auf dem Arm Der Konjunktiv als dunkler Gott der Möglichkeitform, das Futur II als Saartür der abgeschlossenen Vergangenheit.
00:12:24: Sein meckern des Lachen klingt wenn er sich ihr unanholbar entzieht frivol und höhnisch.
00:12:33: vor dem Fenster der Erdgeschusswohnung fällt der Schnee sie sitzt auf dem Sofa Sessel Schämel und still zinkt wiegt Wie immer Das Display des Telefons zum Glück in Reichweite leuchtet bleich in die Nachmittagstunkelheit.
00:12:49: Sie hat die Nachrichten gelesen.
00:12:51: Die Modeblocks hat einige Rezensionen zu literarischen Neuerscheinungen überflogen, die Wettervorhersage für die kommenden Tage zur Kenntnis genommen, die Fotos des Kindes angeschaut.
00:13:03: Fast immer schläft es auf den Bildern winzig in bunter Tücher gepuckt – das Kind, dass sie nicht kennt.
00:13:12: Sie weiß nicht wer es ist.
00:13:16: Kaum ein einfacher Satz könnte mehr erschrecken bergen.
00:13:20: Ihr Kind hatte sich freudig erwartet.
00:13:22: In die Arme gelegt hatte man ihr einen fremden Menschen.
00:13:27: Er hat die Füße und Zehen seines Vaters, das ist das einzige wage Erkennungszeichen dafür, dass er etwas mit den Menschen, die seiner Eltern sein sollen zu tun hat.
00:13:37: Das scheint ihr zu wenig zu sein Und doch... Mit ihm ist sie von nun an verbunden.
00:13:43: Mit einem Mal versteht sich das Wort Unentrennbarkeit.
00:13:48: Niemals hat ihr etwas mehr Angst eingejagt.
00:13:52: Sie möchte verstehen was passiert ist?
00:13:54: was gerade in diesem zu Unendlichkeit gedehnt Moment in ihrem Leben geschieht, aber da es zu verschwommen ist um jemandem davon zu erzählen, erzählt sie es sich selbst.
00:14:05: Noch kein Schreiben ist dieses Erzählen sondern Entsprechen das Immobiltelefon.
00:14:11: erst vor kurzem hat sie die Funktion Notizen entdeckt und dort das kleine Mikrofonsymbol neben dem Leerzeichen das Immobiltelephone also ins Schrift verwandelt.
00:14:21: Ich spreche schreibe damit.
00:14:22: ich sehe dass etwas passiert.
00:14:23: damit etwas passiert lautet der erste Eintrag vom zehnten September zwei tausend neunzehn.
00:14:30: Sie hat noch nicht gelernt, dass sie die Kommas ansagen muss.
00:14:32: das Sprachverarbeitungsprogramm setzt sich nicht von selbst.
00:14:36: Wenn der Text geschrieben ist wird etwas anders sein.
00:14:40: Der Satz ist gleichermaßen als Beschreibung der Tatsachen zu verstehen wie als Ausdruck des magischen Denkens dem sie damit anhängt.
00:14:47: Jeder Buchstabe der auf dem Display erscheint ist Zeuge vom Vergehen von Zeit.
00:14:51: wenn es auch nur Sekundenbruchteile sind die es braucht um durch ihr Sprechen ein Zeichen zu produzieren, formieren sich diese Zeichen zusammengenommen doch zu Minuten und Stunden.
00:15:04: Jeder fertige Satz steht für zehn Sekunden oder zwanzig.
00:15:08: jeder Paragraf zeugt bereits von mehreren Minuten die für sein Entstehen aufgewandt werden mussten.
00:15:15: Weil hier der Zusammenhang von Schrift und Zeit.
00:15:17: in ihrem bisherigen Leben als Autorin von Büchern aufsetzen Vorlesungen Gutachten- und Forschungsanträgen meist als etwas Bedrohliches erschienen Die Deadline ständig zu nahe.
00:15:28: fast immer meinte sie für zu wenige Sätze, zu viel Zeit aufgewandt zu haben.
00:15:34: Lernte Sie ihn nun schätzen!
00:15:37: Der Text ist die sichtbare, schwarz leuchtende Spur des Zeitstroms dessen Fließen so evident wird.
00:15:45: Jede Zeile bestätigt die Möglichkeit der Auflösung des mythischen Zustandes lässt den Sieg des Logos über den Mythos denkbar werden und näherzu die Hoffnung.
00:15:57: Das Schreibengerät zu einer existenziellen Tätigkeit.
00:16:01: Solange sie schreibt, ist sie und wird sie sein.
00:16:06: So sitzt sie da in ihr Telefon flüsternt und manchmal wenn ihr so einen Schnulle ausgespuckt hat und sie weiß dass er nun tief schläft und nicht mehr durch die kleinste Irritation wach wird gibt sie das Sprechen auf und fängt an zu tippen um dem schreiben wie sie es kennt näherzukommen.
00:16:23: Sie verfasst ihre Notizen zunächst in der ersten Person.
00:16:25: sie schreib
00:16:26: ich
00:16:28: aber Es funktioniert nicht richtig.
00:16:30: Sie kann das Erlebte und Gedachte nicht gut in Worte
00:16:32: fassen.".
00:16:34: Wie soll es auch gehen, wenn das ich so brüchig, so verzweifelt und unklag geworden ist?
00:16:39: Dass sie sich nur noch als Umkehrbild derjenigen verstehen kann wie sie einmal war scheint ihr logisch.
00:16:45: aber so sehr sie auch nach den Qualitäten des Positiv sucht um das negativ besser um reißen zu können...es gelingt ihr nicht!
00:16:53: Die Beschreibung ihres Verlorenen selbst, Geräte zur verzweifelten Aneinanderreihung der dümmsten und uninteressantesten Plattitüden.
00:17:01: Und lässt sie zur Verkörperung eines nicht besonders erfolgreichen Profils auf einer Onlinepartnerbörse werden.
00:17:07: oder das trifft den verzweufelten Versuch sich selbst anhand stichwortartig formulierter Eigenschaften und Vorlieben zu beschreiben vielleicht noch besser?
00:17:17: Zu Personen hinter dem Eintrag in einem der Freundschaftspücher die in der Volksschulerei umgingen.
00:17:22: Lesen!
00:17:22: schwimmen, ratfahren.
00:17:25: Sie erkennt sich nicht mehr, weiß nicht wer sie war, wer sie geworden ist und wie Vergangenheit und Gegenwart sich zu einer kaum vorstellbaren Zukunft verhalten könnten.
00:17:36: Der Wechsel in die dritte Person ist wie eine Erlösung Läster sie vor sich selbst doch immerhin als die Fremde dastehen Als diese sich empfindet.
00:17:45: Mit einem mal ist das Schreiben wieder eine lange eingeübte von ihr gut beherrschte Handlung Eine vertraute Praxis die sie als Historikerin schon viele Jahre ausübt, um Fremdes zu beschreiben.
00:17:58: Menschen, Phänomene und Dinge, die ihr zeitlich entzogen sind von deren Wegen-und Eigenschaften nur Reste vorliegen.
00:18:07: Es hat den Eindruck es wäre diese neue Textproduktion in den ersten Wochen ihrer Mutterschaft ihre altbekannten Arbeit recht ähnlich Sinn zu machen aus dem Unverständlichen und Entlegernen Und dieser Einsicht beruhigt sie ungemein.
00:18:21: Nun kann sie jenem Unvertrauten mit der vertrauten Geste des Schreibens kontern.
00:18:26: Sie weiß, dass jeder Gegenstand sei er noch so fremd durch seine Beschreibung näher rückt.
00:18:32: Was im Forschungsprozess als Gefahr gehandelt wird – was die souveräne Distanz der Historikerin ständig zu bedrohen scheint – sehen sie nun geradezu herbei!
00:18:41: Die Intimität zwischen der Forschenden und ihrem Objekt, zwischen den Schreibenden und dem Gegenstand.
00:18:48: Das Schreiben ist eine mächtige Geste der Aneignung In der Lage, das Fremde in Vertrautes zu verwandeln.
00:18:56: Und darum geht es jetzt mehr als um alles andere.
00:19:00: Um das Bannen der Angst vor diesem neuen Leben und die Erzeugung von Nähe.
00:19:09: Ich mache gleich weiter mit dem... Also das war sowas wie eine... Genau also der Prolog, so was wir... Sie haben gemerkt, so etwas wie ne Poetologie, die nochmal fragt, wirst denn eigentlich die Bedingungen des Zustande kommen sozusagen dieses
00:19:20: Textes?
00:19:22: Genau und das erste richtige Kapitel trägt den Titel Zauber des Anfangs und daraus lese
00:19:29: ich jetzt auch gleich vor.
00:19:37: Schon seit Mai herrscht Badewetter, die Wochen vor der Entbindung hat sie beinahe ausschließlich an Seenflüssen und in Schwimmbädern verbracht im Schatten von Kastanien in kühlen Zimmern ruhend an manchen späten Abenden wenn die Temperaturen erträglich geworden waren auf den großen freien Plätzen ihrer Heimatstadt.
00:19:57: das Kind sollte in Wien auf die Welt kommen wo sie in den letzten Zügen der Schwangerschaft noch mit riesigen Bauchen der alten Donau schwimmen, in dem Neustift nach Heurigen sitzen und die Brate spazieren konnte.
00:20:07: Und wofür die Zeit danach ihre Eltern da sein würden – und die meisten der alten Freunde!
00:20:12: Die Versprochen hatten vorbeizukommen wenn das Baby auf der Welt sei für einen kurzen Plausch und mit Marillenknödel und Gulasch-Suppe im Gepäck.
00:20:22: Jetzt Anfang August brennt die Sommersonne immer noch jeden Tag vom Himmel aber das Wetter spielt keine Rolle mehr.
00:20:29: Nur nachts, wenn die Klimaanlage ausgeschaltet ist und die Fenster ihres Zimmers im Krankenhaus gekippt sind, bauschen sich manchmal die Polyestervorhänge.
00:20:38: Und geben eine Ahnung davon, dass es einen draußen gibt in dem die tropischen Nächte noch nicht vorüber sind.
00:20:45: Die drei Tage ist ja erst hier aber Es kommt dir vor als wäre sie längst aus diesem Sommer herausgetreten Aus ihm und aus der Welt über die er sich legt.
00:20:56: Vor seventy Stunden ist ihr Sohn geboren worden.
00:21:00: Keine halbe Stunde hat sie seitdem für sich und den Kleinen gehabt.
00:21:03: Keine Halbestunde Ruhe, keine halbe stunde um zu sich zu kommen das Kind zu betrachten und gemeinsam mit ihm zu beobachten wie sich alles anfühlt.
00:21:13: Schon nach wenigen Stunden waren ihre Brüste hartig stein geworden.
00:21:17: Ständig musste sie bereits im Kühlschrank des Schwestern-Zimmers vorbereitete Mit Topfen gefüllte Kompressen auflegen.
00:21:24: Nach spätestens zehn Minuten waren sie warm.
00:21:27: Das Wasser ran an den Seiten ihres Körpers hinab Durchnässte das Bett, dass daraufhin nur ganz kurze Aufstimmbitte neu gemacht werden musste.
00:21:36: Gebügt vor Schmerzen die von dem langen Schnitt oberhalb ihrer Scham in den ganzen Körper ausstrahlten.
00:21:41: Wartete sie daneben.
00:21:44: Kaum lag sie wieder.
00:21:45: Das Neugeborene auf dem Bauch kam eine Hebamme zur Tür hinein.
00:21:50: URF Factory sagte sie am Morgen von drei Strahlen und Aufmuttern als wernes gute Nachrichten sich binnen kürzester Zeit in einem Milchfabrik verwandelt zu haben.
00:22:02: Das Kind, das direkt nach seiner Geburt gierig getrunken hatte, müsse sich allerdings an die nun viel größeren Brustwarzen erst gewöhnen, sagte ein anderer.
00:22:11: Die erschienen kaum hat ihre Kollegin das Zimmer verlassen.
00:22:14: Stilhütchen!
00:22:16: Wörter und Dinge, die sie nicht kannte und nicht kennenlernen wollte umstellten sie.
00:22:21: Schon in der Schwangerschaft hatte sie den ganz selbstverständlichen Umgang des unverschämte Sprechen über Körperteile Die ganz fröhlich und im Gestus feministischer Verschwörung aus der Sphäre des erotischen Gerügt wurden irritiert.
00:22:36: Da sind wir doch.
00:22:58: stillhütchen könnten helfen und daraufhin klebte ihr die robuste Frau umstandslos mit der eigenen Spucke befeuchtete Silikonkappen auf die Brustwarzen.
00:23:07: Das hauchdünne Material wollte nicht haften, die Milchtropfte aus den Hohlräumen des Fühtchens auf dem Bauch bevor das Kind davon trinken konnte.
00:23:16: Eine Säutelingsschwester kam in einer Hand voll Spritzen, in die sie Fencheltee füllte, denen sie ihren schmalen Rinnseilen über die Brüste rinnen ließ damit das Kind schon anfangen konnte zu saugen, bevor die Muttermilch zu fließen begann.
00:23:30: Minuten später betragt die Physiotherapeutin mit einem stacheligen Ball in Neongrün als geschenktes Zimmer und zeigte ihr in einem Häftchen Rückbildungsübungen.
00:23:41: Frauen mit asplonten Bobs lagen oder knieten in türkisfarbenen Tüchern abgehängten Zimmern und zeigten vom österreichischen Gesundheitsministerium zertifizierte Trainingseinheiten.
00:23:58: Oh Gott, wie gut dass ich jetzt so lachen kann.
00:24:05: Bevor sie die Physiotherapeutin fragen konnte wann damit begonnen werden sollte, musste und ob die Beratung kostenfrei sei... Die Dame machte den Eindruck einer Tapperware Verkäuferin.
00:24:16: ohne das deutlich wurde, worin ihr Angebot eigentlich bestand unterbracht sich eine Fotografin, die stilvolle Bilder von dem Neugeborenen anfertigen wollte.
00:24:26: Jetzt sei es sehr günstig, sagte sie nach einem schnellen Blick auf das Baby.
00:24:30: Denn wenn die kleinen Schliefen entstanden besonders süße Fotografien.
00:24:34: Die Physiotherapeutin Eilik hinaus komplementierend schob sie Resolut-Tisch und Stühler beiseite, platzierte einen riesigen Puff den Sie mit Seitentüchern umspannte.
00:24:45: Warum mussten eigentlich überall da wo Babys waren auch Tücher in Meeresfarben sein?
00:24:51: Also diesen Riesingpuff in die Zimmermitte und beschalteten Raum mit Wide Noise aus mitgebrachten Boxen.
00:24:57: Das garantiere einen entspannten Gesichtsausdruck des Kindes.
00:25:01: Der Pfleger, der kurz darauf gemeinsam mit einer Reinigungskraft den Raum betrat hatte die Schere dabei mit einem winzigen blauen Band verzieht, mit der der Vater ihres Kindes die Nabelschnur durchschnitten hat.
00:25:15: Mit einem großen Lächeln reichte er sie ihr.
00:25:18: Verständnislos sah sie ihn an.
00:25:20: Ob man damit auch Papier schneiden könne fragte sie.
00:25:24: Er lachte auf als hätte sie einen Witz gemacht.
00:25:27: Hatte sie nicht Ein Souvenir, das immer an diesem Tag erinnern würde.
00:25:32: Man könne es zum Beispiel mit den anderen Memorabilien aus dem Krankenhaus – dem ersten Schnuller, dem winzigen Band, dass sie dem Säugling um seinen Fußgelenk gebunden hatten, um ihn eindeutig identifizieren zu können in eine Box legen.
00:25:45: Sie legte keinen Wert auf die Schere und nahm sich aber dennoch entgegen, um nicht schon am zweiten Lebenstag ihres Sohnes als Rabemutter gelten zu
00:25:52: müssen.".
00:25:55: Bereits forty- acht Stunden nach der Entbindung hatte sich unterhalb ihrer Nase einer Fieberblase gebildet die von ihrer totalen Erschöpfung zeugte.
00:26:03: Eine Erschöfffung, die wie sie erst viel später ahnen sollte gar nicht zu sehr von den Strapazen der Geburt herrührte sondern eher vom ununterbrochen Strom kleiner und kleinster Verrichtungen die offenbar an Neugeborenen vorgenommen werden mussten und für die Herausbildung des Mutterglücks notwendig zu sein schien.
00:26:23: Dabei machte es ihr der Mutter gar nicht den Eindruck sonderlich viel zu brauchen.
00:26:29: Von der nicht minderverdächtigen, pathetisch beschworenen Intuition der Mutter, die jetzt vielleicht tatsächlich geholfen hätte war plötzlich keine Rede mehr.
00:26:39: Wir müssen nach Hause, sagte der Vater des Kindes und dort wird alles besser.
00:26:44: Sie nickte ja nachhause.
00:26:48: Nun wartet sie also auf das letzte Gespräch mit dem Arzt unter Hebamme.
00:26:52: Noch bevor der Mediziner ein angenehmer und herzenswarmer Mann den sie schätzt und dem sie vertraut, fängt sie an zu weinen.
00:27:03: Mein Leben ist vorbei, sagt sie schlucht sind.
00:27:05: ich möchte das nicht!
00:27:07: Ich kann schon jetzt nicht mehr, ich erkenne mich selbst nicht mehr.
00:27:10: nichts ist von mir geblieben.
00:27:12: doch Sie sei noch da versichert der Arzt es sei lediglich ein neuer Aspekt hinzugekommen Sie seien mehr geworden nicht weniger.
00:27:22: vielleicht können Sie es jetzt noch nicht sehen dass sei ganz normal so wenige Tage nach der Entbindung stelle sich sehr häufig in Stimmungstief ein.
00:27:30: Er spricht von Babyblues.
00:27:32: Nach wenigen Tagen sei das meist vorbei, meist schon wenn man daheim Zeit hätte sich mehr auf das Baby einzulassen als dass in der Klinik möglich sein.
00:27:42: Falls sich ihr Zustand nicht bessere Getrauerigkeit anhaltte können sie sich an eine Spezialistin wenden.
00:27:49: worauf die Spezialisten spezialisiert ist wird nicht ausgesprochen.
00:27:54: So weit ist sie von einer Depression entfernt, dass niemand auch nur das Wort in den Mund nimmt.
00:28:01: Jetzt am dritten Tag nach der Geburt des Kindes vorübergehende Stimmungsschwankungen, bald alles Bestens.
00:28:07: So ein Kind ist ja die größte Freude im Leben überhaupt!
00:28:10: Es werde also nicht nötig sein aber oft gebe er schon die Tatsache eine Anlaufstelle zu haben Sicherheit.
00:28:16: Also greift er schnell zum Telefon ruft die Spezialistin an, die in einem anderen Krankenhaus ordiniert und fixiert einen Termin Nächsten Montag.
00:28:24: meine Kollegin weiß Bescheid.
00:28:26: Sie können jederzeit absagen.
00:28:27: sie werden es ihr wahrscheinlich gar nicht brauchen.
00:28:30: Ein letztes Händeschütteln ist allerbeste für sie und ihre kleine Familie.
00:28:36: Als der Arzt das Zimmer verlassen hat, fragt sie die Hebamme was sie denn mit dem Baby machen solle falls Sie den Termin wahrnehmen müssen?
00:28:45: Erst als die Hebame sich verdutzt ansieht merkt sie dass die Frage sich verrückt wirken lassen muss.
00:28:51: Dein Baby antwortet die Frau nach einem kurzen Moment der Irritation strahlend.
00:28:56: dein Baby kommt ab jetzt überall hinmit wo du hingehst.
00:29:00: ihr wird schwarz vor Augen.
00:29:02: Der Schrecken, den ihr dieses Satz einjagt ist unermesslich.
00:29:09: Sie würde die Spezialistin gerne aufsuchen denn die Traurigkeit ist längst nicht verflogen hat sich ein paar Tage später gut eine Woche nach der Geburt des Kindes im Gegenteil noch eher verfestigt.
00:29:19: sie würde gerne wissen ob es alleine ist mit ihrem schmerz mit diesen falschen gefühlen.
00:29:24: Ist das noch normal?
00:29:25: Würde sie gerne fragen oder handelt es sich schon um eine pathologische traurigkeit?
00:29:30: Das Gespräch würde ihr in wenig Sicherheit geben.
00:29:33: glaubt sie aber Sobald sie sich den Weg ins Krankenhaus der Spezialistin vorstellt, weiß sie dass er ihr verstellt ist.
00:29:41: Das packen in der Tasche die Fahrt durch die halbe Stadt das Baby würde ständig wach werden erst beim Aufbruch dann bei der Ankunft in der Klinik.
00:29:49: der Rhythmus es gibt noch keinen Würde falls es ihn vier Tagen schon an geben sollte verlohren gehen.
00:29:56: Wahrscheinlich müsste sie genau zu Beginn des Termins stillen.
00:29:59: Sie hat Berechnungen angestellt auch an die Schwankungsbreite.
00:30:02: hat sie gedacht.
00:30:03: wo sollte sie das tun?
00:30:05: würde sein Wartezimmer geben, Sitzgelegenheiten in den Gängen.
00:30:09: Was wenn es gar nicht klappte mit dem Stillen?
00:30:11: Sollte sie vorsorglichen Fläschchen Fencheltee mitnehmen und die Spritzen um den Trick der Seuglingsschwester anwenden zu können?
00:30:19: Soalte die Milchpumpe auch mitgenommen werden für den Fall das das Kind nicht trinken wollte?
00:30:24: Wo könnte sie abpumpen?
00:30:26: Was wenn Sie genau während des Abpumpens aufgerufen würden?
00:30:29: Und wie würde sich das Kind überhaupt am geschicktestem Befördern?
00:30:32: im Arm im Kinderwagen oder in der Trage.
00:30:36: Was, wenn sich die einmal getroffene Wahl als falsch herausstellen würde?
00:30:41: Die Sprechstunde der Spezialistin sei meist sehr voll hatte der Arzt sie gewarnt.
00:30:45: mit ein bisschen Wartezeit müsste sie rechnen.
00:30:49: Wie sollte sie dort ein vielleicht zwei Stunden verbringen mit dem Baby?
00:30:52: Wo könnte sie es wickeln?
00:30:54: Wie lange würden die stilleinlagen reichen?
00:30:58: So groß der Wunsch nach einem Gespräch über die ausbleibende Freude Über das unheimliche Gefühl von nun an mit einem gänzlich fremden Zusammenleben zu müssen auch ist, bei gleichzeitig jubilierender Freude ihres gesamten Umfelds der sie wie Taub gegenüber steht.
00:31:13: Es scheint ihr schlicht nicht möglich diese Expedition anzutreten.
00:31:17: Zu groß und zu zahlreich sind die Unwägbarkeiten.
00:31:20: Zu gross die Aufgabe zu Unsicher was passieren würde.
00:31:25: Dabei hat sie auch – das macht ihr Angst – sicherlich nicht einmal in alle Eventualitäten gedacht.
00:31:30: Entscheidendes könnte ihr entgangen sein, jede Menge Unvorhergesehenes passieren.
00:31:35: Entscheidungen die andere vielleicht nicht einmal als solche bezeichnet hätten, die für andere Frauen ein kaum reflektierter Teil der neuen mütterlichen Praxis werden, tömten sich zu unüberwindlichen Hindernissen auf.
00:31:46: Ein Mann und drei Großelternpaare, die über insgesamt vier Autos und sehr viel Zeit verfügen, reichen nicht um ihr den Eindruck einer schier unüberwindlichen Aufgabe zu nehmen – sie würde es nicht schaffen!
00:31:59: Sie bleibt Zuhause ohne den Termin abzusagen.
00:32:13: Jetzt möchte ich noch eine Stelle von weiter hinten vorlesen, das Kapitle ist Leiden an der Gesellschaft.
00:32:22: Ich muss mal schauen ob ich danach aufhör, wie die Stimmung ist und wie.
00:32:27: man hat gar kein Gefühl jetzt für die Zeit zu... Aber ich habe mich jedenfalls bewusst entschieden also sozusagen nicht die ganz harten Stellen also wo es dann tatsächlich diese Mutter Ich glaube, das gab es schon hingedauert vor.
00:32:47: Also jedenfalls der absolute Tiefpunkt dieser Geschichte ist dann im Grunde genommen eine Nacht wo diese Protagonistin tatsächlich daran denkt selbstmord zu begehen und es ist klar so kann das nicht weiter gehen.
00:33:09: Ja, Therapie und das ist auch der Zeitpunkt wo tatsächlich irgendwie klar ist.
00:33:15: Das ist keine Traurigkeit mehr sondern das ist jetzt eine massive Geschichte.
00:33:21: Das kann ich nicht vorlesen und ich kann auch nicht das Ende vorlesend.
00:33:27: Ich kann verraten für alle die dieses Buch nicht gelesen haben es geht gut aus aber ist irgendwie auch schon wieder sozusagen der Witze eigentlich, weil wenn ich jetzt so viele Jahre später mit dem Buch unterwegs bin und getrennt von meinem Kind, dass ich ja praktisch nicht aushalt kann.
00:33:47: Ich kann die Stellen lesen was dann um die Liebe zu dem Kind geht, weil dann genau, dann könnte ich glaube ich nicht einfach gutlesen sondern müsste dann anfangen zu weinen.
00:33:58: soweit hat sich das alles umgekehrt.
00:34:02: Genau Leiden an der Gesellschaft.
00:34:05: Und es geht um die Erfahrungen im Rückbildungskurs, in denen wie ich tatsächlich finde das war meine Erfahrung.
00:34:20: Das ist die Erfahrung dieser Protagonistin wo normalität eingeübt wird und auch sanktioniert wird wenn das nicht der Fall ist.
00:34:33: Genau, und sie hat sich angemeldet für den Kurs mit dem Titel Beckenboden ohne Kind.
00:34:41: Sie hat sich gegen die Hebammen geführte Ringelblumen-Rattern-Variante entschieden.
00:34:46: Dies hier ist nun die Alternative.
00:34:49: Im Eingangsbereich steht ein mit altrußer samtbezogenes Daybat.
00:34:53: einige Stufen führen hinauf in einen offenen Raum der von einer kleinen Bar dominiert wird eine Etagea mit pastelligen Makarons, ein kupferfarbenes Tablett mit Zäckgläsern Im Flaschenkühler.
00:35:05: daneben steckt Rosé Prosecco.
00:35:08: Auf Frischbecken gebackene Mamas dürfen mal was zwinger, wir sind ohnehin immer zu streng mit.
00:35:12: und selbst für alle die doch streng sein wollen mit sich selbst gibt es auch alkoholfrei.
00:35:19: Am äußersten Ende der Bar ist eine riesige rauchblaue Vase platziert aus der winterliche Zweige- und Gräseragen.
00:35:26: Die Wände sind in einem abgetönten Rosa gestrichen, Succulenten stehen auf den Kupfen an den Regalen, einen monstereinen geflochten Korb.
00:35:36: Auf dem Sideboard der angrenzenden Garderobe liegt eine Wickelunterlage, keine mit grinsen Berchenkundstoff bezogene Schaumgummimatte sondern einer dieser guten Silikon-Unterlagen aus Dänemark in edlem Steingrau.
00:35:50: An der Wand sprüche im pseudo barockengoldfarben Rahmen hinfallen aufstehen Krönchenrichten weitergehen oder wow mom.
00:36:01: Ganz klar, hier werden nicht schlappe Mütter adressiert die eineinhalb Stunden Ruhe pro Woche haben wollen und gleichzeitig die notwendigen Rückbildungsübungen praktizieren sondern sexy Mama-Königinnen.
00:36:13: Die gemeinsam mit ihrem wunderbaren Beckenboden auch sich selbst stärken wollen Und das in einem Ambiente dass gleich auf den ersten Blick als Entsprechung und Fortsetzung zeitgenössischer Eltern Kinduniversen aus Altrosa MoV.
00:36:28: Muss larn decken, staubgrünen Spiel-Tippes auf kürzlich abgezogenen Holzdielen und zuckerbunden frozen Yogurt Nachmittagen mit älterlichem Daydrinking kenntlich wird.
00:36:39: Mutterschaft aber in Style!
00:36:41: Hier werden keine physiotherapeutisch informierten Anwendungen oder ein esoterischer Heilungsdiskurs angeboten sondern ein Workout indem sich postfeministische Feiern des weiblichen Geschlechts vorhangauf für die Vaginallippen mit näherliberalen Optimierungsimparativen Pimpi or Beckenboden auf schönste zusammenfinden.
00:37:03: Die Kursteilnehmerinnen haben sich im größten Raum des Studios versammelt, einem halbrunnen Saal dessen bodentiefe Fenster zur Straße weisen und von außen den Blick freigeben auf die Frauen, die sich nun auf den im Kreis ausgelegten Violettenmatten niederlassen.
00:37:19: Mittig über ihnen hängt eine goldene Disco-Kugel – die zauberhafte Lichteffekte produziert!
00:37:25: große Brüste, die noch nicht lange zu diesen Körpern gehören.
00:37:30: Die Frauen scheinen sich noch nicht an ihre neue Körperhaltung gewöhnt zu haben.
00:37:34: Ihre Bewegungen wirken seltsam ungeübt.
00:37:37: Die schöne Fülle der schwangeren Körper ist zu Übergewicht geworden.
00:37:40: keine Body Positivity Kampagne dieser Welt kann darüber hinwegtäuschen dass die meisten Frauen sich sichtlich unwohl fühlen sie selbst mit eingeschlossen.
00:37:50: Die Leggings von davor spannen um die Oberschenkel Die engen Sporttops dehnen sich über ungewohnten Bäuchen.
00:37:58: Einige der Frauen haben vorsorglich riesige T-Shirts gewählt, dass es okay ist, acht Wochen nach der Entbindung einem Bauch zu haben scheint im Gegensatz zu dem Wissen das Heidiklom bereits sechs Wochen nach einer Geburt ihrer Tochter wieder für Victoria's Secret gelaufen ist kaum wirkmächtig.
00:38:14: Man lächelt sich antut so als würde man bereits ganz konzentriert entspannen Als wären Stress und Anspannung durch drei tiefe Atemzüge schon fast vollständig abgefallen.
00:38:25: Ein paar Frauen haben sich ihren Matten-Nachbarinnen zugewandt.
00:38:28: Erste zaghafte Gespräche, die mit den immer gleichen Fragen angebahnt werden – wie alt ist ein Baby?
00:38:34: Wie heißt es?
00:38:35: Wie schläft es?
00:38:38: Aus dem Boxen scheint Drake und Cardi B. Es entgeht ja nicht, dass die Playlist bewundernswertkuratiert ist.
00:38:45: Es sind nicht die Hits des gerade vergangenen Sommers in dem sich die hier anwesenden Hochschwanger mit Stützstrümpfen durch die Stadthitze gequält haben oder mit ihren Zäuglingen im Wochenbett gelegen sind sondern Songs aus den Vorjahren als man noch Aparol Spritz trinken in Regione am Strand gechillt oder mit Freundinnen Barcelona unsicher gemacht hat.
00:39:05: Ah süße Erinnerungen!
00:39:08: Wer atmen durch die Fußsohlen ein?
00:39:10: Wir stellen uns vor, eine Prinzessin in Krone aufzuhaben.
00:39:13: Und durch dieses Grönchen pusten wir beim Ausatmen eine Konfetti-Kanone.
00:39:19: Calvin Harris und Dua Lipa won't kiss.
00:39:22: Wir lassen die Hüften kreisen ja!
00:39:24: Felix Jain ain't nobody.
00:39:27: Danach wissenswertes.
00:39:28: Runde um den Beckenboden.
00:39:30: Die Kursleiterin möchte die Frauen mit den Öffnungen des weiblichen Beckenbodens vertraut machen.
00:39:35: Vagina, Arnos und Hanröhren ausgang.
00:39:37: Jede Frau hat drei Löcher sagt sie ha ha... ...die Runde lacht.
00:39:42: Sie ziehen die Sitzbeinhöcker zusammen, sie lassen das Becken kreisen.
00:39:45: Sie heben das Beck im Liegen an und drücken die Oberschenkel im Sitzen zusammen.
00:39:50: Sie legen sich auf den Rücken und lassen sich tief in die Matten sinken – entspannen!
00:39:55: Amy Winehouse Back to Black.
00:39:59: Nach der Stunde bleiben die Frauen noch ein wenig sitzen und unterhalten sich über den Nachtschlaf ihrer Babys, über Hausmittel gegen Brustentzündung, über dem Baikoststart und die Vor- und Nachteile verschiedener Baby tragen.
00:40:11: Wir orientieren uns sehr an Nora Imlau, sagen die Frauen und kennst du schon das neue Buch von Nikola Schmidt?
00:40:16: Das kann ich auch sehr empfehlen.
00:40:18: Erst bei Jules sowieso Remo Lago schreibt dass das ganz normal ist in dem Alltag trotzdem mühsam klar.
00:40:24: Immer wieder fallen Namen von denen sie als einzige wie sie feststellen muss noch nie gehört hat Die genannten seien Erziehungs-, Bindungs- bzw.
00:40:34: Entwicklungspäpste.
00:40:36: wird sie von einer ob ihres unwissensvollen entgeisterten Mitrückbildnerinnen aufgeklärt?
00:40:42: Alles, was man heute über Babys wissen muss stünder in diesen Büchern.
00:40:47: Kein Wunder dass es mir so schlecht geht.
00:40:48: denkt sie bei sich Ich weiß das ihr alles gar nicht bin ganz unvertraut mit dieser neuen Welt ihren Regeln und Gesetzen.
00:40:56: So kann sich die Bindung zu meinem Kind ja gar nicht richtig entwickeln.
00:40:59: Dass sie auf die Bedürfnisse ihres Sohnes eingeht Das sie ihnen die meiste Zeit trägt Und ihn oft auf ihrem Bauch schlafen lässt Dass sie also in den Augen der Frauen und Entwicklungspäbste eigentlich alles richtig macht hat sie in diesem Moment völlig vergessen.
00:41:17: Es wird viel gelacht, so viele es gibt zu besprechen, so spannend ist es zu erfahren wie die anderen es machen.
00:41:25: nur die Frau die gerade ihr drittes Kind bekommen und auf das Treiben gleichermaßen freundlich wie abgeklärt geblickt hat ist schon verschwunden.
00:41:33: Frauen die seit Monaten zum ersten Mal für kaum zwei Stunden alleine sind getrennt von ihren Säuglingen nennen sich selbst und alle anderen im Raum ohne mit der Wimper zu zucken.
00:41:43: Mama Sie staunt über so viel fröhliche Identität.
00:41:48: Als wäre alles nur ein Witz, als reite sich im Leben mit Baby-Anekdote an Anekdoten, überbieten sich die Frauen kichernd mit Geschichten über bei den ersten Essversuchen verwüsteten Küchen und angekackte Kleidung.
00:42:01: Haha lachen sie!
00:42:02: Und sie sieht sich selbst in diesen Situationen, die sie alle kennt, in denen sie aber kein Lachen aufbringen kann – nicht die Kraft besitzt, sie im Wissen um ihren anecdotischen Charakter mit Humor zu
00:42:13: nehmen.".
00:42:15: Der Austausch soll fortgeführt und intensiviert werden.
00:42:19: Eine besonders engagierte Teilnehmerin macht die Runde, um alle Telefonnummern einzusammeln und noch am selben Abend eine WhatsApp-Gruppe einzurichten.
00:42:27: Das Profilbild, das sie dafür wählt zeigt einen Sandstrand vor Türkisblau Meer darüber in der Schrifttype Comic Sans Pink.
00:42:37: Ich bin Mama Und was sind deine Superkräfte?
00:42:41: Die humorigen Sprüche, von denen ihr unklar ist ob es sich um Mini-Witze oder durchhalte Parolen handelt machen sie noch mutter und müder als sie ohnehin schon ist.
00:42:51: In den darauffolgenden Tagen und Wochen explodiert der Chat vor Lolls und Emojis mit Herzorgenschir.
00:42:57: Im Minutentakt werden Geschichten von nachts stündlich aufwachenden Kindern ausgetauscht.
00:43:02: in ausgelassenster Stimmung wird von der ersten Erkältung der Kleinen berichtet.
00:43:07: Die halbe Nacht haben wir mit dem Rotzer Absauger experimentiert.
00:43:09: Ein Höllengerät sage ich euch, wie waren so fertig?
00:43:11: Hahahaha!
00:43:13: Werden gemeinsame Spaziergangsanfragen euphorisch aufgenommen?
00:43:17: Klar komme ich mit der kleinen Maus aus Weißensee zu euch nach Treptow.
00:43:20: Nur Problemo ist praktisch einmal durch Berlin.
00:43:24: Es gelingt ihr nicht mitzumachen.
00:43:26: Jeder möchte und kann sie über witzig ironische Pictogramme kommunizieren.
00:43:31: Auch ist sie in der Lage eine Reise von Weißen See nach Trebtow Mit Baby auch nur in Erwägung zu ziehen.
00:43:37: Sie fühlt sich ausgelockt und leer.
00:43:40: Aber ist das Vermögen der totalen Identifikation von Frau und Mama, dass Lachende sich fügen in den gleichermaßen langweiligen wie unvorhersehbaren Alltag mit Baby vielleicht die entscheidende Voraussetzung zum Glück zur gelungenen Mutterschaft?
00:43:56: Ist das vielleicht eine Superkräfte gemeint?
00:43:59: Liegt in ihrer Unfähigkeit so zu denken, zu fühlen und zu handeln wie diese Frauen möglicherweise ein Grund für ihre Depression?
00:44:11: Ich könnte jetzt noch drei Seiten vorlesen oder wir gehen ins Gespräch.
00:44:18: Dann lese ich noch... Die Passagen, die ich bisher vorgelesen habe waren ja sozusagen erstmal alle so staunend erfahrungsgesättigt von dieser Protagonistin, die sich da in dieses neue Leben irgendwie fügt und eben nicht füge.
00:44:41: Und mit der Zeit, diese Passage ist tatsächlich schon nach der Diagnose und nach Beginn der Therapie die sowohl mit Psychopharmakal als auch aus Psychotherapie besteht.
00:44:56: Die dann doch relativ schnell und bald anschlägt und es ermöglicht sozusagen auch mit dem Wissen, dass diese Frau selber mitbringt.
00:45:07: Nämlich als Historikerin und insbesondere Wissenschafts-Historikerin.
00:45:13: Genau ist in der Einführung gesagt worden, also das bin jetzt wieder ich.
00:45:18: Ich werde die Grenzen von Autofiktion und Autobiografie überschreiten aber insbesondere eine Kulturgeschichte in der Natur.
00:45:24: als Forschungsschwerpunkt hat sich diese ganze Mutterschafts- und Mutterliebe Geschichte mal mit dieser Expertise sozusagen im Hintergrund anzuschauen Und das Kapitel heißt aus dem ich vorlesen werde Die Erfindung der Mutterlieber Liebe, offenbar nichts ist was tatsächlich ein für alle mal da ist.
00:45:49: Sondern dass die Idee das sei einer Frau allen Frauen sozusagen angeboren eingeschrieben körperlich selber eine Geschichte hat und die Protagonistin unternimmt In einem knappen Jahr oder sowas, ihre erste Dienstreise wieder und zwar nach Jena in die Villa Medusa.
00:46:17: Das Institut der Wissenschaftsgeschichte in Jena ist dort angesiedelt.
00:46:21: In Jena trifft man sich in der Villa Meduza dem Wohn- und Arbeitshaus des im neunzehnten Jahrhundert sehr bekannten Naturforscher Ernst Heckel.
00:46:30: einige altbekannte Kolleginnen ein paar neue Gesichter In der Pause höfliche Nachfragen bei gleichzeitiger beiläufige Erwähnung der eigenen Forschungsergebnisse, Gespräche über Forschungsanträge und gemeinsame Doktoranden.
00:46:43: Auf den Seminartischen, die in den Vorraum geschoben worden waren um ein kleines Buffet zu improvisieren haben die studentischen Hilfskräfte die Hermann Bahlsen Collection auf kleinen Tellern verteilt Die Lobar war für Letten Butterblätter, Blätterbrezeln ohne Gleichen.
00:47:01: Wie ist denn Gehe?
00:47:02: Woran man denn gerade sitze, wozu man forsche.
00:47:04: Ah Baby Pause wie schön!
00:47:06: Herzlichen Glückwunsch.
00:47:07: ja alles Bestens lügt sie aber es ist natürlich auch ganz wunderbar einmal rauszukommen.
00:47:13: Genau der morgige Vortrag und zu dem Sammelband trage Sie selbstverständlich gerne bei.
00:47:17: warum nicht toll anerkennendes Nicken kollegiales Lächeln.
00:47:22: Die studentischen Hilfskräfte stehen in Höherweite und lächeln auch.
00:47:27: Wieder einmal werden zwei junge Frauen in dem ihre Glauben bestätigt, dass alles mit allem vereinbar sei.
00:47:33: Dass die Geburt eines Kindes ein kleines schönes Ereignis ist und seine Frau ein paar Monate Auszeit ermöglicht – einen Spaziergangsverbeitigung oder Rückbildungsurlaub.
00:47:43: Dass sich die Prioritäten vielleicht ein bisschen ändern wie immer alle sagen aber das man nicht mit größeren Störungen rechnen muss.
00:47:51: Der falsche Smalltalk der so viel kaputt macht.
00:47:55: Zwischen dem letzten Vortrag und dem gemeinsamen Abendessen bleibt noch Zeit für eine Besichtigung des Tagungsortes und des Arbeitszimmers von Ernst Heckel, das weitgehend originalgetreu erhalten wurde.
00:48:07: Heckell, Mediziner, Zoologier- und Naturphilosoph widmete sich in der zweiten Hälfte des neunzehn Jahrhunderts mit besondere Intensität der Verbreitung der Abstammungslehre weshalb er auch als der Deutsch Darwin bezeichnet wurde.
00:48:21: Zu seinem sechzigsten Geburtstag bekam Heckl von dem bekannten Historienmaler Gabriel von Max, der Heckels Interesse an evolutionstheoretischen Fragen teilte ein Gemälde geschenkt vor dem sich die Konferenzteilnehmerinnen nun versammeln.
00:48:36: Das Bild trägt den Titel Pitekantropus allalus und zeigt zwei Affenmenschen – so nannte Heckl, die von ihm postulierte evolutionäre Übergangsform vom Menschenaffen zum Menschen.
00:48:50: Links unten hockt im Vordergrund ein weiblicher Affenmensch mit langen Haaren und einem Säugling an der Brust.
00:48:57: Dahinter steht halb verdeckt und im Schatten ein männlicher.
00:49:01: Im Auge des weiblichen Affenmenschen, der Mutter ist eine Träne zu erkennen – die lange als Tränen der Rührung interpretiert wurde.
00:49:09: erklärt, der Kustoß des Ernsthekelarchivs den Tagungsteilnehmern als Ausdruck einer urmütterlichen Gemütsbewegung kurz «als Mutter Liebe».
00:49:20: Sie blickt auf den Säugling.
00:49:22: Die achtsame, liebevolle Hinwendung zum Kind und die durch die Träne symbolisierte mütterliche Ergriffenheit werden in den Gemälde also als natürlich behauptet.
00:49:32: Und das vorhanden seien der Mutterlieber als evolutionärer Vorteil verstanden, der eine entscheidende Rolle in der Evolution einnehmen soll.
00:49:42: Seine Skizze – als die Gabriel von Max gegenüber Ernst Heckel seinen Ölgemälden übertrieben Bescheiden bezeichnete zeigt Wie sie dem Ausstellungstext entnimmt, Zitat die Träne im Auge der Mutter.
00:49:55: Denn ich glaube fast das Zuchtwahl und Kampf ums Dasein nicht genügend die Menschenpsychie zu erzeugen.
00:50:03: Es scheint mir vielmehr die Mutterliebe- und Muttersorge eine wichtige Rolle dabei zu
00:50:06: spielen.".
00:50:07: Zitat Ende.
00:50:09: Mutterlieber heißt es übersetzt?
00:50:12: Setzt den Homo also den Menschen vom Tier ab!
00:50:16: war ein entscheidender Faktor für die Entstehung des Menschen und sichert den Fortbestand der Art.
00:50:22: Plötzlich werden große Absrag der Kategorien ganz konkret, die gesellschaftlichen Verhältnisse und damit die Ideologie von Produktion und Reproduktion das Patriarchat – all das blickt sie da von oben herab in Öl an!
00:50:37: Wie schuppen fällt es hier von den Augen?
00:50:40: Wieder begegnet ihr hier der alte Trick mit der Naturalisierung der Mutter Die Natur sieht vor, dass du dein Kind liebst.
00:50:49: Ohne Mutterliebe kann Mensch sein!
00:50:52: Männer wie der esoterische Malerstar Gabriel von Max, der Mitglied in einer theosophischen Loge war sich für Somnamelismus und Hypnotismus interessierte und zeitweilig mit einer Affenherde zusammen lebte haben uns das eingebrockt denkt sie und merkt wie Zornik sie das Bild anschaut.
00:51:26: Vielen herzlichen Dank.
00:51:44: Die Veranstaltung ist ja auch eine Kooperationsveranstaltung mit dem Netzwerk Familie und den Vorarlberg-Erhebermen-Gremium.
00:51:54: Das war mir sehr wichtig, dass es auch zeigt, dass viele Bereiche sich im Vorarl Berg mit dem Thema Geburt und Mutterschein und vor allem mit dem Problem Brustpartale Depression beschäftigen auseinander sitzen und hier auch Hilfen bieten.
00:52:18: Dazu gekommen sind jetzt aufs Podium die Frau Natalia Kmeiner eben vom Netzwerk Familie, sie ist von Beruf klinische und Gesundheitspsychologin und beschäftigt sich in ihrer Arbeit auch unter anderem mit dem Thema postpartale Depressionen.
00:52:42: weiteres ist dazu gekommen die Jasmin Jäger Hebamme vom Beruf, arbeitet auch beim Vorarlberg-Hebamengremium mit.
00:52:54: Er hat eine Ausbildung gemacht von im Jahr und in Augsburg in Uniklinikum und arbeitet seit dem Kreißsaal des Landeskrankenhauses Feldkirch, wo er heute noch tätig ist und ist zudem auch frei berufliche Hebamme.
00:53:18: Ja, warum Sie zwei dabei sind hat natürlich diesen Grund des Themas auch Brustpartale Depression und da würde ich gern gleich Frau Nataliek Meiner ansprechen.
00:53:36: Es gibt vom Netzwerk Familie sondern die Initiative einer Ambulanz für Brustpatale Depression.
00:53:44: Ich würde sie gerne bitten dass sie einfach ein bisschen darüber
00:53:47: zählen?
00:53:49: Ja, vielen Dank für die Einladung.
00:53:51: Vielen dank für die Lesung!
00:53:53: Ich habe gemerkt es ist noch mal sehr bedürftig gewesen diese dunklen Stunden auch zu hören und das ist was in der Netzwerkfamilie einfach auch täglich brot ist dass wir konfrontiert sind mit jungen Müttern denen eben nicht gut geht.
00:54:09: und es stimmt nicht ganz, dass Netzwerksfamilia eine Ambulanz initiiert, aber wir sind in dem Netzwerk aktiv mit zum Beispiel auch den Krankenhäusern oder speziell der Gynäkologie.
00:54:24: Dem Prima-Doktor Rode, der die Gynänologie in Bregenz und Donbien jetzt leitet und auch im Feld der Ärzteschaft Landeskrankenhaus rankweil
00:54:36: usw.,
00:54:36: wo wir uns vernetzen und wo wir erreicht haben dass es in Belde, sofern die Gelder dann auch fließen und voraussichtlich eine Ambulanz geben wird.
00:54:48: Die Gynikopsychiatrie versorgt ist.
00:54:50: Also es ist so wir haben eine sehr gute gynikologische Versorgung im Vorarlberg und auch eine gute psychiatrische Versorgungen.
00:54:56: aber die Gynikkopsychiatrie liegt brach.
00:54:59: Und jetzt ist doch nochmal ein ganz spezifisches Themenfeld wo's einfach notwendig ist das ganz besonderes Wissen und auch Feinfühligkeit und Gespür da auch für das Thema
00:55:11: Genau.
00:55:12: Jetzt denke ich, hat ja dieses Bestreden für diese Ambulanz auch damit zu tun dass dieses Thema postpartale Depression immer noch ein Tabuthema
00:55:25: ist
00:55:26: für viele.
00:55:28: Frau Wesseli hat es jetzt in ihrem Buch, holt das vor.
00:55:33: den Vorhang betrifft viele Frauen in diesem Fall
00:55:40: Ja, also wenn wir das jetzt für Vollberg mal anschauen Wenn wir davon ausgehen dass ungefähr viertausend Babys geboren werden.
00:55:46: Das ist ein bisschen rückläufig Es waren nicht ganz so viele letztes Jahr und bei der postpartal Depression gibt es eine Prävalenz von fünfzehn Prozent.
00:55:56: Dann wären das doch sechshundert Frauen im jahr die wirklich eine behandlungsbedürftige depressive Erkrankung haben in Zusammenhang mit der Schwangerschaft und Geburt.
00:56:08: Die Frauen werden aber nicht sichtbar.
00:56:11: Also das ist eigentlich ganz viel Leid, dass hinter verschlossene Türen ausgehalten wird, dass vielleicht auch Väter oder Familien mittragen oder die Frauen sich da eigentlich zurückziehen.
00:56:22: und es gibt ganze tolle Broschüre vom Bundesministerium, ich habe eine nur an Ansichtsrexemplar mitgebracht.
00:56:29: Mit dem Titel Eigentlich Sollte Ich Glücklich Sein?
00:56:32: Und das finde ich ganz gut, weil die Erwartung so da ist.
00:56:36: Die Mama ist gesund und das Kind ist gesund Das erwartete Enkelkind.
00:56:40: alle haben eine riesen Freude.
00:56:42: Aber der Mama geht es nicht gut Wenn das fünfzehn Prozent der Frauen betrifft eigentlich auch normal aber sie sind nicht in den Köpfen Genau!
00:56:52: Es ist ein Tabu.
00:56:55: Darum finde ich das so schön Auch mal nicht von der psychologischen oder medizinischen Seite dass da das Thema aufgegriffen wird sondern Dieses Buch findet man in der Bibliothek und stoßt von einer anderen Richtung auch nochmal auf das Thema.
00:57:11: Und was soll in dieser Ambulanz passieren, also dass Frauen hinkommen können?
00:57:17: Auch mit
00:57:18: Familienangehörigen... Was soll dann die Ambulance sozusagen bieten?
00:57:25: Also die Ambolanz ist ein Baustein in der Versorgung.
00:57:30: Wir haben jetzt beim Netzwerkfamilie als ganzes Team und auch die Hebammen machen das.
00:57:35: Und auch in den Ärzten gibt es Sensibilisierungsschulungen, Workshops zu diesem Thema, postpartale Depressionen.
00:57:42: Der Anfang ist dass wir als Fachpersonen – und es sind jetzt auch viele Fachperson hier heute – dass wir uns trauen, die richtigen Fragen zu stellen hinzuschauen vielleicht auch dieses IPDS diesen kurzen Fragebogen mit den Müttern auszufühlen wo sehr schnell deutlich wird keine zehn Minuten.
00:58:02: Man hat einfach auch eine Zahl, wo man sieht so gravierend erlebt die Mama das in diesen letzten vier Wochen.
00:58:08: und wenn diese Sensibilisierung oder wenn die Frau dann merkt da gibt es ein offenes Ohr oder ich darf das überhaupt aussprechen oder es wird überhaupt so eine Frage gestellt Dann ist das der erste Schritt dass sie sich vielleicht traut das auch zu zeigen und sich zu öffnen Und dann ist es einfach notwendig dass sie beantwortet wird in den Bedürfnissen, nach einerseits wie Sie das eigentlich perfekt erlebt haben würde ich sagen eine pharmakologische Begleitung weil die Erfahrung ist gerade wenn es durch diese Hormonumstellungen auch im Schwangerschaftungsgeburt ausgelöst ist oder noch mal getriegert wird dann gibt es einfach Medikamente die rasch und gut ohne riesen Potenzial abhängig zu machen oder Nebenwirkung die die gut helfen.
00:58:57: Und da gibt es aber auch viele Sorgen, passen die mit Stillen zusammen und so weiter.
00:59:01: Also dann braucht's einfach eine Stelle wo sie fachlich psychopharmakologisch begleitet werden.
00:59:06: das würde in dieser Ambulanz passieren und andererseits auch diese Vermittlung von psychotherapeutischer Begleitung Genau.
00:59:13: und dass wir heute beides quasi dort auch angeboten oder vielleicht dann auch weiter vermittelt in den niedergelassenen Bereich.
00:59:21: Aber das ist quasi die Anlaufstelle weil es ist so, dass wir vereinzelt wenn wir mit Familien so zusammenkommen, kennen wir schon Psychiaterinnen.
00:59:31: Wo wir wissen da würden wir die Mama gerne hinschicken aber in einem halben jahren Termin das nützt nichts oder?
00:59:37: Die Baby ist eine Welt zwischen sechs Monaten früher oder später.
00:59:43: also das Ziel ist dass die Ambulanz auch relativ rasch zugänglich ist.
00:59:51: Frau Jäger als Hebamme den Krankenhaus arbeitet, aber auch frei beruflich mit Hausbesuchen.
01:00:00: Wir erleben Sie diese Situationen in die wie wir jetzt gerade gehört haben nicht wenige Frauen auch fallen?
01:00:13: Danke schön für diesen Bönelesen noch zu allererst.
01:00:17: Er wird dann vor allem als Fachkraft an der Front in gewissen Situationen gedriggert.
01:00:24: tatsächlich Mein Hauptarbeitsplatz ist der Kreissaal, schon immer gewesen und die Freiberuflichkeit kommt on top dazu.
01:00:34: Ich finde man empfindet schon oder man kriegt schon Gefühl dafür wie die Frau zur Geburt kommt.
01:00:42: also die kommen ja einfach in die schwangeren Ambulanz und man merkt da ziemlich gleich mal was für ein Druck sie einfach mit der Schwangerschaft, was auf ihnen steht.
01:00:55: Diese ganzen Social-Media-Geschichten diese Geburtspläne das sind jetzt einfach mal so Begriffe die jetzt mal so faller lasst diese mittlerweile einfache Anforderungen an sich als Frau als Paar und auch an uns wie einfach eine Geburt zu sein hat.
01:01:12: Und jeder, der geboren hat, der sich einfach mit Medizin und dem ganzen Körper mal beschäftigt hat.
01:01:19: Da gibt es einfach keinen Plan in dem Sinne, dass ich eins zu eins erfüllen kann.
01:01:24: Mir erklären das dann einfach damit ist eine Bergwanderung und da kann das Wetter umschlagen, da kann der Weg einmal verlegt sein und dann entwickelt sich das anders.
01:01:35: aber es ist sehr schwierig wirklich feste Wünsche in der Geburtshilfe so zu erfüllen, dass das einfach merkt.
01:01:44: Wenn man sagt jetzt ist einfach ein Punkt erreicht wo man vielleicht einen Kaiserschnitt machen muss aus gesundheitlichen Gründen fürs Kind wie einfach die Enttäuschung da ist, ich habe es nicht geschafft normaler Kind zu kriegen dann kommt die Milch nicht und ich schaffe es nicht zu stillen Dann schreit das Kind vielleicht mehr, was für uns vielleicht normal ist.
01:02:04: Aber warum schreits denn überhaupt?
01:02:06: Das muss doch jetzt zufrieden sein!
01:02:08: Es sind ja bei mir und der Mama so viele Sachen.
01:02:12: Und die Erwartungshaltung dann an uns, an das Krankenhauspersonal, die einfach die Frauen in einer extremen Ausnahmesituation, wie man immer so schön sagt, begleitet darauf.
01:02:26: Ist ja auch mit dem Beruf verbunden.
01:02:28: Das mit diesem ganzen Paket entlassen wir sie ja nach drei Tagen und dann stehen Sie damit zu Hause.
01:02:39: Und da kommt die Freiberuflichkeit ins Spiel, die das Ganze aufhängt, wo man, wo die Frau eine Hebamme erwischt, die den Luxus einer Hebammel hat, die Geburt noch mal bespricht, wo er dann einfach sagt, dann geh noch einmal ins Gespräch mit dem Krankenhaus.
01:02:56: Warum war es nötig?
01:02:59: Das ist einfach so ein breites Spektrum.
01:03:01: Und wenn die Frau in dieser Betreuung ist und das Glück hat, eine Hebamme zu haben, die vielleicht in diesem frühen Wochenbett schon einfach gewisse Sachen sieht und erkennt und es ein bisschen begleiten kann, wo sich das Umfeld nicht so traut im Umfeld zum Öffnen, weil sie hat ja jetzt glücklich zum Sein und der ist doch egal wie die Geburt lief, das Kind ist gesund und damit ist eigentlich das Soll erfüllt Dann können wir natürlich schon schauen, oder dass wir einfach das erkennen und einfach sehen der Weg.
01:03:35: Der läuft jetzt nicht mehr normal dieser Babyblues sondern es ist schon eine Richtung wo ein bisschen schwieriger wird, wo man schauen beobachten muss, dass mir einfach sehr froh sind in Vorarlberg diese Stellen zu haben an die man dann... Das ist dann meine Kompetenz da ich sage, da hört mal eine Kompetenz auf Gebe jetzt an eine weitere Institution ab und versuche die Frau dahingehend zu begleiten, dass sie diesen Weg auch gehen möchte.
01:04:03: Sie nicht dazu dränge weil dann habe ich das falsche?
01:04:05: Weil dann denkt es sich oh Gott!
01:04:07: Ich bin echt nicht ganz kürdig!
01:04:09: Jetzt sagt ihr des Arsch schon.
01:04:11: Es braucht sehr viel Empathie und sensibel.
01:04:15: aber es gibt natürlich auch harte Fälle Wo man einfach sagen muss, das hat jetzt schon was erreicht.
01:04:20: Da muss man jetzt sage ich wirklich als auch als Hebamme sagen, jetzt wo mein Hausarzt anrufen.
01:04:25: Das muss jetzt nach Anquelle oder also das muss jetzt wirklich stationär betreut werden?
01:04:29: Das kann es auch mal extrem sein aber ich finde halt, dass ist ein bisschen so ein Luxus, dass man einfach eine Hebammel hat die das erkennt oder auch das umfällt da die Empathie dafür findet wenn man einfach seine Partnerin oder die Freundin, oder die Tochter einfach sagt du hör zu.
01:04:53: Ich glaube jetzt muss man da mal zusammen ein bisschen schauen welche Stelle weiterzugehen.
01:05:02: Jetzt hat ihr Frau Weseli eine Stelle vorgelesen wo sie Die Protagonistin in Krankenhaus war und die Tür geht scheinbar auf und zu, ständig kommt jemand anderer.
01:05:17: Dann muss man noch Fotos machen und dann kommt noch ... Wir
01:05:20: sind sehr glücklich dass es Corona gab.
01:05:22: also ich glaube die wo am profitiertesten haben ist das Wochenbett im Krankenhaus durch die Coronaregeln.
01:05:29: Das muss man tatsächlich sagen.
01:05:30: wir haben auch da Umfragen gemacht Ende hin von diesen Coronaregel Bezüglich Besuchszeiten in den Zimmern, es sind einfach bauliche.
01:05:41: Jedes Krankenhaus wird immer wieder umgebaut
01:05:43: und
01:05:44: nicht jedes Krankenhaus entspricht den heutigen wunderbaren Wochenbettstationen die wir alle gerne hätten.
01:05:49: das ist eine kostenfragende Platzfrage usw.
01:05:53: Das heißt die Besuche sind davor wirklich eskaliert Vor Corona, das heißt da waren die Besuchszeiten sehr weit und sehr offen gelegt.
01:06:03: Da waren dann auch Frau vielleicht zehn Personen da und das Kind wurde rumgereicht.
01:06:07: Das rocht dann mehr nach der Parfüm von der Oma.
01:06:11: Dann auch der Stillen war natürlich nicht gut.
01:06:14: also gerade am Stillen hat man es sehr gemerkt dass das einfach durch dieses Keinbesuch war das ja zum Teil wunderbar funktioniert hat.
01:06:21: Die Frauen ging es wesentlich besser.
01:06:25: weniger Stress Wie gesagt, krass ist immer das Stillen, weil es sich einfach hormonell abhängig und wenn da Stress ist dann ist auch Stress mit Stillen.
01:06:34: Also die Kinder waren entspannter Und auch die Umfragebögen waren durchaus wächst positiv.
01:06:39: also von wegen Die ganze Zeit ich habe kein Besuch gekriegt.
01:06:43: Das war jetzt auf Wochenbett nicht so der Fall Und wir haben dann auch sehr enge Besuchzeiten beibehalten.
01:06:50: Also die sind tatsächlich sehr eng, also im ganzen Spital relativ aber auf Wochenstationsspeziell sind auf zwei Stunden pro Tag gedrimmt.
01:07:01: Maximal zwei Besucher pro Frau wobei der Vater und die Geschwister Kinder ausgenommen sind.
01:07:07: Das ist denke ich sicher sinnvoll und klar.
01:07:11: das hat eine Familienbildung Ja, und das macht viel aus an dieser Problematik.
01:07:22: Jetzt kommt natürlich auch mein medizinisches Fachpersonalherz da ein bisschen dazu.
01:07:29: Es ist einfach so dass diese vor allem diese Hebammenbetreuung in Österreich anders funktioniert wie in Deutschland wo ihr herkommt Und da das Teil auch ein bisschen Luxusding ist, dass man sich leistet tatsächlich sollte.
01:07:46: Dass die Hebamme zusammen nach Hause kommt und dieses kontinuierliche Betreuung.
01:07:49: Das ist in Deutschland einfach von der Krankenkasse finanziert und da ist es Gang und Gebe.
01:07:54: Der Mangel ist zwar da, aber rein theoretisch kriegst du eine Hebamme und dann kannst du auch nach zwei Tagen heimgehen.
01:08:00: Also meine Schwester mit Zwillinge wirklich nach zwei Tage nach Hause und die Hebammen kann zum Teil zweimal am Tag.
01:08:06: also das ist ein anderes Konzept.
01:08:08: sicher nicht optimal gibt es immer.
01:08:12: Und somit bleiben die Frauen relativ länger im Spital.
01:08:15: einfach so einen Durchschnitt und in diesen Tagen wird halt zu viel Untersuchungen reingepresst.
01:08:22: wie's geht damit diese Frau einfach auch nicht in dieses Stil das Argument im Frühwochenbett noch irgendwelche Kindheitsuntersuchungen machen muss oder zum Hüftultraschall gehen muss und so.
01:08:34: Ob diese ganzen Untersuchungen sinnvoll sind, das startet mir jetzt nicht zu und ich glaube es ist nicht der Rahmen des zum diskutieren.
01:08:42: aber sicherlich die Idee dahinter ist ja wirklich dass die Kinder einfach gut nach Hause gehen.
01:08:49: Aber ihr hören eh es gerade immer ums Kind.
01:08:53: Also das ganze sind Mutter, der Mutter-Kinnpass existiert ja nicht mehr ab.
01:08:57: Der ist ein Geburt vom Kind, der heißt der Kinder eigentlich Gott sei da nur noch ums Kind.
01:09:01: Das hat nur was mit Geld dann zu tun wenn es die Mutter betrifft.
01:09:04: aber es ist kein... Kein Mutterkinnpass mehr und darum ist das Kind, trinkt das Kind nimmt es zu.
01:09:12: Wie ist es?
01:09:13: Ist es gelb oder nicht?
01:09:15: Wie ist die Sauerstoffsättigung?
01:09:16: Hat sie Infektzeichen?
01:09:18: wie hört's?
01:09:21: Also ihr hören, das sind dann die Erstvorstellungen.
01:09:24: Dann klar fühltet man da immer irgendwelche Kinder raus, die tatsächlich was haben dafür.
01:09:28: Das ist ein Screening, das ist logisch.
01:09:32: Ich finde tatsächlich, man versucht es zu minimieren.
01:09:37: Es gibt natürlich auch diesen Stationservice.
01:09:39: Es sind drei Frauen im Zimmer.
01:09:41: Es ist Wochenbett,
01:09:42: d.h.,
01:09:43: man hat die Binden und so.
01:09:44: Das muss man lernen, kommt sie nicht?
01:09:46: Ist auch nicht okay oder also das ist sehr schwierig.
01:09:51: Ich möchte nur dazusagen, dass in Voralberg mal zumindest ins Prägenz ist es schon Dombren und Felker dran sind Baby Friendly Hospital zu werden.
01:09:59: Was sicherlich da gibt's gewisse Grundideen wo sie da sein müssen damit eben gratische Stillsachen nicht gestört werden wo einfach die Störungen minimiert werden sollen.
01:10:15: aber Es ist ein Krankenhaus, das ist einfach so.
01:10:19: Das ist ein Strudel, da gibt es gewisse Dinge.
01:10:23: Man kann die natürlich als Eltern nur ablehnen wenn man sie nicht möchte.
01:10:26: aber das können wir euch vorstellen dass das nicht gerne gesehen wird.
01:10:32: Aber ich kann das absolut noch empfinden und ich kann nur sagen, interessant war meine Geburt meiner eigenen Tochter in einem Baby-friendly Hospital.
01:10:42: Und ich habe exzt bewusst nicht an meinem eigenen Krankenhaus geboren weil ich wollte keinen Besuch haben von irgendwelchen Arbeitskollegen und dass im Speisesaal über mein Geburt diskutiert wird oder so.
01:10:53: Ich wollte für mich selber auch die Intimphäre waren wenn wir einen überall kennen.
01:10:59: trotzdem Es war die schönste Wochenbettage.
01:11:04: Daheim war es dann furchtbar, aber diese ersten drei Tage in diesem Krankenhaus, der schaue heute noch die Bilder an und denkt mir wie schön war das.
01:11:12: Ich glaube weil halt man da auch arbeitet wird man dementsprechend wahrscheinlich ein bisschen besser.
01:11:17: Aber es war baby-friendly und man ist wieder rausgegangen wenn man gestillt hat.
01:11:21: Das kann die Prozahr nicht rein zum Boden wischen.
01:11:24: Das ist jetzt mein Empfinden gewesen.
01:11:26: Aber ich kann das auch vollziehen dass sich immer das Kritik von den Wöchnerinnen.
01:11:32: Noch eine Frage an Sie auch.
01:11:37: Es kommt ja auch diese Rolle der Social Media vor bzw.
01:11:42: auf den Ratgeber.
01:11:46: Möchten Sie dazu noch einmal, oder speziell nochmal sagen weil es ist ja auch ein Teil des
01:11:53: Buches
01:11:54: die sich auseinandersetzung mit diesen Sachbüchern und Ratgebern Ja, genau.
01:12:02: Auf diese Geburt gehen und vor allem auch auf dieses Thema Natürlichkeit?
01:12:07: Ja, also ich würde glaube ich schon Teile des Buches als Ideologiekritik oder sowas labeln und was mich besonders aber genau das hat eben wieder mit der Naturgeschichte der Kultur sozusagen zu tun.
01:12:19: Also dass das was Gesellschaften unter Natur und Haft natürlich oder so etwas verstehen also da hat man es immer mit Konstruktionen zu tun.
01:12:30: Also das ist sozusagen das Gegengesellschaftliche, dass was nicht Kultur ist wird dann als Natur und natürlich irgendwie gelabelt.
01:12:37: Das kann man eigentlich also die ganze Geschichte der Moderne spätestens seit der Achtzehnhundert glaube ich kann man das so sagen.
01:12:44: Und insofern ist mir das schon gegen den Strich gegangen.
01:12:50: Zunächst hat es mich tatsächlich wahnsinnig ja irritiert und beeindruckt sozusagen.
01:12:58: Man kommt nicht mit, man kann all diesen Anforderungen in den scheinbaren Rat geben weil das sind ja eben nicht nur Ratschläge sondern eigentlich sind das auch normative Vorgaben die dann da entwickelt werden oder vorgestellt werden.
01:13:12: dass ich dem nicht entsprechen konnte also immer dieses Defizit sozusagen.
01:13:16: und dann mit einem klaren Blick habe ich tatsächlich versucht, ja eine Kritik dieser auch der zentralen Begriffe da.
01:13:24: Also nicht nur was wird als Natur und natürlich darin verstanden sondern Sehr lange habe ich mich auch ziemlich zur Arne, glaube ich, abgearbeitet an dieser Artgerecht-Reihe.
01:13:38: Also auch mit Blick.
01:13:40: also was ist sozusagen eigentlich das Gegenteil von der Artgerechte?
01:13:43: Das ist ein Artfremd.
01:13:44: dann ist man nicht weit so entartet als wenn man die Art ins Zentrum stellt und das Reden von der art und damit verhindert natürlich eine Naturalisierung statt.
01:13:54: Wenn ich sage es ist artgerecht für die Babys, für die Mütter vielleicht auch für die Väter und so weiter.
01:14:00: Dann adressiere ich den Menschen nicht als Kulturwesen sondern als Naturwesen sonst würde ich das irgendwie anders machen.
01:14:05: Und in welcher auch diskursive Tradition sich diese Ratgeber stellen?
01:14:10: Das ist schauderhaft finde ich teilweise also genau damit fremdlich sehr.
01:14:16: was ich aber auch noch sagen wollte dass es Also genau, wenn Sie sagen, es fängt ja schon oder sie sehen schon wie die Leute die Frauen reinkommen und das für Erwartungen schon an die Geburt.
01:14:30: Das beginnt ja irgendwie vorher.
01:14:34: Und ich glaube, ich hatte da jetzt nicht so eine ganz starke Haltung dazu.
01:14:39: aber wenn man mich gefragt hätte... Ich habe mich jemand gefragt und ich habe mir nicht getrohnt, das zu sagen.
01:14:45: Eigentlich wollte ich einen Kaiserschnitt.
01:14:47: Ich war dreiundvierzig.
01:14:49: Ich hatte Angst vor einer natürlichen Geburt.
01:14:52: Und es ist ein absolutes Tabu hinzugehen und zu sagen, ich möchte mit einem Kaiserschritt.
01:14:59: Dann isst man irgendwie sofort was ist das für ein Design-Baby?
01:15:02: Und nur ja kein Schmerz oder Ding.
01:15:04: Alles irgendwie sauber.
01:15:06: Da fängt's eigentlich schon mal an.
01:15:08: Das habe ich auch als ... Also eigentlich, bevor das Kind da war habe ich es erlebt.
01:15:13: Dass ich meine Wünsche seien jetzt richtig oder falsch oder medizinisch oder aus hebarmen Sicht irgendwie
01:15:20: sinnig
01:15:20: oder nicht oder sowas ist jetzt mal abgesehen, ist jetzt einmal ganz unbenommen sondern dass sich die eigentlich nicht äußern konnte.
01:15:29: und den Eindruck hatte ich irgendwie sehr, genau, sehr lange sozusagen über diese ganze Phase.
01:15:39: ja
01:15:42: Also das finde ich auch, dass es unser Beruf scheinbar ein bisschen mitbringt.
01:15:46: Dass eine Hebamme bedeutet gleich... Da muss eine Frau normal gebären, die muss stillen.
01:15:51: Die muss Stoffwindeln nehmen und was weiß ihr?
01:15:54: Was ist da für Ganze?
01:15:56: Und wie man sieht, ich trage auch keine Birkenstockschuhe.
01:15:59: Das ist jetzt aber
01:16:00: gerade modernst
01:16:01: während sie jetzt ja wieder... Aber so das klassische Bild von Rehepamme an sich per se!
01:16:06: Und damit muss man absolut aufräumen.
01:16:08: Ich meine, ihr arbeitet natürlich in einem Schwerpunktkrankenhaus.
01:16:13: Und ich schätze auch absolut die Hausgeburtshilfe, aber ich finde einfach ne Frau Beziehungsweise man steht oder hinter eine Frau sollte.
01:16:20: Es ist ihr Körper, es ist ihre Schwangerschaft und da ist das Baby natürlich auch wichtig.
01:16:26: Es gibt ja auch Indikationen für den Kaiserschnitt.
01:16:28: Ich bin froh, dass es dem gibt.
01:16:29: So ist er sehr überhaupt nicht.
01:16:31: aber es sollte sowohl als ein freie Wahl vom Geburtsort geben.
01:16:36: genauso solls auch ne freie Wahl geben was mit mir mein Körper passiert.
01:16:41: Und es ist nicht nur übergriffig von Medien Hebammen Ärzte oder so darüber zu urteilen, ob das jetzt richtig ist.
01:16:51: Oder nicht?
01:16:51: Weil eine Frau soll eine Intuition haben.
01:16:54: Sagt sie die, ist sie aber auch nicht richtig.
01:16:57: Das muss man immer.
01:16:59: und wenn man sich dann so etwas zwingt, es läuft nie gut erfahrungsgemäß.
01:17:03: Wird ein wirklich netter!
01:17:05: Und wenn ich eine Frau überreste, eine normale Geburt zu machen... Die Geburt wird nicht so laufen.
01:17:12: Also die wird nicht schön für niemand.
01:17:16: Man kann Traumata setzten, das sehr schwer dann ist und man sollte mit vielleicht Missverständnissen aufräumen, dass irgendwie man Angst hat vor der PDA oder wie auch immer, um möglich, man sollte immer drüber aufklären und reden und der eine andere Frau sagt ach so ja okay natürlich möchte ich eigentlich noch mal gebärmen aber ich habe halt gedacht da ist die Kinderbetreuung ein Klick blöd zum organisieren gibt ja auch so ein bisschen andere Gründe.
01:17:44: Aber es sollte immer eine wertschätzende Kommunikation sein.
01:17:47: und einen Kaiserschnitt ist ne Geburtsform, das sind keine Kinder die zweiter Klasse oder irgendwelche Kinder die Bindungsstörung erhandeln und irgendwie die Eltern nicht zu richtige Eltern machen und die Kinder zu nett.
01:18:05: Klar gibt's Studien für alles, das ist schon logisch.
01:18:07: aber... Es sollte damit ein bisschen aufgeräumt werden, was zu sein haben muss und auch aus Sicht von einer Hebamme.
01:18:17: Ist es echt so dass man auch der Frau ja ansieht?
01:18:20: Und auch die Aufgabe haben sollte zu sagen ich habe das Gefühl du hättest gerne PDA zum Beispiel.
01:18:25: Das ist schon mal wenn man klein anfängt auch schon riesen Thema Weil man hat eine PDA, das heißt man hat ja ein Geburt ohne Schmerzen.
01:18:32: Also hast du eh super K oder?
01:18:33: Hast du eh einmal pressen und da ist es... Und das war's mit PDA.
01:18:37: Dem isch halt auch nicht so ganz aber.. Da isch keine Hebamme dagegen!
01:18:43: Das ist sicher auch was
01:18:45: wo
01:18:46: auch daran liegt.
01:18:47: Ein Arterkommunikation im Krankenhaus wenn so einer Frau kommt.
01:18:51: Da hab ich kurz eine Frage stellen angefangen auf die Beine vielleicht weil ich habe jetzt in dem Buch sehr stark, genau es hat ja natürlich auch etwas mit meiner Profession sozusagen zu tun.
01:19:01: Sehr stark auf die kulturellen und historischen Gründe sozusagen abgezielt und woher diese Normalitätsvorstellungen kommt und dass sich eigentlich so wie dieses eine Kapitel heißt Leiden an der Gesellschaft also das sich diese Depressionen auch an diesen Differenzen von Was ist normal, was ist natürlich und wie geht es mir eigentlich?
01:19:24: Also das wäre ja dann sehr eine sehr sozusagen fast kulturelle Erkrankung wenn man so möchte.
01:19:32: Genau gleichzeitig weiß ich natürlich und das kommt hier auf und das haben wir jetzt auch gesagt hat das auch etwas mit Hormoneausschütteln zu tun sind.
01:19:41: es würden ja zum Beispiel nicht durch ein Pharmaker helfen etc.
01:19:44: Es hat einfach etwas mit den körperlichen Prozessen zu tun.
01:19:50: Also weil Sie das auch nochmal gesagt haben, wie anders es eigentlich war während Corona.
01:19:55: Also wo man doch wirklich den Eindruck hatte wenn sozusagen die ich nenne jetzt mal weit Kultur des Gebärends eine andere ist.
01:20:02: Wie häufig
01:20:04: besuche statt in welchen Räumlichkeiten.
01:20:07: Dann geht's den Frauen eigentlich besser.
01:20:11: also sozusagen wir würden sie dass sich fälschten dass man nicht in Zahlen ausdrücken kann aber wie viel davon sozusagen körperlich, wenn man so möchte.
01:20:23: Also jetzt diese fünfzehn Prozent weil wir wissen ja auch das zum Beispiel in anderen Gesellschaften und anderen Kulturkreisen sind diese Zahlen ja ganz andere also nicht von allen haben wir es.
01:20:31: aber na das ändert sich ja sehr und wie viel davon ist eigentlich kulturell oder noch mal anders gefragt?
01:20:36: Was könnte man jenseits von Nachsorge worüber sie gesprochen haben?
01:20:41: Wie kann man dann betroffenen Frauen oder Familien irgendwie helfen?
01:20:45: Würden Sie sehen dass es eigentlich was gibt was diese Zahl drücken kann, an dem man selber, also was sozusagen nicht den Körper jetzt, sondern dass man selber irgendwie so kulturell gesellschaftlich machen könnte.
01:21:00: Also ich glaube das der Kulturelle ein Teil höher ist?
01:21:05: Aber das ist einfach, was ich so denke.
01:21:08: Und ich würde das, was Sie so fragen als Schutzfaktoren bezeichnen.
01:21:11: oder was können wir präventiv tun?
01:21:14: Weil wir wissen zum Beispiel dass eine Übersiedelung in der Schwangerschaft ein hoher Risikofaktor ist für Schwierigkeiten.
01:21:21: dann weil einfach das soziale Umfeld Wo gehe ich einkaufen, wen treffe ich?
01:21:28: Wie läuft alles ab.
01:21:29: Also dieses Sicherheit- und Geborgenheitsgefühl auch irgendwo erschüttert wird durch einen neuen Lebensraum.
01:21:35: also das ist auch da gibt es Studien dazu und so gibt's viele Schutzfaktoren.
01:21:40: in den Gesellschaften in denen die Postpartei der Person weniger verbreitet ist ist zum Teil jedenfalls so dass dieser Halt den Frauen untereinander sich geben Wochenbett, vielleicht auch in Zusammenhang mit Menstruation.
01:21:55: Also dass diese ganze Sozialisation in Bezug auf die Themen Weiblichkeit gebären... Das ist das schon.
01:22:02: andere ist, wo man mehr eingebetet ist in die Gemeinschaft der Frauen.
01:22:10: Ein Risikofaktor für postpartiale Depressionen ist die Einsamkeit.
01:22:16: Dieses Mit dem Kind dann auf sich allein gestellt und sich erleben.
01:22:23: Ich sage jetzt mal dieses Mothering the mother.
01:22:25: Nicht
01:22:26: eine Mutter oder Übermutter der Großmutter zu haben, die da schon Erfahrung hat und die mich damit trägt und in deren Schoß ich als Mama bin, damit ich mein Kind im Schoße haben kann.
01:22:37: Das ist denke ich etwas Kulturelles.
01:22:42: Und darf ich noch was sagen zur spannenden Diskussion vorhin?
01:22:49: Wir haben jetzt so diesen großen Slogan, immer diese Bedürfnisse orientiert der Erziehung.
01:22:53: Und dieses Bedürfenes orientiert sich immer am Baby.
01:22:56: und das ist ja auch eine Gegenbewegung zu dieser schwarzen Pädagogik oder zu dem autoritären Erziehungsstil.
01:23:03: und ich erlebte es so dass wir... Dass sie sich jetzt so einpendelt langsam, dass eben klar wird okay die Mama hat die Aufgabe zu schauen, dass ihr gut geht damit sie gut für ihr Kind sorgen kann wieder gewürdigt, dass die Mama auch Bedürfnisse hat und sie wird darin gestärkt auf die durchzusetzen oder die auszudrücken.
01:23:28: Weil ich finde es ist so ein bisschen die Essenz wenn wir Eltern begreifen das ihre Aufgabe ja die ist ihrem Kind vor zu leben wie man gut für sich sorgt damit das Kind von den Eltern lernt wie man Gut Für Sich Sorgt Oder um das geht's im Endeffekt.
01:23:45: Und dann Wenn Ich Das Erkannt habe Dann Darf Ich Gut Für mich Sorgen Und dann darf ich die Dinge tun, die ich brauche damit ich gut im Balance bin.
01:23:54: Das muss sich da nicht vergleichen weil die Bedürfnisse sind individuell.
01:23:59: Also das ist so in meiner Arbeit so ein bisschen die Bewegung, die da jetzt so gerade deutlich wäre.
01:24:05: Gleichzeitig haben Sie damit natürlich auch deutlich gemacht... ...das berühre ich so ein paar Mal in dem Text wie sehr wir natürlich darüber über Klassenfragen reden, ne?
01:24:14: Weil schon alleine das also... Jetzt sitzen hier nur gebildete Frauen, die über solche Themen reflektieren.
01:24:20: Den Interesse daran haben sich... Ich hab mal... Es gibt so eine Anthologie über Frauen mit postparteiler Depressionen, die irgendwie so... ich glaube, über Interviews ist das irgendwie gegangen und ich hatte mich doch so auf das Kind gefreut oder sowas heißt.
01:24:37: Und da sind auch ein paar Stimmen von Frauen, der jetzt nicht über Bildungsprivilegien verfügen.
01:24:45: Und das ist total krass, weil eben diese ganze Sache von Selbstsorge überhaupt kann.
01:24:51: Soll darf in welchem Rahmen eine Frau für sich sorgen?
01:24:54: Das ist wirklich nicht ihre Verbreitung, sondern wir reden ja eigentlich über so ne Klassengeschichte und insofern, also das auch noch mit zu bedenken.
01:25:08: Also genau kann ich mir vorstellen in Ihrer konkreten Arbeit, dass muss eine wahnsinnige Herausforderung sein weil genau all das wird hier besprechen setzen so hohen Grad an Reflexion voraus und überhaupt also auch sowas wie eine prinzipielle Gleichberechtigung Das sind ja letztlich dann auch feministische Positionen und sowas dass die jetzt noch nicht irgendwie in der gesamten Breite unserer Gesellschaft angekommen sind.
01:25:35: Genau, das weiß man
01:25:36: ja auch.
01:25:37: Aber es sind ja dann auch so Themen wie... Ab wann gebe ich mein Kind in eine außerfamiläre Betreuung?
01:25:44: Ja genau.
01:25:45: Wo das Ziel schon ist, die Wahlfreiheit und dass es eben für alle auch finanziell nicht möglich ist.
01:25:55: Und dort geht's ja auch darum darf ich das.
01:26:04: Mir vom Hebammengremium, der Hebamme selber beschäftigt sich ja nicht nur ausschließlich mit dem Thema wie kriegt man Kind?
01:26:11: Wie kommt der Kind und wie ist das Kind oder so.
01:26:14: Sondern ich finde die Hebammer hat sich jetzt im Zeitalter ein bisschen entwickelt auch ein bisschen feministisch gesehen.
01:26:20: Sie schaut wie, was sind die Werte Frau?
01:26:23: Wie kann eine Frau sich schauen?
01:26:24: Was ist Kehrarbeit.
01:26:25: Also es hat sich da ganz viel auch in den Mirosbilderhebermetanen auch wo sie arbeitet.
01:26:31: und was mich sehr beschäftigt ist dieses regretting motherhood einfach diese... ich bin wahnsinnig gern Mama aber ich finde die Rolle die man mir damit aufzwingt zum Beispiel mit Komi persönlich solche Ohne Wahnsinn nicht klar.
01:26:46: also dieses Ding jetzt haben wir unbedingt ein Kind wollen Und jetzt ist es da endlich und jetzt muss man ja schon in die Kinderbetreuung gehen.
01:26:55: Das war meine Entscheidung, nicht von uns als Paar, sondern meine persönliche Entscheidung.
01:27:01: Da wird eingerät und manchmal so sensibel und mache das Richtige und so oder?
01:27:07: Und da gab es schon los dass man einfach liebt sein Kind, man hat das gern.
01:27:13: aber diese Rolle in die man dazu hängt wird... immer noch heute, und das wird auch sehr lange gehen bis die Söhne nachkommen.
01:27:23: ein Bild der gleichberechtigten Frau zurechtkommen auch.
01:27:29: Das dauert und das merkt man auch in der Nachbetreuung, so die Männer sitzen am liebsten während des Geburt auch mit in die Badewennereien, die pusten damit, sie bringen ihre Hausschule mit.
01:27:39: Die sind auch im Wochenbett super und okay.
01:27:42: aber dann ist das Wochenende vorbei und jetzt hast du dein Kind und jetzt ist fertig.
01:27:47: ich gehe jetzt wieder arbeiten und es ist jetzt die Rolle und du machst Babymassage und du kannst Baby schwimmen und du gehst einkaufen.
01:27:54: Schau es, dass der Laden läuft.
01:27:56: Aber du sollst schon wieder den Einkaufen arbeiten gehen kochen und die Kinder von A nach B fahren oder das gehört einfach dazu.
01:28:04: also diese poshpadale Depression hat beim einer schwereren erst angefangen wo das Kind älter war.
01:28:12: Das hat sich so schleichend durchzogen weil sie einfach dann erst gemerkt hat Sie hat einfach dieses klassische Bild aufdrückt kriegt und eigentlich wollte sie das nicht vom Herzen aus.
01:28:26: Hat aber nicht raus können, weil es hat mehr so vorgelebt.
01:28:29: Und dann hast du die Erwartungshaltung wird dann immer schwerer.
01:28:34: Das ist eben diese... Das fängt mir wirklich an mit so kleinen Sachen wo man schon beobachtet mit der Boho Instagram Geburt.
01:28:42: Dann muss das Kinderzimmer schon beige, wo ich immer frage was sind die?
01:28:45: Wo sind die Duplo-Steine und die Legosteine?
01:28:47: Und das ganze Zeug eigentlich.
01:28:52: Das geschwappt dann drüber hinweg, dass man als Frau diesen perfekten Familienleben leben muss und das Haus auch so schön sein.
01:29:02: Es muss alles perfekt sein und es muss Geburt sein.
01:29:07: Ich gehe mit dem Kind mache ich alles und das Stillen funktioniert aber trotzdem nebenher.
01:29:14: will man diese Rolle?
01:29:16: Ja, ich glaube das ist nett so unbedingt immer.
01:29:23: An Sie fragt meiner noch die Frage können sie so Merkmale klingt jetzt blöd aber so merkmale für postpartale Depressionen was so greifbar ist nennen wo sie sagen ja es sind zu den Da sollten dann die Alarmglocken
01:29:47: leuten.
01:29:48: So diagnostisch ein bisschen.
01:29:51: Gut, im Prinzip ist es sehr parallel wie das zur Depression.
01:29:55: also es geht um den Antriebsverlust.
01:29:59: Es ist eigentlich so gut auch geschildert in dem Buch.
01:30:01: Dinge, die vorher selbstverständlich waren werden zum Riesenaufgabe und nicht mehr weltigbar.
01:30:06: Dann schon die Emotionen auch Also Häufiges tägliches Dauernweinen oder Aggression auch Suizidalität oder Gedanken, also es ist eigentlich so schön exemplarisch jetzt gerade von Ihnen da geschrieben und gelesen worden.
01:30:25: Aber es gibt so Daniel Stern ist ein Entwicklungspsychologe und Psychonalyptiker aus Amerika, er lebt nicht mehr aber hat ein Modell entwickelt das heißt die Mutterschaftskonstellation und da beschreibt er welche Aufgaben eine Frau im Übergang in der Mutterwerdung bewältigen muss.
01:30:42: Das sind so vier Bereiche und man kann eigentlich gut sehen, okay wenn es da irgendwo hat dann ist die Gefahr groß.
01:30:49: Und ein Bereich der jetzt gerade zur Sprache gekommen ist das ist die Identität.
01:30:53: Also schaffe ich diesen Wechsel von der Arbeitsberufsfrau zu Hausfrau oder von der Tochter zur Mutter keine Ahnung, Sexualpartnerin zur stillenden was auch immer.
01:31:11: Also es gibt ganz viel was in der Identitätsebene auch bewältigt werden muss und das kann ja wie du gesagt hast Jasmin das kann auch... Das muss nicht in den ersten sechs Wochen sein also es kann immer immer in allen möglichen Phasen dann auftreten.
01:31:27: Und ein anderer Punkt ist soll ich gerade die vier aufzählen?
01:31:30: Also das ist die Identität.
01:31:32: Dann ist das Thema des Wachstums.
01:31:34: da geht's darum um so fragen, wie kann ich mein Kind erstens austragen gebären und nähren.
01:31:41: Also da geht es wenn man so still Ansprüche da sind und dann das nicht funktioniert, kann das ein großer Konflikt sein der dann in einer solchen Depression auch führt und überhaupt das Gedeihen des Kindes also auch wenn es Erkrankungen von Baby gibt oder dass Baby auf der Neonatologie liegt solche Dinge.
01:31:58: Dann gibt es diesen großen Bereich der Bezogenheit.
01:32:02: Also da geht es um die Bindung, um dieses Gefühl Ja das ist mein Kind Es gibt ja auch häufig in diesem Zusammenhang mit der Krankhundesgefühl dass ich gar nicht mein Kind dieser Fremde wurde von ihnen das so formuliert damit mich jetzt da erlebt Das ist mein kind und kann ich dieses Kind lieben oder diese Gefühlebene?
01:32:23: diese Eltern-Kind-Bindung.
01:32:26: Und der dritte Bereich ist dieser Bereich Matrix, wird das so formuliert?
01:32:29: Das ist genau dieses soziale Ebene.
01:32:32: kann ich mir auch einen Umfeld schaffen dass mich in dem, wo es mich trägt also das wäre quasi auch diese Müttergruppe zum Beispiel wenn ich mich da angesprochen fühle oder das Familienumfeld die Großeltern oder die Babysitterin.
01:32:46: Also schaffe ich das so ein Matrix aufzubauen dieses sprichwörtliche Dorf das es braucht eben um das Kind groß zu ziehen.
01:32:53: Und wenn in einem dieser Fälle das große Konflikt ergibt, dann ist es so ein Risikofaktor eigentlich.
01:33:01: Ich möchte auch Ihnen noch die Möglichkeit geben Fragen zu stellen.
01:33:06: Den kurzen Handzeichen falls es Fragen gibt?
01:33:15: Ja?
01:33:18: Ja ich möchte mich sehr einfach bedanken für diese Ehrlichkeit hier und den Mut.
01:33:24: Ich fand das jetzt sehr mutig des Vorlesen und ich möchte einfach sagen dass mir ... ich habe dieses Buch schon gelesen vor längerer Zeit, also im Sommer.
01:33:34: Und
01:33:35: es war das Buch des Jahres zwanzig vierundzwanzig für mich und es hat mir unglaublich geflasht und berührt.
01:33:48: Genau!
01:33:50: Also ich bin Hebamme von Beruf und es habe mich dann fast in Zweifel gestürzt oder ich hab versucht zu reflektieren wie als Hebamme, also ich bin jetzt pensioniert und habe gedacht, hoffentlich bin ich nicht in diese Naturhörigkeit verfallen die für Hebammen so unglaublich fast ein bisschen Krankheit ist.
01:34:23: Und was mich am meisten berührt hat an ihrem Buch war dass sie durch ihre Profession wieder den Weg zurückgefunden haben zu sich.
01:34:36: Also durch diese geschichtliche, die Historikerin und auch diese historischen Erkenntnisse haben mich sehr beeindruckt.
01:34:52: Ich glaube nicht das Mutterliebe angeboren ist.
01:34:56: Man könnte ja fragen ist Vaterliebe angeboren?
01:34:59: Keine Ahnung.
01:35:00: Liebe ist etwas, das sich entwickeln muss und ich glaube je mehr man sie voraussetzt umso mehr verflüchtigt sie sich.
01:35:08: Ich habe das ein kleines mit dem Orgasmus verglichen.
01:35:10: Ich muss es jetzt doch sagen.
01:35:13: Das ist so eine fragile Geschichte.
01:35:19: Genau!
01:35:20: Und auch... Also es ist keine Frage.
01:35:23: Ich möchte einfach sagen was das Buch mir bewegt hat
01:35:29: dass
01:35:31: Frauen zurückgeworfen werden auf die Steinzeit, wenn sie ihre Kinder kriegen.
01:35:37: Und Sie sagen dann auch unsere ganzen Errungenschaften der Wissenschafter Kultur wo bleiben die?
01:35:47: Also für mich...
01:35:50: ja
01:35:51: also ich finde Kaiserschnitte auch an Segen und ich bin auch Traumatherapeutin Ausgebildete wichtig, dass wir Möglichkeiten haben uns zu schützen auch vor der Natur.
01:36:05: Wir leben ja auch nicht mehr in Höhlen
01:36:07: oder?
01:36:09: Ja also vielen Dank einfach für's Behen!
01:36:14: Vielen Dank, das freut mich sehr.
01:36:21: Also sozusagen die Kritik an dem Berufsverständnis oder das sozusagen Hebammen mit dem Naturbild irgendwie so identifiziert werden.
01:36:30: Ich meine, gut es ist natürlich die Killer Antwort kann man immer sagen hat ja auch eine Geschichte.
01:36:34: aber ich glaube schon dass sich hier also dieses Verständnis des Hebammenberufes jetzt vielfach vielleicht auch klischeehafte, apropos Ringelblume
01:36:44: Rat haben.
01:36:45: und
01:36:47: ich fand's gut, dass sie gleich gesagt haben, das ändert sich ja auch oder hat sich schon geändert.
01:36:54: Aber ich meine, das ist natürlich schon auch scheint mir eine Reaktion gewesen.
01:37:00: Und eigentlich glaube ich muss man da zurückgehen bis irgendwie zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts also einer Medizin insbesondere an der Gönäkologie die halt im Grunde genommen alle diese Frauen leiden zu dem ich gerade schwangerschaft dazu Im Grunde genommen als halberte Pathologien und sowas, wo man praktisch im OP und da wird drauf reagiert.
01:37:22: Und insofern glaube ich ist schon auch diese neue Konstituierung dieses Bildes der Hebamme ja im Zuge der zweiten Frauenbewegungen den Sechziger- und Siebzigerjahren glaube ich auch als ein Gegengewicht also sozusagen sinnig und total nahvollziehbar und das haben wir jetzt auch schon mit Blick auf die diverse Phänomene besprochen dass es ja eigentlich wünschenswert wäre, es würde sich sozusagen was einpendeln.
01:37:49: Also man braucht vielleicht auch diese Extrempositionen nicht mehr scheint auch das Gönäkologinnen ja nicht mehr irgendwie dieser krassen Schulmediziner die irgendwie nichts kennen als das Kalpell.
01:38:03: also das stimmt ja auch nicht mehr das Bild und insofern schien mir das eigentlich eine Bewegung wieder aufeinander zu.
01:38:14: Und was ich vielleicht noch sagen wollte, auch zu vielfach gesagt habe, was es eigentlich bedeutet an Kind zu haben als Frau und wie schnell man dann doch wieder auf selbst in den scheinbar emanzipiertesten oder aufgeklärtesten und gleichberechtigten Beziehungen und so etwas, wie sie dann doch irgendwie schnell zurückgeworfen wird.
01:38:40: Auf diese klassischen Rollenverteilung.
01:38:44: Ich finde es schon, also auf der einen Seite jetzt wo diese Liebe zu meinem Kind sich so ausgeprägt hat und ich das irgendwie sozusagen gar nicht mehr sehen kann.
01:38:54: Also jetzt ist mir diese Frau wenn ich da vorlese ist mit dieser Frau
01:38:57: fremd
01:38:58: und ich denke mir wie konntest du so denken warum war das ein Problem?
01:39:02: Diese Fremdheit hat sich jetzt wieder irgendwie umgedreht Und auf der anderen Seite erlebe ich das schon so Jetzt als Mutter von einem Kindergartenkind alles gut eingerichtet und sowas.
01:39:14: Also es stimmt, was der Könäkologe damals auch zu mir gesagt hat.
01:39:18: Es ist nichts verloren gegangen.
01:39:20: Na ja doch ich glaube ein bisschen war sie schon auch verloren gegangen.
01:39:22: aber das stimmt schon und es ist vor allem etwas dazugekommen.
01:39:25: Aber ganz ehrlich wenn nicht jetzt auch alles in Ordnung seien mir überlegt, was das für eine krasse Sache ist ein Kind zu haben in unserer Gesellschaft.
01:39:35: und wie gesagt ich kann mir alles leisten.
01:39:37: Ich bin da mit einem netten und lieben Mann zusammen des Himmelskindes gefahren und so.
01:39:42: also es könnte sozusagen nicht besser sein und ich erlebte trotzdem als so ne krasste Sache und eine Herausforderung.
01:39:47: Insofern wundere ich mich dann nicht und mir scheint eigentlich sozusagen diese Depression dieses Fallen in einen wahnsinnig tiefes Loch Reaktion auf diese Transgression, die so massiv war noch stärker und ärger eigentlich als ich es mir damals vorgestellt habe.
01:40:06: Also wie sehr das eigentlich in des Leben, in der Selbstverständnis als
01:40:11: Frau
01:40:12: in alles mögliche?
01:40:13: Wie man den eigenen Körper usw.
01:40:14: wahrnimmt eingreift fand ich's nicht übertrieben dass man ein bisschen Probleme haben kann sozusagen.
01:40:23: Ja, gibt's noch mehr Fragen oder...?
01:40:33: Also ich habe mir in letzter Zeit noch ein bisschen dadurch, dass die Politik in viele Länder momentan sich wandelt und das Bild also die Frau in der jeweiligen Politik rückschrittlich wird.
01:40:48: Das kann man jetzt möchte einfach nur auch nochmal sagen Man sollte als Frau immer die Wahl haben dürfen.
01:40:57: Also, die Frau soll auch sagen dürfen ich möchte zu Hause bleiben fünf Jahre.
01:41:02: Ich möchte mein Kind gerne zuhause betreuen weil ich es will und nicht, weil das auf... Das Patriarchater irgendwie sagt du bist die Frau.
01:41:12: Ich bin der Mann geschlechtlich so gearbeitet.
01:41:15: Du machst das wenn das überhaupt noch finanziell möglich ist.
01:41:19: okay aber Es sollte halt eine Wahlfreiheit sein.
01:41:24: Und darum finde ich viele Sachen, was mit dieser Politik passiert in verschiedenen Ländern mittlerweile in Europa und auch in den USA usw.
01:41:36: extrem krass und ich finde es extrem beängstigend.
01:41:41: Und auch das wird immer, das Wort Frau benutzt, das kommt nie der Vater nämlich drin vor und es gibt ja die Mutter des Kindes in den Kinderbetreuung.
01:41:50: Es gibt nicht der Vater des Kinden gegen Kinderbetreuerung sondern die Mutter ist ja quasi, die hat ja entschieden dass das Kind mit drei oder mit eins oder schon die Betreuung darauf muss soll Der Vater, und ich meine natürlich hat das auch das Klischee.
01:42:05: Die Mutter arbeitet nicht, trinkt nur Latte Macchiato mit Freunden in der Stadt und das Kind geht aber in die Kinderbetreuung.
01:42:12: Ja dann soll sie das machen!
01:42:13: Wenn sie das möchte, soll sie es auch machen dürfen.
01:42:18: Auch dieses hat seine Vorurteile.
01:42:20: Nicht nur die Arbeiten der Mutter sondern... Das kriege ich in meinem Umfeld auch so mit.
01:42:26: Und man ist ja schon die totale, emanzipierte feministische Frau wenn man sagt, man geht arbeiten mehr wie acht Stunden die Woche.
01:42:37: das sind auch schon irgendwie.
01:42:38: und natürlich es gibt Leider immer mehr Familien, die sich nicht leisten können diese Wahl zu haben.
01:42:44: der Versagen da muss die Frau arbeiten gehen.
01:42:47: Der ist das Herz bricht dass sie ihre Kinder in die Betreuung geben muss.
01:42:51: Das genauso das andere Bild ist und es der frau oh schlecht geht damit.
01:42:57: Und darum finde ich das sehr schwierig was da momentan isch weil ich sie mir wieder zurückworfen Zurück an den Herd und dafür kriege ich noch eine Prämie, dass ich an dem Herd darf.
01:43:15: Aber
01:43:15: für die Frau vielleicht wo es finanziell nicht möglich wäre zuhause bleiben zu können das er aber möchte ist vielleicht wieder gut hat immer zwei Seiten und da ist immer halt die Sache was Wie weitlasst.
01:43:32: Und ich möchte auch noch mal sagen, als der Beruf der Hebamme ist prinzipiell Gott auf Physiologie aus.
01:43:39: Also das ist ein Beruf, der wirklich nur schaut was ist normal am Körper?
01:43:43: Was ist ein normaler Vorgang und ich finde es sollte man schon etwas schützen werden dass dieser Beruf so besonders macht, dass das keine Krankenschwester ist und kein Krankenpfleger.
01:43:54: Und keine Ärztin für irgendwas kranke sondern eine Hebamme.
01:43:58: Ist prima für eine Physiologie zuständig und sobald es in was krankhaftes umgeht, ist das wieder etwas wo sie abgeben müsste an einen Arzt.
01:44:07: also ich finde schon noch was Besonderes an diesem Beruf der prinzipiae keine Krankheiten halt Darum auch vielleicht da ganz gut ist, dass er die Physiologie von einer Schwangerschaft und Geburt mit der Frau bespricht.
01:44:19: Und so hart sich das jetzt auch hört, auch vielleicht mal sagt, das ist normal.
01:44:23: also das heißt nicht immer, dass man was abtut sondern vielleicht mit der Frauenverhaube spricht, dass gewisse körperliche Veränderungen normal sind und nicht immer Kleier Pathologie bedeutet wie es...und wo man Kleie irgendwas machen muss.
01:44:35: Das auch halt mittlerweile.
01:44:37: ich habe ein Problem.
01:44:37: ja, was in den Füßen?
01:44:38: Was mache ich jetzt alles?
01:44:39: Das wird gegoogelt.
01:44:40: Da gibt's fünfzehn Varianten, die probieren wir alle aus.
01:44:43: Vielleicht lege ich einfach mal die Feine hoch und das Wasser geht zurück, machen wir nichts.
01:44:47: Also halt einmal einfach die Physiologie ist das was manchmal ausschützenswertig nimmt Job.
01:45:10: Ja total also bin hin und weg, gell?
01:45:13: Das ist ja lange her mit den Kindern Und ich muss noch sagen, ich war in der glücklichen Zeit.
01:45:22: Es hat eine kurze Zeit gegeben, in der man zwei Jahre Karrenz hatte zu Hause und ich habe das sehr genossen.
01:45:30: Das war das vierte Kind und bin aber nachher dann wirklich in den Beruf eingestiegen und ich war Sonderpädagogin.
01:45:38: und dieser Aspekt jetzt mit dieser Prämie wieder Zuhause zu bleiben.
01:45:46: also Ich sehe da nicht nur die Mutter Ich sehe da wirklich auch die Kinder, weil ich mit so viel Kindern arbeiten musste, die einfach von zu Hause nicht eine adäquate Erziehung oder ein Umwelt bekommen haben.
01:46:02: Oder Familien, die nur einen Kind haben und... andere Gleichhalte gebrauchen, wenn sie hinauskommen.
01:46:11: und da habe ich jetzt schon große Befürchtungen.
01:46:14: Ich finde super meine Frau das entscheidet und sagt ja ich möchte wirklich ganz bewusst zu Hause bleiben ist voll okay.
01:46:20: aber wenn eine Mutter sagt das ist irgendwie schon ein Anreiz und eigentlich wirds dem Kind besser tun es wäre in einer Betreuung und das habe ich halt wirklich...
01:46:32: Das war
01:46:32: so das tägliche Brot dass wir das halt mitbekommen bekommen haben.
01:46:36: Wie wichtig das auch für die Kinder ist, dass sie hinauskommen?
01:46:39: Ja aber ich möchte es da nicht in die Diskussion verlängern.
01:46:42: also ich finde es war jetzt total... Ich habe einfach gelesen ja liebes Mühn okay hat man dann überall nicht ganz.
01:46:53: wer lesen kann ist klein Vorteil oder?
01:46:57: Bin jetzt ganz überrascht dass es so war und man hat natürlich dann die eigenen Gedanken an die eigenen Schwangerschaften und wie's.
01:47:05: Es war jetzt für mich ein total spannender Abend, auch die Sachen, die sich geändert haben.
01:47:12: Die Sachen, wie möglich sind und wo es hingehen soll.
01:47:15: also Gratulation dass man diesen Abend gemacht hat und dann alle herzlichen Dank.
01:47:29: Ich finde das wäre eine so wunderschöne Schlussworte.
01:47:33: Aber jetzt habe ich ja angefangen Wo du so geredet hast, die Hände so fasziniert zu können, ich habe mir auch gedacht Ja, ich möchte einfach nur das erwähnen ohne der Großes aufzumachen.
01:47:46: Aber wenn wir auch nicht selber entscheiden dürfen ob wir eine Schwangerschaft austragen oder nicht... Da fangen wir eigentlich an und es ist ja vorallem noch einmal speziell.
01:47:57: Und
01:47:58: genau, ob eine Abtreibung möglich ist.
01:48:02: Das auch!
01:48:04: Ja, oder auch keine.
01:48:05: Oder
01:48:05: Keins!
01:48:06: Oder auch bewusst Keins.
01:48:08: Oder Fynn?
01:48:10: Ich habe also ein Bild entwickelt.
01:48:12: Unsere Tochter ist gestern siebzehn geworden und ich habe so eine Fantasie jetzt gerade bekommen.
01:48:18: Erster Gönäkologiebesuch Und ich wünsche mir so eine Praxis, wo der Ratternstuhl ist und dann so ein Hightech-Krom-Stahl Stuhl daneben.
01:48:26: Dann steht das Spruch mit dem Krönchen richten in Pink... ...und dann steht irgendwie was buddhistisches?
01:48:32: Keine Ahnung!
01:48:33: Die Tochter kann sich aussuchen, wo sie sich hinsetzt im Wartezimmer oder so.
01:48:38: Das wäre für mich so eine Vision, dass die echte Wahlfreiheit da ist.
01:48:42: Ich glaube nicht die Bewertung sondern jeder darf jede Jeder darf für sich schauen, was stimmt für mich.
01:48:50: Und das ist auch etwas, was wir schon erleben, dass wir die Frauen ermutigen wenn du begleitet bist bei egal welchem Arzt oder Beraterin oder Hebamme und das Gefühl da fühl ich mich nicht abgeholt dann sucht ihr jemand anderen.
01:49:05: Es
01:49:05: gibt so viele Varianten und es gibt so viel unterschiedliche Sozialisationen und ich glaube der braucht einfach den Begriff Toleranz.
01:49:16: Und damit die Nadine noch einmal etwas sagen muss, möchte ich Ihnen ganz kurz darauf aufmerksam machen.
01:49:22: Wenn Sie Kontakt haben mit Betroffenen oder den Sorgen haben das Frau der Familie der Unterstützung braucht, wäre Netzwerkfamilie ein richtiger Ansprechsort und es gibt dort einige Flyer- und Informationsbroschüren zu dem Thema, die sie gerne auch mitnehmen dürfen.
01:49:41: Ein bisschen Werbung oder vielleicht auch Notlinderungshilfe?
01:49:46: Ja, Informationen.
01:49:47: Danke.
01:49:50: Dann sage auch ich vielen Dank.
01:49:53: Nataliek Meiner vom Netzwerk Familie, danke fürs Dosen.
01:49:58: Da ist Min Jäger vom Vorarlberger Hebammengremium und als Hebamme.
01:50:07: Und natürlich Frau Christina Wesseli als Autorin und Forschende Hinweisen möchte ich auch noch auf dem Büchertisch von der Barbara Sohn vom Rapunzel, die natürlich das Buch dabei hat.
01:50:23: Liebes Mühe, aber auch sonst noch ein paar Bücher und mitgeben möchte ich Ihnen so einen Säckchen.
01:50:36: da sind Samen drinnen, die Sie einfach verstreuen können und dann wachsen einfach schöne Blumen.
01:50:51: Auf Ihren Stühlen haben Sie vielleicht auch noch eine Broschüre gefunden.
01:50:56: Einfach
01:50:58: mitnehmen, anschauen und ja ich sage einfach nochmal Danke an alle drei Damen.
01:51:05: Danke Ihnen
01:51:06: auch
01:51:07: fürs Kommen.
01:51:10: Bleiben sie noch zu einem Glas Wein oder?
01:51:14: zu einem Wasser oder was immer.
01:51:16: Schauen Sie zu den Büchern, verweilen sie noch ein bisschen und falls nicht wünsche ich noch einen schönen
01:51:22: Abend und
01:51:23: kommen Sie gut nach Hause!
01:51:25: Vielen Dank!
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