Dinge neu denken - Gespräch mit Verena Konrad: Stadt Land Kultur - Urbane Visionen in Zeiten des Umbruchs
Shownotes
Klaus Kofler, Zukunftsforscher und Mitgründer der Future Design Akademie spricht mit Verena Konrad vom Vorarlberger Architektur Institut über mutige urbane Visionen.
HERAUSFORDERUNG Unsere Städte und ländlichen Räume stehen an einem entscheidenden Wendepunkt. Krisen fordern uns heraus und brauchen mutige urbane Visionen! Die DNA unserer Stadt- und Dorfräume ist Diversität. Aber wie nutzen wir öffentliche Räume, um eine Zukunft zu schaffen, die Vielfalt lebt und Menschen neue Entwicklungsmöglichkeiten bietet?
ANTWORTEN Die Antwort liegt in der Kultur. Sie ist der Schlüssel, der Räume mit Leben füllt, Beziehungen und Gemeinschaften formt und das Fundament für ein respektvolles Miteinander legt.
ZUKUNFT Stillstand ist keine Option – wenn wir unsere Zukunft gestalten wollen, gilt es heute dafür Verantwortung zu übernehmen. Unsere Städte und Regionen sind tatsächlich das Fundament für ein neues, lebendiges Miteinander. Die Wahl liegt bei uns – Wandel oder Rückschritt? Kultur ist das, was wir Menschen daraus machen.
Der Vortrag wurde im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Dinge neu denken" und "Zukunftsstorys" am 14.11.2024 in der Stadtbibliothek Dornbirn aufgezeichnet.
Dinge neu denken Wir reden über neue Perspektiven, die Mut machen sollen und zum gemeinsamen Handeln einladen.
Aktuelles Veranstaltungsprogramm der Stadtbibliothek Dornbirn: https://stadtbibliothek.dornbirn.at/veranstaltungen
Transkript anzeigen
00:00:04: Willkommen zur Audiaufzeichnung eines Vortrags in der Stadtbibliothek Dormbirn.
00:00:11: Tauchen Sie einen spannenden Themen
00:00:13: und lassen
00:00:14: sie sich inspirieren!
00:00:17: Viel Spaß beim Zuhören!
00:00:24: Herzlich willkommen bei uns in der Stadbiblothek zu einem spannenden Abend mit inspirierenden Gesprächen, das heutige Thema oder der heutige Titel Stadtland Kultur urbane Visionen In Zeiten des Umbruchs greift ein Thema auf, das uns eigentlich alle beschäftigt.
00:00:43: Wie wollen wir und wie können wir unsere Städte und Regionen mitgestalten in denen wir leben und arbeiten?
00:00:50: Dazu darf ich heute Zukunftsforscher Klaus Kohler begrüßen und Verena Konrad, Direktorin des Vorarlberger Architekturinstituts.
00:00:59: Gemeinsam werden sie über Ideen und Ansätze sprechen, wie wir unsere Lebensräume gestalten können.
00:01:07: Diese Veranstaltung findet im Rahmen
00:01:10: von Teil
00:01:10: zwei Programmreihen statt, nämlich von Zukunftsstories und von Dingen neu denken.
00:01:16: Beide Formate möchten die Möglichkeit bieten Raum zu geben um Gespräche zu führen über neue Perspektiven und zukünftige Entwicklungen.
00:01:26: Genau!
00:01:27: Und jetzt wünsche ich Ihnen einen inspirierenden Abend und freue mich auf einen gemeinsamen Austausch im Anschluss.
00:01:35: Dankeschön.
00:01:43: Dann mache ich mal weiter.
00:01:45: Schön, dass ihr alle da seid!
00:01:47: Wir haben ja schließlich ein kleines Jubiläum heute den fünften Future Talk.
00:01:52: Man glaubt es nicht aber wir haben's jetzt mittlerweile doch schon in die Hälfte der vielleicht zehn Future Talks geschafft.
00:02:05: An dieser Stelle vielleicht auch einmal ein ganz großes Dankeschön auch an diese Möglichkeit an den wunderbaren Raum, an die Möglichkeiten, die uns gegeben werden.
00:02:17: Das hat ja alles mit Arbeit und Aufwand zu tun bis in heutiger Zeit vielleicht für viele selbstverständlich.
00:02:24: Ich seh das überhaupt nicht als Selbstverständlichkeit an denn hier opfern wahnsinnig viele Menschen Zeit und zum Teil auch Geld um solche Veranstaltungen zu ermöglichen, die meines Erachtens ungeheuer wichtig sind Auch wenn Sie vielleicht jetzt nicht in diesen großen Rahmen stattfinden, aber ich bin sowieso der Meinung dass diese kleinen feinen persönlichen Veranstaltungen etwas ganz besonderes haben.
00:02:51: Ja wir alle leben so wie ich es gerne sage auch in meinen Vorträgen in einer Art wilden Welt.
00:03:00: Einer der grossen Umbrüche und wenn man uns das genauer anschaut dann sind die geopolitischen gesellschaftlichen Spannungen die uns alle umgeben der Klimawahnsinn verbunden mit dem Klimawandel und vielleicht auch die großen Fragen hinsichtlich künstlicher Intelligenz, wer weiß, die unser menschliches Dasein vielleicht in Frage stellen könnten.
00:03:22: Zumindest wird es so debattiert und diskutiert.
00:03:25: Egal aus welchem Perspektiven wir all diese Dinge betrachten und beäugen das macht was mit uns im Kleinen und im Großen.
00:03:36: Und dass alles macht auch etwas mit Städten und Regionen.
00:03:42: Und es macht davor nicht Halt, denn auch sie stehen vor tiefgreifenden Fragen in Sachen Zukunft.
00:03:51: Richard Florida ein für mich spannender Experte im Bereich der Kreativkultur beschreibt das mal so künftig werden nicht nur die großen Play-outs Industrie und Wirtschaft im globalen Wettbewerb stehen sondern vor allem Städte und Region werden ebenso miteinander konkurrieren.
00:04:10: Dieses Treiben, dieses Spiel hat ja bereits begonnen.
00:04:17: Und ich meine dass Richard Florida da richtig lag weil in einer immer globaleren Welt gerade Städte und Regionen eben nicht mehr nur durch ihre klassischen Angebote sondern vor allem durch ihre kulturelle Dynamik die Fähigkeit kreatives Gedankengut anzuziehen und zu fördern sich finden sollten.
00:04:41: Welche Rolle spielt dabei jetzt Kultur?
00:04:46: Ist das die ultimative geheime Wunderwaffe für sozialen Wandel oder ist sie doch eine Art Feigenblatt?
00:04:56: und überhaupt kann Kultur tatsächlich städtische und ländliche Entwicklung vorantreiben.
00:05:06: Ja immer wenn unsere Welt verrückt spielt, suchen wir Menschen im Wesentlichen nach zwei Dingen zum einen suchen wir nach Sicherheit und zum anderen nach Zugehörigkeit.
00:05:15: Das ist quasi ein Urtrieb, wir Menschen wollen nun mal wissen wohin die Reise geht.
00:05:24: Und gerade deshalb glaube ich dass Kultur in Zeiten von Krisen oder Umbrüchen weit mehr als ein Beiwerk sein kann wenn es um Urbane- und ländliche Entwicklung geht.
00:05:38: denn Kultur ist das eigentliche Bindemittel das uns zusammenhält und dem Ganzen auch Sinn verleiht.
00:05:48: Der Soziologe Hartmut Rosa sagt ja einmal, eigentlich ist es gar nicht die Angst vor der Zukunft, die uns lähmt.
00:05:57: Es ist was ganz anderes!
00:05:58: Es ist im Wesentlichen die Erkenntnis dass unsere alten Gewinngeschichten nicht mehr funktionieren und für neue Gewinngeschichten leider die Logik noch immer aus der alten Welt kommt Und ich glaube vielleicht bräuchten oder vielleicht sollten wir grundsätzlich über neue Sinngeschichten nachdenken.
00:06:21: Heute will ich mit meinem Gast die Rolle der Kultur als zentrales Element unserer städtischen und ländlichen Entwicklung ein wenig ergründen, und ich sage Ihnen noch bewusst nochmal dazu ein wenig – denn es ist ein Megathema!
00:06:35: Wir könnten hier eine ganze Veranstaltungsreihe füllen.
00:06:40: Wir wollen verstehen wie Städte und Regionen eben nicht nur unsere Lebensqualität verbessern sondern auch wir es uns hilft zukünftige Gemeinschaften zu formen aber auch zu gestalten.
00:06:53: Gemeinsam mit Verena Konrad wollen wir heute in die kulturellen Dimensionen unserer Städte und Regionen eintauchen, und ich finde es ungehaar schön dass ihr heute Abend hier bei mir ist.
00:07:05: liebe Verena bitteschön!
00:07:14: Ich habe mich mit Verina einer Zugfahrt nach Wien mal prächtig unterhalten und ich glaube da hätte man eigentlich schon einiges für unseren Talk aufzeichnen können.
00:07:28: Ihr habt so wahnsinnig viel über Verena Konrad gelesen und wir haben uns ja auch im Vorfeld ein wenig ausgetauscht.
00:07:35: Das ist gar nicht so einfach bei ihrem Termin-Engagement, und ich habe einfach beschlossen sie soll sich zu Beginn einmal kurz selber vorstellen.
00:07:44: viele kennen Verena Conrad aber für mich es wichtig dass ihr da nichts vergiss und vor allem wie sie sich selbst sieht und vor allen was hier oder dir persönlich wichtig ist.
00:07:54: bitteschön
00:07:55: Ja, danke schönem guten Abend und danke Klaus.
00:07:58: Das war jetzt eine richtig schöne Einführung wie man sie selten hört.
00:08:02: Speziell für dich!
00:08:06: Wie stelle ich mich selber vor?
00:08:07: Ich lebe seit zwölf Jahren in Vorarlberg bin gebürtig aus Oberösterreich habe sehr lange in Tirol gelebt, fünfzehn Jahre dort studiert.
00:08:16: meine Prägungen kommen würde ich sagen ganz intensiven Studium, dass ich hauptsächlich mit den Themen Kunstkultur und Architektur verbunden habe.
00:08:26: Und einer doch recht soliden philosophischen Ausbildung sechs Jahre bei dem Jesuiten studiert – gut Argumentieren gelernt!
00:08:34: Das hat mich sehr geprägt.
00:08:37: aber das macht sich ja nicht alles aus.
00:08:38: Ich bin in Oberösterreich in den Achtzigerjahren als Kind aufgewachsen in einer Familie die sehr stark katholisch geprägte ist.
00:08:45: also ich hab Säuben christlich, soziale Grundfundament mitbekommen in meiner Kindheit.
00:08:51: Das prägt mich bis heute auch sehr!
00:08:53: Und habe dann als Jugendliche eine sozialpädagogische Ausbildung gemacht.
00:08:59: Auch das ist so ein Angeh in meinem Leben und wenn ich mich heute so ein bisschen beschreibe, mit dem wie ich wirksam sein will in meiner Arbeit hier im Vorarlberg mit dem Thema Architektur sind mir zwei Themen wichtig.
00:09:10: Das eine Thema ist das Thema soziale Gerechtigkeit und das andere Thema ist der Bereich der Ökologie.
00:09:17: da haben auch unsere Schwerpunkte als Institut Und da arbeiten wir ganz stark hin und es kommt sicher aus all diesen Prägungen, wobei ich das nicht alleine mache.
00:09:25: Möchte auch dazu sagen, SVI ist ein Verein mit vielen angeschütten Leuten – ein paar davon sind heute ja auch da!
00:09:32: Wir machen das gemeinsam mit einem operativen Team, mit dem man einfach wunderbar unterwegs ist seit vielen Jahren.
00:09:42: Und vielleicht, das gehört auch noch dazu weil es oft auch unterschlagen wird.
00:09:45: Ich bin natürlich auch eine private Person.
00:09:47: eben seit zwölf Jahren lebe ich in Vorarlberg.
00:09:49: Ich habe zwei Kinder die sind sechzehn und neunzehnt.
00:09:51: Das ist für mich auch ein wichtiger Ankel in meinem Leben.
00:09:55: Ja also das ist jetzt mal das wichtigste glaube ich.
00:09:58: Vielleicht kommt ja noch ein bisschen was zum Vorschein dass wir vielleicht noch nicht kennen.
00:10:04: Verena!
00:10:05: Wir haben heute das Thema Stadt Land Kultur.
00:10:10: Ich muss immer ein bisschen aufpassen, weil ich habe jetzt die letzte Zeit ein paar Themen, so ein paar Dreiklänge durchgeschleust.
00:10:15: Damit ja wirklich nichts falsch zu sagen.
00:10:17: Stadt-Land-Kultur.
00:10:20: Wie blickt man als Direktorin des VAS und Kulturhistorikerinnen ganz grob auf dieses Thema?
00:10:30: Man kann es von verschiedenen Seiten betrachten und die kommen heute auch sicher in unserem Gespräch nach vor.
00:10:35: Also das eine ist natürlich die räumliche Dimension, die liegt mir vom Architekturinstitut natürlich nahe oder?
00:10:42: Die Entwicklung von Staat und von Land also eigentlich könnte man sagen der große Bereich der Urbanisierung Und innerhalb dieses Bereiches gibt es auch verschiedene Betrachtungsweisen, wie man das fortschreiben kann.
00:10:53: Dann gibt's eine historisch-kulturhistorische Perspektive, wie wir das aufgleisen können.
00:10:59: Die liegt mir als Grundsistorikerin auch nahe oder?
00:11:01: Und dann gibt es natürlich noch den ganzen großen Bereich des Soziologischen und des Politischen, wie ich mir darauf schauen kann – und mir wäre es wichtig, dass all diese Elemente immer wieder zur Sprache kommen.
00:11:14: Ja vor Allberg!
00:11:15: ist heute, also vielleicht darf ich Sie mal fragen.
00:11:18: Sie leben ja auch in Vorarlberg – wer von Ihnen lebt emotional in der Stadt und wer von ihnen lebt emocional im Vorarlberg am Land?
00:11:27: Vielleicht darf ich das mal abfragen!
00:11:29: Wer lebt, wer fühlt sich vorarlberg in einer Stadt?
00:11:36: Und wer fühlt sich am Land in Voralberg?
00:11:40: Und doch leben wir alle
00:11:41: hier.".
00:11:42: Und ich glaube, das ist auch ganz stark davon geprägt womit man jeden Tag zu tun hat welche Erfahrungen man mitbringt.
00:11:50: Also das Erleben ist sehr unterschiedlich und trotzdem leben wir ja miteinander in dieser gemeinsamen Kulturregion.
00:11:57: Es ist ganz interessant wenn Menschen von außen auf Vorarlberg blicken und nicht dafür viel in Mitteleuropa unterwegs sein und über Vorarlberger Architektursprechen dann habe ich sehr stark diese ländliche Perspektive immer wieder.
00:12:10: oder die Menschen reden dann vom Regen und haben vielleicht ihre Urlaubserlebnisse, die sie damit verbinden.
00:12:16: Während andere, die zum Beispiel ganz stark im Bereich der Wirtschaft unterwegs sind das ganze mittlerweile sehr international erleben, sehr städtisch erleben also eher diese Momente fokussieren.
00:12:26: Und darum war es mir auch wichtig heute für dieses Gespräch dass man Stadt und Land zueinander in Beziehung setzen nicht als gegenüber sondern aus miteinander als Gewebe das sich immer wieder so ein bisschen aufmacht und zu macht je nachdem welche Situationen wir damit auch beschreibt.
00:12:42: Ja, ich möchte ein bisschen den Kulturbegriff jetzt auch noch einführen.
00:12:45: oder willst du das später machen?
00:12:46: Ja, das kommt später vielleicht noch.
00:12:47: Aber wir wollen vielleicht noch zu Beginn diesen Dreiklang Stadt-Land-Kultur noch ein bisschen ins rechte Licht rücken.
00:12:56: Das wird so wahnsinnig viel gesprochen über diese urbanen Räume – Stadt-, Land-, Kultur-, aber Fando als Kunsthistorikerin wie würdest Du jetzt einfach ein kleines, klares Und dennoch deutliches Bild über diesen Dreiklang zeichnen.
00:13:16: Alles, was Menschen tun ist Kultur und Kultur ist eine kollektive gemeinsame Leistung.
00:13:22: Das heißt alleine kann man Kultur nicht machen oder das ist immer ein gesellschaftlicher Impuls, immer was das mal gemeinsam macht.
00:13:28: Insofern ist das Thema der Stadt per se ein Kulturthema weil die Stadt aus Diversität und vielen besteht.
00:13:35: Das heisst statt ist gleich Kultur Und das Gleiche ist natürlich auch mit dem Land, weil auch am Land leben Menschen.
00:13:42: Das heißt wenn wir heute über Stadt-Land-Kultur reden dann reden wir über soziale Räume.
00:13:47: Das ist eigentlich die wichtigste Feststellung.
00:13:49: Also wir reden da jetzt nicht über Landschaften, es wäre ein interessantes Thema, sondern wir reden über sozialer Räumen und wie sich der Alltag von Menschen... die in ländlichen Regionen oder in einem Stadtgefüge leben, einerseits unterscheiden und andererseits was diese Gefüge auch voneinander lernen können wie sie gemeinsam wirksam sein können.
00:14:11: Und das ist quasi dieser Dreiklang.
00:14:12: Dann
00:14:12: wollen wir vielleicht gleich zu Beginn mal – ich bin ja sehr zukunftsaffin, wie man vielleicht weiß – wenn jetzt ….
00:14:21: Oder wenn wir beide auf diesen großen Veränderungen blicken… vor denen wir stehen, von diesen großen Veränderungen und Herausforderungen der Lebensräume, der Städte und die Regionen hier in Vorarlberg.
00:14:40: Wie würdest du deren ihre Zukunftsfähigkeit jetzt mal in der Vergangenheit bzw.
00:14:48: in der Entwicklung in die Zukunft sehen?
00:14:52: Es ist interessant, dass du das Thema Zukunftsfähigkeit auch in der Vergangenheit ansiedelst.
00:14:58: Den Gedanken finde ich gut!
00:15:00: Wir haben gerade unser Buch fertig geschrieben über Architektur in Voradelberg und da schreiben wir auch unter anderem über Urbanität, Urbanisierung in Voradlberg über Land und Stadt und verbinden das mit ganz stark mit der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des Landes.
00:15:15: Und das ist ganz interessant, wenn man sich die großen Stationen der wirtschaftlichen Entwicklungen in Varlberg anschaut.
00:15:21: Die automatisch auch immer eine soziale Entwicklung ist weil es geht um Arbeit und Arbeit ist ein soziales Phänomen.
00:15:28: Dann hat es immer was mit einer Vision für die Zukunft zu tun, also mit einem Problem, das man lösen möchte.
00:15:34: Für die Zukunft mit einer Herausforderung, die man angeht damit in Zukunft besser wird.
00:15:38: Also eigentlich sind das zukunftsversprechen positive, die das anbleiten.
00:15:43: und da steht zum Beispiel der Kraftwerksbau in Vorarlberg im zwanzigsten Jahrhundert total im Zentrum, der ein Motor für die Migrationsgeschichte zu diesem Zeitpunkt ist.
00:15:52: oder da steht
00:15:53: z.B.,
00:15:56: Da steht das Thema der ganzen Textilindustrie ganz wesentlich im Fokus, die sich im Jahrzehnt und zwanzigsten Jahrhundert in Vorarlberg so stark entwickelt.
00:16:04: Und damit auch positive Zukunfts-Szenarien.
00:16:07: Auch da steht zum Beispiel das Thema Migration ganz stark im Zukunft.
00:16:11: Das Thema Migrazion darf man in vorarlberg in diesem Zusammenhang nicht vergessen.
00:16:17: Einerseits für das große Kulturthema, aber andererseits auch für das größte Thema des wirtschaftlichen Aufschwungs im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert.
00:16:26: Und es ist ganz spannend, dass mir kommt es vor – das ist vielleicht nur mein eigener Eindruck Schau ich da auch nicht genau genug hin, das kann sein.
00:16:36: Aber in den Erzählungen die ich höre über die Wirtschafts- und Sozialgeschichte wird es eigentlich ganz stark ausgeklammert.
00:16:41: Die Migrationsgeschichte in Vorarlberg ist aber eine Erfolgsgeschichte gerade wenn man sie so im Mitteleuropäischen vergleicht also wenn wir ein bisschen vergleichen mit dem was im Mittel Europa da sonst passiert jetzt für meinen Bereich, für die Baukultur zum Beispiel Wahnsinniges bewirkt.
00:16:57: Sei es bei der Entwicklung der Wohnkultur oder bei der Entwicklung des frühen Städtebaus.
00:17:02: also man darf zum Beispiel nicht vergessen eine der größten Migrationsbewegungen in Vorarlberg im zwanzigsten Jahrhundert ist die Südtiroler Bewegung.
00:17:10: Die südtirole Bewegung haben wir jetzt gerade alle wenn's um das Thema Stadt geht auch so alle in meiner Blase Verzeihung ein bisschen im Hinterkopf weil die Süttirolersiedlungen aktuell sehr diskutiert werden wie denen umgehen soll, ob man sie sanieren soll oder sie abreißen muss etc.
00:17:26: Und das waren die ersten wirklich städtischen Siedlungsgefüge, die in Vorarlberg entstanden sind.
00:17:32: Das sind ja einige da auch rundherum.
00:17:34: also das war der größte Siedlungsbau, der erste auch städtsche geplante Siedlung im Vorarlbergen.
00:17:40: Danach kommt es erst in den Siebzigerjahren wieder, sei es mit der Siedelung an der Ahr und anderen Dingen.
00:17:45: Also das ist super spannend!
00:17:49: Mir kommt vor, dass es genau diese Geschichten sind im zwanzigsten Jahrhundert.
00:17:52: Das Wert sind neu erzählt zu werden um auch daraus was zu lernen für die aktuelle Situation und das waren wirklich wahnsinnige Neuerungen, die damit einhergegangen sind.
00:18:05: Aber wenn wir jetzt die aktuelle Situation hernehmen, können wir überhaupt in Vollberg von Städten und Regionen sprechen?
00:18:12: Ist das nicht langsam irgendwie ein einziger urbaner Raum.
00:18:17: Ich habe dies einmal bei einem anderen Projekt anders vernommen.
00:18:22: Und zwar ein doch recht bekannter... Mann oder Mensch aus der Wirtschaft hat das mal so dargestellt, dass Rheintal wird im Prinzip der Arbeits- und Wirtschaftsraum.
00:18:36: Und alles was praktisch hinter diesen Hügeln kommt also beispielsweise Prägenzer Wald wird dann der Naherholungsraum.
00:18:44: Jetzt reden wir aber von unterschiedlichen Städten.
00:18:47: Wir reden von Regionen.
00:18:50: Wir fahren praktisch von Haus zu Haus in ein neues Dorf rein.
00:18:55: Ist es nicht irgendwie langsam alles ein einziger Schmelz segeln?
00:19:01: Ja und nein, darf ich es auseinander also so wie ich das sehe.
00:19:05: Also einerseits ist dieses Thema Wie stelle ich Urbanität da?
00:19:11: Enorme wichtige Moment für die Analyse der Gegenwart und dafür, wie sich das in Zukunft weiter fortschreibt.
00:19:17: Diesen großen Ballungsraum als Stadt zu kennzeichnen ist jetzt nichts Neues.
00:19:21: Ich habe in den zweitausender Jahren in Innsbruck Architektur studiert und zu diesem Zeitpunkt sind gerade in der Urbanistik – das erste Mal hat es ein Institut für Städtebaudern angegeben – dieses Buch Tirol City zum Beispiel rausgekommen.
00:19:35: Und das ist ja der gleiche Gedanke, dass man Regionen im Zuge der Urbanisierung plötzlich als Stadt bezeichnet.
00:19:42: Das hat etwas damit zu tun, dass man dem Kind und dieser Entwicklung einen Namen geben will oder auch visualisieren will was da jetzt gerade passiert.
00:19:49: aber deswegen sind die Regionen natürlich keine Städte sondern weiterhin Regionen.
00:19:53: Wenn wir das aus Vorarlberg umsetzen würde dann würde ich sagen vorarlberg ist mittlerweile ein sehr urwarner Lebensraum und zwar wegen den Lebensgewohnheiten der Menschen also noch gar nicht wegen dem was man so sieht was jetzt zum Beispiel diesen Siedlungspreis betrifft, sondern einfach nur von dem wie wir unseren Alltag leben.
00:20:10: Also ich mache ein Beispiel des Kommunikationsverhalten der Vorarlberger und Vorarlbergerinnen ist durch die Bankurbahn.
00:20:18: Wir haben alle ein Smartphone, wir nutzen digitale Medien, wir sind global vernetzt.
00:20:23: das ist ein Kennzeichen von Urbanität.
00:20:25: also ist dieser Bereich der Lebensgewohnheiten Alltagspraxis der Menschen Ja, zu hundert Prozent Urbahn.
00:20:32: Das macht mir, wenn man in New York oder Toronto lebt auch nicht anders.
00:20:36: Das zweite Thema ist das Thema der Mobilität.
00:20:39: Das ist ein ganz wichtiger Faktor beim Thema städtische Entwicklung und da würde ich sagen, ist vor Arlberg im Vergleich zu vielen anderen, sagen wir jetzt mal ländlichen Regionen?
00:20:49: extrem weit fortgeschritten, also der urbanitätsgrad im Bereich der Mobilität in Vorarlberg ist extrem ausgereift und ist im Vergleich zu anderen ländlichen Regionen in Mitteleuropa eigentlich schon sehr nahe an dem was eine Stadt hat.
00:21:05: Wenn man jetzt zum Beispiel ein bisschen diese Stadtgrenzen in der Fantasie mal weglöscht Und sagt man wird das Rheintal als städtischen Raum begreifen, was es für viele ja tatsächlich in ihren Lebensgewohnheiten ist.
00:21:18: Junge Menschen fahren mit der Maximokarte von Feldkirch nach Bregen sowie im Wien von Ornbezirk in den anderen.
00:21:25: Das macht eigentlich in dem Sinn keinen Unterschied mehr.
00:21:30: Da verwischen sich die Grenzen wirklich ganz starker.
00:21:32: so Mobilität – ziemlich urbanin vor Adelberg!
00:21:36: Es gibt aber auch andere Dinge, die sind nur relativ wenig urban.
00:21:40: Und da könnte man jetzt zum Beispiel hernehmen wie zum Beispiel der Kulturbereich, der ja eigentlich der Treiber – wir sagen heute er ist der Treiber!
00:21:50: Der ist in vielen Dingen noch nicht so urban oder?
00:21:53: Das merkt man zum Beispiel mit den Kulturkommunikationen vor Allberg funktioniert.
00:22:00: Also ist noch nicht so ausgereift.
00:22:01: Wir haben nur ganz wenige Tools da im Einsatz, die jetzt zum Beispiel sonst große städtische Verwaltungen zur Verfügung stellen würden.
00:22:08: und warum ist es so?
00:22:09: Weil in einer Stadt gibt's halt eine große Verwaltung!
00:22:13: Und wir haben halt durch die Kleinteiligkeit dieser Gemeinden ganz viele Verwaldungen und dadurch klappt das noch nicht sehr gut und so sind quasi diese Verwältungsstrukturen eigentlich ein Hindernis
00:22:24: z.B.,
00:22:25: für für Kulturveranstalter und Veranstaltern und andere Dinge.
00:22:29: Das wäre, wenn es einen Kopf gibt natürlich anders.
00:22:32: Jetzt muss ich das Bild aber auch kurz wieder dekonstruieren, dass ich da zeichne weil diese Kleinteiligkeit hat ja nicht nur negative Effekte sondern auch ganz viele positive Effekten.
00:22:43: also zum Beispiel wollen ganz viele Menschen im Zuge dieser neuen Urbanität ja auch sehr selbstbestimmt sein Und die kleinteilige Verwaltung ist auch eine Form von Selbstbestimmung kleinerer Einheiten.
00:22:57: Das heißt, es hat auf der anderen Seite ja auch wieder ganz positive Effekte, die man nicht unterschätzen soll.
00:23:03: Wir leben in vor allem bei genauer super spannenden Zeit und ich würde sagen wir haben ein bisschen einen Privileg In dieser Situation.
00:23:13: erstens.
00:23:14: Wir leben in einem sehr sicheren Lebensrahmen grundsätzlich mit gar nicht wenig Geld, also vor allem bei gesagt sehr wohlhabende Regionen mit relativ vielen Ressourcen in alle Richtungen, mit unglaublich vielen Institutionen, Einrichtungen, Organisationen die für sich alle gute Biografien durchlebt haben, die es da ganze Weile gibt.
00:23:35: das ist sehr stabil.
00:23:36: man hat also eigentlich ein einen unglaublich guten Ausgangspunkt für anstehende Entwicklungen, wenn man miteinander in eine andere Form von Kooperation und Kommunikation
00:23:49: geht.
00:23:50: Die welche sein könnte?
00:23:52: Also ich gebe jetzt ja ganz ein positives Beispiel, wenn ich gerade den Daniel so schön vor mir habe oder du arbeitest jetzt zum Beispiel im Vorarlbergmuseum oder ich arbeite im VI.
00:24:01: Ich würde sagen es ist hier in dieser Region sehr, sehr einfach miteinander in einen kollegialen Austausch zu gehen.
00:24:08: Man kann das individuell sehr gut machen.
00:24:10: es ist sehr stark abhängig natürlich von dem ob die einzelnen Akteure wollen die in diesen Organisationen arbeiten aber das wollen ja auch tatsächlich sehr viele und so kann man miteinander sehr schnell eine unglaubliche Wirksamkeit und Kraft aufbauen In größeren Organisationen in Verwaltungsstrukturen auch gehemmt werden würde, weil man tausend Leute fragen muss.
00:24:33: Weil es durch X-Abteilungen durchgeben muss, weil wir sie ständig von irgendwie ... also weil's durchbürokratisiert ist.
00:24:38: Wir haben relativ wenig Bürokratie in dem Bereich.
00:24:42: Jetzt stellen Sie mal die profikante Frage!
00:24:45: werden wir uns diese kleinen Einheiten in Zukunft überhaupt noch leisten können.
00:24:49: Wir haben ja auf der einen Seite eine verschwindende Handelslandschaft, ich habe da ganz ein provokante Frage auch noch aufgeschrieben, warum sollten Menschen in der Welt, in der Arbeit und der Haltung zunehmend immer digitaler wird?
00:25:02: Überhaupt noch wert auf physische städtische Zentren legen?
00:25:09: Und man muss es vielleicht einmal von dieser Seite her sehen dass wir eigentlich immer noch versuchen diese städtischen Zentren, diese eigentlichen alten Handelsorte nach den alten Vorbildern zu bestücken.
00:25:26: Was würde passieren wenn wir sagen würden die Stadt gehört uns und wir würden Städte dann letztlich zur sozialen Orten machen in dem das Miteinander auch wieder stattfinden kann?
00:25:38: Und vielleicht auch daraus... den Bürgern, die in Städten leben und nicht den großen Multikonzernen,
00:25:50: die sich mehr oder weniger
00:25:53: die guten Flächen kaufen.
00:25:55: Und wenn es dann nicht mehr so gut läuft verschwinden.
00:25:57: wir erleben das in ganz vielen Bereichen.
00:26:00: aber die Frage die ich an dich stelle ist Ja, wie werden wir uns städtisch regional aufstellen um eben auch dieses Treiben, diese soziale Medeinander in Zukunft nicht zu verlieren?
00:26:17: Also ich weiß nicht.
00:26:19: Weil ich auch nicht weiß wer wieder sein soll in dem Zusammenhang das machen werde in Zukunft.
00:26:23: aber es gibt ein paar Dinge die kann man beobachten.
00:26:25: Ich war vorgestern zum Beispiel bei einem Vortrag in Heidenheim Das ist eine Stadt in der Nähe von Ulm und da ist mir die Frage fast gleich nur mit einem Minustatt und Plus davor gestellt worden.
00:26:37: Also warum das es extrem wichtig ist, quasi die Struktur so wie sie jetzt ist zu erhalten?
00:26:43: Ich glaube dass da gerade ein Widerstreit in der Bevölkerung passiert weil da auch ganz unterschiedliche Anliegen damit verbunden sind je nachdem welche Interessen da auch im Hintergrund liegen und welche anliegen und man darf auch nicht ganz vergessen zivilgesellschaftlichen Selbstermächtigung sehr stark von Initiativen und einzelnen Akteuren und Akteurinnen getragen wird.
00:27:05: Und das noch keineswegs ein Thema der breiten Bevölkerung ist, also wenn wir jetzt heute zum Beispiel über das Thema der politischen Selbstermächtigungen von Bürgern und Bürgerinnen reden dann ist es ein, würde ich mal sagen zwar kein Blasen... Jetzt besser!
00:27:33: Ja, danke.
00:27:35: Zwar kein Blastenthema aber man darf nicht vergessen dass ein Großteil der Bevölkerung, das sieht man auch in aktuellen Wahlen leider dieses Thema vielleicht auch ganz anders beurteilt.
00:27:47: Also es ist gerade so ein Widerstreit eigentlich in der Bevölkerungen auch spürbar wie man mit diesen Themen grundsätzlich umgehen kann eine Status quo erhalten, vielleicht sogar traditionellistisch noch ein zwei drei Schritte zurück gehen und quasi alt in einer Zeit der multiplen Krisen unter großen Unsicherheit alte Rezepte hervorgraben, die noch weniger aktuelle sind als die wie du jetzt genannt hast bis hin zu wirklich sich trauen einen Schnitt zu machen und Zukunft neu zu denken.
00:28:20: Mein Eindruck ist, dass es dafür ganz viele kleine Experimentierfelder braucht.
00:28:24: Also viele dieser einzelnen Gruppierungen schreiben im Moment nach einem gesellschaftlichen Totalumbau und ich verwende das Wort total in dem Zusammenhang sehr bewusst weil das auch totalitäre Ansätze sind.
00:28:37: also ich glaube Gesellschaft muss sich miteinander die Zeit geben Dinge zu entwickeln und nicht permanent den Schalter komplett umdrehen, sondern auch Experimentierräume dafür schaffen.
00:28:48: Und da kommt die Kultur ins Spiel?
00:28:50: Genau!
00:28:53: Ich fand es sehr ungeheuer spannend.
00:28:54: Wir haben ja dem Prozess des Zukunftens in Bregenzer Wald so ein bisschen mitgestaltet Und das war am Anfang eine ziemlich sperrige Angelegenheit, weil wir natürlich auch glaubt haben, dass man jetzt mal ein bisschen Zukunft macht und bringt natürlich ein paar Zukunftsbilder ins Spiel.
00:29:12: Dann kommen die schon in Bewegung – und das war eben nicht der Fall!
00:29:17: Wir haben eine Kulturvision gemacht und dann haben wir auf einmal verstanden wie diese Region funktioniert, wie diese region tickt und haben natürlich das als Fundament nehmen können um hier weiter zu arbeiten und es hat ja wirklich gut funktioniert.
00:29:31: Jetzt haben wir im Vorfeld, wie beide auch ein kleiner Twist sozusagen und zwar bei dem Griff Identität.
00:29:45: Weil ich habe dann diesen Begriff reingeschoben dass die Kultur eben die Identitäten formen und da bist du ziemlich massiv reingegrätscht.
00:30:00: Ja, das ist mein Lieblingsthema.
00:30:04: Da habe ich so einen inneren Widerstand und ich erkläre auch gern warum.
00:30:09: Fangen aber vielleicht auch biografisch an weil das hat viel mit meinem Engagement vor Alberg zu tun.
00:30:16: Wochen, bevor ich mich beworben habe.
00:30:18: Ich wusste noch gar nicht dass die Stelle vom VI ausgeschrieben ist eine Anfrage von Vorarlberg-Tourismus bekommen einen Architekturkongress für Vorarlbergtourismus zu kuratieren und zwar im Auftrag der Österreich Werbung und von Voralberg Tourismus zu dem Thema Identitätsstiftende Architektor.
00:30:36: Und dann hab' immer das alles durchgelesen und angeschaut und bin da angereist und dann hatten wir dieses Gespräch ziemlich pleite und jung, und ich hätte den Auftrag wirklich gut gebracht.
00:30:50: Und habe ihn zurückgelegt.
00:30:51: Meine Empfehlung war bitte lasst das Thema einfach sein.
00:30:55: Das ist totaler Humbug da gewinnt man nichts.
00:30:57: Ich halte die Identitätsdiskurse seit zwölf Jahren sage das mantraartig und bei dieser Gelegenheit auch gern für ein Grundproblem unserer Zeit.
00:31:07: Die bringen nämlich genau nix außer lauter Antipoden gegeneinander aufzubringen.
00:31:15: Identität, was bedeutet das?
00:31:17: Identisch kann man ausschließlich und nur mit sich selbst sein.
00:31:24: Das kleine Kind schaut in den Spiegel, erkennt sich selbst und sagt, dass bin ich.
00:31:31: Identisch Kann Man Nur Mit Sich Selbstsein!
00:31:35: Man kann ähnlich zu etwas anderem sein, man kann Gemeinsamkeiten erkennen aber identisch kann Man Nur mit sich Selbstsein.
00:31:43: Und wenn man jetzt behauptet In einer Gemeinschaft werden alle gleich, dann wäre es vielleicht philosophisch gesehen noch hartwegs okay.
00:31:51: Aber dieselben sind wir nicht und das Wort identisch bedeutet dasselbe nicht das
00:31:57: Gleiche.".
00:31:58: So, und wenn ich jetzt die ganze Zeit höre wir reden von Identitäten dann ist es ein einziger Ausschlussmechanismus an dem ich mich nicht beteilige.
00:32:07: Und ich muss ganz ehrlich sagen das bringt mich zur Verzweiflung dass wir die ganze zeit von Identiteten reden von kollektiven Identitäten.
00:32:14: Kollektive Identität ist ein Widerspruch in sich weil man eben nur mit sich selber identisch sein kann.
00:32:21: Das heißt Ich plädiere dafür starke Gemeinschaften oder Solidaritätsgemeinschaft zu bilden, Anliegen zuteilen.
00:32:31: Sich gegeneinander für etwas zu engagieren bei gleichzeitiger Anerkennung der Unterschiedlichkeiten die unseres Menschen ja erst individuell machen, sonst wären wir ja keine Individuen.
00:32:43: und ich muss ganz ehrlich sagen dass das auch ein Stück weit mit meinem Menschen- und Weltbild zu tun hat.
00:32:49: und seit zwölf Jahren verweigere ich mich diesen Diskurs Mäßig erfolgreich, weil wie man merkt der blüht ja überall.
00:32:58: Aber das möchte ich Ihnen heute Abend wirklich mitgehen sich da ein Stück weit auch diesen wirklich dämlichen Mainstream zu widersetzen und so sagen es ist nicht notwendig Identitäten zu beschwören, denn es ist echt Humbug und fast chasektenartig, sondern lieber nach Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiedlichkeiten zu suchen die anzunehmen Widersprüchlichkeiten auszuhalten.
00:33:20: Und dann demokratisch-zivilgesellschaftlich mit diesen Widersprüchtigkeiten gegensetzen Reif, wie das Erwachsene tun soll.
00:33:28: Reif und verantwortungsvoll umzugehen.
00:33:31: So stelle ich mir das vor so stelle Ich mich auch Kulturarbeit vor Und das ist ein bisschen mein Ansatz im Vorarlberger Architekturinstitut Dass man diese Differenziertheit bemühen und dass wir einfach auch gemeinsam auf die Dinge so schauen wollen Wie sie sich uns darstellen nicht so wie Sie sind weil ich weiß auch nicht wie sie sind Ich sehe nur, was ich wahrnehmen kann.
00:33:53: Aber das ist mir ein riesengroßes
00:33:55: Anliegen.".
00:33:56: Und dann kam man auch bei aller Wertschätzung für diese großen Bilder die im Prinzip nur Möglichkeiten sind sich das Unmögliche vorzustellen wie jetzt dieses Stadt-Fantasie, die Region als Staat.
00:34:14: Kann man die annehmen, das Interessante rausholen und sie ganz leicht wieder loslassen.
00:34:21: Und jetzt dekonstruiere ich dieses Bild und schauen wir es von der radikal anderen Seite an, weil's kein richtig und kein falsch gibt.
00:34:28: Sondern nur Inspiration!
00:34:30: Man nimmt das raus was man braucht und daraus macht man dann was gescheites.
00:34:34: Also dann gibts auch keine kulturelle Identität?
00:34:36: Nein die kanns nicht geben mit meinem Verständnis.
00:34:39: Ich halte es für ein großes Missverständnis.
00:34:42: Okay, also das heißt dieses ganze Thema Urbanisierung hat einfach auch diese kulturelle Identität und das soziale Gefüge läuft hier in ein falsches Bild rein.
00:34:58: Ja, falsch richtig ist es eigentlich egal oder?
00:35:01: Wir werden ja permanent von diesen... Also jetzt wird er permanent über die kulturellen Identität gesprochen.
00:35:08: Und was will man damit?
00:35:10: Man will damit Bilder verfestigen, so wie sie sind.
00:35:13: Und das wird jetzt zum Beispiel Entwicklung und Zukunft verunmöglichen oder?
00:35:16: Weil dann gibt es keine Perspektiven mehr Dinge anders zu machen wenn ich was so halte als ist.
00:35:22: Also ich mache mal ein Beispiel die Stadt Frankfurt hat so einen Rekonstruierungsprozess von diesen Altbauten in der Innenstadt oder?
00:35:30: Ja das ist natürlich auch... total historisieren.
00:35:34: Warum soll man das heute in dieser Form rekonstruieren?
00:35:37: Es gibt sie einfach nicht mehr, es ist schade, ich bin Historikerin und es ist Schade dass es das nicht mehr gibt.
00:35:41: aber warum soll ich denn heute etwas machen, das so ausschaut als wenn's alt wäre?
00:35:46: Ich mache es in der Zeit in der wir heute sind verantwortlich gut Und ergänze damit den Zustand wie er ist Aber ich mach kein Fake und kein Disneyland draus Sondern ich gehe verantwortlicher mit um und schreibe das fort Und das ist eine neue Form des Historismus, die uns da eigentlich begegnet.
00:36:07: Nämlich versuchen etwas nachzumachen wie es schon war und ich weiß nicht warum man das tun soll aber die Motivation dahinter schon ein Stück weit verstehen, weil es wahrscheinlich so erkläre ich mir immer auch mit einem Sicherheitsbedürfnis zu tun hat.
00:36:24: Mit einer Form wie man sich eben zugehörig erfüllen möchte und die Zugehörigkeit kann nicht nachvollziehen.
00:36:31: das ist wahrscheinlich der Impulsklaus den ich hinter diesem Identitätsdiskurs sehe dass man sich wo zugehörtig erfühlen möchte um ein gewisses Sicherheits Bedürfnisse zu stillen.
00:36:42: Das kann ich sehr gut verstehen.
00:36:44: nur ich verunmöglich Mit diesem Impuls, eigentlich das Neue oder Zugehörigkeit ist eine sehr exklusive Sache.
00:36:54: Darf man auch nicht vergessen?
00:36:57: Vorunmögliche eigentlich auch das Bilden neuer Gemeinschaften.
00:37:01: Holme jetzt die Kultur mal in die Stadt und Regionalentwicklung rein!
00:37:07: Wie viel Kulturarbeit wird aus deiner Sicht in dieser so wahnsinnigen wichtigen Arbeit zugelassen.
00:37:19: Also Kultur und Arbeit trenne ich kurz, dann bringe ich es wieder zusammen oder?
00:37:23: Die Kulturarbeit ist das was ich mache.
00:37:25: Ich verdiene so mein Geld, oder?
00:37:30: Kommen zu Veranstaltungen, erzählen was, lad andere zur Veranstaltung ändern, dann erzählten die was... macht den Raum dafür frei.
00:37:39: Das tun wir in den Institutionen, in den Organisationen.
00:37:42: aber das ist gar nicht der springende Punkt bei der Kultur so wie wir sie heute besprechen sondern es ist das was Menschen jeden Tag machen und das ist der Alltag.
00:37:51: Also Kultur kommt vom lateinischen Wort Kultura Eigentlich aus der Agri-Kultur, da hat man es auch drin.
00:37:59: Das ist der Ackerbau und das ist das Bestellende des Feldes.
00:38:02: Und das Bestellen des Felds kann man natürlich für alle Themen der Menschheit machen oder?
00:38:07: bereitetes Feld damit sich da was entwickeln und wachsen kann.
00:38:11: Und das ist Kultur, die Kultur so wie wir es in dem Kontext immer diskutieren Das ist ein Alltagsphänomen und eigentlich ein unbewusstes Phänomen.
00:38:19: Das ist die Art und Weise wie sich Menschen verhalten Was ihr Handeln bewirkt und dann eigentlich erst den am nächsten Schritt So wie wir sind der Kulturarbeit machen Die Reflexion über diese Handlungsweisen und dazu Angebote.
00:38:35: Gemeinschaften einzelne Anstiften sollen, da vielleicht ein bisschen mehr zu tun oder?
00:38:39: Aber das Interessante ist auch das menschliche Handeln und es ist in den Alltag eingeschrieben, eingegraben.
00:38:46: In den wenigsten Fällen bewusst.
00:38:49: Wir sprechen von einer Unternehmenskultur zum Beispiel in genau dem Sinn.
00:38:53: wir sprechen von der Alltagskultur ja sogar vom Baukultur also von vielen Dingen und im Prinzip ist es eigentlich nur die Art und Weise wie Menschen agieren Und je bewusster das ist und je reflektierter, desto zielgenauer ist es natürlich auch.
00:39:11: Und irgendwann geht's halt dann auch in den professionellen Bereich und ab dem Zeitpunkt sollte man halt wirklich wissen was man tut.
00:39:21: Das sind auch nur Menschen am Werk und das funktioniert halt mal besser, mal schlechter.
00:39:30: Wie immer bei mir gibt's in der Halbzeit so... Punkt wo ich natürlich euch reinholen will mit euren Fragen, Ideen.
00:39:41: Mit vielleicht auch dem einen oder anderen Ansatz der euch auf die Zunge brennt.
00:39:49: wer will wer kann immer schwierig zu der erste oder die Erste zu finden.
00:40:07: Ich versuche den Gedanken gerade in eine das Dreiklangs gerade in Eine entsprechende Frage zu verpacken.
00:40:12: aber eigentlich versuch ich dahin abzuzählen.
00:40:16: Wir haben ja schon in unterschiedlichen Formen mit dieser Entwicklung von Albergs, vom Hilfskonstrukt Land zum Hilfkonstrukt Stadt zu entwickeln.
00:40:23: Das war die erste Frage in unserem.
00:40:26: Du weißt ja der, der zweimal aufteigt
00:40:27: hat?
00:40:28: Ja richtig genau.
00:40:30: In Wien hätte ich durchstudiert damals seit dem Jahr four begonnen und die erste Fragen im ersten Kurs war kommt ihr aus dem Land oder aus der Stadt?
00:40:37: Und erst die nächsten Jahre in Ost-Österreich habe man dann irgendwie gelehrt.
00:40:41: Ich komme nicht vor dem Land und ich komme nicht für das Stadt also da ist er häufig zweimal aufgezeigt.
00:40:46: Na meine Frage wäre die, Vorarlberg entwickelt sich, ich weiß nicht woher die Information herkommt.
00:40:54: Die Richtung ungefähr, aber genau kann ich es nicht beziteln.
00:40:57: Aber es gibt ganz viele Parameter nach denen vorarlberg ein urbaner Raum ist.
00:41:02: Es gibt einzelne, was überhaupt nicht ist und da ist das sehr polarisiert als zum Beispiel wie gewohnt wird ist sehr ländlich in Vorarlbergen, aber ganz viel Mobilität, Wirtschaft usw.
00:41:11: ist sehr urban.
00:41:13: Wir sind in einer Entwicklung zu einem Zielbild, das wir jetzt stattnennen.
00:41:17: Das ist quasi a moving target weil die Stadt an sich entwickelt sich schon und wir sind in der Entwicklung dahin und es bewegt sich.
00:41:23: Und ich fände es spannend im Kontext einfach, dass jetzt eine Frage zu packen wie ist der Bezug zu diesen Kulturen?
00:41:30: oder wie ist er bezog Landkultur, Stadtkultur?
00:41:33: Für uns in dieser Bewegung?
00:41:34: was bedeutet diese Entwicklung?
00:41:36: Ist das ungefähr verständlich?
00:41:37: also... Ich bin dankbar für das Thema des Wohnens, weil es ist auch noch mal sehr gut illustriert.
00:41:42: Oder das Thema Wohnen ist tatsächlich ein so ein Faktor, wo man wirklich so echter Zwischenstecken, oder?
00:41:48: Für die Niedermahl sagen sie es nicht einmal ländlich und auch nicht städtisch – das ist einfach gar nichts.
00:41:52: Es ist irgendwas dazwischen!
00:41:55: Weil es ist für einen städtesten Maßstab nicht divers genug... nicht diversifiziert, muss man eigentlich sagen.
00:42:03: oder es gibt keine unterschiedlichen Wohntypologien die unterschiedliche Lebensentwürfe zum Beispiel wirklich möglich machen.
00:42:11: greift das jetzt nur auf oder?
00:42:13: Das Thema Touchwork ist in den Grundrissen der meisten Wohnungen nicht abgebildet, altersgerechtes Wohnen so als wenn es das nicht gibt.
00:42:20: Das ganze Thema der Singularität vieler Menschen oder das Thema Alleinwohnen zum Beispiel dann auch das Thema des gemeinschaftlichen Bauern und Wohnens total unterentwickelt obwohl historisch eigentlich angelegt.
00:42:33: also da merkt man Das ist viel, aber das steckt irgendwo dazwischen in so einem Einheitsbrei der selber nicht weiß was er will.
00:42:40: Und es ist schon fast schmerzhaft dass sie da nichts tut und es verhindert auch ganz viele Entwicklungen weil und das ist vielleicht etwas die sich echt nochmal betonen möchte.
00:42:49: Das Kulturthema ist wirklich ein Thema des Alltags.
00:42:52: also das ist welche Möglichkeiten hat man seine Wege zurückzulegen, wie sind Arbeitszeiten zum Beispiel?
00:43:00: Wie wird gewohnt und wie kann ich einkaufen gehen?
00:43:04: oder was gibt es da überhaupt für Angebot?
00:43:07: bis hin zu den ganzen wichtigen Themen von Kehr- und Pflege.
00:43:11: Und vorallem ist dort einfach nach wie vor das Thema Frauen betrifft wahnsinnige Verzeihung unterentwickelt oder gender pay gap ganz weit hinten also wirklich nicht an letzter Stelle sondern ganz letzter Stelle.
00:43:24: Das ganze Thema von Kehrarbeit, oder?
00:43:27: Wo man einfach mehr ganz konservative Rollenbilder... Ja das ist natürlich komplett gegen eine urwahne Entwicklung gerichtet so dass man eigentlich schon meint, man würde sie gern verhindern wollen weil sonst wären wir ja schon drei Schritte weiter.
00:43:42: also all diese Themen dann merkt man es total.
00:43:45: aber ich hoffe dass ich jetzt in die richtige Richtung gehe mit dem Kulturthema.
00:43:50: Ich muss sagen Mein Arbeitsalltag führt mir jeden Tag in die Regionen vor Albergs.
00:43:57: Also ich bin unterwegs, in den Tälern und in den Gemeinden, in die Sechsundneinzig-Gemeinden... In jeder Bini halt dann irgendwann einmal kann mit Leuten sprechen.
00:44:06: Besuch meistens auf der Gemeinde.
00:44:09: Besucht mal selber auch Veranstaltung, hören wir was an, reden mit Leuten, schauen was da gerade gebaut wird.
00:44:15: Sicher nicht flächendeckend dafür sind wir zu wenig Leute aber mit dem großen Bemühen halt den Blick draufzuhaben.
00:44:21: Und da staunt man dann oft, was durch einzelne Initiativen und einzelne Akteure da plötzlich in den Gemeinden aufpuppt.
00:44:30: Wo man dann sei es jetzt einer künstlerischen Initiative oder da ist jemand der total innovative Idee hat unternehmerisch ein Tech-Start ab das sie plötzlich in irgendeinem Kleinen bringen zur Welt der Dorf bildet.
00:44:45: Also wo man wirklich denkt wie kommt das da jetzt hin?
00:44:50: In diesem Biotop Und das ist sehr erstaunlich und mir kommt subjektiv vor, da darf ich wirklich viel unterwegs sein.
00:44:59: Dass es in Vorarlberg keine Singuläre, keine einzelne Sache ist sondern eigentlich an vielen Stellen in verschiedenen Bereichen passiert Das ist so ein ganz großer Hoffnungsschimmer was diese Aufbruchsstimmung auch bedeutet.
00:45:14: Grundsätzlich hat Kulturarbeit in meiner Vorstellung was mit einem ganz positiven Menschen- und Weltbild zu tun, und mit einem sehr zukunftsgerichteten positiven Bild.
00:45:27: Also die meisten kulturellen Initiativen haben ein Anliegen, wollen etwas bewirken?
00:45:33: Wollen irgendwas verbessern oder haben einen dialogischen Ansatz der Menschen zueinander bringen möcht also der zum Beispiel hier und jetzt Gemeinsamkeiten fördern will den Austauschfördern will.
00:45:49: Das ist wirklich herzerwärmend, wenn man das so ein bisschen sieht.
00:45:53: Und ich versuche manchmal – weil wir leben ja in einer Zeit, wo wir uns gegenseitig alles schlechtreden oder wir reden von Deindustrialisierung und von ganz vielen anderen Dingen.
00:46:04: Man schlägt die Zeitung auf und kriegt eigentlich nur mehr Angst, was jetzt schon wieder alle schiefrennt.
00:46:09: Ich bemühe mich dann im Gegenzut manchmal eine Kartografie für Adelbergs zu machen der positiven Impulse.
00:46:15: Und wenn man das dem gegenüberstellt, dann muss ich sagen gibt es ganz viel Hoffnung und Aufbruchsstimmung.
00:46:22: Dann erlebe ich eigentlich gar nichts von dieser Negativität die uns jetzt aktuell zum Beispiel im wirtschaftlichen Diskurs jeden Tag begegnet.
00:46:31: Ja da gebe ich dir recht aber auf Bruch.
00:46:35: Positives muss sich natürlich auch entfalten können und es muss sich auch entfalten dürfen.
00:46:41: Jetzt haben wir natürlich eine starke Industrie hier in Vorarlberg, zumindest noch.
00:46:48: Aber wir haben auch etwas was uns beispielsweise im Prägen zur Wahl, den einem ganz großen Maße sichtbar wurde, eine ungehare Portion an Kreativität.
00:46:59: also diese Kreativity steckt schon eigentlich Ich trau mich es fast sagen, in den Genen der Vorarlberger.
00:47:09: Was mich ein bisschen wundert und da bin ich jetzt wieder bei der Kultur arbeiten, da haben wir natürlich noch ein paar spannende Themen.
00:47:14: aber wie könnte sich Vorarlberg viel stärker als eine Art Kreativ-Hotspot entwickeln?
00:47:24: Das hat ja auch wieder was zu tun mit Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten in den Städten, in die Regionen... Für mich ein absolutes Rätsel, warum hier nicht weitaus mehr gefördert, gebohrt und geschoben wird als das was bis jetzt passiert ist.
00:47:46: Und ich könnte da jetzt wirklich ein wunderbares Beispiel nennen die diese DNA schon ein Stück weit noch stärker glänzen lassen könnten.
00:48:03: Ich fange als Historikerin an.
00:48:05: Also mein Eindruck ist, dass Innovationen diese sehr mutigen Aktionen die hinter zum Beispiel Unternehmungsgründungen und vielen anderen Dingen stehen bei kulturellen Organisationen oft einmal der Motor sind.
00:48:20: wir wollen was verändern jetzt muss man etwas tun ja eigentlich aus Krisenzeiten herauskommen Und das ist eine eine sehr gewagte These und es kann sein, dass wir jetzt in der Diskussion darauf kommen, dass das vielleicht gar nicht so ist.
00:48:36: Aber mein Eindruck ist, dass weh in den letzten zwanzig Jahren in einer Zeit der Prosperität, dass es uns ein Stück weit auch zu gut gegangen.
00:48:49: Also wenn die Dinge eh gut laufen, wenn man eh alles steil nach oben erzeugt.
00:48:55: Das ist ein Stück weit nicht motivierend, Dinge anders zu denken oder auch nicht notwendig vielleicht und dann schwimmt man so ein Stück mit.
00:49:03: Also mein Eindruck ist also die Zeit in der wir heute leben mit den vielen Herausforderungen – ich sage jetzt gar nicht Krisen sondern wirklich Herausforderungen, die viele auch spüren werden, denke ich unweigerlich dazu führen müssen Dinge anders zu machen und fördern dadurch vielleicht auch da und dort.
00:49:26: Ich lese gerade das Buch Sanfte Radikalität.
00:49:29: Das kann ich sehr empfehlen.
00:49:30: also fördern auch den Mut, Dinge mal anders zu denken und anders zumachen einfach weil man merkt man steht an und so kann es nicht weitergehen.
00:49:39: Und das ist so das eine.
00:49:40: Also habe ich eigentlich... ich hab da ganz positive Sicht auf das, was sie da gerade auftut.
00:49:46: Gerade wenn du den Bereich der Kreativindustrie ansprichst, also ich fühle mich ja sehr zugehörig weil die Architektur ist mehr mit Abstand größter Bereich der kreative Industrie.
00:49:56: Das vergisst man immer ganz gern, weil sie schon für sich so alleine steht aber eigentlich gehört sie dazu.
00:50:03: Und da merkt man ja auch, jetzt in der Architektur zum Beispiel sind wir auch in einer Zeit des Wandels oder sehr lang hat man Dinge halt so gemacht wie man sie im Fallwerk Innigans oder aber es waren die Produkte da.
00:50:15: Es war viel Geld da und die Aufträge waren relativ ähnlich und dann hat man das halt so rausgeschoben.
00:50:20: und jetzt ist so eine Zeit die wieder nach Widerstand verlangt wo man das Gefühl hat Man kann und soll vielleicht auch nicht so weiter tun, wo Menschen wieder mehr Verantwortung spüren.
00:50:31: Und ich denke mir Echa lang dass das eigentlich nicht so gescheit ist will jetzt wirklich meine persönliche Zeit dafür noch hergeben da weiter zu machen.
00:50:40: bei was wovon ich echa lang immer überzeugt bin trau ich mich jetzt Dinge anders zu machen.
00:50:45: und in meiner Wahrnehmung, in der Architektur ist das jetzt wirklich so an der Gippe dass es viele gibt die zum Beispiel sagen ihr möcht es grundsätzlich anders machen.
00:50:56: wieder mehr kleinere Sachen machen.
00:50:58: Ich möchte mich stärker mit den Dingen selber beschäftigen, es gibt eine ganz starke... Das ist auch übrigens sozial-psychologisch interessant neben der großen Digitalitätswelle, eine große Analogewelle parallel die da läuft.
00:51:13: oder ich möchte mir selbst wieder mehr konkrete und Problemlösungen kümmern und dadurch ein stärkeren Zug zum Handwerk und zu den Dingen die ganz nahe und kleinteilig sind.
00:51:23: Und in dem liegt da unglaubliche Kraft, weil es ist nie entweder oder.
00:51:27: Es ist ja immer sowohl als auch und das Interessanteste an merkzeichen Staatlern – das ist ja wie so eine Dualität!
00:51:35: Und diese Dualität gibt's in allen anderen Dingen auch.
00:51:38: Wir haben im Moment überall Begriffspaare und Begriffe sind ja nur Begriefe, oder?
00:51:43: Das ist ja nicht richtig falsch, die sollen uns ja nur beim Denken helfen.
00:51:47: Da gehts eigentlich immer um sowohl also auch und nicht aus Entweder-oder Wir versuchen das immer so zu umschreiben, dass es eigentlich im Moment die größte Herausforderung ist mit diesen Widersprüchlichkeiten umzugehen und dieser Gleichzeitigkeit widersprüchlicher Phänomene.
00:52:06: irgendwie den Weg durchzufinden.
00:52:08: Und das erleben wir in der Kreativindustrie im Moment ganz stark, gibt es ganz viele Neugründungen von Designstudios, von vielen neuen Betrieben auch die so an der Grenze zum Handwerk arbeiten bis in die Architektur rein und dann gibt's natürlich über das hinaus sowieso nur ganz viele andere Bereiche.
00:52:27: Ja ich sehe das ein bisschen skeptischer, ich seh' das nicht ganz so positiv, stimmt?
00:52:32: Es gibt wahnsinnig viele Neugeründungen!
00:52:35: hoch motivierte Menschen, die in dieser durch wilden Welt oder eigenartigen Welt wie sie sich momentan darstellt.
00:52:42: Was bewegen wollen?
00:52:43: Was in die Hand nehmen wollen was vorantreiben wollen.
00:52:45: aber man muss auch dazu sein gar gestern mit einer Filmemacherin gesprochen diese Kreativen müssen auch von etwas leben können.
00:52:52: Die müssen sich auch irgendwie nicht nur ein Einkommen Ein Einkommen einspielen können, sondern sie müssen sich auf der anderen Seite natürlich auch einen Wohnraum ein Arbeitsraum und Gestaltungsraum leisten können.
00:53:05: Und ich sehe das Ganze aus meiner Sicht her schon bisschen kritisch.
00:53:11: dann wenn man sich diese Kosten ansieht und die Möglichkeiten die eigentlich zur Verfügung stehen also... Ich habe zum Beispiel ein wunderbares Beispiel in Diskussionen in Wien erlebt.
00:53:23: Da ging es darum, wie kriegt man die Innenräume wieder?
00:53:26: Wieder in Bewegung und Belebung?
00:53:29: natürlich nicht mit diesen Mieten aber da müssen sich halt Städte letztlich an den Kosten beteiligen.
00:53:34: Es ist auch schön, dass sie funktionieren.
00:53:36: Ja, ich sehe das auch ein bisschen anders weil du sprichst jetzt was anderes hab ich vorher vergessen und du hast völlig recht.
00:53:44: also einen Grund warum zum Beispiel... Tendenziell weniger kreative in Vorarlberg leben.
00:53:48: Und es hat aus zwei Gründen, aus meiner Sicht das eine sind die wahnsinnig hohen Lebenserhaltungskosten und auch das führt zum Beispiel Künstlerinnen und Künstlern in Vorallberg, die meisten gehen woanders hin in Städte.
00:54:00: aber das ist ja nicht nur das sondern In der Stadt ist das Thema Diversität und dass da viele Leute sind, ein totaler Motor natürlich auch für die Kunst durch die Auseinandersetzung, die man miteinander hat.
00:54:12: Also in einem städtischen Umfeld, das ist einfach ungleich anregender für Menschen, die kreativ arbeiten wollen weil mehr los ist, mehr Leute sind mehr Unterschiedlichkeiten da sind.
00:54:21: also das hängt halt davon ab wie man sein eigenes Leben leben will.
00:54:25: und dann natürlich hat es immer diese ökonomische Schlagseite.
00:54:28: ich bin eine totale Vertreterin des Sozialstaates der Kultursubvention.
00:54:34: Gleichzeitig muss ich aber sagen, und wie immer selber oft sehr unsicher bin neulich bei einem Podium schwer angegriffen worden vielleicht auch zurecht weil irgendwann das war ein Herr der CEO von einem großen Unternehmen war der dann zu mir gesagt hat naja sie fordern die ganze Zeit irgendwer muss das zahlen.
00:54:52: am Schluss kommen wir uns die Sponsorinnen anfragen rein und wir müssen das Geld auch verdienen damit was verteilen können.
00:54:58: und auch der Staat braucht Einnahmen damit er sich verteilen kann.
00:55:01: Und ich frage mich natürlich immer ganz stark aus Leiterin einer Kultureinrichtung in Vorarlberg.
00:55:07: Wir leben auch zu sechzig Prozent von Subventionen, was wenig ist weil wir unser ganzes Angebot kostenlos zur Verfügung stellen und eigentlich kaum einen Namen dann haben aber trotzdem viel ist oder?
00:55:21: Was geben wir eigentlich zurück?
00:55:23: Und das muss man sich auch irgendwann... Ich bin ja Geschäftsführerin dieses Unternehmens auch einmal Vorrechnen.
00:55:32: Welche Werte gebe ich eigentlich zurück?
00:55:36: Und ich glaube, dass wir in den letzten Jahren – ich bin kulturpolitisch sehr aktiv – fünf Anbergen darüber hinaus uns diese Frage nicht oft genug gestellt haben weil die gesellschaftliche Akzeptanz für die Kultursubvention wäre wesentlich höher Wenn für die Gesellschaft, für die Bevölkerung klarer wäre welche Werte zurückkommen und das können nicht nur Events und Veranstaltungen sein.
00:56:02: Das muss auch irgendwas anderes sein.
00:56:05: Und ein Stück weit haben wir da einen Leistungsauftrag und das mögen alle nicht wenn man Anträge schreiben müssen und dann die Evaluierung machen müssen.
00:56:13: aber ich frage mich mittlerweile ganz stark wie kann ich die Wirkung die wir haben darstellen?
00:56:20: Wie kann ich sie ja selber evaluieren.
00:56:25: Das ist eine der größten Herausforderungen, die wir haben um glaubwürdig zu sein und überhaupt auch selber daran zu glauben dass wir Subventionen verdienen und dem Auftrag von dem wir immer behaupten das wir ihn hätten wahrnehmen würden auch tatsächlich sichtbar zu machen und glaubhaft zu machen.
00:56:48: Ich bin trotzdem eine große Vertreterin dieser Kultursubvention, weil ich halt sehe was in anderen Ländern Europas passiert.
00:56:55: Wo man sehr stark dieses Metzenatenturm hat.
00:56:57: das existiert in Österreich quasi gar nicht.
00:57:00: Weil es auch nicht notwendig war die letzten Jahrzehnte, weil der Staat und die Kommunen ja eh da sind.
00:57:06: aber das Metzenatemum hat natürlich immer die große Gefahr einer Intransparenz und einer Einmessung Und da muss ich sagen, wir hätten eigentlich alle Grundlagen um da an größeren Schritt nach vorn zu machen.
00:57:20: Es liegt vielleicht auch ein bisschen an dem wie sehr man uns herausfuhlt?
00:57:26: Ich glaube, dann muss man nicht immer gleich von Kultursoventionen sprechen.
00:57:31: Ich spreche da eigentlich viel mehr von Möglichkeitenräumen in dem dieses Neue und dieses... zukunftsträchtige überhaupt stattfinden beziehungsweise sich entwickeln kann.
00:57:41: Gerald Hütter, der Hirnforscher hat einmal gesagt ja wie begeistert man Menschen und er hat gesagt es ist ganz einfach indem man sie einlädt Teil einer Entwicklung zu werden wenn man sie reinholt weil man sie neugierig macht Wenn man Räume zur Verfügung stellt in denen das neue Start finden kann.
00:57:59: Und ich glaube, dass diese Räume halt einfach noch viel zu wenig zur Verfügung gestellt werden.
00:58:05: Aber lasst mal mal dieses Thema kreativ...
00:58:07: Ja, Sie kurz mehr sagen, warum müssen die Räumen immer zur Verfügung gestellt werden wenn die Röme ja eh allen gehören?
00:58:13: Ein Stück weit geht es um die Aneignung dieser Räime weil das kann ja nicht immer nur servisiert sein!
00:58:19: Nein überhaupt nicht, wir reden ja überhaupt nicht.
00:58:20: aber ich glaube einfach, dass die Rheume in der Kreativwirtschaft in einem ganz großen Maße unsere Zukunftsgrundlage Formen und Ebenen.
00:58:31: Und in einer digitalen Welt, die mit ganz vielen Überraschungen auf uns wartet, brauchen wir dieses Backup.
00:58:39: Da werden wir nicht mit den Gewinnen in den Schrauben in Zukunft erfolgreich sein.
00:58:45: Wir müssen mit unserem Geist, unserer Kreativität gegenüber diesen Entwicklungen anhören.
00:58:52: Darf ich da kurz anknüpfen?
00:58:53: Kennst du die Design-Universität in St.
00:58:56: Bülken?
00:58:57: Ja, kenne ich!
00:58:59: Ich war dann neulich auf der Website und da gibt es einen Studiengang, der orientiert sich sehr stark an diesem Thema Management by Design.
00:59:06: Das ist so eine ganz eigene Richtung.
00:59:08: Und ich habe mir dann angeschaut das ist eigentlich ein BWL-Studium mit einem Designstudium kombiniert... ...und ich finde das strontstof!
00:59:19: Ich hab mich dann angestellt des Curriculums und hat mir gedacht okay das sind keine guten Dweller die daraus kommen.
00:59:25: Und dann habe ich mal die Design-Entwicklungen angeschaut und ich kenne manchmal so ein bisschen, viele bewerben sie nach den Bachelorn bei den Kunstuniversitäten werden dort nicht genommen weil die Arbeiten zu schlecht sind.
00:59:35: Also es ist von Beidem nichts!
00:59:39: Ich muss sagen, ich finde den Impuls eigentlich richtig dass man sagt man braucht neue Ansätze in der Wirtschaft genauso wie im Design das Dialogische zu fördern.
00:59:49: aber mein Ausgangspunkt ist immer der Was soll sie um echte Expertise bemühen und selber richtig gut in irgendwas werden?
00:59:59: Um dann mit dem anderen, der auch richtig gut an irgendetwas ist miteinander was richtig Gutes zu machen.
01:00:06: Aber ich brauche keine zwei die eigentlich alles nur halb können, die dann wieder nur eine halbe Sache miteinander machen ist meine Einstellung.
01:00:14: Das
01:00:14: ist ja absolut legitim aber du hast mir da noch ein anderes anderen Druck geklickt.
01:00:22: Und zwar, wir haben ja in den letzten Jahren das Wahlfach Zukunftsdesign entwickelt.
01:00:29: Das heißt also wie gestaltet man Zukunft?
01:00:33: Wie geht man überhaupt mit diesem Material Zukunft um?
01:00:36: und wir mussten es dann letztlich in Deutschland oder wir konnten es dann zum Laufen bringen, weil man hier eben diesen Zugang verwertet.
01:00:49: Aber jetzt vielleicht noch zu einem anderen ganz wichtigen Thema.
01:00:51: kommen wir ein bisschen weg von diesem Thema Kreativwirtschaft.
01:00:55: Gehen wir in einer Feldreihe, dass ihm auch in dieser Kulturarbeit eine ganz große Rolle spielt bzw.
01:01:03: du hast ja schon ein bisschen unterschwellig angesprochen dieses Thema Freiwilligen-Engagement.
01:01:09: Also gerade in dem großen Feld der Stadt und Region ist das natürlich ein Riesenthema.
01:01:19: Ja und da sind wir jetzt schon viel eher bei dem, wo ich mit dem Kulturbegriff in dem Kontext immerhin will.
01:01:24: Nämlich bei den Menschen selber oder?
01:01:27: Ich glaube nämlich nicht das als eine Horde berufskreativer Brauch die das anschieben sondern ich glaub dass es wichtig ist die Menschen ihren Bedürfnissen ernst zu nehmen dort wo sie sind, wo Sie Ihren Alltag haben und dann mit den Leuten selber zu überlegen was braucht ihr für eine gute Entwicklung eures Lebens?
01:01:45: Und ich mache jetzt das Beispiel Bregenzer Wald Im Bregen zerwalt gibt.
01:01:52: Das ist der Bürgermeister von Hittisau und er macht aber richtig schlaue Sachen.
01:01:58: Und deswegen ist ich Hittissauer heute für mich, obwohl man es total ländlich wahrnimmt wenn wir hinfahren in vielem sehr urbanen, der als Bürgemeister geworden und hat als erstes die Sanierung vom Kinderhaus gemacht.
01:02:11: Weil er hat vorhin in der Stadtplanung gearbeitet, also er hat eine große Kenntnislage über dieses Gemänge, da hat er quasi einen Vorsprung.
01:02:21: Er hat gesagt wenn ich will dass sich meine Gemeinde gut entwickelt das es keine Landflucht gibt, dass es vielleicht sogar ein Zuzug gibt Wenn ich will, dass mehr Diversität gibt in meiner Gemeinde alles Elemente von Urbanisierung dann muss ich mir als erstes um die jungen Frauen kümmern.
01:02:39: Und wir wissen aus sämtlichen Studien im ehemaligen Osten von Deutschland, also halt nur immer in Ostendiografisch aber nicht immer politisch.
01:02:49: Dass die Landflucht ein Phänomen der weiblichen Landfluchte ist und eine Form des female Braindrain.
01:02:56: Weil nämlich alle Frauen, die gescheitzt sind oder was lernen wollen oder was gelernt haben da keine Zukunftsperspektive sehen und dann weggehen.
01:03:03: Wenn sie weg gehen gibt es ja keine Kinder keine Intergenerationalität, weil der ganze Generation fehlt.
01:03:11: Oder es bleiben nur die, die sich schwach fühlen.
01:03:14: und man sieht heute was passiert wenn viele Menschen die sich Schwachfühlen und den Strukturwandel nicht bewältigen können, sich abgehängt fühlen.
01:03:23: Die wählten dann die AfD so.
01:03:26: Und das ist eine direkte Folge dieses Female Brain Drained – in X Studien mittlerweile beschrieben.
01:03:34: Der Gerhard Baer hat im Prägenster Wald weit davon entfernt, oder?
01:03:38: Hat aber gesagt es fängt dem Kleinen an... Wenn ich möchte, dass die Frauen da bleiben muss ich mir als erstes um die Vereinbarkeit von weiblicher Berufstätigkeit und Familie kümmern.
01:03:48: Und das bitte nur lang vorm Fachkräftemangel!
01:03:51: Dass wir heute überhaupt über das Thema der weiblichen Beschäftigung so intensiv diskutieren ist eine reine Folge an eines Versagenswirtschaftspolitischer Instrumente und hat nichts mit der Förderung weibliche Biografien zu tun.
01:04:05: Jetzt plötzlich sind wir gut genug, dass man arbeiten gehen dürfen weil man uns jetzt braucht.
01:04:09: es wäre die ganze Zeit vorher auch schon wichtig gewesen, aber wirklich.
01:04:12: Also es ist Hanebüchen trotzdem besser aus diesem Grund als aus keinem, aber es ist eigentlich frustrierend und Das ist aber ein echtes Element einer kulturellen Entwicklung, so wie ich sie meine als Alltagskultur.
01:04:28: Wenn man Angebote schafft dass Frauen berufstätig sein können und gleichzeitig die Kehrverpflichtungen von Familien das sind ja nicht die von Frauen sondern von Familien ernst genommen werden kann ich mit einem einzigen Instrument.
01:04:42: jetzt hat er mittlerweile die Schulen also nicht erst oder die Gemeinde hat die Schulen aus nächstes angegangen.
01:04:48: Apö wird dieses Thema Wie können sich Menschen in ihren jeweiligen Lebenssituationen, mit ihren Biografien.
01:04:55: In dem Alter das sie jeweils haben – in der Gemeinde gut entwickeln.
01:05:01: Wenn man das fokussiert dann hat man gute kulturelle Entwicklung und plötzlich ist das Leben im Hittisao wunderbar ländlich im landschaftlichen Sinn aber sehr urban in einem anderen Sinn nämlich Mobilität, Versorgung Bildungsangebote Zack, zack, alles da.
01:05:20: Also eigentlich könnte man jetzt von hier dieser Stadt sprechen?
01:05:24: Nicht ganz!
01:05:25: Der GHB sagt nämlich auch die... Man muss sich eben auch Wohnraum leisten können damit etwas wie Leben überhaupt stattfinden kann.
01:05:35: aber das sagt der GHB ja auch dass die freiwilligen Arbeit und des Vereinswesen im Übrigen zur Wahl massiv abnimmt.
01:05:44: also das heißt was Welche Stellschrauben können wir da drehen?
01:05:50: Wir werden um das nicht rumkommen.
01:05:52: Wir werden dieses freiwilligen Engagement brauchen in ganz vielen Bereichen, wenn sich die Menschen davon distanzieren, dann wird es ein Problem.
01:05:59: Letztes Jahr habe ich im Radio gehört... Er hat eine Studie gegeben in Vorarlberg über den Rückgang des Ehrenamtes und der freiwilligen Arbeit.
01:06:09: Und man hat dann versucht, weil so viele Vereine keine neuen Obmännern oder Obfrauen mehr finden innerhalb der existierenden Vereine.
01:06:19: Ich bin ja nicht involviert, ich rezipiere das jetzt nur sehr beschäftigt, weil ich mich kurz selber gefragt habe wie sich das für mich darstellt.
01:06:27: Und ich glaube einerseits ist es eine Folge von einer Kultur des Konsumiers Also dass man immer das Gefühl hat, es müssen andere für mich richten.
01:06:35: Dafür gibt's Institutionen und Einrichtungen.
01:06:37: Das ist nicht meine Sache.
01:06:39: Und das ist natürlich auch gesellschaftlich ein Stück weit erlernt Und dann hat es glaube ich aber schon was damit zu tun, dass in unserer Gesellschaft der Gap zwischen Arm und Reich ziemlich aufsplittet.
01:06:49: Die einen sind sie quasi schon zwein dafür – und glauben Sie müssen noch nichts mehr beitragen, weil sie es eh schon durch ihre hohen Steuergeiter tun.
01:06:56: Und die anderen ... Ich tu jetzt sehr stark überspitzen Entschuldigung!
01:06:59: Aber wir sind in einer Diskussion... Und die Anderen können quasi nicht, weil Sie durch die Bewältigung des eigenen Alltags so eingespannt sind, dass Sie eigentlich drüber hinaus nix mehr leisten können.
01:07:10: tatsächlich Und wie macht es auch sehr nachdenklich, weil ich mich ja im Moment nicht ehrenamtlich engagieren habe und sofort das Schlichtes gewissen kriege.
01:07:18: Man hat gedacht was heißt eigentlich für mich?
01:07:23: Ich glaube, dass ist eine Folge einer gesellschaftlichen Entwicklung und es ist gar nicht so leichter wieder rauszukommen... zu lernen, dass wir alle ein Teil von etwas sind vom Gesellschaft und das ist nicht darum geht nur Dienstleistungen zu konsumieren sondern das Feld gemeinsam zu bestellen.
01:07:44: Vielleicht ganz kurz frage ich euch wer geschirrt sich freiwillig?
01:07:52: Super!
01:07:59: Ja ja es sind würde man sagen vierzig Prozent.
01:08:01: Aber es ist mehr als die Durchschnitt.
01:08:08: Genau Das wird es wahrscheinlich sein, Weihnachten stehen vor der Tür.
01:08:20: Kulturarbeit – wir sind immer noch in der Kulturarbeit und ein großes Thema haben wir noch, Verena!
01:08:26: Ein großes Thema und das ist für mich schon auch noch ein ganz wichtiges Thema in diesen städtischen und ländlichen Entwicklungsprozessen die Themamigration.
01:08:40: Wie gehen wir mit dem in Zukunft um?
01:08:42: Wir haben ja jetzt schon recht massive Spannungen.
01:08:46: Wie schaffen wir es da, einfach dieses interkulturelle Zugänglicher für alle zu machen?
01:08:57: Ja ich habe jetzt kein Rezept gehabt.
01:08:58: Ich bin keine Migrationsforscherin und auch keine Migrationsexpertin.
01:09:02: aber was ich so beobachte weil mich interessiert sehr in der Vergangenheit zum Thema Wohnbiografie oder Staubentwicklung und da kann man schon einiges aus dem auch lernen was bereits gelungen ist.
01:09:13: Und dann muss man natürlich sagen, klar beschleunigen sich diese Prozesse.
01:09:17: Also es ist einfach ganz klar dass immer mehr Menschen nach Österreich und irgendwann auch vor Alberg noch Europa kommen werden Und dafür gibt es ja einige Ursachen.
01:09:26: und ich muss ganz ehrlich sagen, dass in meinem Urumfeld das Thema Migration eigentlich fast nicht vorhanden ist im Vorarlberg.
01:09:33: Ich habe neulich einen Kommentar vom Christian Reiner in den Vorarlberger Nachrichten gelesen – im Vorfeld der Nationalratswahl.
01:09:40: Das war dann auch sehr deutlich, dass vor allen Menschen entgegen die relativ wenig mit Migrationen Kontakt haben der Migration insgesamt.
01:09:52: Migration ist ja einfach nur Migration, oder?
01:09:54: Aber dem Themenkomplex sehr ängstlich gegenüberstehen und viele Sorgen haben.
01:10:00: Auch Vorurteile haben während Menschen die im Gegend leben wo sehr viele Menschen von überall her kommen das aus viel weniger problematisch einstufen.
01:10:08: Das ist interessant Und es spricht für mich In meiner Wahrnehmung eigentlich auch für den hohen Urternitätsgrad in Vorarlberg.
01:10:16: Das nämlich im Vorarlberg prozentuell die Ablehnung von Migration auch eine sehr geringe ist, das freut mich immer sehr.
01:10:23: Meine Kinder sind ja noch in der Schule gehen in öffentliches Schulen also eines davon sind ein Vorarl Berg in öffentlichen Schulengangen vom Kindergarten bis Volksschule etc.
01:10:34: und Da habe ich dann eigentlich schon immer gemerkt, dass der Anteil wirklich sehr gering war.
01:10:39: und das ist in Vorarlberg hauptsächlich so.
01:10:41: Brennpunktdämen sind im einzelnen Gebieten.
01:10:45: Mir kommt vor, dass wir ... Weiß nicht, haben Sie den Film Favoriten gesehen?
01:10:51: Ja, der ist großartig!
01:10:53: Der beschreibt ein Leben in einer Schulklasse von einer Lehrerin, die eine Schulklasse betreut, ein ganzes Jahr lang in Favoriten und da ist kein einziges Kind mit Muttersprache Deutsch dabei.
01:11:05: Sie war diese Woche auch in der ZIP II, man kann das online noch anschauen, das war wirklich beeindruckendes Interview und ich muss sagen es hilft überhaupt nichts da groß zu polarisieren sondern wir sind somit so wirklich ungenügend Rezepten im Moment unterwegs die für genau gar nix gut sind und gleichzeitig sehr viel Geld kosten.
01:11:26: also soviel Ablehnung, wie teilweise in diesen Integrationsprojekten die aktuell diskutiert werden.
01:11:34: In Wien zum Beispiel von der FPÖ liegen ja so viel Ablehnung kann man ja gar kein Menschen in Wirklichkeit gegenüberbringen.
01:11:42: Sprachtests für dreijährige Kinder also wie man auf so eine Idee kommen kann und mein Eindruck ist der das in Vorarlberg auch tatsächlich zwar keine direkten Brennpunkte gibt, aber einfach Gegenden und Regionen wo es mehr gibt.
01:12:00: Das sind auch die Orte wo die jeweiligen Arbeitsstätten sind.
01:12:05: da darf man auch nicht vergessen immer wieder dass für die Arbeitgeber in Vorarlberg die Menschen die arbeiten essentiell sind für den wirtschaftlichen Erfolg dieser Unternehmen und das das trotzdem in der öffentlichen Wahrnehmung so eine negative Konnotation hat während man diesen unglaublich wichtigen Impuls überhaupt nicht sieht und gar nicht kommuniziert.
01:12:25: Das geht mir eigentlich bis heute nicht ein.
01:12:28: Was mich aber sehr sorgt, das war gestern in der Stadt Wien, hat eine Konferenz wiedergegeben.
01:12:34: Meine Freundin von mir war dabei die hat davon ein bisschen berichtet.
01:12:38: Es ist natürlich auch ganz ein starkes Bildungsthema haben insgesamt in der ganzen Bevölkerung in Österreich, dass eigentlich die Fähigkeiten, die durch den Schulbesuch vermittelt werden sollen bis zur Pflichtschule extrem abnehmen.
01:12:53: Die Lesefähigkeit viele andere Themen und das dies ganz stark natürlich auch mit dem Thema Sprache zu tun hat.
01:13:02: und das betrifft übrigens nicht nur die Kinder, die nicht muttersprachlich deutsch sind sondern auch die Kinder in Österreich aufwachsen.
01:13:11: Mein größtes Sorgenthema ist tatsächlich im Moment nicht die Migrationen in Österreich, sondern das Bildungsthema und das Abnehmen des Bildungsniveaus Weil mit einer guten Bildung gelingt es auch über diese Hürden drüberzukommen, während man mit einem schlechten Bildungsgrad eigentlich nur die Probleme verschärft.
01:13:32: Sei es im Bereich der Migration in allen anderen
01:13:35: aber auch.
01:13:35: Ich gebe dir absolut recht!
01:13:37: Wir haben ja selber vor vier Jahren den Future Campus an der Hackenfeldkirche mitiniziert und jetzt nach vier Jahren sieht man wo das hinläuft... Die Jugendlichen vier Jahre auch begleitend immer mit diesem großen Thema Zukunft bespielt aus unterschiedlichen Feldern heraus.
01:13:57: und sie da, die Projektarbeiten der Schülerinnen sind ganz andere.
01:14:05: Und auf der anderen Seite und das finde ich einfach ungehörspannend hat sich eigentlich auch den Blick des gesamten Lehrkörpers verändert nämlich weg von diesen fertigen vorgeformten Zielbilder hin zu einer Offenheit, zu einer Beweglichkeit.
01:14:19: und von dem her glaube ich da liegt natürlich schon wahnsinnig viel Power und Kraft drin.
01:14:24: Leider Gottes läuft es alles so langsam.
01:14:27: Wir kommen langsam zum Schluss.
01:14:30: Gibt's für deiner Seite vielleicht noch das eine oder andere Beispiel in der Stadt oder Region?
01:14:38: Kulturinitiativen unterschiedlicher Art, transformative Änderungen bewirkt haben oder irgendetwas Sichtbares erzeugt haben.
01:14:47: Und zwar wirklich Sichtbaeres?
01:14:50: Ja da gibt es in Vorarlberg sicher ganz viele aber ich möchte vielleicht einen Gedanken in dem Zusammenhang nur anbringen.
01:15:00: Kultur ist was echtes und wir erleben mittlerweile Kultur ein starker Marketinginstrument Das heißt jetzt im Stadt- und Regionenmarketing, wo man halt dann irgendwie was traditionellistisches an die Wand malt und behauptet es wäre Kultur oder wo wir sehr stark über Events und Veranstaltungen Kultur inszeniert.
01:15:26: Aber Kultur ist nicht inszenierend!
01:15:29: Es ist das echte Leben.
01:15:31: und auch das hat auch etwas ein Stück weiter mit zu tun ob man sich aeinander zumutet Ob man ehrlich ist miteinander, ob man die Gefühle, die man hat, die Wahrnehmungen, die einander zumutet und miteinander in einen echten Dialog geht.
01:15:46: Und klar braucht es dafür Formate oder Veranstaltungen – wir sind ja heute auch da!
01:15:51: Aber mir ist ... Mir ist diese Eventisierung der Kultur über das Stadtmarketing ein echter Dorn.
01:16:01: im Auge war schon.
01:16:02: Das wird es immer geben und dann ist es halt so, aber ich kann das gar nicht ernst nehmen!
01:16:06: Ich gehe da nie hin ja?
01:16:08: Sondern mir wäre es viel wichtiger in einer Alltagskultur zu einem echten menschlichen Zugang zueinanderzufinden wichtig genug zu nehmen, dass man darüber etwas in der Zeitung schreibt und nicht über irgendwelche banalen Inszenierungen.
01:16:27: Das heißt was kann der Bürger dazu tun?
01:16:32: Rausgehen, teilnehmen Teil von Zivilgesellschaftsein sich einander zumoten.
01:16:37: und dafür braucht es aber auch gewisse angstfreie Angst freies Setting wo ich nicht Angst haben muss das wer andere mit deswegen anschreiben die Hasskommentare kriege oder ausgelacht wird haben wir schon ein Stück weit, sei ein paar zuständig und wenn man angstfrei miteinander umgehen kann und sich einander zumuten kann.
01:16:58: Siste was rauskommt?
01:17:06: Es geht ja im Prinzip nicht anders.
01:17:18: Wir sind alle Kinder nach wie vor oder haben nur einen bestimmten Reifegrad.
01:17:25: Dann ist es halt wirklich wichtig, sich zu unterstützen.
01:17:28: Sie nicht gleich kleinzumachen, Kritik wozu sie sehen und auch nicht immer alles schlecht zu machen sondern zu sehen ja okay das ist halt jetzt vielleicht noch nicht super gut gelungen.
01:17:38: aber da hat sich jemand riesig bemüht und ich glaube wir leben in so einer Zeit wo das drauf auf was hinhauen und radikal kritisieren.
01:17:46: So zugenommen hat dass viele gar nicht mehr trauen was tun.
01:17:50: und eben von meiner Freundin des Experiments Und das ist eigentlich mehr mein Wunsch für die kulturelle Entwicklung in Vorarlberg.
01:18:02: Das hat übrigens auch viel mit dem Thema Start-Insofern zu tun, weil in städtischen Räumen wenn man sie nicht so gut kennt, haben wir halt eher die möglichen Experimente oder weil man immer irgendeine Nische findet und wir haben diese Nischen... Eigentlich ist es ja ein Paradox.
01:18:19: Darf ich noch mal probieren?
01:18:21: Eigentlich ist es ja ein Paradox.
01:18:22: Man glaubt, in der Stadt wäre man anonym und könnte deswegen für verstecken und darum alles Mögliche tun.
01:18:28: Aber es ist ja genau umgekehrt.
01:18:31: Gerade am Land kann man eben so vieles tun und nicht tun wegen dieser sozialen Kontrolle.
01:18:37: Und da muss man ein Stück weit mal drüber Um sich genau in einem Raum wie dem unseren wo man so stark gesehen wird so zu ermächtigen, dass man Dinge macht die vielleicht den Nachbarn und der Nachbar total verrückt findet.
01:18:52: Und man macht sie trotzdem in der Gewissheit das man schon seine Gruppe findet, die einen da unterstützt und mitgeht.
01:18:58: Jetzt haben wir doch noch eine Schlussfrage, weil es Mikro geht ja wieder.
01:19:03: Die Politik kann man jetzt mal aus und vor gelassen.
01:19:08: Sie muss nicht immer die Hauptrolle spielen wenn gleich du natürlich auch von über die AfD und FPÖ gesprochen hast Aber es gibt noch andere Parteien und die sind ja auch in der Verantwortung, die sind auch im Gestaltung.
01:19:22: Was muss sich an der Politik ändern damit eben genau diese Entwicklungen schneller stattfinden können?
01:19:28: Damit hier auch in diesen ganzen Entwicklungsprozessen der Städte, der Regionen, der Kulturinitiativen und der Kulturarbeit was angeschoben wird.
01:19:43: Eigentlich soll die Politik möglichst
01:19:45: wenig.
01:19:47: Wir sind die Politik, aber ein Stück weit geht es nicht darum... Dinge permanent vorzubereiten, um diese Kanäle vorzudefinieren in denen dann was passiert sondern einfach möglichst viel zulassen.
01:20:00: Und das ist ja ein Zeichen von Demokratie und von Zivilgesellschaft oder dass sie das nebeneinander ausbreiten kann?
01:20:06: Ich war in diesem Jahr ich weiß nicht ob Sie es mitkriegt haben eine ganz große Kritikerin dieser leidigen Leitkultur-Debatte die fast so blöd war wie die Schnitzelsager und die Normalitätsdebatte vorher.
01:20:18: Und ein Stück weit muss man schon sagen, diese Leitkulturdebatte hat was mit dem Identitätsdiskurs zu tun.
01:20:24: Weil es davon ausgeht wie dass wir eine Leit-Kultur haben könnten und das ist ja komplett verrückter Gedanke in meiner Vorstellung.
01:20:33: Das heißt Leit Kultur bedeutet ja, dass man uns die Richtung vorgibt den der wir uns entwickeln sollten.
01:20:40: Das ist ja komplet undemokratisch!
01:20:42: Wieso sollt ihr denn das annehmen?
01:20:44: Also ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin eigentlich ein Mensch der sehr harmoniebedürftig ist.
01:20:47: Das hat heute nicht so gewirkt vielleicht an der einen oder anderen Stelle aber grundsätzlich möchte ich dass mir die Menschen gerne haben und ich möchte anerkannt sein und nie wieder niemandem wehtun.
01:20:56: Aber wenn man jemand den Weg so eng vorgibt wie in diesem Leitkulturumfeld dann muss ich da ausbrechen.
01:21:04: Das ist wie ein innerer Zwang, das finde ich so ungehörig dass sie schon fast absichtlich das Gegenteil machen muss weil es einfach so dumm find.
01:21:12: und wir haben in dem Jahr wirklich von Politikern und Politikerinnen zum Kulturthema so viel gehört was eigentlich enthöhrend ist nämlich wahnsinnig einschränkend dass ihr eigentlich fast schon zu einer Revolte aufrufen muss und sagen muss, na so geht's dann wirklich nicht.
01:21:34: Also das war wie dieser Schnitzelsager.
01:21:36: also da wird mehr fast schon als Absicht an Vegetarierinnen oder?
01:21:40: Weil es so verrückt ist, dass sozusagen... Und ich muss ganz ehrlich sagen ein Stück weit muster die Zivilgesellschaft auch wahrscheinlich vielmehr aufstehen und sagen also bei aller Liebe zu Traditionen, liebe Historikerin wir liegen die Tradition auch am Herzen.
01:21:57: darf man daraus Diskussion um kulturelle Identität und Leitkultur anzetteln, weil das ist wirklich dermaßen einschränkend.
01:22:08: Dass der Schritt zum nächsten politischen Begriff nicht weit ist.
01:22:15: Das darf man nicht tun.
01:22:20: Verena wir sind am Ende.
01:22:22: was brennt dir noch auf der Zunge?
01:22:26: Etwas dass du unbedingt jetzt noch los werden willst.
01:22:29: Jetzt ist der Moment.
01:22:32: Ich weiß, dass du viele Dinge im Moment fast vorher schon angesprochen hast.
01:22:36: Schwierig siehst aber immer sagen ich finde das wichtigste in der aktuellen Situation ist eine positive Sicht auf die Dinge weil man nur mit diesen positiven Impuls auch Dinge bewegen kann.
01:22:47: wenn einen was stört sollten wir immer noch die Kraft haben oder ich wünsche mir dass mal die haben einzeln und auch gemeinsam Dinge bewegend zu wollen weil es bedeutet positiv dass man daran glaubt dass es besser werden kann Und das ist eigentlich der wichtigste Impuls für kulturelle Entwicklung, egal ob in der Stadt oder am Land.
01:23:07: Das ist völlig egal!
01:23:09: Es geht darum, Lebensrealitäten anzuerkennen – die Unterschiedlichkeit von Lebensrealität anzukennen und respektvoll miteinander umzugehen dort aufzustehen, wo man Ungerechtigkeiten wahrnimmt, einander zu unterstützen, Zivilcourage zu haben.
01:23:28: Und das ist eigentlich aus meiner Sicht das Wichtigste für kulturelle Entwicklung und in Voradelberg muss ich dazu sagen, die dafür seit zwölf Jahren da sehr gut leben und arbeiten sind die Grundlagen dafür wahnsinnig gut!
01:23:43: Also es gibt überhaupt keinen Grund, warum man sich da jetzt nicht engagieren soll.
01:23:47: Das heißt jetzt politisch oder im Kulturumfeld in der Wissenschaft, in der Kultur-, in der Bildung und ich glaube wenn viel mehr Menschen das machen würden und nicht nur konsumieren sondern ein Stück weit aktiver werden dann ist dies die beste Grundlage für gute Entwicklung für uns und unsere Kinder.
01:24:09: Fantastisches Schlusswort.
01:24:11: Vielen Dank, Verena!
01:24:12: Es hat viel Spaß gemacht und es war ein wirklich großes Feld, das wir hier beackert haben.
01:24:20: Das waren vielleicht nur Reinschnuppern in diese Komplexitäten, in dieser Vielschichtigkeit.
01:24:28: Aber es war toll, dass du da warst fällt, die jetzt mal öffnet hat.
01:24:38: Vielen Dank für Rina und vielen dank an euch!
01:24:51: Es macht immer wieder Spaß und ich finde es ungehauer schön wenn hier sich Menschen einfinden, die ja in diesen Themen auch ein bisschen mit naschen und mithören wollen.
01:25:03: wie auch immer da sind Dinge dabei, die einem passen und einem vielleicht weniger passen um.
01:25:08: das ist auch gut dass man vielleicht auch etwas kontrovers in dieses Ding reingeht.
01:25:12: Steven Pinker Ein großer Denker, der hat ja auch gesagt wir unterhalten uns viel zu sehr über Befindlichkeiten anstatt wie vielleicht ein bisschen mehr über unsere Erdümer noch denken.
01:25:24: Und ich glaube wenn man da reingehen dann würde man schon einen ganz großen Schritt machen.
01:25:29: Mir bleibt jetzt eigentlich nur noch eines mein nächster Gast anzukündigen das ist am vierundzwanzigsten April, zweitausendfünf und zwanzig das sind wir denn schon im neun Jahr.
01:25:41: Professor Dr.
01:25:43: Martin Grasberger, vielleicht kennen Sie ihn als Gerichtsmediziner, Spiologe, er ist landwirtschaftlicher Facharbeiter und bestseller Autor Erweiß wovon er spricht Wenn es um Gesundheit geht Und um dies das in Österreich nicht unbedingt gut bestellt sagt Martin Graspärger.
01:26:02: Sein Buch Das leiste Sterben wurde Wissenschaftsbuch-Zwei-Dausen-Zwanzig In der Kategorie Naturwissenschaft.
01:26:09: sein neues Buch regenerativ beschreibt, wie der Organismus Mensch als komplexes Ökosystem funktioniert.
01:26:16: Und ich werde mich mit ihm über dieses komplexe Ökasystem Mensch unterhalten – das wird eine Challenge!
01:26:23: und warum ein fundamentaler Paradigmen wechseln nicht nur natürliche Öksysteme oder die menschliche Gesundheit sondern auch Gesellschaft und Wirtschaft erneuern könnte.
01:26:35: lad euch ein, seid dabei.
01:26:36: Es ist eine ungehörspannende Gast, ich kenne ihn persönlich wie gesagt, der Vierundzwanzigster Vierter und ihr seid wieder herzlich eingeladen.
01:26:44: in dem Fall ist das Buffet eröffnet.
01:26:46: vielen Dank!
01:26:47: Danke schön.
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